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Sprachpanscherei vermeiden: Verzichten Sie auf wüste Konstruktionen und unnötige englische Begriffe

Wer früher in einer Besprechung war, ist heute in einem Meeting. Und statt etwas nachzuschlagen, googeln wir erst einmal. Englisch und Denglisch sind fester Bestandteil unserer täglichen Sprache geworden. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie englische Begriffe sinnvoll und korrekt verwenden und wo Sie besser darauf verzichten.

Sprachpanscherei vermeiden

Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie Fremdwörter sinnvoll einsetzen und wann Sie auf Anglizismen lieber verzichten sollten.

Sprachpanscherei: Vom Fremdwort zum Lehnwort

Das Thema der Übernahme von englischen Wörtern und Redewendungen in die deutsche Sprache ist und bleibt aktuell. Der Verein Deutsche Sprache schätzt diese Importzahl inzwischen auf 8 000 Wörter. Man hat den Eindruck: Es werden stündlich mehr. Die Sprachwissenschaft unterscheidet hierbei zwischen Fremdwörtern und Lehnwörtern.

Unter einem Fremdwort versteht man ein Wort, das in Aussprache, Schreibweise und Beugung dem Deutschen (noch) nicht völlig angepasst ist.

Lehnwörter kommen ursprünglich aus einer anderen Sprache, aber sie sind kaum noch oder gar nicht mehr als fremde Wörter zu erkennen, weil sie sich dem Deutschen angeglichen haben. Wer denkt schon daran, dass „Fenster“ aus dem Lateinischen entlehnt wurde und „Keks“ aus dem Englischen kommt. Das ursprüngliche Wort „cakes“ konnten die Deutschen nicht korrekt aussprechen und schon wurde es zu „Keks“.

Die Grenzen zwischen Fremdwörtern und Lehnwörtern sind fließend. Fremdwörter werden oft im Laufe der Zeit schrittweise zu Lehnwörtern. In diesem Beitrag soll es aber nicht um Lehnwörter gehen, sondern um Fremdwörter.

Kampfansage den „Sprachpanschern“: Setzen Sie Fremdwörter sinnvoll ein

Es gibt Abwehrreaktionen gegen den übertriebenen Trend, immer mehr englische Wörter in die deutsche Sprache einzuschleusen. Die Deutsche Bahn hat ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Glossar von 2 200 Anglizismen übergeben, die nicht mehr benutzt werden sollen – selbstverständlich mit der jeweiligen deutschen Alternative. Gar nicht so einfach. Erinnern Sie sich noch an die deutschen Wörter für Flyer, Counter, Service-Point?

Ich sehe dieses Thema mit großer Gelassenheit. Dieser Beitrag wurde ohne jeden missionarischen Eifer verfasst, Ihnen den Gebrauch englischer Begriffe zu vermiesen. Ich will Sie mit diesem Beitrag anleiten, souverän zu entscheiden, ob Sie ein deutsches oder ein englisches Wort in Ihrer Korrespondenz und in Ihren sonstigen Dokumenten verwenden. Sie erhalten Anregungen und Tipps für diese Entscheidung.

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Denken Sie an Ihre Zielgruppe

Muten Sie Zielgruppen, die des Englischen nicht mächtig sind – denken Sie an den „Keks“ –, keine denglischen Begriffe zu. Sie würden ganz einfach nicht verstanden werden. Schlimmstenfalls würden Marketingkampagnen, die englische Begriffe verwenden, einfach nur herausgeschmissenes Geld bedeuten, weil Ihre Zielgruppe sie nicht versteht.

Bleiben Sie beim Anglizismus, wenn es keine brauchbare Alternative gibt

Es gibt Wörter, die aus dem Englischen übernommen wurden und die sich so fest und unerschütterlich etabliert haben, dass in der deutschen Sprache kein entsprechendes Wort dafür gebildet wurde. Der Platz ist besetzt. Also brauchen Sie auch nicht nach einer Alternative zu suchen. Zu dieser Kategorie zählen Wörter in den folgenden Bereichen.

