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„Das bespreche ich nur mit Ihrem Chef!“ – So bekommen Sie schwierige Anrufer in den Griff

„Worum geht es bitte?“, fragt man Anrufende, die den Chef sprechen möchten. Doch diese rücken häufig nicht mit der Sprache heraus. Lesen Sie hier, wie Sie solche und ähnliche nervige Situationen gelassen und professionell meistern.

Schwierige Telefongespräche

Kennen auch Sie Anrufer, die Ihnen unnötigerweise Stress bereiten? Hier lesen Sie, wie Sie am besten mit ihnen umgehen.

Telefonate als Nerven- und Zeitkiller – das muss nicht sein

Der eine Anrufer möchte nur mit dem Chef sprechen, der andere ruft zum x-ten Mal an und der Dritte behauptet jedes Mal, wenn er anruft, es sei privat. Manche Anrufer stellen Ihre Geduld als Assistentin auf eine harte Probe und werden schnell zum Nerven- und Zeitkiller für Sie.

Neben dem häufig stressigen Tagesgeschäft heißt es für Sie trotzdem: gelassen und freundlich bleiben und klare Grenzen setzen, damit Sie und Ihr Chef sich auf das Wichtige konzentrieren können. Das ist gar nicht so einfach.

Dieser Beitrag liefert Ihnen konkrete Verhaltenstipps, wie Sie in brenzligen Situationen, in denen Sie sich vielleicht in die Ecke gedrängt fühlen, elegant und souverän agieren. Weitere Profi-Tipps von unseren Experten erhalten Sie hier.

Beispiel:

Frederike ist Assistentin des Bereichsleiters. Sie ist mit ihrem Tagesgeschäft voll ausgelastet – manchmal mehr als das; gerade spricht sie mit einem Herrn Jansen, der ihren Chef sprechen möchte und partout nicht sagen will, worum es geht. „Das möchte ich mit Herrn Dr. Richter selbst besprechen“, sagt er nur.

Frederike bekommt nicht aus ihm heraus, was er möchte. Er will wieder anrufen. Dann geht das Ganze wieder von vorn los, das weiß sie. Denn wenn Herr Jansen nicht sagt, was er möchte, darf sie ihn nicht durchstellen.

Im Anschluss an das Telefonat kann Frederike immer noch nicht glauben, was ihr da gerade widerfahren ist. Sie regt sich sehr auf und geht zu einer Kollegin ins Nachbarbüro, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Kennen Sie solche und ähnliche Situationen? Sie bekommen einfach nichts aus dem Anrufer heraus und müssen bei dessen nächstem Anruf wieder versuchen, etwas aus ihm herauszulocken? Mit einfachen kommunikativen „Tricks“ können Sie sich solche Situationen in Zukunft ersparen.

Treffen Sie klare Absprachen zu Anrufern mit Ihrem Chef

Um klare Grenzen zu setzen, Anrufer in ihre Schranken zu weisen und um allgemein selbstbewusst agieren zu können, bedarf es klarer Absprachen mit Ihrer Chefin oder Ihrem Chef.

Klären Sie, ob

  • Sie den Namen eines Anrufers wissen müssen, bevor Sie durchstellen,
  • Sie Ihrem Chef ein Stichwort nennen müssen, damit er weiß, worum es geht,
  • „privat“ als Stichwort reicht, um ein Gespräch durchzustellen,
  • vermeintliche Headhunter durchgestellt werden sollen,
  • Ihr Chef an Umfragen teilnimmt,
  • bestimmte Themen wie Immobilien, Anlagen oder branchenbezogene Themen ihn generell interessieren.

Diese Absprachen stärken Ihnen den Rücken und sind die Voraussetzung dafür, dass Sie am Telefon nicht unsicher, sondern kompetent wirken.

Kompetenz macht sich bezahlt

Je kompetenter Sie am Telefon wirken, desto eher sind Anrufer bereit, mit Ihnen zu sprechen, und umso schneller merken auch Hartnäckige, dass sie nicht so ohne weiteres an Ihnen vorbeikommen. Ihr selbstsicheres, kompetentes Agieren hält Ihrem Chef den Rücken frei: Das ist aktive Chefentlastung. Denn nicht jeder Anrufer, der behauptet, Ihren Chef sprechen zu müssen, muss tatsächlich mit ihm persönlich reden. Vieles könnten Sie Ihrem Chef abnehmen.

