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Faire Firmen: Corporate Social Responsibility

Abgas-Skandal, Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit: Themen wie diese zwingen die Wirtschaft auch im eigenen Interesse zum Umdenken. CSR heißt das Kürzel, das Firmen zunehmend verantwortlich handeln lässt – und von Verbrauchern immer öfter eingefordert wird.

Corporate Social Responsibility

Corporate Social Responsibility ist ein Konzept, mit dem Unternehmen profitabel im Einklang mit Mensch und Natur wirtschaften können.

Bis zum Diesel-Skandal galt VW als Vorzeigeunternehmen in Sachen Nachhaltigkeit. Seitdem ist das positive Image des Automobilkonzerns buchstäblich mitsamt den Abgaswerten verpufft. Henkel thematisiert auf seiner Webseite Mikroplastik in den Weltmeeren und hat „komplett aufgehört, feste Peeling-Plastikpartikel in unseren kosmetischen Formulierungen zu verwenden“. Unternehmen wie Rittersport richten sich mit Work-Life-Balance-Konzepten an Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter aus.

Das alles sind Facetten eines großen Themas: die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, bezeichnet als Corporate Social Responsibility (CSR). Manche verwenden auch synonym den Begriff Nachhaltigkeit, eine einheitliche Definition gibt es jedenfalls nicht.

Die Werte der Gesellschaft sind das Kapital

Bei jedem Aspekt dreht es sich um das Kapital einer Gesellschaft, um ihre Werte. Und die sind nicht nur finanzieller Natur. Was wir für wertvoll halten, da geben die Menschenrechte ebenso Orientierung wie der UN Global Contact oder OECD-Leitprinzipien, um nur einige universelle Maßstäbe zu nennen. Und bei diesen gesellschaftlichen Werten nimmt die Wirtschaft gewissermaßen Anleihe: indem sie Ressourcen verbraucht, beispielsweise Arbeitskräfte einsetzt, soziale und politische Schutzschirme oder von Steuern finanzierte Infrastrukturen nutzt.

Und wer etwas aus dem großen Topf nimmt, sollte ihn auch wieder füllen, so der Kerngedanke einer generellen Ausgewogenheit. Das hat nicht nur mit einem gesunden Gerechtigkeitssinn zu tun. Ein leerer Topf macht weder die Gesellschaft noch die Unternehmen mit ihrem Gewinnhunger satt – geschweige denn künftige Generationen, die auch nicht schlechter gestellt sein wollen als wir heute.

„CSR ist die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“, beschreibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Begriff. „Dies umfasst soziale, ökologische und ökonomische Aspekte.“ Und weil Oberbegriffe bei den allerwenigsten eine Vorstellungswelt erzeugen, bringt es das Bundesministerium noch etwas praxisnäher auf den Punkt: „Konkret geht es beispielsweise um faire Geschäftspraktiken, mitarbeiterorientierte Personalpolitik, sparsamen Einsatz von natürlichen Ressourcen, Schutz von Klima und Umwelt, ernst gemeintes Engagement vor Ort und Verantwortung auch in der Lieferkette.“

Gesellschaftliche Beiträge haben Tradition

Tatsächlich hat die Verantwortung von Unternehmen für ihr soziales und ökologisches Umfeld in Deutschland eine über 100-jährige Tradition. „Im Zuge der Industrialisierung engagierten sich Unternehmer bereits im 19. Jahrhundert für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, informiert das Bundesarbeitsministerium. Sie übernahmen Aufgaben in ihrem unmittelbaren Umfeld, bauten Wohnungen für ihre Arbeiter, gründeten Schulen und investierten in Sportvereine.

Die Einführung von Renten-, Kranken- und Unfallversicherung beispielsweise gilt als ein direktes Ergebnis einer frühen Zusammenarbeit zwischen verantwortungsbewussten Unternehmerpersönlichkeiten und der Politik. Denn Firmen können mit gutem Beispiel vorangehen, gesellschaftliche Prozesse mitgestalten, kulturelle Brücken schlagen und diplomatische Beziehungen verstärken. Anstand, Fairness und Rücksichtnahme prägen unsere gesellschaftliche Etikette.

Doch was die meisten von uns als Moralkodex wie selbstverständlich leben, geht offenbar in den teils sehr abstrahierten Prozessen der Wirtschaft mit reiner Renditeorientierung mitunter verloren – fast entkoppelt von der realen Welt. Spätestens seit der Finanzkrise haben wir mehr als nur eine Ahnung, wie Spekulanten mit milliardenschweren Einsätzen an Ernten, Altersvorsorgen und Rohstoffen pokern, als handelte es sich um Spielgeld.

Die soziale Ungerechtigkeit wächst, wie etwa der Verteilungsmonitor der Hans-Böckler-Stiftung belegt. Und auch der Diesel-Skandal der Automobilwirtschaft ist nur ein aktuelles Beispiel von vielen, wie Geschäftsstrategien mit dem Gemeinwohl kollidieren können. Vielleicht sogar ohne Wissen der Führungsspitzen, wenn man ihren Presseerklärungen glauben darf.

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Auf einen Blick

Corporate Social Responsibility (CSR) bezeichnet die Verantwortung, die Unternehmen gegenüber der Gesellschaft haben, und zwar in ökonomischer, ökologischer, sozialer und auch ethischer Hinsicht.

Das umfasst die eigentliche Geschäftstätigkeit, also das Agieren auf dem Markt, und Umweltaspekte ebenso wie die Beziehung zu den Mitarbeitern und Anspruchsgruppen (Stakeholdern). CRS steht für den freiwilligen Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung, definiert die Wirtschaftsliteratur. CSR-Aktivitäten greifen deshalb in unterschiedlichsten Bereichen, etwa im Bereich Energieeffizienz oder Kultur-Sponsoring. Mit CSR tragen Unternehmen nicht nur gesellschaftliche Verantwortung, sie können selbst von ihren CSR-Aktivitäten profitieren, durch mehr Reputation, Effizienz, Vertrauen, Risikominimierung und Innovationen.

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