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Was bedeutet Opazität? Alles Wissen zu lichtundurchlässigem Papier im Office © sebra - Shutterstock

Opazität: Was es mit der Qualität und Lichtundurchlässig-keit beim Geschäftspapier auf sich hat

Nach wie vor ist Papier eines der wichtigsten Materialien, das im Büro zum Einsatz kommt. Einst wurden die Seiten mit Hand beschrieben und Verträge auf Schreibmaschinen verfasst; heute werden Dokumente per Drucker oder Kopierer verarbeitet. Doch nicht nur die Druckertechnologie hat sich verändert. Seit jeher geht mit ihr auch eine Anpassung der weißen (DIN-A4-) Seiten einher. Wichtige Aspekte sind in diesem Zusammenhang die Opazität, die Grammatur und der Weißgrad. Dieser Artikel stellt Ihnen die wichtigsten Fachbegriffe rund ums Papier vor und verrät Ihnen, wie und woran Sie gutes Papier erkennen können.

Was bedeutet Opazität?

Wie ein Papier wirkt, hängt von verschiedenen Eigenschaften ab. So ist neben dem Gewicht des Papiers – auch Grammatur genannt – und dem Weißgrad des Papiers ebenfalls die Opazität wichtig. Spricht man von Opazität, ist die Lichtundurchlässigkeit des Papiers gemeint.

Der Begriff „Opazität“ kommt von dem lateinischen Wort „opacitas“, was übersetzt „Trübung, Beschattung“ bedeutet. Das Adjektiv dazu ist „opak“.

 

Woran erkenne ich die Höhe der Opazität?

Die Opazität ist hoch, wenn das Papier nicht durchscheinend ist. Das heißt: Ein opakes Blatt Papier ist sehr blickdicht und weist eine hohe Undurchsichtigkeit auf.

Eine gute Opazität wird erreicht, wenn bei der Papierproduktion mehr Füllstoffe zwischen den Papierfasern angelagert werden. Die Opazität lässt sich auch durch Farbigkeit und Dicke beeinflussen.

Generell gilt daher die Faustregel: Opakes Papier ist aufwendiger herzustellen und deshalb auch teurer.


Ein Gegenbeispiel für ein opakes Blatt Papier ist Transparentpapier, auch Butterbrotpapier genannt. Hält man ein solches Material gegen das Licht, lässt sich nahezu alles, was dahinter liegt, erkennen.

Transparentpapier ist, wie der Name schon vermuten lässt, lichtdurchlässig und eben nicht blickdicht.

Was bedeutet Grammatur?

Die Grammatur der Büropapiere bzw. des Geschäftspapiers ist über das Flächengewicht in der Einheit Gramm pro Quadratmeter gekennzeichnet. Normales Geschäftspaier hat eine Grammatur von 80 Gramm pro Quadratmeter. 75 Gramm-Papiere werden meist für den internen Einsatz, also beispielsweise für Kopien, genutzt. Die schwereren 90 Gramm-Papiere machen einen festeren und somit hochwertigeren Eindruck und werden beispielsweise für Geschäftsbriefe, Verträge oder Bewerbungsunterlagen genutzt. Im Vergleich: Rollenzeitungsdruckpapiere liegen im Bereich von 48 bis 60 Gramm pro Quadratmeter. Bei der Auswahl der Grammatur sollte nicht nur der optische Eindruck eine Rolle spielen: Auch das Gewicht beim Versand ist zu beachten.


Was bedeutet Weißgrad?

Wie hochwertig ein bestimmtes Papier wirkt, hängt auch von der sogenannten CIE-Weiße ab: Dieser Weißgrad nach DIN ISO 2469 und 2470 ist ein technischer Kennwert für die Reflexionsfähigkeit von weißem Licht. Bei einem hochwertigen Büropapier liegt der Weißgrad bei ungefähr 160. Für die Optik gilt: Weiße Büropapiere wirken hochwertig. Ausnahme: Bei handgeschöpften Papieren oder Briefpapieren mit Wasserzeichen wirken auch klassische Farben wie beige oder champagnerfarben exklusiv.


Wie stehen Opazität und Transmission in Zusammenhang?

Der Transmissionsgrad besagt, wie viel Licht das Papier durchlässt beziehungsweise aufnimmt. Ist der Transmissionsgrad sehr hoch, ist auch die Durchlässigkeit des Lichts sehr hoch. Im Gegensatz dazu besagt ein hoher Opazitätswert, dass beispielsweise das Geschäftspapier sehr undurchlässig ist. Da die Opazität physikalisch gesehen der Kehrwert der Transmission ist, stehen der Transmissionsgrad und der Opazitätswert in einem direkten und umgekehrten Zusammenhang.