So schaffen Sie eine kompetente Basis

Lassen Sie den Anrufer von Anfang an spüren, dass Sie eine kompetente Gesprächspartnerin sind. Bleiben Sie dabei immer freundlich. Und bedenken Sie: Alle machen nur ihren Job. Seien Sie respektvoll.

3 Tipps, wie Sie von Anfang an kompetent wirken

  • Melden Sie sich immer mit fester, lauter und freundlicher Stimme. Lächeln Sie. Damit beweisen Sie Kompetenz von Anfang an.
  • Egal, in welcher Stimmung der Anrufer ist: Sie begeben sich nicht auf das möglicherweise aggressive Niveau Ihres Gesprächspartners.
  • Entschuldigen Sie sich für nichts. Vermeiden Sie Sätze wie „Es tut mir leid, aber ich kann Sie nicht durchstellen“. So etwas empfindet ein dominanter Typ sofort als Schwäche und versucht, Sie zu verunsichern. 

So finden Sie flott heraus, worum es dem Anrufer geht

Die meisten Assistentinnen müssen, bevor sie ein Gespräch zu ihrem Chef durchstellen, herausfinden, worum es sich bei dem Anruf handelt. Das machen die meisten mit dieser Frage: „Worum geht es?“

Doch vielleicht haben Sie auch schon festgestellt, dass es manchmal ganz schön schwierig sein kann, einen Anrufer zum Sprechen zu bewegen. Auf Ihre Frage antworten viele mit „Das muss ich mit ihm persönlich besprechen“. Damit sind Sie genauso weit wie vorher, und das Spielchen beginnt von Neuem: „Wenn Sie mir nicht sagen, worum es geht, dann kann ich Sie nicht durchstellen.“ Irgendwann sagt er vielleicht, worum es geht. Aber dieser Prozess kostet Zeit und Nerven. Das muss nicht sein.

Warum „Worum geht es?“ häufig nicht zum Ziel führt

Dass der Anrufer nicht mit seinem Anliegen herausrückt, mag daran liegen, dass es sich tatsächlich um eine sehr komplizierte Angelegenheit handelt, die außerdem vertraulich behandelt werden muss. Wahrscheinlicher ist, dass er keine Lust hat mit Ihnen zu sprechen und alles zweimal zu erläutern. Doch mit der richtigen Fragetechnik kommen Sie trotzdem zum Ziel.

Ihre Frage „Worum geht es?“ signalisiert die Bewachung des Chefs. Der normale Anrufer fühlt sich kontrolliert. Es wird nicht deutlich, dass Sie aus gutem Grund fragen müssen.

So fragen Sie richtig

Mein Tipp: Versuchen Sie es in Zukunft doch einmal mit einer dieser Formulierungen:

  • „Sagen Sie mir kurz, worum es sich handelt?“
  • „Haben Sie ein Stichwort für mich?“
  • „Geben Sie mir bitte ein Stichwort, worum es sich handelt.“

Mit dieser leichten Variation der Frage erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sofort eine Antwort erhalten. Es klingt freundlicher, aufmunternder und weniger kontrollierend. Versuchen Sie es einfach einmal.

Mein Profi-Tipp: Sie können es auch mit diesem Satz probieren, wenn der Anrufer besonders hartnäckig ist: „Herr Meier und ich haben die Vereinbarung, dass ich ein Stichwort brauche, damit ich Sie durchstellen kann.“

Damit wirken Sie definitiv wie die rechte Hand Ihres Chefs, und der Anrufer hat keinen Zweifel mehr, dass Sie kompetent sind und er an Ihnen nicht vorbeikommt.

So machen Sie deutlich, dass auch Sie eine kompetente Ansprechpartnerin für den Anrufer sind

Häufig möchten Anrufer Belangloses mit Ihrem Chef besprechen. Einen Termin bestätigen, etwas stornieren, was auch immer. Sollte sich also herausstellen, dass Sie die Angelegenheit klären können und Ihren Chef gar nicht erst stören müssen, dann machen Sie klar, dass Sie die richtige Ansprechpartnerin sind.

