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Männer kommunizieren anders - Frauen auch! - Teil 2

Wer gut ist und dadurch bemerkt wird, wird zwangsläufig auch kritisiert. Wenn Sie gewinnen - und sei es "nur" die Anerkennung des Chefs - verliert ein anderer. Eine häufige Reaktion ist offene oder verdeckte Kritik. Wie gut vertragen Sie Kritik?

Frauen fühlen sich oft persönlich angegriffen, wenn sie kritisiert werden. Kommt Ihnen das bekannt vor? Unbeabsichtigt wird hierbei der Geduldsfaden von Männern häufig auf eine Zerreißprobe gestellt. Und weshalb ist das so? Frauen haben im Vergleich zu Männern ein größeres Bedürfnis danach, gemocht zu werden, wollen es am liebsten allen recht machen und tun sich schwer mit allem, was ein harmonisches Miteinander in ihrer Wahrnehmung stören könnte. Dadurch machen es sich viele Frauen im Berufsleben unnötig schwer. Deshalb an dieser Stelle ein zweiter Tipp:

 

Kritik sachlich und nicht persönlich nehmen

Unterscheiden Sie zwischen einem einfachen Statement und sachlich geäußerter Kritik und gehen Sie professionell damit um. Versuchen Sie zunächst herauszufinden, wer oder was tatsächlich kritisiert wird. Hinterfragen Sie: Werden Sie hier wirklich als Person kritisiert, ist es Kritik bezüglich eines einzelnen Arbeitsergebnisses oder vielleicht geht es gar nicht um Sie oder Ihre Arbeit sondern der Kritiker hat eine ganz andere Agenda.

 

Ist die Kritik an Sie gerichtet, sehen Sie diese nicht immer als persönlichen Angriff, der Rückzug oder Verteidigung erfordert, sondern begreifen Sie Kritik als Chance, besser zu werden. Und: Stellen Sie nicht gleich sich und/oder Ihre Arbeit grundsätzlich in Frage.  

 

Fokussiert, deutlich, betont, kurz, präzise und laut sprechen! (Ja, alles gleichzeitig ist wichtig!)

Frauen neigen dazu, eher indirekt zu kommunizieren. Das mag unter Geschlechtsgenossinnen beziehungsorientiert und verständlich erscheinen, für Männer klingt es aber eher nach "Buchstabensuppe". Für ein gegenseitiges Verständnis ist deshalb eines unabdingbar wichtig: Machen Sie klare Statements. Sprechen Sie dazu in kurzen, strukturierten Sätzen: Subjekt, Prädikat, Objekt. Reden Sie dabei freundlich, aber bestimmt und bringen Sie so klar und präzise wie möglich Ihre Botschaft an den Mann. 

 

Durchsetzungsvermögen stärken

Kommt es Ihnen bekannt vor, dass aus Ihrer Sicht klar formulierte Aufforderungen wie, "bei Gelegenheit sollte mal wieder Druckerpapier besorgt werden" oder zu Hause: "Der Müll müsste auch mal wieder runtergebracht werden" auf männlicher Seite zu keinerlei Reaktion führen? Nun, schon im letzten Punkt sprachen wir von der Notwendigkeit einer klaren und präzisen Kommunikation. In diesem Zusammenhang müssen Frauen noch einen Schritt weitergehen, damit ihr Sprachverhalten von Männern korrekt dekodiert werden kann:

 

Konjunktiv vermeiden

Wenn Sie etwas erledigt haben wollen, sprechen Sie nicht im Konjunktiv und formulieren Sie direkt. Streichen Sie deshalb jegliche Nutzung des Konjunktivs - auch wenn Sie eigentlich nur freundlich und höflich sein wollen. Für Männer ist diese Sprache unspezifisch, unkonkret und somit nicht weiter beachtenswert. Und die Sätze: "Besorgen Sie bitte neues Druckerpapier" oder "Bringst Du bitte den Müll runter" bedeuten für Männer nichts Negatives sondern einfach eine klare Aufforderung. Probieren Sie es aus!  

 

Teufelskreis durchbrechen

Männer hingegen haben überhaupt kein Problem damit, Aufgaben zu delegieren. Dies führt uns zu einem weitreichend bekannten und vornehmlich frauenspezifischen Verhalten, dass jede von uns in den Griff bekommen muss: Frauen übernehmen oft Tätigkeiten, obwohl sie es gar nicht wollen oder eigentlich gar keine Zeit dazu haben. Warum wird eigentlich oftmals "Ja" gesagt, wenn "Nein" gemeint ist? Die zusätzliche Arbeit wird auf die tägliche To-do Liste mit aufgenommen, weil Frau Anderen helfen möchte, Angst hat, unbeliebt zu werden, niemanden verletzen oder vor den Kopf stoßen möchte, überrumpelt wurde, etc., pp. Wie kann diesem Teufelskreis erfolgreich entkommen werden?

 

Somit folgt an dieser Stelle der letzte aber vielleicht sogar wichtigste Tipp an alle Venusianerinnen:

 

Auch mal "Nein" sagen

Versuchen Sie es folgendermaßen: Schätzen Sie Situationen bedarfsgerecht ein. Bittet eine Kollegin Sie aufgrund persönlicher Probleme um Hilfe, dann sollten Sie sie auch unterstützen. Wenn Ihnen Ihr Bauchgefühl allerdings sagt, dass jemand nur eigene Arbeit auf Ihren Schreibtisch schieben möchte, dann lehnen Sie ab! Horchen Sie in sich hinein, bevor Sie antworten - Ihr Gefühl wird Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen. Bitten Sie um Bedenkzeit, bevor Sie antworten. Schlagen Sie eine Alternative vor, wenn es Ihnen dennoch schwer fällt, "nein" zu sagen. Ihr Gesprächspartner wird verstehen, dass Sie es gut meinen.  

 

 

 

 

 

Über die Autorin

Silvia Merretz ist Geschäftsführerin der Personal- und Marketingberatung business2women. Die Diplom Soziologin war über 15 Jahre für Personalentwicklung und Gender Diversity im internationalen Konzernumfeld verantwortlich. Als Trainerin und Beraterin gibt sie heute ihre Erfahrungen in kurzweiligen Vorträgen und praxisnahen Seminaren gerne weiter.

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