Wirtschaft und Unternehmen: das Audit, das Marketing, das (auch der) Flipchart, das Franchising, die Hotline, das Internet, just in time, das Joint Venture, das Leasing, der Manager, das Backoffice, das Rating, das Team, die Last-minute-Buchung, das Onlinebanking

Computer, Internet, Medien: der Computer, ein-/auschecken, bloggen, der Browser, googeln, das Interview, der Laptop, der Desktop, das Notebook, das Netbook, USB, scannen, der Server, die SMS, das WLAN, das Webdesign, skypen, die Software, die Hardware, surfen, der Toner, das Touchpad, der Touchscreen, twittern, das Update, die E-Mail, die Homepage

Essen, Trinken: der Brunch, der Softdrink, das Steak, der Burger

Kleidung, Mode: die Jeans, der Pullover, das T-Shirt, der Sweater, der Overall, der Dresscode und neuerdings auch die Clutch

Sie können natürlich einen Begriff wie Notebook mit „Klapprechner“ übersetzen, wie es der Verein Deutsche Sprache ernsthaft vorschlägt. Es gibt für „Flipchart“ die deutsche Übersetzung „Tafelschreibblock“. Aber wenn ein Referent so etwas für seinen Vortrag anfordert, was wird er da wohl erhalten? Eine Frage, was er damit meint.

Denken Sie bei englischen Fachwörtern an die Erklärung für Laien

Neben diesen weit verbreiteten Wörtern, die aus dem Englischen übernommen wurden, haben einzelne Branchen noch zusätzlich ihren ganz speziellen Jargon entwickelt. IT-Experten zum Beispiel kennen kaum noch deutsche Fachausdrücke und Abkürzungen.

Dies ist bei der Kommunikation innerhalb der gleichen Branche, zwischen den Experten, kein Problem. Wenn solche hochspezialisierten Fachleute dann in ihrem Fachchinesisch Werbematerialien und Gebrauchsanleitungen für den durchschnittlichen Kunden verfassen, wird es kritisch.

Überlegen Sie bei Ihrer Korrespondenz und bei allen Dokumenten immer, ob der spezielle Ausdruck Ihrer Branche von allen verstanden wird. Wenn sich ein solcher Ausdruck nicht vermeiden und nicht ersetzen lässt, sollten Sie ihn zumindest kurz erläutern. 

Bleiben Sie beim englischen Begriff, wenn der deutsche Begriff den Sinn verändert

Sie sagen zu Ihrem Kollegen: „Heute Abend habe ich einen Termin.“ Keine Reaktion. Das kann eine Verabredung mit dem Vermieter oder dem Steuerberater sein.

Sie sagen: „Heute Abend habe ich ein Date.“ Reaktion: „Oho!“. Möglicherweise werden neugierige Fragen folgen. Bestimmte Anglizismen haben eben eine ganz spezielle Bedeutung und Wirkung. Es ist nicht sinnvoll, sie durch einen weniger präzisen oder erklärungsbedürftigen deutschen Begriff zu ersetzen. Das deutsche Wort „Verabredung“ erscheint ähnlich, drückt aber nicht das Gleiche aus wie das Wort „Date“. Eine Verabredung hätten Sie auch mit einer Freundin. Ein „Date“ bezeichnet eher eine Verabredung, die einen amourösen Verlauf nehmen könnte.

Diese Anglizismen haben eine ganz spezielle Bedeutung

EnglischDeutsche AlternativeKommentar

Assessment-Center 

Prüfungszentrum, Testzentrum für Bewerber

Der englische Begriff ist geläufiger für dieses Testverfahren bei Bewerbungen. Er macht sofort klar, um was es sich handelt. 