Das sollten Sie nicht sagen:

„Das können Sie auch mit mir besprechen.“

Er weiß, dass er das kann. Aber er will vielleicht nicht. Sie wirken mit dieser Aussage nicht ausreichend souverän. Sagen Sie nicht, dass er das „kann“, sondern lassen Sie keinen Zweifel an Ihrer Zuständigkeit.

Versuchen Sie es doch einmal damit:

„Da bin ich Ihre richtige Ansprechpartnerin.“

Das klingt selbstsicher und kompetent. Und damit kommt der Anrufer nicht an Ihnen vorbei.

Gewinnen Sie Zeit, wenn Sie bei schwierigen Anrufern nicht sofort entscheiden können

Manchmal ist es so, dass Sie nicht sofort eine Entscheidung treffen können, wie Sie sich am besten verhalten. Lassen Sie sich nicht überrumpeln oder in die Ecke drängen. Verschaffen Sie sich etwas Zeit, um die richtige Entscheidung zu treffen und die passenden Worte zu finden.

4 Varianten: So verschaffen Sie sich mehr Zeit

1. Sie bitten um einen erneuten Anruf unter dem Vorwand, Ihr Chef sei nicht da. Vorteil: Sie haben Zeit, sich kurz mit Ihrem Vorgesetzten zu besprechen, ob er den Anrufer kennt und wie Sie verfahren sollen.

2. Sie bitten den Anrufer, um einen Augenblick Geduld. Vorteil: Sie nutzen die Pause für eine kurze Rücksprache mit Ihrem Chef und können dann sofort entscheiden.

3. Nur keine Hemmungen! Sie können einem Anrufer auch sagen, dass Ihr Chef Sie gebeten hat, sich selbst um das Anliegen zu kümmern.

4. Sie bitten um seine Telefonnummer und bieten einen Rückruf an. Vorteil: Anrufer, die ihre Identität hinter „Es ist privat“ verstecken, werden spätestens jetzt entlarvt. Denn diese Sorte rückt ihre Telefonnummer nicht heraus, sondern legt auf.

So gehen Sie mit Anrufern um, die ihren Namen nicht nennen

Es ist unbestritten unhöflich, seinen Namen nicht zu nennen. Und dennoch versuchen immer noch Menschen, mit diesem Trick durchzukommen und die Assistentin zu überrumpeln.

Beispiel:

Anrufer: „Herrn Dr. Meyer bitte.“

Assistentin: „Sind Sie so freundlich und sagen mir Ihren Namen bitte.“

Anrufer: „Mein Name tut nichts zur Sache.“

Assistentin: „Ich würde Sie gern mit Herrn Dr. Meyer verbinden. Ich brauche Ihren Namen.“

Anrufer: „Das wird Konsequenzen haben, wenn Sie mich nicht durchstellen.“

Assistentin: „Ich hätte Sie gern durchgestellt. Haben Sie vielen Dank für Ihren Anruf. Auf Wiederhören.“

Meine Meinung: Jemanden, der nicht bereit ist, seinen Namen zu nennen, katapultieren Sie am besten flott und freundlich aus der Leitung. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein!

Die 3 beliebtesten Anrufer-Tricks und was Sie am besten antworten

1. „Er erwartet meinen Anruf“

Ihre Antwort: „Seien Sie so freundlich mir noch ein Stichwort zu geben, bitte?“

Ergänzt um, falls nötig: „Herr Dr. Wichtig und ich haben die Vereinbarung, dass ich noch ein Stichwort benötige, damit ich Sie durchstellen kann.“

2. „Können Sie verantworten, mich nicht durchzustellen?“

Ihre Antwort: „Ja, das kann ich. Seien Sie dann bitte so freundlich, mir ein Stichwort zu geben, worum es sich handelt.“

3. „Ich spreche nicht mit einer Assistentin“

Ihre Antwort: „Nun, das ist Ihre Entscheidung. Dann danke ich Ihnen sehr für Ihren Anruf. Auf Wiederhören.“

Besprechen Sie diese Vorgehensweise unbedingt mit Ihrem Chef und lassen Sie sich seinen „Segen“ dazu geben.

Schwierige Anrufer: Vorsicht, „Schleimer“!

