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International erfolgreich

Andere Länder - andere Sitten. Heute agieren viele Unternehmen international, da heißt es, sich auf kulturelle Geflogenheiten einzustellen, um auch im Ausland erfolgreich zu sein. Damit die Zusammenarbeit reibungslos klappt, ist es sinnvoll, sich mit der Kultur vertraut zu machen. Dr. Béatrice Hecht-­El Minshawi verrät, worauf es bei interkultureller Kompetenz ankommt. Ein Interview.

Andere Länder – andere Sitten. Heute agieren viele Unternehmen international, da heißt es sich auf kulturelle Geflogenheiten einzustellen, um auch im Ausland erfolgreich zu sein. Damit die Zusammenarbeit reibungslos klappt, ist es sinnvoll, sich mit der Kultur vertraut zu machen. Dr. Béatrice Hecht-El Minshawi verrät worauf es bei interkultureller Kompetenz ankommt. Ein Interview.


Dr. Béatrice Hecht­-El Minshawi ist Geschäftsführerin von "interkultur" in Bremen und seit über 35 Jahren Coach sowie Trainerin für interkulturelle Beziehungen. Ihre Arbeit führt sie rund um den Globus und sie fühlt sich sowohl in der arabisch­-islamischen Welt als auch in Indien und Vietnam, in Australien oder in den USA zu Hause.


##link0##working@office: Sie selbst haben viele Länder bereist und ganz unterschiedliche Kulturen kennengelernt. Wie ist Ihre Erfahrung, ist kulturelles Verhalten lernbar?

Béatrice Hecht-El Minshawi: Umgangsformen sind erlernbar, aber nicht, indem wir uns kognitiv mit Listen von Dos & Don’ts beschäftigen, sondern uns auch emotional mit unserer kulturellen Prägung und der der anderen auseinandersetzen.


w@o: Trotz aller (vermeintlichen) Globalisierungserfolge passieren auf Reisen immer wieder Fehler, die zu Missverständnissen und Misserfolgen führen. Welche Fehler können dafür verantwortlich gemacht und wie können sie vermieden werden?

Hecht-­El Minshawi: Immer wieder höre ich von jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hiesiger Firmen, dass sich die Kulturen der Länder angleichen würden. "Was Anstand ist, weiß man doch überall auf der Welt", behauptete kürzlich ein Ingenieur, der sich nach Arabien aufmachte. Und er meinte sein Verständnis von Anstand und wenn er sich anständig verhalten würde, wäre er überall auf der sicheren Seite. So einfach ist es eben nicht, denn Anstand kann woanders etwas anderes bedeuten. Umgangsformen sind von Land zu Land unterschiedlich und darauf muss man sich einstellen.


w@o: Was kann man Ihrer Meinung nach ändern, um sich besser in andere Kulturen einfühlen zu können und ein ernst zu nehmender Geschäftspartner zu sein.

Hecht­-El Minshawi: Um sich im Voraus einer Reise auf eine Kulturregion vorzubereiten oder um Erfahrungen aufarbeiten zu können, die sie auf ihren Reisen gemacht haben, sind interkulturelle Seminare und Coachings empfehlenswert. Es gibt nämlich doch eine Reihe von Führungskräften und Fachpersonal, die gemerkt haben, dass ihnen unterwegs etwas nicht gut gelungen ist. Manchmal ist ihnen sogar ein gravierender Fehler aufgefallen. Wie mich z. B. kürzlich jemand fragte: "Warum antworten die Vietnamesen nicht? Ich habe wiederholt sehr konkret und kurz und bündig geschrieben, was wir von ihnen erwarten." Vielleicht lag es genau an dem Stil, dass das Mail zu konkret, kurz und bündig formuliert und die Erwartungen zu direkt genannt wurden. Wenn man erkennt, dass z. B. die Kommunikation stockt und blockiert ist, macht es Sinn, sich von Angesicht zu Angesicht und in explizit genannter Vertrautheit darüber zu unterhalten. "Ich bin zu Ihnen gekommen, weil ich im Vertrauen zu Ihnen herausfinden möchte, wie unterschiedlich wir an die Aufgaben und Abläufe herangehen. Wie machen Sie das?" Und so weiter. Das kostet zwar vielleicht eine Extrareise, hat aber meistens zum großen Erfolg beigetragen. Oftmals wird daraus: "He is my German friend!"


w@o: Gerade im Geschäftsleben ist es wichtig, sich auf seine Geschäftspartner einzustellen. Was sollte man bei der Kommunikation beachten?