Burnout

Erschöpfungszustand

Ausgebrannt sein 

Die deutschen Begriffe umschreiben diesen Zustand, der Fachausdruck ist jedoch Burnout.

WorkaholicArbeitssüchtiger

Der englische Begriff ist auch hier zum Fachausdruck geworden.

Hire and Fire

Einstellen und Entlassen

Der englische Begriff beschreibt nicht nur die Prozedur, sondern eine ganz bestimmte Mentalität eines Unternehmens.

First in – first out (FIFO)

Zuerst rein, zuerst raus

FIFO beschreibt ein bestimmtes, sehr übliches Verfahren der Warenwirtschaft, nämlich … 

Whistleblower

Skandalaufdecker, Enthüller, Geheimnisverräter, Nestbeschmutzer

der Whistleblower = Person oder Institution (wie Wikileaks), die Informationen aus geheimen Dokumenten veröffentlicht, um auf Korruption, Datenmissbrauch, Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen. Deutsche Übersetzungen sind zu eng in ihrer Bedeutung. „Geheimnisverräter“ enthält außerdem eine Vorverurteilung.

Anglizismen: Nutzen Sie sinnvolle deutsche Alternativen – so formulieren Sie verständlich und facettenreich

Viele englische Wörter sind uns sehr vertraut geworden, und wir denken schon gar nicht mehr daran, dass es ein ebenso passendes deutsches Wort gibt. Dies ist wahrscheinlich häufiger der Fall, als Sie denken.

Beispiele: Für diese Anglizismen gibt es eine gute deutsche Alternative

AnglizismusAlternative
ausloggenabmelden
brainstormen – Brainstorming Ideen sammeln, Spontaneinfälle sammeln
cancelnstornieren, absagen
checkenprüfen, kontrollieren
ConsultingBeratung
DeadlineFrist, Stichtag, letzter Termin für ...
DealAbschluss, Geschäft
downloadenherunterladen
einloggenanmelden
EventEreignis, Veranstaltung
FAQhäufig gestellte Fragen
FlatratePauschaltarif
FlyerHandzettel, Prospekt
Front-OfficeEmpfang, Rezeption, Schalterhalle
HighlightHöhepunkt
LifestyleLebensart, Lebensstil
LocationStandort, Veranstaltungsort
MeetingTreffen, Besprechung, Konferenz
MessageBotschaft, Nachricht, Mitteilung
Non-Profitgemeinnützig
OfficeBüro, Amt/Funktion
PerformanceLeistung, Darstellung/Darbietung
relaxen(sich) entspannen
ScreenBildschirm
splittenteilen, aufteilen
TicketFahrkarte, Eintrittskarte
updatenauf den neuesten Stand bringen, aktualisieren

Meine Empfehlung: Geben Sie in Ihrer Korrespondenz immer dem deutschen Wort den Vorzug! Es ist für jeden verständlich. Sie vermeiden die knifflige Mischkonstruktion‚ englisches Wort – deutsche Grammatik, wie bei downgeloadet und upgedatet. Die Aussprache ist für den deutschsprachigen Leser eindeutig. Sie können mit den englischen Wörtern nicht „angeben“, sie sind nicht moderner, flotter oder professioneller. Imponierdeutsch erschwert die Kommunikation.

Nutzen Sie die Vielfalt der deutschen Sprache

Hier kommt ein weiterer Aspekt, über den Sie einmal nachdenken sollten: Populäre Anglizismen reduzieren oft die Vielfalt Ihrer Ausdrucksweise. Ein beliebter Anglizismus ist zum Beispiel das Wort „statement“. Warum wohl? Er ist so schön bequem. Eigentlich könnten und sollten wir in unserer Muttersprache den gesamten Fächer des Vokabulars unserer Sprache entfalten und uns dann aus diesem das passende Wort für die jeweilige Situation heraussuchen. 

