Menu

Karriere 50 plus: Den Kopf in den Wind halten

Haben Frauen, die 50 Jahre oder älter sind, noch echte berufliche Perspektiven in dem weiten Berufsfeld Assistenz – oder ist ein reiferes Alter nach wie vor eine Karrierebremse? Arbeitsmarktexperten plädieren für einen längst überfälligen Wandel: Weg mit den Denkbarrieren!

Karriere 50 plus

Auch Frauen, die über 50 sind, bringen den Unternehmen viele Vorteile.

Karriere 50 plus: Den Kopf in den Wind halten

Dieser Artikel stammt aus working@office. Hier geht es zum Gratis-Test ...

Nicht länger in Grenzen denken, rät Marit Zenk, früher selbst Office-Managerin und mittlerweile als „DEUTSCHLANDS 1. SECRETARY COACH“– so lautet ihr Claim – im deutschsprachigen Raum unterwegs: „Das lähmt nur.“ Die 45-Jährige hat 27 Jahre Berufserfahrung gesammelt, bevor sie sich selbstständig machte und nun auf allen Unternehmensebenen coacht und berät. Für die Karriereberaterin hat das Lebensalter 50 plus im Berufsleben viele positive Begleiterscheinungen. Wer Kinder großgezogen habe, lebe nun oft wieder selbstbestimmter, entweder in gefestigter Beziehung oder auch solo und unabhängig, in aller Regel jedoch freier und flexibler als die Zeit zuvor. Eine Sichtweise, die vielleicht noch nicht in allen Unternehmen so eingenommen wird, schade eigentlich, meint die Beraterin: „Ein Arbeitgeber, der sich der 50-plus-Generation verschließt, erkennt offenbar nicht die Vorzüge. In diesem Alter sind Arbeitnehmerinnen ausgesprochen loyal, treu, ausgeglichen und verantwortungsbewusst. Vielleicht nicht mehr so formbar, aber dafür muss man ihnen auch nicht die Welt erklären. Sie haben ihr Standing und schon aus vielen Fehlern gelernt.“

Karriere 50 plus – gute Aussichten dringend gesucht

Sie habe verhältnismäßig viele Frauen ab Mitte 50 im Coaching, berichtet Marit Zenk, oft durchaus selbstbewusste Frauen, die nach wie vor bereit sind, viel zu geben: „Ich würde sagen, mehr als die Hälfte sind sich ihrer Stärken und Kompetenzen bewusst und zugleich von der Notwendigkeit lebenslangen Lernens überzeugt.“ Sie arbeitet gern mit aufgeschlossenen Kunden, stärkt aber ebenso gern jene, die allmählich Unsicherheiten verspüren. Das sind nach ihrer Einschätzung rund 20 Prozent, „ein Teil davon fühlt sich von der neuen Welt überrumpelt, einige wenige sogar abgehängt. Das verunsichert und demotiviert, je nach Typ. Ich bin sicher, hier könnte der Arbeitgeber durch Mitarbeitergespräche und Personalentwicklungsmaßnahmen seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen und damit vor allem prophylaktisch agieren.“

Natürlich erlebt auch sie Mitarbeiterinnen, die eher beratungsresistent sind, nach dem Motto Kenn-ich-Weiß-ich-War-ich-schon. „Aber diesen Typ Mensch gibt es in jedem Jahrgang.“ Vorgesetzten und Personalern rät sie, lieber einmal mehr als einmal zu wenig auf die erfahrenen Mitarbeiterinnen zuzugehen und ihnen wirklich zuzuhören. Einfach alle für altmodisch oder unflexibel zu erklären, denen die digitale Welt suspekt ist, das findet die Karriere-Expertin zu einfach: „Eine gewisse Skepsis den neuen Medien gegenüber kann auch Gewissenhaftigkeit bedeuten, mit der man sich dieser neuen Welt annähert.