Wenn immer sich jemand bei Ihnen „einschleimt“, ist dies sicherlich angenehmer, als angeschrien zu werden. Da Sie jetzt einige der beliebtesten Tricks kennen, können Sie den Anrufer entlarven. Hinterfragen Sie deshalb freundlich seine Aussagen, um sicherzugehen, ob er gerade versucht, Sie zu überrumpeln. Lassen Sie dies aber nicht zu und präsentieren Sie sich als kompetente Ansprechpartnerin:

Beispiel:

„Sie sind doch die rechte Hand von Herrn XY und haben die Verantwortung für seine Termine. Sie können mir doch sicherlich ...“

Sagen Sie beispielsweise:

„Ja, das stimmt, das könnte ich. Und so gern ich Ihnen einen frühen Termin geben würde, es geht leider nicht.

Was ich Ihnen anbieten kann: Sagen Sie mir doch gerade kurz, worum es sich handelt, und dann schaue ich gern, was möglich ist.“

So verkürzen Sie Gespräche mit Anrufern, die viel reden

Manche Gesprächspartner kommen entweder nicht auf den Punkt oder finden kein Ende. Ihre dezenten Versuche, die Unterredungen zu beenden, bemerken sie nicht.

Zur Gesprächsbeendigung stehen Ihnen folgende Mittel zur Verfügung, die – das sei dazu gesagt – nicht immer der Wahrheit entsprechen müssen:

1. Fallen Sie in den Redeschwall ein und sprechen Sie den Anrufer einfach nur mit seinem Namen an: „Herr Meyer, Herr Meyer.“ Spätestens beim zweiten oder dritten Mal sind Sie sich seiner Aufmerksamkeit sicher. Denn auf seinen eigenen Namen reagiert jeder Mensch besser und schneller als auf „Entschuldigung“.

Wenn Sie ihn dann so weit haben, dass er Ihnen zuhört, sagen Sie beispielsweise: „Ich habe noch eine Frage an Sie ...“ oder „Was ich noch gern wissen möchte ...“ Vermeiden Sie in jedem Fall, offene Fragen, also Fragen, die mit „warum“, „weshalb“ oder „wie“ beginnen, zu stellen. Denn das wäre für den Vielredner ein willkommener Anlass, erneut weit auszuholen. Wenn Sie bereits am Ende des Gespräches sind und keine Fragen haben, sagen Sie: „Ich habe das jetzt so aufgenommen. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“

2. Behaupten Sie, dass Sie einen Termin vorbereiten müssten und deshalb das Gespräch nicht fortsetzen könnten. Gehen Sie dabei rhetorisch geschickt vor. Sagen Sie: „Ich würde gern noch mit Ihnen weitertelefonieren, aber ich muss jetzt noch einen Termin vorbereiten, der gleich stattfindet.“

3. Täuschen Sie einen Anruf auf der anderen Leitung vor. Sagen Sie: „Herr Mertens, es tut mir sehr leid, ich bekomme gerade einen Anruf auf der anderen Leitung, auf den ich schon den ganzen Morgen warte. Schön, dass Sie angerufen haben.“

4. Sagen Sie, dass Ihr Chef Sie gerade zu sich hereinruft.

5. Tun Sie so, als ob Ihre Kollegin Ihre Hilfe benötigt. Am besten, diese ruft zur besseren Glaubwürdigkeit Ihren Namen so laut, dass der Anrufer dies mitbekommt. Vereinbaren Sie zu diesem Zweck mit Ihrer Kollegin ein Geheimzeichen, damit sie weiß, wann sie Sie „braucht“.

6. Behaupten Sie, dass gerade Besucher das Sekretariat betreten hätten, um die Sie sich kümmern müssten.

7. Fassen Sie das bisher Gesagte zusammen:

  • „Wir haben also besprochen, dass ...“
  • „Wie sind uns also einig, dass ...“

8. Sprechen Sie in der Vergangenheit: „Schön, dass Sie angerufen haben“, und geben Sie dem Anrufer dann nur noch die Gelegenheit, sich zu verabschieden. Sollte er dennoch zu weiteren Erklärungen ausholen, sind Sie gezwungen, „kurzen Prozess zu machen“. Ignorieren Sie seinen erneuten Anlauf, verabschieden Sie sich wiederum mit „Schön, dass Sie angerufen haben“ und einem Wort des Bedauerns oder einer Entschuldigung und legen auf.

