Menu

Scheiden tut weh

Wenn ein Partner zugunsten der Familie zurückgesteckt hat, ist seine finanzielle Zukunft meist ungewiss. Auch heute betrifft das fast immer die Frau. Die Reform des Versorgungsausgleichs verbessert ihre Rentensituation, bietet hohe Flexibilität und macht die Zukunft planbarer.

Scheiden tut weh

Der Versorgungsausgleich – sprich: die Aufteilung der Rentenansprüche nach der Scheidung – war bislang kompliziert und fehleranfällig.


Endlich Neuregelung

Zum 1.9.2009 wird nun nach Unterhalt und Zugewinn auch der Versorgungsausgleich der Lebensrealität angepasst. Diese Neuregelung war längst überfällig! In Deutschland werden schließlich 33 Prozent aller Ehen geschieden. Gerade beim Thema Rente gibt es viel Ungerechtigkeit.


Kein neuer Stress im Alter

Herzstück der neuen Regelung ist: Jede Rentenanwartschaft wird für sich betrachtet und zwischen den Ehepartnern geteilt. Und zwar sofort am Ende der Ehe. Bisher konnten etwa Betriebsrenten häufig erst zum Rentenbeginn real aufgeteilt werden. Doch zu diesem Zeitpunkt, mitunter Jahrzehnte nach der Trennung, haben viele Geschiedene den Kontakt zueinander längst verloren. Nur selten wurde der Versorgungsausgleich dann noch eingefordert. Die emotionale Hürde war oftmals zu hoch, nach so langer Zeit einen Anteil von der Betriebsrente des Ex zu fordern. Das ist nun vorbei. Alle Rentenanrechte werden nun sofort direkt beim Versorgungsträger geteilt.


Von den Erträgen ausgeschlossen

Viele private Rentenmodelle wurden bisher dem Zugewinnausgleich zugeordnet, obwohl die Eheleute diese zur Alterssicherung aufgebaut hatten. Üblicherweise gab es eine Ausgleichszahlung für die Frau, und die Police lief bis zum Rentenbeginn weiter komplett auf den Ehemann. Unfair, denn die Frau trug die kostenträchtige Anlaufphase mit, wurde aber von der ertragreichen Endphase der Rentenpolice ausgeschlossen. Denn die Ausgleichszahlung bemaß sich nach dem Zeitwert zur Scheidung. Lebte das Paar in Gütertrennung, konnte es sogar sein, dass die Frau komplett leer ausging, obwohl es hier schon immer einen Versorgungsausgleich gab.


Wertgleiche Teilung

Auch das hat sich geändert. Solche privaten Altersvorsorgeverträge – ausgenommen sind reine Kapitallebensversicherungen – werden ab 1.9.09 dem Versorgungsausgleich zugerechnet. Die Versicherungsgesellschaften müssen eine wertgleiche Teilung schaffen. Im Ergebnis haben beide Partner eigenständige Verträge.


Die Zukunft wird planbarer

Der wahre Schatz der neuen Regelung ist das Wahlrecht, das jedem Ehepartner zusteht. Sie oder er kann bestimmen, wohin der Anspruch aus dem Versorgungsausgleich fließt. Das hilft vor allem den Frauen, auch im Ruhestand finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Sie können nun etwa ihren Anspruch aus der Betriebsrente auf einen Riester-Vertrag umlenken, oder mit einer Einmalzahlung in eine private Rentenpolice den Grundstein für eine Zusatzrente legen.


Die Chance ist schnell verpasst!

Lediglich zwei Wochen stehen in aller Regel nach der Aufforderung durch das Familiengericht zur Verfügung. Holen Sie sich frühzeitig Rat von Fachleuten, damit nichts versäumt wird und kein Anspruch verloren geht. Noch ein weiterer Rat: Geduld ist nicht immer eine Tugend. Aber es könnte durchaus sinnvoll sein, mit dem Einreichen einer Scheidung noch bis zum 1. September zu warten. 


Über die Autorin

Constanze Hintze ist Geschäftsführerin bei Svea Kuschel und Kolleginnen - Finanzdienstleistungen für Frauen. Das Unternehmen mit Hauptsitz München existiert seit über 20 Jahren, weitere Niederlassungen befinden sich in Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet.  


 

Weitere Artikel aus der Kategorie "Life"

career@office

Die Messe mit Kongress für Sekretärinnen und Assistentinnen

 

 

Ihre career@office 2019

05.09.2019: Köln, Congress-Centrum Nord

Weiterbildung

Seminare für Office-Professionals

Starten Sie durch in Richtung Erfolg! Seminare, Kongresse und Fernlehrgänge von A wie Ablage bis Z wie Zeitmanagement.

OFFICE SEMINARE hat garantiert das richtige Weiterbildungskonzept für Ihre Bedürfnisse. www.office-seminare.de