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Exzellent im Job

Wer mit 40 im Berufsleben steht hat seinen beruflichen Weg im Prinzip gefunden, Erfahrungen gesammelt, sich eventuell an einen Partner gebunden, vielleicht eine Familie gegründet. Man ist keine hoffnungsvolle Nachwuchskraft mehr, der man viel Entwicklungspotenzial einräumt, sondern man muss sein Potenzial bereits ausschöpfen und demonstrieren, dass man etwas kann.

Exzellent im Job

Damit sind Sie einfach nicht mehr so hungrig, unbedingt einsatzbereit und flexibel wie ein jüngerer Kollege, der noch dabei ist, sich und seinen Weg zu finden. Von "nicht mehr so hungrig und flexibel" ist es dann oft nicht mehr weit zu "unflexibel und zu wenig leistungsbereit" – jedenfalls in den Köpfen vieler Führungskräfte. Jetzt heißt es besonders überzeugend zu sein.


Sie sind ein Arbeitsmarkt-Unternehmer

Betrachten Sie sich nicht als passiver "Arbeit-Nehmer", sondern als selbstverantwortlich handelnder "Arbeitsmarkt-Unternehmer". Sie verkaufen ein Produkt, nämlich Ihre Arbeitskraft, und es ist Ihre Aufgabe, dieses Produkt laufend zu verbessern. In drei Jahren müssen Sie ein besserer Arbeitnehmer sein, als Sie es heute sind.


Schätzen Sie Ihre Arbeitsmarktfitness realistisch ein

Analysieren Sie Ihre eigenen Fähigkeiten und gleichen Sie diese realistisch mit dem ab, mit dem, was derzeit gefragt ist. Lassen Sie sich regelmäßig Feedback von Kollegen und Vorgesetzten geben und nehmen Sie dieses ernst.


Bleiben Sie geistig flexibel

Ihr Job, Ihr Unternehmen, die ganze Branche sind stetig im Wandel. Das Umfeld, in dem Ihr Unternehmen tätig ist, hat sich bereits in den letzten zehn Jahren tiefgreifend gewandelt, und die Zukunft wird noch mehr und noch schnelleren Wandel bringen. Die Veränderungen sollten Sie rechtzeitig erkennen und sich darauf einstellen.


Besuchen Sie Weiterbildungsmaßnahmen

Besonders die Personalabteilungen größerer Unternehmen legen Wert auf Zertifikate und Schulungsbestätigungen. Nur wer diese in seiner Personalakte hat und regelmäßig neue hinzufügt, dokumentiert seine Veränderungsbereitschaft und Lernwilligkeit. Auch im Hinblick auf externe Bewerbungen sollten Sie jährlich zwei bis vier Tage in Schulungen, Seminaren oder Kursen verbringen und dafür Nachweise abheften – notfalls auch auf eigene Kosten.


Machen Sie Ihre Leistungen sichtbar

Häufig spricht man nicht offensiv über das, was man gut kann, sondern meint, die anderen würden das von selbst merken: Das ist allerdings ein Irrglaube. Ihr Chef wird zwar wahrscheinlich merken, wenn jemand immer wieder Fehler macht oder schlechte Ergebnisse abliefert. Aber solange bei Ihnen alles reibungslos läuft, hat er keinen besonderen Anlass, Sie positiv zu bemerken. Was Sie im Einzelnen leisten wird er nur erfahren, wenn Sie es ihm sagen. Und mal ehrlich: Warum sollten die Kollegen von sich aus einem Vorgesetzten erzählen, wie hervorragend Ihre Arbeit ist?


Engagieren Sie sich

Bringen Sie eigene Ideen ein. Übernehmen Sie freiwillig Aufgaben, deren Sinn und Notwendigkeit Sie erkennen. Sagen Sie nie Sätze wie "Das muss ich laut meinem Arbeitsvertrag nicht tun" oder "Dafür bin ich nicht zuständig". Bleiben Sie auch dann engagiert bei der Sache, wenn Sie sich über Ihren Chef wirklich geärgert haben. Wie unfähig und unmöglich er auch sein mag, lassen Sie sich von ihm auf keinen Fall in die passive Resignation treiben. Suchen Sie lieber in aller Ruhe eine neue Stelle und kündigen Sie anschließend fristgerecht und mit einem freundlichen Lächeln.


Arbeiten Sie konstruktiv mit Jüngeren zusammen

Strecken Sie die Hand aus und gehen Sie auf die jungen Kollegen zu. Nicht gönnerhaft, nicht ängstlich, sondern weil Sie wissen, dass Sie es sich leisten können. Beweisen Sie, dass Sie dialogfähig sind, indem Sie ehrliches Interesse zeigen. Und erinnern Sie sich ab und zu daran, wie blöd es war, als Sie jung und voller Ideen waren und die Älteren immer nur sagten "Das kennen wir alles schon, das bringt doch nichts, du wirst schon sehen …"


Pflegen Sie die Kommunikation mit Ihren Vorgesetzten

Sorgen Sie für Transparenz, indem Sie Ihren Chef umfassend und rechtzeitig informieren. Suchen Sie auch dann das Gespräch, wenn Sie Wünsche und Anregungen haben, wenn Sie sich Sorgen über Ihre weitere Entwicklung machen oder wenn Sie sich für eine neue Aufgabe positionieren möchten. Wichtig ist der regelmäßige Kontakt und die offene (nicht naive!) Kommunikation, die Vertrauen und Partnerschaftlichkeit wachsen lässt.


Akzeptieren Sie Arbeitslosigkeit nicht als Schicksal

Registrieren Sie aufmerksam, was um Sie herum passiert. Verdrängen Sie nicht, wenn Entlassungen abzusehen sind, sondern strecken Sie schon vorher die Fühler aus. Es ist immer besser, sich aus einer Beschäftigung heraus zu bewerben als aus der Arbeitslosigkeit. Ihre Verhandlungsposition ist dann viel stärker. Wenn Sie dennoch arbeitslos werden, werden Sie aktiv: Qualifizieren Sie sich, bewerben Sie sich, präsentieren Sie sich. Solange Sie gute Arbeitsleistungen zu bieten haben, ist Ihre Suche keineswegs aussichtslos.


Mehr zum Thema
 
In ihrem neuen Buch "Ü 40 und top im Job" zeigt Barbara Kettl-Römer wie Sie auch mit über 40 beruflich am Ball bleiben. Die Autorin zeigt auf, wie Sie erfolgsentscheidende Fähigkeiten entdecken, stärken und offensiv einsetzen können, um sich auf dem internen wie externen Arbeitsmarkt zu behaupten.

  

 

Barbara Kettl-Römer
Über 40 und top im Job
Linde Verlag
ISBN: 978-3-7093-0305-4
16,80 €
 
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