9. Betonen Sie, welchen Vorteil der Gesprächspartner hat, wenn er das Telefonat jetzt beendet: „Herr Mertens, wenn wir das Gespräch beendet haben, werde ich die Unterlagen sofort an Sie herausschicken.“ 

Schwierige Anrufer: Beispielhafte Telefongespräche

Der Anrufer spricht nur mit Chefs und nicht mit Assistentinnen

Assistentin: „Guten Tag, Schröder GmbH, Frederike Mertens.“

Anrufer: „Schneider, Unternehmensberatung in Hannover. Ich hätte gerne Herrn Grüner gesprochen.“

Assistentin: „Guten Tag, Herr Schneider. Sind Sie so freundlich, mir kurz zu sagen, worum es sich handelt?“

Anrufer: „Ich möchte Herrn Grüner sprechen.“

Assistentin: „Herr Grüner ist im Augenblick telefonisch nicht zu erreichen. Was kann ich ihm ausrichten?“

Anrufer: „Dann hätte ich gern einen anderen Geschäftsführer gesprochen.“

Assistentin: „Die Herren sind im Augenblick telefonisch nicht zu erreichen. Was kann ich ausrichten?“

Anrufer: „Das möchte ich mit einem Geschäftsführer bereden und nicht mit einer Assistentin.“

Assistentin: „Dann würde ich Sie bitten, sich schriftlich an Herrn Grüner zu wenden.“

Anrufer: „Das muss mir der Geschäftsführer schon selbst sagen.“

Assistentin: „Dann ist es nicht mehr erforderlich, dass Sie uns Ihre Unterlagen zuschicken, Herr Schneider. Vielen Dank für Ihren Anruf. Auf Wiederhören.“ Sie legen sofort auf.

Der Anrufer sagt: „Es ist privat.“

Assistentin: „Guten Tag, Richter GmbH, Jasmin Gärtner.“

Anrufer: „Hölzer. Würden Sie mich bitte mit Herrn Dr. Schönfelder verbinden?“

Assistentin: „Guten Tag, Herr Hölzer. Können Sie mir ein kurzes Stichwort sagen, worum es sich handelt?“

Anrufer: „Es ist privat.“

Assistentin: „Einen Augenblick bitte.“ Sie sprechen kurz mit Ihrem Chef. Er kennt den Namen des Anrufers nicht. „Hören Sie bitte. Herrn Dr. Schönfelder sagt Ihr Name gerade nichts. Kann ich ihm einen weiteren Hinweis geben?“

Anrufer: „Ich rufe von der Schröder Immobilien KG an.“

Assistentin: „Das hätten Sie mir gleich sagen können. Herr Dr. Schönfelder ist an Immobilienangeboten nicht interessiert.“

Anrufer: „Wir haben da aber ein sehr interessantes ...“

Assistentin: „Herr Hölzer, Herr Dr. Schönfelder ist nicht interessiert – trotzdem vielen Dank für Ihren Anruf. Auf Wiederhören, Herr Hölzer.“

Ein potenzieller Lieferant bietet seine Dienste an

Assistentin: „Guten Morgen, Razinger GmbH, Manuela Horstmann.“

Anrufer: „Hubschmidt KG, Huber, guten Tag. Ist Herr Förster zu sprechen?“

Assistentin: „Herr Förster wird heute Nachmittag wieder zu erreichen sein. Was kann ich in der Zwischenzeit für Sie tun?“

Anrufer: „Ich müsste ihn schon selbst sprechen.“

Assistentin: „Wenn Sie mir einen kleinen Hinweis geben, kann er sich schon auf das Gespräch vorbereiten.“

Anrufer: „Das glaube ich nicht. Wir sind Hersteller von Fräsmaschinen und neu auf dem Markt. Ich möchte Herrn Förster unser Unternehmen vorstellen.“

Assistentin: „Herr Förster ist immer schwer zu erreichen. Es wäre einfacher, Sie schicken mir die Unterlagen zu, damit ich sie ihm vorlegen kann. Dann könnte Herr Förster sich schon einmal ein grobes Bild von Ihrem Unternehmen machen, ob Ihre Produkte und Kapazitäten für uns infrage kommen. Das ist der übliche Weg. Herr Förster könnte Ihnen selbst auch nicht mehr sagen.“

