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Mobbing - ein Phänomen unserer Zeit mit vielen Gesichtern

Es gibt weder den klassischen Mobbingverlauf, noch die klassische Berufsgruppe. Mobbing - ein Phänomen unserer Zeit? Könnte man an dieser Stelle fast glauben. Ich setze dagegen: Mobbing hat es schon immer gegeben. Neu ist nur, dass sich die Mobbing Opfer immer häufiger Unterstützung suchen, bzw. in den Unternehmen auch auf sich aufmerksam machen.

Mobbing - ein Phänomen unserer Zeit mit vielen Gesichtern

So auch meine Klientin Marianne W., die sich im letzten Jahr an mich gewandt hatte und mir bei unserer ersten Coaching Stunde folgendes erzählt hat:
"Begonnen hat alles mit Kleinigkeiten. Es gab hier und da mal einen kleineren Konflikt mit einer Kollegin. Nichts Besonderes, ich würde sagen, es war etwas ganz Alltägliches. Mal war es ein Formular, das ich nach Ihrer Meinung nicht richtig ausgefüllt habe, dann ein Bürofenster, dass ich zum Büroschluss nicht ordnungsgemäß geschlossen hatte. Wie gesagt, nichts Besonderes. Gewundert habe ich mich aber dann, als Unterlagen, die ich mir vor meinem Nachhause gehen noch zurecht gelegt hatte, morgens nicht mehr auf meinem Schreibtisch lagen. Ich habe alles abgesucht, aber ich konnte das Skript nicht mehr finden. Total irritiert habe ich mich an meine Kollegin gewandt, die sich das Büro mit mir teilte. Sie hat nur mit den Schultern gezuckt und bemerkt: "Na Du bist doch immer schusselig, ist doch bei Dir nichts neues". Ja, das hat mich dann doch sehr getroffen. Gerade ich, die so viel Wert auf Ordnung am Arbeitsplatz legt, darf mir von einer Kollegin so einen Vorwurf anhören.

Weiterer Verlauf
Doch dem nicht genug. Kolleginnen, mit denen ich sonst immer gemeinsam meine Mittagspause verbracht hatte, haben mich plötzlich gemieden. Unter fadenscheinigen Ausreden haben sie mich abserviert, mir die kalte Schulter gezeigt, hinter meinem Rücken über mich gesprochen. Wochenlang ging das so. Herr Goessl, Sie können mir glauben, schlaflose Nächte waren die Folge. Ich hatte Migräneattacken, konnte mich nicht mehr konzentrieren und ja, ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Und das Schlimmste: Ich habe die Schuld bei mir gesucht!

Gespräch mit dem Vorgesetzten

In meiner Verzweiflung habe ich mich nach Monaten an meinen Vorgesetzten gewandt, ihm das Problem geschildert. Gemeinsam haben wir dann überlegt, woher diese plötzliche Missstimmung im Team kommt. Schnell wurde uns klar: Es hatte mit meinem bevorstehenden Wechsel von der Teamassistentin zur Assistentin der Geschäftsführung zu tun. Auf diesem Weg gab es wohl viele Neiderinnen, die mir meine neue Aufgabe nicht gegönnt haben. Ich muss sagen, mein damaliger Vorgesetzter hat sich wirklich vorbildlich verhalten. Er hat alle Mobberinnen zur Rede gestellt und eine klare Ansage getroffen, dass er Mobbing in seiner Abteilung nicht duldet und Mobbing im Unternehmen für die Mobber klare Konsequenzen haben wird".

Nicht der Regelfall
Tolle Vorgehensweise. Solche Vorgesetzte gibt es leider noch nicht so häufig. An diesem Beispiel sieht man aber ganz deutlich, dass Mobbing kein Mythos ist, so wie uns viele Arbeitgeber oftmals erzählen. "Nein, bei uns gibt es kein Mobbing". "Gehört haben wir schon davon, aber wir haben so ein tolles Team, da ist Mobbing ein Fremdwort"...

Nur seltsam, dass sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ca. 8 % der arbeitenden Bevölkerung gemobbt fühlen. Bei derzeit rund 43 Millionen Beschäftigten ist das eine immense Anzahl von Menschen, die sich psychisch unter Druck gesetzt fühlen.

