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Machtlos im Krankenhaus

Die Winterzeit ist da und mit ihr steigt auch wieder die Gefahr von Unfällen. Plötzliche Glätte auf den Straßen oder ein Skiunfall im Urlaub und plötzlich liegt der Partner oder ein anderer Familienangehöriger im Krankenhaus ...

Machtlos im Krankenhaus

Die Winterzeit ist da und mit ihr steigt auch wieder die Gefahr von Unfällen. Plötzliche Glätte auf den Straßen oder ein Skiunfall im Urlaub und plötzlich liegt der Partner oder ein anderer Familienangehöriger im Krankenhaus …


"Da will man natürlich wissen, was los ist", sagt Vorsorgeexpertin Margit Winkler vom Institut GenerationenBeratung. Doch so einfach sei das nicht. Denn per Gesetz gebe es niemanden, der automatisch einspringen dürfe - weder Eltern für volljährige Kinder noch Ehepartner gegenseitig. Das Krankenhaus wird auf seine Schweigepflicht verweisen und keine Auskunft geben. Winkler rät: "Jeder, der geschäftsfähig ist, braucht eine Vorsorge- und Betreuungsvollmacht. Denn mit der Volljährigkeit endet das gesetzliche Vertretungsrecht der Eltern. Zudem hat die Vorsorge- und Betreuungsvollmacht einen entscheidenden Vorteil: Mit einer einzigen Vollmacht können alle Dinge des Lebens geregelt werden. Extraformulare sind nicht nötig. Das ist nicht nur einfach, sondern auch extrem beruhigend."


Winkler hat 12 Tipps parat, wie diese erstellt wird und worauf zu achten ist:


1. Vollmachtsperson mit bedacht wählen: Sie darf ab dem Zeitpunkt der Übergabe des Dokuments alle Angelegenheiten erledigen und wird dabei von niemandem kontrolliert. Bei Geschäftsunfähigkeit können Vollmachten nicht mehr widerrufen werden. Zwar können Sie im Notfall gegen den Bevollmächtigten gerichtlich vorgehen. Voraussetzung ist allerdings, dass er und gegebenenfalls

das Vermögen noch auffindbar und vorhanden sind. Diese Vollmacht entbindet auch von der Schweigepflicht des Arztes.


2. Gültigkeit der Vollmacht erreichen: Damit die Vollmacht ihre Gültigkeit bekommt, muss die Identität des Vollmachtgebers bestätigt werden. Dies lässt sich bei Notaren und Landratsämtern erledigen. Gehen Sie zum Landratsamt, denken Sie an das ärztliche Attest, das die Geschäftsfähigkeit des Vollmachtgebers bei der Ausstellung bestätigt.


3. Zweite Option berücksichtigen: Bevollmächtigen Sie am besten gleich einen Ersatzbevollmächtigten der nächsten Generation. Wird der Vollmachtnehmer etwa selbst pflegebedürftig oder ist aus anderen Gründen nicht mehr in der Lage, die Vollmacht auszuüben, sind Sie mit der zweiten Option dennoch gut und dauerhaft versorgt.


4. Gesonderte Vollmachten: Erstellen Sie diese für die Bank bzw. Sparkasse immer. Sie können auch für einzelne Konten Vollmachten erteilen oder sogar für künftige Konten die Vollmacht einschließen. Banken akzeptieren am liebsten die eigenen Formulare. Zudem nehmen einige Institute nur notarielle Vollmachten an.


5. Entlasten Sie den Bevollmächtigten: Legen Sie zu diesem Zweck in einer Patientenverfügung Ihren medizinischen Willen fest. So kann der Bevollmächtigte in Ihrem Sinn handeln. Andernfalls kann es zu Entscheidungen kommen, die Ärzte gemeinsam mit dem Bevollmächtigten bzw. Betreuer aufgrund des mutmaßlichen Patientenwillens treffen.


6. Machen Sie den Bevollmächtigten handlungsfähig: Geben Sie ihm Übersichten zu Ihrem Vermögen, Versicherungen, Renten und wichtigen Personen wie Vermieter oder Steuerberater. Sonst kann es passieren, dass Sie zwar gut vorsorgen, doch der Bevollmächtigte nichts davon weiß.


7. Präzise formulieren: Zwar sollten Sie die Vollmacht nicht handschriftlich verfassen, um Fehler bei der Lesbarkeit zu vermeiden. Andererseits sollten Sie auch nicht auf allgemeingültige Ausdrucke zurückgreifen. Formulieren Sie so präzise wie möglich. Das hilft dem Bevollmächtigten, nach Ihrem Willen zu handeln.


8. Gesonderte Formulare: In einem gesonderten Formular können Sie zusätzlich festhalten, wie mit Ihrem Haustier verfahren werden soll oder was Ihnen im Pflegefall wichtig ist, z.B. Ihre Vorlieben zu

Essen, Kleidung oder Musik. Auch das Vorgehen im Todesfall kann hier geregelt werden.


9. Richtigen zeitpunkt wählen:  Überlegen Sie sich den Zeitpunkt der Übergabe sehr genau und händigen Sie erst dann die Urkunde aus, wenn Sie tatsächlich auf fremde Hilfe angewiesen sind. Denn der Bevollmächtigte kann ab Ausstellung direkt Geschäfte in Ihrem Namen tätigen.


10.  Zeitliche Begrenzung: Denken Sie über eine zeitliche Begrenzung der Vollmacht nach und stellen Sie lieber die Option einer Verlängerung. Bevollmächtigen Sie etwa nur für den Zeitraum, in dem Sie nicht in der Lage sind, eigenständig Entscheidungen zu treffen. Eine zeitliche Begrenzung ist zudem hilfreich, wenn Sie sich später für eine andere Person entscheiden.


11.  Alternative: Wenn Sie keine Person haben, die die "volle Macht" über Sie erhalten soll, können Sie in einer Betreuungsverfügung festlegen, wer Sie im Ernstfall betreuen soll. In diesem Fall wirkt das Gericht als Kontrolle mit.


12.  Verwahrung: Lassen Sie Ihre Vollmacht nicht bei einer der unzähligen Gesellschaften verwahren. Dies erschwert die Arbeit der Heime und Kliniken im Bedarfsfall. Empfehlenswert ist stattdessen der Eintrag im Zentralen Vorsorgeregister. Es ist öffentlich und allgemein bekannt. Für die Registrierung wird eine einmalige Gebühr von 15 Euro fällig.



Über die Expertin:

Margit Winkler (Jahrgang 1963), Inhaberin des Instituts GenerationenBeratung, ist Expertin in allen Fragen rund um Vollmachten, Verfügungen, Pflege und Testament. Sie hat einen Zertifikatskurs initiiert, mit dem sie GenerationenBerater (IHK) ausbildet. Zudem unterstützt sie Firmen der Finanzbranche mit Kunden- und Werbeunterlagen zum Thema. Mit ihrem Buch "Vorsorgen ist keine Frage des Alters" hat sie einen Leitfaden für Menschen vorgelegt, die die eigene Zukunft nicht dem Zufall überlassen wollen. Weitere Infos unter www.institut-generationenberatung.de.


 

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