Menu

Taktieren kontra Tacheles

Mit Geschäftspartnern im Nu auf den Punkt zu kommen, das ist eine typisch westliche Vorstellung von erfolgreichem Business. Die Chinesen aber sind Meister darin, Freiräume zu nutzen und sich zwischen den Zeilen mitzuteilen. Wie man dennoch gut in deutsch-chinesischen Teams zusammenarbeitet.

Taktieren kontra Tacheles

Chinesische Geschäftspartner in den großen Städten und in den Küstenregionen wie Shanghai, Beijing oder dem Perlflussdelta sind in der Regel hervorragend ausgebildet, motiviert und ehrgeizig.

 

Traditionelle Werte und Verhaltensweisen

Die Leistungsbereitschaft ist groß und so gerät man leicht in Versuchung, auch unser modernes betriebswirtschaftliches Gedankengut dort als selbstverständlich vorauszusetzen. Unter der professionellen Oberfläche jedoch schlummern traditionelle Werte und Verhaltensweisen. Und je weiter man ins Landesinnere vorstößt, desto ferner ist die Modernität der Glitzerwelt.

 

Starke Zielorientierung im Westen

Wer mit Chinesen geschäftlich zu tun hat, lernt schnell, dass das westliche Geschäftsgebaren nicht einfach so übertragen werden kann. Nach wie vor gibt es große Unterschiede bei der Wahrnehmung und im Denken zwischen westlichen und chinesischen Kulturen. Die westliche Geschäftskultur ist geprägt von einer stark fokussierenden Zielorientierung. Chinesen dagegen pflegen einen eher indirekten Geschäfts- und Verhandlungsstil und beschreiten auch schon mal Umwege, um ans Ziel zu gelangen.

 

Lieber mal auf Umwegen ans Ziel

Wer als Westler sein Pulver hier zu schnell verschießt, muss erleben, dass Chinesen einen langen Atem haben. Die uneindeutige Art, sich auszudrücken und vieles lange offen zu halten, kann deutsche Manager schon mal nervös machen. Denn sie sind es gewohnt, Klartext zu reden und die Dinge schnell auf den Punkt zu bringen. So verlieren sie leichter die Geduld, wenn das Gegenüber nicht genauso zügig zur Sache kommt. Chinesen kommen uns in der Zusammenarbeit womöglich deshalb oft zäh, umständlich und langatmig vor.

 

Chinesen nutzen freie Räume

Wer sich mit dem asiatischen Brettspiel "Go" beschäftigt, lernt viel über asiatische Denk- und Handlungsmuster. Chinesen orientieren sich an vorhandenen Freiräumen, sie loten Bereiche aus, in die man sich hinein bewegen kann. Dies ist auch das Ziel des asiatischen Strategiespiels: Es geht darum, den anderen einzukreisen und dabei selbst möglichst viel Raum zu gewinnen. Wir im Westen spielen lieber Schach und übertragen diese Denkweise womöglich unbewusst auf unsere Geschäftskultur. Wir brauchen Regeln, gründliche Planung und Begrenzungen.

 

Weiter lesen

Wie man eine erfolgreiche deutsch-chinesische Teamarbeit konkret umsetzt und warum bei chinesischen Teammitgliedern die Aufforderung zu selbständigem Arbeiten häufig missverstanden wird, beschreibt die Autorin Monika Krause in der Mai-Ausgabe von working@office. China-Expertin und Beraterin Monika Krause studierte Sinologie, VWL und Publizistik in Berlin, Shanghai und Taipei. Sie war in Industrieunternehmen im Chinageschäft tätig und lebte lange Zeit in China.

 

    Dieser Auszug hat Ihnen gefallen? Den ungekürzten Artikel finden Sie in der Mai-Ausgabe (working@office Heft 5/2009).
    Weitere Artikel aus der Kategorie "Karriere"

    career@office

    Die Messe mit Kongress für Sekretärinnen und Assistentinnen

     

     

    Ihre career@office 2019

    07.05.2019: Frankfurt, Kap Europa

    05.09.2019: Köln, Congress-Centrum Nord

    Weiterbildung

    Seminare für Office-Professionals

    Starten Sie durch in Richtung Erfolg! Seminare, Kongresse und Fernlehrgänge von A wie Ablage bis Z wie Zeitmanagement.

    OFFICE SEMINARE hat garantiert das richtige Weiterbildungskonzept für Ihre Bedürfnisse. www.office-seminare.de