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Knigge: Wertschätzender und stilvoller Umgang

Knigge war gestern? Weit gefehlt. In der heutigen Gesellschaft haben angemessene und stilvolle Umgangsformen wieder einen hohen Stellenwert. "Etikette ist ein Zeichen von Wertschätzung", sagt die Trainerin Susanne Beckmann. Dabei gehe es nicht um verstaubte Regeln, sondern um Empfehlungen für angemessenes Auftreten und die Wirkung auf andere Menschen.

Knigge: Wertschätzender und stilvoller Umgang

Susanne Beckmann weiß, wovon sie spricht, denn sie hat Stil und Etikette verinnerlicht. Schon in ihrer Familie wurde sehr stark darauf geachtet, war Respekt ein wesentliches Element ihrer Erziehung.

Später war sie 23 Jahre lang in Marketing und Vertrieb in Pharmakonzernen tätig und hat im täglichen Kundenkontakt viele Erfahrungen über die Wirkung auf andere Menschen sowie den stilvollen, respektvollen Umgang gesammelt.


Dies hat sie durch eine qualifizierte Ausbildung zur Etikette-Trainerin erweitert und sich anschließend darauf spezialisiert, ihr Wissen um moderne Umgangsformen und respektvolles Verhalten an andere weiterzugeben.

Vom Azubi bis zur Führungskraft profitieren alle von den praxisnahen Tipps der Trainerin, deren Basis natürlich weiterhin die als Knigge-Regeln bekannten Grundsätze für ein gutes Miteinander sind. "Im Kern geht es um Wertschätzung, Anerkennung, Respekt, Achtung und das Zurücknehmen der eignen Person", so Susanne Beckmann. Wer ein Gespür dafür entwickle, habe schon fast gewonnen.


"Man kann nicht alles richtig machen, aber man kann vieles falsch machen", sagt Susanne Beckmann. Auch wenn es starre Regeln heute nur noch in einigen Bereichen gibt, so ist der respektvolle Umgang mit anderen Menschen – egal ob Kollegen oder Geschäftspartner - eines der Erfolgsgeheimnisse in Zeiten, in denen Produkte immer austauschbarer sind und der Mensch sowie sein Verhalten eine immer wichtigere Rolle spielen. Was sie aber auch vermittelt: Man muss selbst authentisch bleiben und in der Lage sein, sich an die Situation und sein Gegenüber anzupassen.


Mehr erfahren Sie nun im folgenden Interview.


Frau Beckmann, Knigge ist längst tot. Warum sprechen wir heute noch immer von ihm?

Susanne Beckmann: Das, was Adolph Freiherr Knigge vor weit über 200 Jahren verfasst hat, war ja eigentlich gar kein Regelwerk für gutes Benehmen. Sein Ziel war es, Menschen aus unterschiedlichen Ständen und verschiedener Herkunft zu einem respektvollen Miteinander zu verhelfen. Im Laufe der Zeit hat sich der Name Knigge dann aber für alles verfestigt, was mit Umgangsformen, Stil und Etikette zu tun hat.


Gibt es denn heute feste Regeln für Stil und Etikette?

Susanne Beckmann: Natürlich gibt es zahlreiche gesellschaftliche Konventionen und Regeln, die allgemein gültig sind und die im alltäglichen Leben angewendet werden müssen. Das geht von der Begrüßung und Vorstellung über - ich drückte es mal flapsig aus - den richtigen Umgang mit Messer und Gabel bis hin zu einer wertschätzenden Verabschiedung. Darüber hinaus bin ich aber der Meinung, dass wir kein starres und strenges Korsett für den Umgang mit anderen Menschen brauchen. Vielmehr geht es um Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Anerkennung, Respekt und Toleranz.


Wie sehen denn Aufmerksamkeit und Wertschätzung aus Ihrer Sicht aus?

