Menu

Boreout: Ich hab einfach nichts zu tun

Routine, Leerlauf, Langeweile: Wenn der Joballtag ständig unterfordert, macht das unzufrieden, manchmal sogar krank. Boreout nennt man dieses Phänomen, und es ist gar nicht so selten. Ein Experte erklärt, wie man aus der unfreiwilligen Nichtstuer-Ecke wieder herausfindet.

Boreout

Wenn aus Tagen des Leerlaufs Wochen und Monate werden, stehen Sie vor einem ernsthaften Problem – es kann zum Boreout kommen.

Boreout: Ich hab einfach nichts zu tun

Den nächsten Urlaub im Büro planen, privaten Papierkram erledigen, ein paar Fotos vom Wochenende posten, sich mit der Freundin zur After-Work-Party verabreden: Was ist so schlimm daran, einen Job zu haben, der einem jede Zeit für Privates lässt?

Boreout statt Burnout nennt man es, wenn uns der Arbeitsalltag massiv unterfordert. Auf die Dauer kann Langeweile im Job ebenfalls zu einer ernsthaften Belastung werden, weiß Karriere- und Business-Coach Dr. Bernd Slaghuis, es geht Lebensfreude verloren und irgendwann leidet sogar die Gesundheit, „bis hin zu Krankheitssymptomen wie Schwindel, Kopf- und Rückenschmerzen“.

Spätestens dann – besser aber früher – sollten Sie sich ernsthaft mit der Veränderung dieser belastenden Situation auseinandersetzen, rät der Experte.

Boreout: Unterforderung so früh wie möglich erkennen

Doch am besten ist es natürlich, eine dauerhafte Unterforderung rechtzeitig zu erkennen und frühzeitig anzugehen. Das Tückische ist, dass es sich oft um einen schleichenden Prozess handelt. Die Ursache für das sich immer weiter ausbreitende Unbehagen und die Unlust, am Montagmorgen ins Büro zu gehen, werden nicht immer gleich erkannt. „Ein gewisser Anteil Routine-Tätigkeiten ist durchaus normal. Für viele Angestellte ist ein Verhältnis 60 zu 40 wünschenswert, also 60 Prozent Abwechslung und 40 Prozent Standardaufgaben“, sagt Business-Coach Bernd Slaghuis. Das kann eine durchaus angenehme Folge langjähriger Erfahrung im Job sein. Wer etwas routiniert erledigt, arbeitet schnell und damit hocheffizient. Eine gute Sache also, auch aus Sicht des Arbeitgebers.

Was vielen aber nicht bewusst ist: Je länger man in einem bestimmten Job arbeitet, desto größer wird der Routine-Part. Und die ständige Wiederholung vielleicht eher anspruchsloser Aufgaben lässt schließlich Langeweile und damit auch Unlust aufkommen.

Der Boreout-Anfang: Weniger Aufgaben

Meist beginnt alles ganz harmlos. Phasen mit geringem Arbeitsanfall werden zunächst als angenehme Unterbrechung hochintensiver Abschnitte empfunden. Endlich mal die Ablage ordnen oder anderes erledigen, für das sonst keine Zeit bleibt, ist entspannend. Die stressigen Momente werden schon wieder kommen. Doch was ist, wenn diese dauerhaft ausbleiben? Dafür kann es viele Gründe geben. Wird im Unternehmen umstrukturiert, fallen vielleicht ganze Aufgabengebiete für die eigene Abteilung weg. Auch eine neue Software kann zur Arbeitsreduktion führen. Oder der aktuelle Vorgesetzte delegiert nicht gerne und übernimmt vieles, wie beispielsweise die Termin- und Dienstreiseplanung, lieber selbst.

Über Langeweile klagen ist nicht gesellschaftsfähig

Wenn aus Tagen des Leerlaufs Wochen und Monate werden, stehen Sie vor einem ernsthaften Problem. Sie müssen handeln. Das ist leichter gesagt als getan. Denn da ist zunächst das Unverständnis im sozialen Umfeld. Während es fast schon zum guten Ton gehört, über häufige Überstunden zu stöhnen und sich über zu viel Stress zu beschweren, ist das Klagen über Langeweile im Job eher nicht gesellschaftsfähig. Und genau hier beginnt das Dilemma.

Die Umwelt versteht nicht, dass sich bei einem Boreout ein ebenso großer Leidensdruck aufbaut wie beim Burnout. Das hat zur Folge, dass sich Betroffene immer mehr zurückziehen. „Die meisten entwickeln regelrechte Vertuschungs- und Vermeidungsstrategien. Schließlich soll niemandem auffallen, dass sie zu wenig zu tun haben“, weiß Bernd Slaghuis.

Üblich ist beispielsweise, den Computerbildschirm so zu drehen, dass Kollegen, die ins Zimmer kommen, nicht sehen können, was sich auf dem Monitor tut. Dass gerade das private E-Learning-Programm läuft, wird möglichst verborgen. Gängige Praxis ist auch, hohe Aktenstapel und volle Postkörbe auf dem Schreibtisch liegen zu lassen, um einen vielbeschäftigten Eindruck zu machen. Ebenfalls populär: Anfallende Aufgaben werden gemächlich und übertrieben sorgfältig erledigt, schließlich muss die Arbeit bis zum Büroschluss reichen. Selbst die Teilnahme an der morgendlichen Kaffeerunde der Kollegen wird gemieden. Dort müsste man ja über die Arbeit sprechen, die man nicht hat.

Die Konsequenz aus diesem Verhalten ist bitter. Die Betroffenen geraten nach und nach in eine soziale Isolation. Das lässt nicht nur die Lebensfreude und den Spaß an der Arbeit weiter sinken. Es verhindert in der Regel auch, dass überhaupt ein Weg aus der permanenten Unterforderung gesucht wird.

Blog-Tipp:

Weitere Ratschläge rund ums Thema Job finden Sie auf dem Karriere-Blog von Bernd Slaghuis, unter www.bernd-slaghuis.de.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der working@office-Ausgabe 02 | 2018. Hier geht es zum Gratis-Test ...

Weitere Artikel aus der Kategorie "Life"

career@office

Die Messe mit Kongress für Sekretärinnen und Assistentinnen

 

 

Ihre career@office 2019

07.05.2019: Frankfurt, Kap Europa

05.09.2019: Köln, Congress-Centrum Nord

Weiterbildung

Seminare für Office-Professionals

Starten Sie durch in Richtung Erfolg! Seminare, Kongresse und Fernlehrgänge von A wie Ablage bis Z wie Zeitmanagement.

OFFICE SEMINARE hat garantiert das richtige Weiterbildungskonzept für Ihre Bedürfnisse. www.office-seminare.de