Deutsche Alternativen für Statement

Mit dem Anglizismus „statement“ klappen wir diesen vielfältigen Fächer zu und drücken uns „einfältig“ aus. Die ursprüngliche Fülle von Möglichkeiten wird plattgemacht.

Beliebter AnglizismusDeutsche Alternative
Statement

Aussage, Nachricht, Information, Stellungnahme, Erklärung, Standpunkt, Mitteilung, Auskunft, Bekanntmachung, Botschaft, Meinungsäußerung 

Event

Ereignis, Fest, Feier, Erlebnis, Auftritt, Veranstaltung, Schauspiel 

Boom

Erfolg, Erfolgsphase, Aufschwung, Aufstieg, Triumph, Durchbruch, Blüte, Gedeihen, „Explosion“

Meeting

Versammlung, Sitzung, Zusammenkunft, Treffen, Begegnung, Besprechung, Tagung, Konferenz, Beratung, Gesprächsrunde

In Deutschland produzierte „englische“ Begriffe: im Ausland besser nicht verwenden

Der Eifer, englische Wörter in der deutschen Sprache anzusiedeln, geht in einigen Fällen so weit, dass Wörter nicht nur importiert, sondern in Deutschland selbst produziert werden. An den Beispielen werden Sie sehen, dass „Made in Germany“ hier kein Qualitätsmerkmal darstellt. In der Kommunikation mit Deutschen sind diese Begriffe üblich und in Ordnung. In der englischen Kommunikation verwenden Sie bitte unbedingt den korrekten englischen Begriff. Konkret geht es um die folgenden Begriffe.

„Englischer“ Begriff Korrekte englische Bedeutung
Handy

Im Englischen mobile phone oder cell phone. Das englische Wort ‚handy‘ bedeutet handlich, praktisch.

Public Viewing

Dieses Wort ist Lesern amerikanischer Krimis vertraut. Es ist die öffentliche Aufbahrung oder die Leichenschau. In Deutschland bedeutet es Fernsehübertragung auf Großleinwänden bei Großereignissen, besonders Fußball (football, englisch; soccer, amerikanisch). 

Smoking

Der Hinweis „No smoking!“ bedeutet nicht, dass Herren mit diesem vornehmen  Kleidungsstück hier keinen Zutritt erhalten. Denn smoking bedeutet Rauchen. Dieses edle Jackett heißt im Englischen dinner jacket oder tuxedo. 

Auf diese Wortschöpfungen dürfen Sie getrost verzichten

Wolfgang H. Zocher, Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Bestatter, wurde im Jahr 2001 zum Sprachpanscher des Jahres ernannt wegen seiner drei Neuschöpfungen:

  • ‚funeral master‘ für Bestatter (richtig ist: funeral director)
  • ‚eternity‘ als Name der Fachmesse seiner Branche
  • ‚peace box‘ als Bezeichnung für Sarg (richtig ist: coffin)

Ein würdiger Preisträger!

Sprachpanscherei: Verstehen Sie die „Geheimsprache“ der Abkürzungen und Akronyme?

Akronyme setzen sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben einzelner Wörter: NATO – North Atlantic Treaty Organisation; BBC – British Broadcasting Corporation.

Mein Tipp: Vermeiden Sie grundsätzlich Abkürzungen und Akronyme. Sie wissen nicht, ob die Leserin oder der Leser diese entziffern kann.

Wir geben Ihnen diese Liste gebräuchlicher Abkürzungen und Akronyme nur, damit Sie diese in erhaltenen Briefen und E-Mails verstehen.

Abkürzungen, die Sie sprechen, wie 

  • USA,
  • NATO und
  • UNO

können Sie abkürzen.

