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Ideen für den Betriebsausflug

Der Markt für Firmenveranstaltungen boomt. Wer einen Betriebsausflug organisiert, trifft auf eine Vielzahl von Angeboten. Achten Sie bei der Auswahl auf Abwechslung im Programm. Gute Ideen lassen sich häufig auch in der Firma entwickeln.

Ideen für den Betriebsausflug

Das Training auf dem Übungsgelände des ADAC war ein voller Erfolg. Mit Karacho fuhren die Berater durch Wasserfontänen, drehten Kreisel auf einer Ölspur und meisterten den Parcours auf einer Schleuderplatte. „Wir waren alle total begeistert!“, sagt Sonja Zeitler, Assistentin bei der snc Bayern, einem Beratungsunternehmen des Sparkassenverbandes Bayern.


Gemeinsam mit zwei Kolleginnen hatte sie den Betriebsausflug organisiert. Ein Erlebnis, auch für sie selbst. „Alle Hemmungen loszulassen und eine Vollbremsung hinzulegen, allein diese Erfahrung war es wert“, meint sie. „Ein Fahrersicherheitstraining hat außerdem den Vorteil, dass einige Kfz-Versicherungen es beim Abschluss eines neuen Versicherungsvertrages anrechnen.“ Nicht immer lassen sich die Interessen und Wünsche der teilnehmenden Mitarbeiter so leicht unter einen Hut bringen. „Unsere Berater kommen aus ganz Bayern und treffen sich nur zwei Mal im Jahr zum Betriebsausflug“, erklärt Sonja Zeitler. „Sie wollen gemeinsam etwas erleben, aber auch die Möglichkeit haben, sich auszutauschen.“

Motivation für Wochen und Monate

Mit der Finanzierung eines gemeinsamen Events oder Ausflugs bedankt sich ein Unternehmen für die geleistete Arbeit und bringt die Belegschaft für einen Tag oder einen Abend zusammen. Ein gelungener Betriebsausflug kann Mitarbeiter über Wochen und Monate motivieren. „Es geht darum, den Zusammenhalt zu stärken und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen“, sagt Irmtraud Schmitt, Trainerin für Office- Management und Personalentwicklung. Beim Mannheimer Elektronikhersteller Pepperl + Fuchs war sie 17 Jahre lang Assistentin der Geschäftsführung und arbeitet heute im Global Marketing.


„Wir stellen Organisationsteams aus verschiedenen Hierarchien zusammen, die jedes Mal wechseln“, erklärt die Office-Expertin. „Jeder von ihnen bringt einen anderen Hintergrund und damit auch einen anderen Blick mit, das sorgt automatisch für Abwechslung im Programm.“ Ein Mitarbeiter aus der Produktion soll sich ebenso wohlfühlen wie die Bereichsleiterin oder der Kollege aus der Personalabteilung. Irmtraud Schmitt rät zu einem möglichst kontrastreichen Programm: In einem Jahr ein großes Firmenfest für die Belegschaft, im anderen ein Ausflug zur Sommerrodelbahn, auf der jeder selbst aktiv werden kann. „So lassen sich die Veranstaltungen gar nicht erst vergleichen und sprechen mal den einen, mal den anderen Mitarbeiter mehr an.“