Susanne Beckmann: Ich möchte das an einem kleinen Beispiel verdeutlichen: Heute sieht man oft Menschen an einem Tisch sitzen und einer starrt aufs Handy. Das ist unhöflich und respektlos, da er seinem Gegenüber oder Partner keine Aufmerksamkeit schenkt. Dieses Beispiel lässt sich auf viele andere Bereiche übertragen, beginnt bei der angemessenen Kleidung und Optik, geht über Wortwahl und Gestik in der Kommunikation bis hin natürlich zu Tischsitten und Verhaltensweisen im Umgang mit den Mitmenschen.


Wie differenzieren Sie den Umgang mit unterschiedlichen Menschen und Berufsgruppen?

Susanne Beckmann: Ich passe mich inhaltlich, sprachlich und optisch den Menschen an. Ein Handwerker muss mit unterschiedlichen Kundentypen auch unterschiedlich umgehen. Genauso geht es einem Finanzmakler oder Menschen in anderen Branchen. Im Kern geht es immer darum, dem Gegenüber Wertschätzung zu zeigen. Dafür kann man sicherlich innerhalb bestimmter Grenzen seinen eigenen Stil entwickeln. Die gesellschaftlichen Regeln sind, wenn sie so wollen, die Leitplanken links und rechts, in denen jeder seinen eigenen Weg gehen kann.


Verändert sich die "Spannweite" dieser Leitplanken?

Susanne Beckmann: Auf jeden Fall gibt es immer wieder Veränderungen. Wir haben in der Vergangenheit Zeiten erlebt, in denen man versucht hat, diese Leitplanken völlig zu entfernen. Inzwischen geht die Entwicklung wieder in die andere Richtung: Gute Umgangsformen haben heute wieder einen hohen Stellenwert auch in der Wirtschaft.


Woher kommt diese Veränderung?

Susanne Beckmann: Wir leben in einer Zeit, in der Produkte und Dienstleistungen oft austauschbar sind. Den einzigen Unterschied machen der Mensch und seine Wirkung auf den Geschäftspartner oder Kunden. Wer hier mit Aufmerksamkeit, Stil und Wertschätzung überzeugen kann, wird sicher Erfolg haben. Unternehmen legen deshalb großen Wert auf das stilvolle Verhalten ihrer Mitarbeiter - von den Azubis bis hin zu den Führungskräften. Viele Chefs gehen mit Bewerbern Essen, um deren Umgangsformen zu erleben. Das zeigt, wie notwendig ein sicheres Auftreten in diesem Bereich ist, denn es kann bei der Jobvergabe bei gleicher Qualifikation entscheidend sein.


Wo werden die häufigsten Fehler gemacht?

Susanne Beckmann: Ich würde nicht von Fehlern sprechen, weil das ja voraussetzt, dass es feste Regeln gibt. Sicherlich gibt es bei der Kleidung einen gewissen Trend zur Lässigkeit, der Stil und Etikette etwas widerspricht. Auch die Tischmanieren entsprechen nicht immer den Erwartungen. In der Kommunikation ist Aufmerksamkeit, also das klassische Zuhören, nicht immer gegeben. Es sind aber oft nur Kleinigkeiten, die das Gegenüber stören, aber eben entscheidend sind. Dabei sollte angemessenes Verhalten eine Grundhaltung sein für ein positives Miteinander in der Gesellschaft.


Kann man gute Umgangsformen lernen?

Susanne Beckmann: Gutes Benehmen oder zumindest das Gespür für angemessene Umgangsformen sind auf jeden Fall eine Frage der Erziehung. Wo dies in der Familie oder auch in der Schule nicht oder nicht mehr stattfindet, braucht es Seminare und Trainings, in denen die Menschen erfahren, wie man stil- und respektvoll in den jeweiligen Situationen miteinander umgeht. Dabei geht es nicht darum, einzelne Regeln oder Verhaltensmuster auswendig zu lernen, sondern ein Gespür dafür zu entwickeln, welches Verhalten in der jeweiligen Situation passend ist. Wer das schafft, wird im gesellschaftlichen Leben und in jeder Geschäftssituation mehr Erfolg haben.


Vielen Dank, Frau Beckmann.


Hier finden Sie weitere Informationen.

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