Abkürzung/AkronymVollständiges WortDeutsche Bedeutung
amlat. ante meridiemvormittags
AOBany other businessVerschiedenes (letzter Punkt einer Besprechung)
approx.approximatelyungefähr
asapas soon as possibleso bald wie möglich
B2B/B to BBusiness to BusinessBeziehungen zwischen Unternehmen
B2C/B to CBusiness to ConsumerBeziehung zwischen Unternehmen und Verbrauchern/Kunden
B/Lbill of ladingKonnossement, Frachtbrief
cccarbon copyKopie
CEO

Chief Executive Officer

Vorstandsvorsitzender (AG)

Geschäftsführer (GmbH) 

e. g.

lat. exempli gratia/Sie sagen: for example

zum Beispiel
extnextensionDurchwahl
FAQfrequently asked questionshäufig gestellte Fragen
i. e.lat. id est/Sie sagen: that is das heißt
p. a.lat. per annumpro Jahr
PApersonal assistantChefsekretär(in)/persönliche(r) Assistent(in)

Plc

public limited company

Aktiengesellschaft (AG)
PINPersonal Identification Number

Persönliche Identifikationsnummer, Geheimzahl, das schreibt keiner aus

pmlat. post merridiemnachmittags/abends
VATvalue added taxMehrwertsteuer
VIPvery important personwichtige Persönlichkeit
Zipzone of improved delivery

Postleitzahl oder Dateiformat

Wie Sie Anglizismen in die deutsche Grammatik integrieren

Da wir nun einmal nicht ohne Anglizismen auskommen, sollten wir sie zumindest richtig einsetzen, und zwar auch grammatisch.

Wird aus ‚the‘ der, die oder das?

Eingedeutschte Anglizismen bleiben nicht geschlechtlos. Es muss eine Entscheidung fallen, welcher der drei deutschen Artikel einem Fremdwort zugeordnet wird.

Es gibt hierfür keine eindeutige Regel, aber einige wichtige Orientierungshilfen:

Natürliches Geschlecht

  • der Cowboy, der Gentleman, der Lord, der Butler, der Rapper, der Snob.
  • die Queen, die Lady, die Stewardess, die Miss Germany.

Zahl der Silben

Unter den Anglizismen findet sich eine große Zahl von Wörtern, die aufgrund ihrer Einsilbigkeit im Deutschen das maskuline Geschlecht erhalten, während neutrale und feminine Einsilber selten vorkommen: 

  • der Club, der Deal, der Lift, der Shop, der Slang, der Stress, der Snob, der Song, der Trend, der Trick.

Dabei gibt es ebenfalls Ausnahmen:

  • das Match, das Steak, das Team, die Bar, die E-Mail (in Süddeutschland und in der Schweiz auch das E-Mail).

Substantive, die mit -er oder -or enden, sind überwiegend Maskulina

  • der Flyer, der Hacker, der Adapter, der Bestseller, der Computer, der Container, der Decoder, der Toner, der Trainer, der Editor, der Processor, der Sensor, der Sponsor, der Ventilator.

Alle diese Hinweise sind hilfreich. Aber es gibt keine allgemein verbindlichen Regeln. Sprachen sind nun mal lebendige Organismen, die sich nicht nach den Vorstellungen von Linguisten richten.

Die korrekte Pluralbildung von Anglizismen

Die frühere und im Englischen immer noch korrekte Schreibweise babies, parties, ladies ist im Deutschen nach der Rechtschreibreform falsch.

Richtig ist: 

  • Party – Partys
  • Lady – Ladys 
  • Hobby – Hobbys

Wörter, die auf -er enden, bleiben im Plural unverändert, parallel zu Wörtern wie der Meister – die Meister, der Lehrer – die Lehrer.