Gesucht: Der optimale Termin

Die Planung beginnt damit, einen guten Platz im Kalender zu finden. Zu klären ist, ob der Arbeitgeber der Belegschaft einen ganzen Arbeitstag zur Verfügung stellt oder nur einen gemeinsamen Abend. Bei manchen Unternehmen stehen die Termine fest und finden regelmäßig im Frühjahr oder im Herbst statt. In anderen Firmen werden Zeitpunkt und Dauer der Veranstaltung von Jahr zu Jahr flexibel gehandhabt. Sobald ein Termin feststeht, sollte er bekannt gemacht werden. Werben Sie für Ihren Ausflug und machen Sie die Kollegen und Kolleginnen neugierig: Hilfreich ist eine kleine Arbeitsgemeinschaft PR, die das Organisationsteam unterstützt und über das Intranet die Werbetrommel für die betriebliche Veranstaltung rührt. Kleine Rätsel oder eine Uhr, die den Countdown herunterzählt, wecken Interesse für das, was die Kollegen planen. „Wir verraten im Vorfeld nicht, was geplant ist“, sagt snc- Mitarbeiterin Sonja Zeitler. Auf besondere sportliche Herausforderungen verzichtet das Organisationsteam grundsätzlich. „Das wäre nicht fair.“ Ansonsten reicht die Spannweite der Aktionen vom Kochkurs bis hin zur GPS-Rallye, einer Schnitzeljagd mit elektronischer Unterstützung. „Wir teilen nur mit, ob warme Jacken oder feste Schuhe gebraucht werden“, so Zeitler. „Das steigert die Spannung – und es meckert niemand schon im Vorfeld über unsere Pläne.“ Schließlich hat jeder Mitarbeiter seine ganz eigenen Erwartungen an einen Betriebsausflug. Die einen können gar nicht hoch genug klettern und lieben den sportlichen Kick im Team, andere lassen es gerne ein bisschen ruhiger angehen. Sonja Zeitler und ihre Kolleginnen gehen pragmatisch an die Sache heran. „Es ist unmöglich, alle zufriedenzustellen“, betont sie, „von dem Gedanken sollte man sich ganz schnell verabschieden.“

Es muss nicht immer Action sein

Ein Betriebsausflug kostet Geld. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzen Unternehmen hier leicht und schnell den Rotstift an. „Die Warenkörbe sind in den letzten Jahren sehr viel kleiner geworden“, sagt Nils Römeling, Betreiber der Website betriebsausflug. net. Vor elf Jahren machte der Diplom-Kaufmann aus seinem Hobby einen Beruf und bot Betriebsausflüge mit dem Heißluftballon an. „Die Anfragen für hochpreisige Angebote haben sich deutlich reduziert, die wenigsten geben noch 200 Euro pro Teilnehmer aus“, stellt er fest. „Dementsprechend kommen neue Ideen auf den Markt, die ausgefallen und trotzdem preiswert sind.“

Aktuelle Trends

Geocaching mit GPS-Geräten, Bogenschießen oder Floßbauaktionen erfreuen sich allgemein großer Beliebtheit. „Wir bieten neuerdings Bauaktionen mit Seifenkisten oder Kugelbahnen an“, sagt Thomas Lang, Veranstalter von Outdoor-Trainings in Erfurt. „Das sind sehr kreative, gestalterische Aufgaben, die sich gut für ein Teambuilding eignen.“


Auch Wolfgang Langmeier, Geschäftsführer der Jochen Schweizer Corporate Solutions, verzeichnet einen deutlichen Trend zu „Budget-gedeckelten“ Events. Zudem gehen die Nachfragen inhaltlich eher weg vom „Adrenalin pur“, hin zu entschleunigenden Themen.


Erlebnisse wie ein Hüttenkrimi mit Sondereinsatz, die Quad-Tour oder „Firmenmalen“ stehen bei Jochen Schweizer besonders hoch in Kurs. „Wir stellen fest, dass Firmen zunehmend unsere All-Inclusive-Angebote nutzen“, so Langmeier. Auf einen Klick lässt sich über die Firmen-Homepage ein vorkonfektioniertes Rundum-sorglos-Paket für Firmenveranstaltungen buchen. „Die Budgetsicherheit ist ganz entscheidend für diese Entwicklung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, weil wir über das Gesamtvolumen unserer Firma günstige Konditionen erzielen.“

Im Team ideenreicher planen

Die Höhe des Budgets beeinflusst die Möglichkeiten der Planung maßgeblich. „Ein Problem ist, dass Sekretärinnen oder Assistentinnen ein relativ niedriges Budget an die Hand bekommen und daraus eine unvergessliche Veranstaltung zaubern sollen, die jedem gefällt“, weiß Office-Management-Expertin Irmtraud Schmitt aus langjähriger Erfahrung. In ihren Trainings verzweifeln Office-Mitarbeiterinnen häufig an diesem Spagat. „Man entscheidet über das Wohl der eigenen Kollegen und möchte es jedem recht machen – das geht manchmal an die Psyche.“ Die Trainerin rät dazu, bei der Planung von Betriebsausflügen weitere Kolleginnen oder Kollegen mit in die Verantwortung zu nehmen und nicht alles alleine stemmen zu wollen. „Es entstehen so viele originelle Ideen, wenn man sich zusammen tut!“, stellt sie fest.

