Einfach mal nach Moskau fliegen
Nahezu alle großen Firmen in Russland haben ihren Sitz in Moskau (oder St. Petersburg).

Einfach mal nach Moskau fliegen

Der größte Staat der Welt polarisiert mit seiner schwer kalkulierbaren und restriktiven Politik wie kein anderer. Als Wirtschaftskraft ist die ehemalige UDSSR nicht nur für den Westen ein wichtiger Handelspartner mit vielen Facetten. Alexej Knelz, Leiter Kommunikation der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK Russland), über die deutsch-russischen Handelsbeziehungen.

working@office: Russland und Deutschland verbindet eine starke Wirtschaftsbeziehung – wenn auch immer wieder mit starken Belastungen. Wie ist die wirtschaftliche Situation aus russischer Perspektive derzeit?

Alexej Knelz: In der Tat, Deutschland und Russland verbindet weitaus mehr, als sie trennt. Die Wirtschaft hat sich in den Krisenzeiten als stabile Brücke zwischen den beiden wichtigen Ländern erwiesen. Nach der Ukraine-Krise 2014 und mit der Einführung von EU- und US-Sanktionen hat die russische Wirtschaft eine rasante Talfahrt durchlebt. Die Kaufkraft der Bevölkerung und die real verfügbaren Einkommen sind stark gesunken. Insgesamt steht die Wirtschaft aber stabil da. Mit 530 Milliarden US-Dollar hat das Land die viertgrößten Währungsreserven weltweit angehäuft (nach China, Japan und der Schweiz) und besitzt mit 19 Prozent des BIP-Anteils die zehntniedrigste Staatsschuldenquote weltweit. Gleichzeitig ist Russland im Doing-Business-Index der Weltbank seit 2012 um 89 Positionen auf Rang 31 aufgestiegen. Die russische Wirtschaft wächst rund anderthalb bis zwei Prozent pro Jahr und ist weitaus besser als ihr Ruf. Die deutschen Unternehmen vor Ort quittieren das positiv: Die deutschen Direktinvestitionen nach Russland sind im vergangenen Jahr auf über 3,2 Milliarden Euro angestiegen. Das ist der höchste Wert seit zehn Jahren.

working@office: Welches sind die wichtigsten Export- und Importgüter für beide Länder – und welche Trends zeichnen sich hier ab?

Alexej Knelz: Nach China ist die Bundesrepublik Russlands wichtigster Außenhandelspartner. Im Jahr 2018 wurden Waren im Wert von fast 26 Milliarden Euro aus Deutschland nach Russland exportiert und für rund 36 Milliarden Euro eingeführt. Die klassischen deutschen Exportsparten nach Russland sind Maschinen und Anlagen, während Russlands Exportschlager nach wie vor die Rohstoffe sind, allen voran Öl und Gas. Das Spannende: Im Binnenmarkt spielt die Förderung von Bodenschätzen mit einem Anteil von lediglich 14 Prozent am BIP eine untergeordnete Rolle, das Rückgrat der russischen Wirtschaft sind der Handel und der Dienstleistungssektor. Ein Trend, den Russland derzeit konsequent umsetzt, ist die Exportpolitik von Industrie- und Konsumprodukten Made in Russia. Deshalb hat die AHK Russland gemeinsam mit dem Russischen Exportzentrum (REZ) die Kontaktstelle Export ins Leben gerufen. Sie unterstützt russische Firmen beim Export nach Deutschland, und deutsche Unternehmen bei der Suche nach russischen Produkten und Partnern.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office.