Im Englischen wird der Plural dieser Wörter immer mit -s gebildet: one computer – many computers. Im Deutschen dagegen:

  • der Computer – die Computer 
  • der Pullover – die Pullover
  • der Designer – die Designer
  • der Browser – die Browser
  • der Manager – die Manager

Häufig bleibt die Pluralbildung der Ursprungssprache in der deutschen Sprache auch erhalten:

  • das Shirt – die Shirts
  • das Keyboard – die Keyboards
  • das Design – die Designs
  • der Airbag – die Airbags

So konjugieren Sie aus dem Englischen übernommene Verben

Die folgenden Beispiele zeigen, wie die aus dem Englischen übernommenen Verben nach deutschen Regeln konjugiert werden:

surfen

ich surfe

du surfst

er surft

er surfte 

er hat gesurft

mailen

ich maile

du mailst

er mailt

er mailte

er hat gemailt

Mein Tipp: Schreiben Sie lieber „Ich schreibe eine E-Mail“.

relaxen

ich relaxe

du relaxt

er relaxt

er relaxte

er hat relaxt

interviewen

ich interviewe

du interviewst

er interviewt

er interviewte

er hat interviewt

googeln

ich googel

du googelst

er googelt

er googelte

er hat gegoogelt

managen

ich manage

du managst

er managt

er hat gemanagt

 

Schön klingt das alles nicht. Ein Argument mehr, ein deutsches Verb zu nehmen, wenn es möglich ist.

Wie schreiben Sie zusammengesetzte Fremdwörter (Komposita)?

Zusammengesetzte Fremdwörter werden zusammengeschrieben. Zur besseren Lesbarkeit kann ein Bindestrich gesetzt werden. Dies ist bei längeren Wörtern immer zu empfehlen. 

  • Desktoppublishing (auch: Desktop-Publishing)
  • Airconditioning (auch: Air-Conditioning)
  • Blackout (auch: Black-out)
  • Countdown (auch: Count-down)
  • Kickoff (auch: Kick-off)
  • Break-even
  • Know-how

Achten Sie auf die Groß- und Kleinschreibung: Der zweite Bestandteil wird je nach Wortart groß oder klein geschrieben: Substantive groß, Adjektive, Präpositionen, Adverbien klein. Zusammensetzungen aus Fremdwörtern und Nicht-Fremdwörtern werden entsprechend den allgemeinen Regeln behandelt:

  • Computerfachabteilung (auch: Computer-Fachabteilung)
  • Ticketverkaufsstelle (auch: Ticket-Verkaufsstelle)
  • Marketingkampagne (auch: Marketing-Kampagne)

Also, keine Angst vor Anglizismen! Setzen Sie sie in Ihrer Korrespondenz ganz selbstverständlich ein, wenn sie Ihnen besser gefallen und wenn Sie meinen, dass sie Ihre Botschaft angemessener vermitteln. Aber eine Message in good old German ist auch okay. 

Beispiele aus der Praxis: Finden Sie zu allen Anglizismen die passende Alternative

Dieser Beitrag hat Ihnen einen Überblick über das Thema „Anglizismen in der deutschen Sprache“ gegeben. In der linken Spalte der folgenden Tabelle finden Sie einen Auszug aus dem Weblog, dem Internet-Tagebuch, einer Assistentin, in dem viele Anglizismen vorkommen.

Am besten decken Sie zunächst die mittlere und rechte Spalte ab und überlegen sich alternative Formulierungen.

In der mittleren Spalte finden Sie dann unsere Vorschläge, wie diese Sätze für ein Geschäftsschreiben umgewandelt werden sollten. Es gibt auch Fälle, bei denen deutsche Wörter durch einen passenderen englischen Begriff zu ersetzen sind. 

OriginaltextAlternative für Geschäfts-KommunikationKommentar/Erklärung

Letzte Woche hatten wir ein Meeting in unserem Department.

Letzte Woche hatten wir eine Besprechung in unserer Abteilung.

unnötige Anglizismen

Ich hatte das gesamte Catering organisiert mit Coffee, Softdrinks und Snacks. 

Ich hatte die gesamte Bewirtung organisiert mit Kaffee, mit kalten, nicht alkoholischen Getränken und einem Imbiss.

Softdrinks = kalte, nicht alkoholische Getränke. „Kalte Getränke“ könnten auch Bier und Wein sein. 