Was ist Mobbing eigentlich?
Doch was genau ist Mobbing? Mobbing besteht dann, wenn eine einzelne Person gegen eine andere Person gerichtet, systematisch und psychisch "attackiert" und das mindestens einmal die Woche und das über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr. Das 10 Punkte Modell gegen Mobbing in Seminaren zum Thema Mobbing, das ich sowohl mit Betriebsräten als auch mit Führungskräften abhalte, habe ich mit den Teilnehmern gemeinsam ein 10 Punkte Modell gegen Mobbing erarbeitet.

Das 10 Punkte Modell
 1. Zeigen sich trotz aller Attacken gegen Sie Selbstbewusstsein, rechtfertigen Sie sich auch nicht.
2. Nehmen Sie nach Möglichkeit eine Analyse der Mobbingsituation vor, gehen Sie die Konflikte konkret an.
3. Führen Sie ein Gespräch mit dem Mobber und das möglichst im Frühstadium, sagen Sie ihm deutlich, dass Sie sein Verhalten nicht dulden werden.
4. Stellen Sie eine Öffentlichkeit her, suchen Sie den Betriebsrat, die Personalabteilung oder, falls vorhanden, den Mobbingbeauftragten auf.
5. Gewinnen Sie Verbündete, dokumentieren Sie positives Feedback ihrer Arbeitsleistung.
6. Führen Sie ein Tagesprotokoll ihres Arbeitspensums und führen Sie ein Mobbingtagebuch.
7. Schaffen Sie einen Ausgleich über Hobbies, Familie und Freundeskreis.
8. Überbelasten Sie nicht ihr privates Umfeld. Nehmen Sie sich professionelle Unterstützung.
9. Nehmen Sie ihre körperliche Befindlichkeit ernst.
10. Entwickeln Sie eine neue berufliche Perspektive.

Schutz
Wenn Sie diese Schritte tatsächlich und nachhaltig beachten, werden Sie sich gut vor Mobbing schützen können. Was Sie zusätzlich noch beherzigen sollten: Das "NO GO" Verhalten, was Sie auf keinen Fall tun sollten, ist: - Sich selbst die Schuld geben - Dem Mobber Gefälligkeiten erweisen, weil Sie erwarten, dass er Sie dann in Ruhe lässt - Mit dem Mobber diskutieren - Verständnis für den Mobber aufbringen - Verzweifelt wirken - Keine Strategie haben.

Was aus meiner Klientin wurde
Zum Schluss noch einmal zu meiner Klientin Marianne. Das Mobbing-Erlebnis hat sie so geschockt, dass sie für sich selbst entschieden hat, an ihrem Selbstwert zu arbeiten und sich innerlich stark zu machen, für solche fiesen Übergriffe. In mehreren Coaching Stunden haben wir an Ihren Themen gearbeitet und sie innerlich stark gemacht.

Heute ist Marianne in Ihrer neuen Position glücklich und greift im Kolleginnenkreis sofort ein, wenn sie merkt, dass hier etwas schiefläuft. Für sich selbst einzustehen, ist nicht so leicht, wie man oftmals glaubt. Es bedeutet auch: An sich arbeiten und den Willen zur Veränderung aufzubringen! Doch wer einmal die Erfahrung gemacht hat, erkennt, dass diese Energie zur Veränderung nur einen Bruchteil von der Energie ausmacht, die man vorher für sämtliche Vermeidungsstrategien aufgebracht hat.
Und wenn man für sich selbst einstehen kannst, kann man auch etwas weitergeben.
Die eigene Stärke und die eigene Energie sind dann die besten Multiplikatoren, um Mobbing bereits im Keim zu ersticken.

Ich finde, Marianne hat eine tolle Entwicklung hingelegt und kann richtig stolz auf sich sein.
Sie sind sich nicht sicher, ob ein/e KollegIn oder vielleicht Sie selbst ein Opfer von Mobbing geworden sind? Schicken Sie mir eine Mail an info(at)institut-ip.de. Gerne übersende ich Ihnen einen kurzen Fragebogen, der Ihnen Ihre Situation vor Augen führt. Sie haben Fragen zum Ergebnis? Nehmen Sie Kontakt mit mir auf. Gerne können wir Ihr Ergebnis analysieren.


Workshop-Hinweis
An dieser Stelle möchte ich Sie auch gerne noch auf meinen Workshop "Energie gewinnt! Starke Assistenz - Starke Führung" hinweisen, der im September am Starnberger See stattfindet.
In diesem Workshop erarbeiten wir Ihre Stärken, Ihr Potential. Wir machen Sie stark für den Alltag, damit sie voller Energie Ihr Tagespensum erledigen können und weder Mobbing noch Burnout Ihnen etwas anhaben kann. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf meiner Homepage.

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