Kreativ in der Ideenbörse

Während ihrer Zeit im Office hat sie den firmeninternen Assistentinnen-Zirkel als Ideenbörse genutzt. Vom Outdoor-Event bis zur Abendveranstaltung: Bei den Treffen wurden Ideen gesammelt und verworfen, Mind- Maps gemalt und Anregungen weiterentwickelt. „Das ist ein super gutes Ideenpotenzial – und jeder fühlt sich beteiligt!“ Der nachhaltige Erfolg eines Betriebsausflugs hängt nicht zwingend vom finanziellen Aufwand ab, auch mit weniger Geld lässt sich etwas auf die Beine stellen. „Natürlich freuen sich die Mitarbeiter, wenn ihnen die Geschäftsführung ein gutes Menü in einem exklusiven Restaurant spendiert“, stellt Sonja Zeitler fest.


Anhaltend in Erinnerung geblieben ist ihr jedoch ein Abend in einer viel zu engen, aber sehr gemütlichen Pizzeria mit einer Kellerbar, in der alle bis in den frühen Morgen feierten. Auch die große Rutsche in den Salzwelten Österreichs war ein großer Jux. Die Planerinnen der snc Bayern sind oft selbst davon überrascht, welche Veranstaltungen besonders gut ankommen. „Als wir eine Stil- und Farbberatung für unsere durchweg männlichen Berater organisierten, haben wir fest mit Protest gerechnet“, erzählt Sonja Zeitler. „Aber ganz im Gegenteil! Unsere immer top-gekleideten Kollegen sind da richtig aufgegangen, haben dieses und jenes gefragt und sich ganz offensichtlich sehr wohlgefühlt.“

Mit Plan B auf der sicheren Seite

Natürlich kann man es nicht jedem recht machen bei der Eventplanung. Doch Aktionen, die den einen oder anderen Überwindung kosten können, sollten tabu sein. Irmtraud Schmitt erinnert sich an eine Abendveranstaltung mit Karaoke. „Das war für viele Mitarbeiter eine Qual, weil man mitmachen musste.“ Sie fühlten sich vorgeführt, die Stimmung war empfindlich gestört. „Nach so einer Erfahrung kostet es sehr viel Überzeugungsarbeit, die Belegschaft auf den nächsten Betriebsausflug positiv einzustimmen.“ Besonders gerne denkt sie dagegen an eine Fackelwanderung zum Neujahrsanfang zurück, die fast nichts gekostet habe. „Wir sind im Schnee durch die Wälder gelaufen, haben an Glühweinstationen Rast gemacht und am Ende auf einer Hütte gemeinsam etwas gekocht.“ Im Regen wäre die Wanderung weniger erbaulich gewesen.

Das Wetter spielt eine entscheidende Rolle

Gerade bei Outdoor-Veranstaltungen sollte man deshalb einen Plan B in der Tasche haben. „Bei schlechtem Wetter wären wir alle gemeinsam mit dem Bus zu einer Kochschule gefahren, durch eine landschaftlich schöne Region“, so Schmitt. „Häufig lässt sich ein Rücktrittsrecht in den Vertrag einflechten, damit ist man auf der sicheren Seite.“ Ihr Tipp: Hören Sie sich im Kollegenkreis um, ob jemand Verbindungen hat, über die sich kostengünstig eine Alternative arrangieren ließe. Das kann ein guter Draht zum Kasino, zu einem Hüttenwirt oder zu einem Busunternehmen sein. „Über informelle Kontakte lassen sich mögliche Ausweichveranstaltungen leichter regeln.“

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