Ein Tafelschreibblock stand zur Verfügung und ein zusätzlicher Klapprechner für den Referenten.

Ein Flipchart stand zur Verfügung und ein zusätzliches Notebook für den Referenten.

Die deutschen Übersetzungen würden nicht verstanden. 

Die Deadline für die Anmeldung war Freitag, der 15. September.

Die Frist für die Anmeldung war Freitag, der  15. September.

unnötiger Anglizismus

Natürlich haben zwei Kollegen ihre Teilnahme noch last minute gecancelt.

Natürlich haben zwei Kollegen ihre Teilnahme noch in letzter Minute abgesagt.

unnötige Anglizismen

Sie hatten wohl ein zu heftiges Weekend mit anstrengenden Dates.

Sie hatten anscheinend ein strapaziöses Wochenende mit anstrengenden Dates.

Weekend: Unnötiger Anglizismus. Das „Date“ passt in dieser Situation besser als Verabredung.

Kick off war dann um 9 Uhr.

Wir haben um 9 Uhr begonnen.

Kick off wäre für den Beginn einer Großveranstaltung passend.

Auf der Agenda stand das Projekt mit einem IT-Unternehmen, das im Consulting aktiv ist. 

Auf der Tagesordnung stand das Projekt mit einem IT-Unternehmen, das in der Unternehmensberatung aktiv ist.

unnötige Anglizismen

Die beiden CEOs waren dabei und alle Top-Executives.

Die beiden Geschäftsführer waren dabei und alle leitenden Angestellten.

unnötige Anglizismen und Abkürzungen

Es wurden noch einmal alle Details rund um Hardware und Software gecheckt.

Es wurden noch einmal alle Details rund um Hardware und Software überprüft.

gecheckt – unnötiger Anglizismus

Ebenso ging es um die Deadline für die Angebote.

Ebenso ging es um die Abgabefrist/den Abgabetermin für die Angebote.

unnötiger Anglizismus

Bei AOB ging es um die üblichen peanuts.

Beim Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ ging es um die üblichen Details (oder: um die üblichen Belanglosigkeiten).

AOB (Any Other Business) wird möglicherweise nicht verstanden. Vermeiden Sie möglichst Akronyme – „peanuts“ ist für ein offizielles Dokument nicht geeignet.

Ich habe mal ein bisschen gegoogelt, um mehr über das IT-Unternehmen zu erfahren. Die Homepage ist absolut up-to-date.

Ich habe mal ein bisschen gegoogelt, um mehr über das IT-Unternehmen zu erfahren. Die Homepage ist auf dem neuesten Stand.

„gegoogelt“ ist höchstens mit „online recherchiert“ zu übersetzen. Up-to-date ist hier ein unnötiger Anglizismus.

Die Location des Unternehmens ist Nürnberg.

Der Standort des Unternehmens ist Nürnberg.

unnötiger Anglizismus

Die Message der Website ist eindeutig: Wir sind Top-Performer.

Die Botschaft der Website ist eindeutig: Wir erbringen Spitzenleistungen.

Nicht jeder versteht „Top-Performer“.

Wir liefern keine standard procedures sondern tailor made solutions.

Wir liefern nichts von der Stange, sondern nur maßgeschneiderte Lösungen.

schwer verständliche und unnötige Anglizismen

Nach meinem Eindruck ist das ein Verein mit der typischen „Einstellen und Entlassen“-Mentalität.

Nach meinem Eindruck ist das ein Unternehmen mit der typischen „Hire- and-Fire“-Mentalität.

Hier ist der englische Ausdruck passender.

Und wer darf den Report für das annual meeting der share- holder schreiben? Das ist wieder mal mein Job.

Und wer darf den Bericht für die Jahreshauptversammlung der Aktionäre schreiben? Das ist wieder mal meine Aufgabe.

unnötige Anglizismen, „Job“ wäre akzeptabel.

 

 


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