Anrufer: „Wahrscheinlich haben Sie Recht. Ich schicke die Unterlagen heute noch raus und melde mich dann wieder. Anfang nächster Woche? Wäre das recht?“

Assistentin: „Ich würde gern mit Ihnen so verbleiben, dass wir uns bei Ihnen melden, wenn Ihr Unternehmen für uns interessant ist und wir weitere Angaben benötigen.“

Anrufer: „Ich schicke Ihnen die Unterlagen – und wir hören dann voneinander. Vielen Dank.“

Ein Kunde beschwert sich

Assistentin: „Guten Tag, Theimann KG, Manuela Gärtner.“

Anrufer: „Liebolt. Herrn Förster, bitte!“

Assistentin: „Guten Tag, Herr Liebolt. Sagen Sie mir bitte ganz kurz, worum es sich handelt?“

Anrufer: „Sie haben mir vor zwei Wochen einen Schrank geliefert, der jetzt quasi auseinanderfällt. Das Ding war nicht billig, und ich sehe nicht ein, dass ich für solch einen Schrott so viel Geld bezahlen soll. Sie können das Teil sofort bei mir abholen.“

Assistentin: „Das hört sich nicht gut an, Herr Liebolt. Ich bin sicher, dass ich Ihnen da auch weiterhelfen kann.“

Anrufer: „Sie sollen mir nicht weiterhelfen, Sie sollen das Ding abholen. Erst schwatzen Sie mir diesen teuren Schrank auf und jetzt wollen Sie mir weiterhelfen. Sie helfen mir nur, wenn Sie mir den Schrank sofort aus den Augen schaffen und mir mein Geld zurückgeben“

Assistentin: „Herr Liebolt, ich verstehe, dass Sie verärgert sind. Ich kann nur vermuten, dass beim Aufbau des Schranks irgendetwas verkehrt gelaufen ist. Was halten Sie von dem folgenden Vorschlag: Ich mache mich jetzt hier zuerst schlau, schaue mir Ihren Auftrag an und spreche mit den Verantwortlichen. Ich würde Sie dann noch heute zurückrufen. Wäre das für Sie in Ordnung?“

Anrufer: „Hm.“

Assistentin: „Ich spreche gleich mit Herrn Förster – er ist momentan nicht da – und berichte auch ihm darüber. Ich verspreche Ihnen, dass ich mich auf jeden Fall noch heute bei Ihnen melde. Sind Sie am frühen Nachmittag zu erreichen?“

Anrufer: „Hm, gut. Das können wir ja erst einmal so machen. Ja, ich bin da.“

So schützen Sie Ihren Chef vor nervigen, unerwünschten Anrufern

  • Klären Sie mit Ihrem Chef, wen er sprechen möchte und wen nicht.
  • Achten Sie auf eine feste, freundliche und ausreichend laute Stimme.
  • Fallen Sie nicht auf angebliche private Anrufe herein.
  • Seien Sie freundlich, aber bestimmt, wenn Anrufer unhöflich werden.
  • Stellen Sie keine anonymen Anrufer zu Ihrem Chef durch – berufen Sie sich auf eine Absprache mit Ihrem Chef.
  • Melden Sie sich mit einem Tagesgruß, dem Firmennamen und Ihrem Vor- und Zunamen. Das wirkt kompetent und souverän.

Assistentin: „Guten Morgen, Holzmann GmbH, Jasmin Berger.“

Anrufer: „Paulsen nochmal, guten Morgen, Frau Berger.“

Assistentin: „Guten Morgen, Herr Paulsen.“

Anrufer: „Ich habe jetzt schon mehrmals angerufen und um Rückruf gebeten. Herr Dr. Friedrich hat sich immer noch nicht gemeldet.“

Assistentin: „Es tut mir sehr leid, dass Sie noch nichts von ihm gehört haben. Ich habe ihm jedes Mal ausgerichtet, dass Sie angerufen haben. Ich mache das gern nochmal.“

Anrufer: „Ja, bitte. ich bin den ganzen Tag übers Handy zu erreichen.“

Assistentin: „Ich sage es ihm. Danke für Ihre Geduld, Herr Paulsen. Auf Wiederhören.“

Mein Tipp: Lassen Sie sich keine Ausreden für Ihren Chef einfallen. Es ist seine Entscheidung, nicht zurückzurufen. Fühlen Sie sich nicht verantwortlich.

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