Hecht­-El Minshawi: Im internationalen Geschäftsleben macht es Sinn, wenn wir uns für die meisten Regionen der Welt etwas mehr Zeit nehmen für das Schreiben von E­-Mails, denn so kurz und bündig, wie wir es vielleicht noch mit Nordeuropa und Nordamerika gewohnt sind, sollte die elektronische Kommunikation mit Asiaten und schon gar nicht mit Arabern und Afrikanern sein. Dort zählt zuerst die gute Beziehung und dann wird die Sache genannt. Man schreibt nicht nur den eigentlichen Grund, um den es geht, sondern kleidet ihn ein, indem man sich zunächst erkundigt, wie es dem Partner geht, oder auch an ein Thema anknüpft, das man vom Partner weiß. Und auch am Ende werden gute Wünsche vermittelt. Und Meetings werden in den meisten anderen Ländern nicht als Zeitkiller betrachtet. Man trifft sich, um sich kennenzulernen, um eben Partner oder Kollegen zu treffen. Dazu braucht man Zeit, und die sollten wir den Partnern oder Kollegen spendieren. Was zu Beginn an Zeit geschenkt wird, wird sich später durch eine leichtere Kommunikation auszahlen.


w@o: Haben Sie vielleicht noch einen Tipp für das internationale Businessparkett?

Hecht­-El Minshawi: Idealerweise sind die Visitenkarten deutsch und auf der anderen Seite englisch bedruckt. Oder arabisch und englisch, chinesisch und englisch. Wer die Sprache der Partner benutzt, zeigt beim Überreichen Interesse an der anderen Kultur. Doch Sie sollten nicht nur "Manager" auf der Karte stehen haben, denn dieser Begriff ist absolut schwammig und sagt nichts über die Position und Aufgaben aus. Außerdem sind die meisten asiatischen, arabischen und afrikanischen Kulturen steil hierarchisch organisiert und deshalb ist das Nennen des Titels sowohl auf der Visitenkarte als auch beim ersten Treffen wichtig.


w@o: Was wollen Sie den Lesern gerne mit auf den Weg geben?

Hecht-­El Minshawi: 1. Finden Sie Ihren Stil, unterwegs zu sein. Stil ist eine Synthese von Interesse und Wirkung. 2. Reisen ist eine Herausforderung und kann eine Kunst sein. Beherzigen Sie "Das ABC des Reisens" aus meinem Buch "Weltweit arbeiten: Gut vorbereitet für Job und Karriere im Ausland".


Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.interkultur.info.




Buchtipp

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von Barbara Kleber
humboldt – Information & Wissen  
ISBN 978-3-86910-016-6
24,95 Euro

Wer grüßt wen zuerst? Wie werden Visitenkarten entgegengenommen? Richtiges Benehmen und gute Umgangsformen kommen immer und überall gut an und werden oft vorausgesetzt. Wer im Beruf erfolgreich sein will muss sich sicher auf dem Businessparkett bewegen können und aktuelle Umgangsformen beherrschen. In dem Buch "Knigge für jeden Tag" zeigt Barbara Kleber wie Sie beruflich und privat verschiedene Situationen souverän meistern.

Dr. Barbara Kleber ist seit fast 20 Jahren Trainerin für Verhalten und Kommunikation. Sie gibt Seminare und Workshops zu Themen wie Stil und Manieren, Business-Etikette, Zeit- und Selbstmanagement. Mehr zur Autorin erfahren Sie unter www.kleber-methode.de.
 
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