So hat zum Beispiel das Papier einer Grußkarte einen Transmissionsgrad von 0,01 und damit einen Opazitätswert von 5. Rechnet man das in Prozent um – wie das bei Papier üblicherweise durch die Norm ISO 2471 gemacht wird – erhält man einen Opazitätswert von 99 Prozent. Das heißt: Ein Blatt Papier mit einer absoluten Opazität hat eine Lichtdurchlässigkeit von einem Prozent und damit eine Opazität von 99 Prozent.

Da die Angabe der Opazität wichtiger ist als die der Transmission, wird normalerweise immer der Opazitätswert angegeben. Je höher der Opazitätswert, desto weniger Licht scheint durch das Papier. Die Lichtdurchlässigkeit – die Transmission – wird also immer kleiner.

Wieso ist die Angabe der Opazität wichtig?

Je nachdem, für welchen Anlass oder Zweck Sie das Papier bedrucken möchten, ist auch die Angabe der Opazität wichtig. Bei Weihnachtseinladungen oder Briefen beispielsweise, sollten Sie einen sehr hohen Opazitätswert wählen.

Bei Werbebannern – sogenannten City-Light-Postern – ist gerade das Gegenteil erwünscht. Man möchte durch eine niedrige Opazität eine hohe Transparenz erreichen, damit die Abbildungen auf der Vorderseite besser durchleuchtet werden.

Um das Ganze besser klassifizieren zu können, unterteilt man die Lichtundurchlässigkeit beim Papier in drei Stufen:

Die 3 Stufen der Opazität 

  • Mindestopazität: 80 Prozent
  • Mittelmäßige Werte: 92 bis 96 Prozent
  • Optimale Werte: 97 bis 100 Prozent.

Für den alltäglichen Gebrauch empfiehlt es sich, ein Geschäftspapier mit mittelmäßigen Werten zu wählen. Denn bei einer niedrigeren Opazität ist Kopieren und Drucken zumeist nicht mehr möglich – vor allem, wenn Sie das Papier beidseitig bedrucken möchten. Spätestens bei Werten unter 80 Prozent scheint die vordere Seite auf der hinteren Seite durch. Das reduziert die Leseeigenschaft des Papiers deutlich.

Außerdem hat ein hoher Opazitätswert den Vorteil, dass der natürliche Grauwert eines Layouts erhalten bleibt. Das bedeutet, dass die Strahlkraft von Druckfarben – zum Beispiel von Pastellfarben im Echtfarbdruck – bestehen bleibt.

Qualitätscheck: Wie wird opakes Papier hergestellt?

Hochwertiges opakes Papier wird hergestellt, indem man die Papierfasern mit einem hohen Holzanteil und/oder anorganischen Füllstoffen anreichert. Diese Füllstoffe können zum Beispiel Kalziumkarbonat, Titandioxid oder Kaolin sein. 

Diese Faktoren beeinflussen die Qualität und Opazität 

  • Flächengewicht
  • Farbstoffe
  • Volumen
  • Materialbeimengung oder
  • Oberflächenbeschichtung

Dadurch ist opakes Papier auch etwas teurer als „normales“ Papier. Gemessen wird die Lichtundurchlässigkeit übrigens durch ein Opazimeter. Solche Geräte kommen jedoch vornehmlich bei der Messung von Lichtundurchlässigkeit bei Gasen zum Einsatz. Was Papier anbelangt, ist eine Messung nicht notwendig.

Denn: Der Hersteller des Papiers gibt den Opazitätswert normalerweise an.

Fazit: Opazität als wichtiger Faktor bei Geschäftspapier

Insbesondere für Office-Professionals ist der Opazitätswert eine wichtige Angabe. Je nachdem, für welchen Zweck das Geschäftspapier verwendet werden soll, ist es ratsamer, einen höheren oder niedrigeren Opazitätswert und eine entsprechende Transparenz zu wählen. Wenn Sie zum Beispiel eine Weihnachtseinladung oder eine Grußkarte verschicken möchten, sollten Sie einen Briefbogen mit einem hohen Opazitätswert wählen. So vermeiden Sie unschönes Durchscheinen.

Im alltäglichen Gebrauch – beispielsweise beim Drucken von Anschreiben und dergleichen – reicht jedoch auch ein mittlerer Opazitätswert aus. Hier gilt es abzuwägen: Stehen die höheren Kosten für opakes Papier in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen? Das ist zu einem großen Teil auch von der individuellen Arbeitserfahrung abhängig. Denn wer täglich mit Drucker, Kopierer und Papier arbeitet, entwickelt schnell ein Gespür für das richtige Material und weiß, welche Faktoren für Geschäftspapier wichtig sind.

Dieser Beitrag enthält Formulierungsideen von Claudia Marbach.

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