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Burnout als Kompetenz

Stressbedingte Krankheiten und die damit verbundenen Folgen werden das gesellschaftliche Bild in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer stärker prägen. Von 2006 bis 2009 kam es bereits zu einer Verdoppelung der Verschreibung von Psychopharmaka in Deutschland. Wo die Gründe für diese Entwicklung liegen und was man dagegen tun kann ...

Burnout als Kompetenz

Immer mehr Menschen greifen zu Tabletten, um überhaupt noch funktionstüchtig zu sein. Eine steigende Anzahl von Suchterkrankungen und die damit verbundenen Folgen für Krankenstände und Produktivitätsausfälle auf Seiten der Unternehmen und die damit verbundenen Kosten werden massiv ansteigen. In einer renditegetriebenen Unternehmenswelt wird der einzelne Mensch zunehmend als reiner Produktionsfaktor betrachtet. Es wird immer weniger Rücksicht auf die Tatsache genommen, dass Menschen keine Maschinen, sondern biologische Organismen sind und damit ganz natürliche Grenzen und Bedürfnisse haben.

 

Gute Gründe, sich selbst zu überfordern

Inwiefern kann das gesellschaftlich hochrelevante Phänomen "Burnout" dann überhaupt als Kompetenz angesehen werden? Menschen haben häufig sehr gute Gründe dafür, sich selbst zu überfordern. Zunächst einmal muss man verstehen, dass es in vielen Unternehmen gern gesehen wird, wenn sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit für ihre Arbeit engagieren. Für den (kurzfristig) wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens wird das häufig sogar als zuträglich angesehen.

 

Führungskräfte sind oft schlechtes Vorbild

Arbeitet zum Beispiel der Großteil des Managements oder der mittleren Führungsebene ebenfalls unter ständigem Hochdruck weit über das normale Maß hinaus, wird es für einen Mitarbeiter in einem solchen Unternehmen sehr schwer, die eigenen Grenzen zu wahren. Viele Menschen möchten ihrem Unternehmen und ihrem Führungspersonal gegenüber loyal sein; man möchte dazu gehören und kein Außenseiter sein, wenn alle um einen herum so hart arbeiten.

 

Möglicher Ursprung des Verhaltens

Viele Menschen, die sich bis zur Erschöpfung aufreiben, haben ähnliche Muster zudem bereits in ihren Ursprungsfamilien erlebt: Leistung wurde mit Anerkennung belohnt, Nicht-Leistung häufig mit Entzug von Liebe und Aufmerksamkeit.

 

Wenn ein Kind feststellt, dass es nur über große Leistung zum „System Familie“ dazugehören kann, wird es sehr wahrscheinlich seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellen und versuchen, den Erwartungen der Vorbilder gerecht zu werden. Ähnliche Verhaltensweisen finden sich später ebenfalls in Unternehmenskontexten wieder.

 

Loyalität führt häufig zu psychischer und physischer Krankheit

Menschen haben das tief verwurzelte Bedürfnis, Teil einer Gemeinschaft zu sein und zu dieser einen sinn- und wertvollen Beitrag zu leisten. Dafür sind sie sogar bereit, eigene Interessen hinten anzustellen. Diese Loyalität geht häufig bis hin zur Selbstverleugnung und psychischer und physischer Krankheit.

 

Wenn die Überforderung zum Tod führt

In Japan hat dieses Phänomen inzwischen sogar einen eigenen Namen: Als Kar?shi („Tod durch Überarbeiten“) bezeichnet man einen plötzlichen berufsbezogenen Tod. Todesursache ist meist ein durch Stress ausgelöster Herzinfarkt oder Schlaganfall. Etwa 40 japanische Kliniken haben sich auf Kar?shi-gefährdete Fälle spezialisiert. So weit ist es in Deutschland und Europa noch nicht, aber man kann inzwischen deutliche Anzeichen für ähnliche Strukturen in unserem wirtschaftlichen und gesellschaftlichem Umfeld sehen.

 

Dem Burnout vorbeugen

Entspannungskurse allein reichen oft nicht aus. Welche Methoden dem Burnout vorbeugen können, lesen Sie im zweiten Teil.

 

Über den Autor Jürgen Stock ist Gründer des ersten deutschen Denkclubs und leitet seit 1995 eine  Trainings- und Beratungspraxis. Der Experte für neue Lerntechnologien arbeitet seit vielen Jahren als Trainer, Coach & Supervisor. Stock vermittelt die Inhalte des Undenkbaren Denkens in Trainings für internationale Unternehmen ebenso wie in der Beratung von Einzelpersonen und Teams. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.juergen-stock.de.

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