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Von Event-Managern empfohlen

Geschäftsreisende und Tagungsplaner haben andere Ansprüche an ein Hotel als Privatreisende. Doch wie erkennen Unternehmen schnell und einfach, wo ihre Reisenden und Tagungsteilnehmer gut untergebracht sind? Der Verband Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) hat Siegel geschaffen, die bei der Auswahl helfen sollen.

Von Event-Managern empfohlen

Gerade weil Geschäftsreisende andere Ansprüche an ihre Unterkunft stellen, gaben die Mitgliedsunternehmen des Verbandes Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) ihrem Verband den Auftrag, ein Gütesiegel zu entwickeln, das speziell die Bedürfnisse von Geschäftsreisenden widerspiegelt. Holger Leisewitz, Chefprüfer der VDR-Hotelzertifizierung und gleichzeitig Teamleiter Conference & Event-Management bei der Beiersdorf AG in Hamburg, erklärt im Interview mit working@office, wie Travel-Manager mithilfe der Siegel das richtige Business-Hotel finden:


w@o: Herr Leisewitz, es gibt vier verschiedene Siegel, wie viele Hotels in Deutschland sind in den jeweiligen Kategorien bereits zertifiziert?


Holger Leisewitz: Insgesamt sind 393 Hotels zertifiziert, davon 321 als Certified Business Hotel, 315 als Certified Conference Hotel und 80 wurden mit dem zusätzlichen Nachhaltigkeitsmodul Certified Green Hotel ausgezeichnet.


w@o: Lassen sich Hotels – sofern sie sich zertifizieren lassen wollen, gleich zum Certified Business Hotel UND Certified Conference Hotel zertifizieren?


Holger Leisewitz: 260 Hotels haben sich für die Doppelzertifizierung entschieden. Das liegt daran, dass zwei unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden, zum einen die Viel- und Geschäftsreisenden und zum anderen die Tagungs- und Seminarteilnehmer. Beide Personenkreise haben unterschiedliche Erwartungen: Die einen wollen/müssen in ihrem Zimmer auch arbeiten und benötigen dafür ausreichend große Arbeitsflächen, Mobilfunkerreichbarkeit, Internetzugang und eine ausreichende Beleuchtung. Die

anderen wollen professionell im Rahmen einer Veranstaltung tagen und arbeiten und benötigen dazu die passenden Räumlichkeiten, Infrastruktur und Logistik sowie u.a. auch ein Beleuchtungskonzept, das sie an einem trüben Novembertag nicht gleich nach zwei Stunden ermüden lässt. Zudem erwarten Sie eine professionelle Betreuung von Seiten des Hotels.


w@o: Was unterscheidet die Zertifizierung des BTME/VDR von anderen Zertifizierungen im Hotelbereich?



Holger Leisewitz: Es sind reine Kundenzertifikate! Die Travel Manager haben von ihren Reisenden die Rückmeldung erhalten, dass etliche Hotels nicht den spezifischen Anforderungen genügen würden, also zum Beispiel keine Mobilfunkerreichbarkeit vorhanden wäre. Vor etwa zwölf Jahren wurde dann aus den gesammelten Kundenbedürfnissen ein Kriterienkatalog erstellt. Als Prüfer gehen Travel und Event Manager in die Hotels, also Praktiker und keine externen TÜV-Auditoren oder angestellte Mitarbeiter des VDR. Ein Certified-Hotel ist also schon mal „praxisgeprüft“ worden und entspricht vollständig den hohen Erwartungen der Geschäftsreisenden oder Tagungsteilnehmer.  



w@o: Wie häufig werden die Prüfkriterien aktualisiert? Wie häufig wird ein Hotel geprüft?


Holger Leisewitz: Es findet jährlich ein Prüfertreffen statt, bei dem u.a. Anregungen für eine Anpassung oder Neuaufnahme von Prüfkriterien gesammelt werden. Speziell beim Certified Conference Hotel werden Änderungen aber über drei bis vier Jahre gesammelt, weil hier die weiteren Trägerverbände GCB, DGVM und Veranstaltungsplaner.de sowie die IHA eingebunden werden. Eine Prüfung findet übrigens alle drei Jahre statt und in der Regel auch von einem anderen Prüfer; dazwischen werden in jährlichen Überwachungsaudits die relevanten Kriterien durch das Projektbüro gecheckt, zum Beispiel das Matratzenalter, das 8 Jahre nicht überschreiten darf. Ein ganz wichtiger Punkt in Sachen Hygiene und Schlafkomfort.


w@o: 44 Hotels wurden im vergangenen Jahr zertifiziert, wie viele befinden sich derzeit in der Prüfung?


Holger Leisewitz: 35 Hotels sind in diesem Jahr schon neu geprüft worden, zehn befinden sich in der Prüfungsphase. Es werden auch immer wieder Hotels ausgelistet, wenn sie die Kriterien nicht mehr erfüllen. Das betrifft insbesondere das „Schwerpunktthema“ Matratzenhygiene und –alter.


w@o: Gibt es weitere Prüfzertifikate, die Sie planen? In welchen Bereichen gibt es aus Sicht von Unternehmen/Geschäftsreisenden noch Bedarf?


Holger Leisewitz: Wir bereiten zurzeit zwei neue Zertifikate vor. Für das Segment der Langzeitaufenthalte entwickeln wir das Siegel Certified Serviced Apartment. Es orientiert sich an Bedürfnissen von Gästen, die über mehrere Wochen hinweg in einer anderen Stadt untergebracht

werden müssen, zum Beispiel für Projekte oder zur Einarbeitung. Das zweite Zertifikat wird für die sogenannten Special Event oder Off-Locations erarbeitet. Hier wollen wir eine Planungshilfe für Veranstaltungsplaner geben, denn bei vielen Vermietern fehlen noch Strukturen und Standards, die zum Beispiel in der Tagungshotellerie schon viel stärker vorhanden sind. Wir haben schon viele Kundenbedürfnisse eingesammelt und ein Kundenpanel in Berlin mit Event-Planern aus Agenturen und Firmen durchgeführt, so dass wir im Herbst das neue Siegel Certified Event Location einführen werden.


Das Interview führte Annette Rompel.

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