Junge Leute gehen zwar per se unverkrampfter mit den neuen Medien um, übersehen aber womöglich Gefahren und agieren daher oft ‚übermotiviert‘. Gerade eine Assistenz sollte sich der Tragweite ihrer Entscheidungen bewusst sein und als Repräsentanz ihres Chefs angemessen und wohlüberlegt agieren.“ Die Krux der 50-plus-Frage aus ihrer Sicht: „Unser Bewusstsein hat sich verändert. Wir Frauen haben eine klare Vorstellung von unseren unterschiedlichen Rollen. Gleichzeitig nehmen wir auch die ansteigende Erwartungshaltung von außen wahr und versuchen, dieser gerecht zu werden oder besser gesagt, mithalten zu können. Die meisten sehen deutlich jünger aus, als sie sind, weil sie sich auch so fühlen und verhalten.“

50 – ist die neue 40?

Petra Schütt, Arbeitsmarktexpertin am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung in München (ISF), beginnt ihre Ausführungen mit einer These, die diese Perspektive bestätigt: „Die Frau von 50 ist heute nicht mehr dieselbe wie noch vor zwei, drei Jahrzehnten.“ Die promovierte Wissenschaftlerin hat selber gerade erst die magische Fünf vor der Altersangabe erreicht, sie weiß also, wie man sich fühlt etwas über der Mitte des Lebens. Und sie erkennt die Diskrepanz zwischen dem eigenen junggebliebenem Lebens- und Leistungsgefühl und der Realität des Arbeitsmarktes: „Wenn man in diesem Alter arbeitslos ist, wird es eher schwierig.“

Die ISF-Mitarbeiterin berät hauptsächlich Betriebe im produktionstechnischen Bereich, dort gibt es bekanntlich einen deutlichen Fachkräftemangel, was grundsätzlich Chancen für alle Arbeitnehmer – und Arbeitnehmerinnen – bedeute: „Die Arbeitgeber dort sagen, wir würden ja gern mehr Frauen fördern, aber da sind einfach zu wenige, die auch wollen.“ Was sicher auch daran liegt, dass sie in diesen technischen Branchen nach wie vor unterrepräsentiert sind, „Frauen beschränken sich immer noch auf bestimmte Branchen“, und, auch schon oft gehört, aber wohl doch noch nicht oft genug umgesetzt: „Frauen warten immer, bis sie gefragt werden. Man muss sich selber ins Spiel bringen, fordern, Vorschläge machen.“ Zu mehr Chuzpe rät die Arbeitsmarktforscherin Frauen deshalb grundsätzlich in jeder Altersgruppe. 

Reif für neue Perspektiven mit 50 plus

Das geht vielleicht auch ohne viel Wirbel, falls man den großen Auftritt scheut. Selbstwertgefühl und die Gewissheit, was man will, kann zumindest fachlich dorthin bringen, wo einem niemand mehr etwas vormacht und die Position stabil bleibt. Ein Beispiel dafür ist die berufliche Entwicklung von Petra Schorr, 56 Jahre. Aus jedem Satz blitzt die Begeisterung für ihren Job, die Freude am Rumtüfteln, wenn an irgendeiner Stelle ein Workflow noch effizienter laufen könnte, die Zufriedenheit – „ich fühle mich hier wirklich sehr geschätzt“. Vor zehn Jahren hat sie bei ihrem heutigen Arbeitgeber R-Biopharm in Darmstadt angefangen, mit 46 also, was damals wahrscheinlich sogar ein Pluspunkt war, meint sie: „Ich hatte die Phase der Familienplanung hinter mir, das gibt den Unternehmen ja auch eine gewisse Sicherheit.“ Außerdem kam sie von einer – wenn auch kleineren – Firma mit ähnlichem Branchen-Profil.

Anfangs noch als Assistenz für mehr oder weniger alle im Betrieb eingesetzt, entwickelte sie sich aus eigenem Antrieb heraus zu einer Expertin in Sachen Software-Einsatz, bald kannte sie die eingesetzten Programme wie kaum jemand sonst in der Firma, mit der IT-Abteilung besprach sie Einsatzmöglichkeiten – „es macht mir einfach richtig viel Spaß, immer wieder etwas weiter zu denken“. Das ist ein Tipp, den sie allen Berufskolleginnen gibt, ganz unabhängig vom Alter: „Immer etwas mehr tun, als von einem erwartet wird“, das optimiere das eigene Standing und die Aussichten aufs Weiterkommen. Sie weiß, dass das auch vom jeweiligen Chef abhängt, „man kann ja immer nur fürs eigene Unternehmen sprechen“. Sie hat offenbar auf das richtige gesetzt vor gut zehn Jahren.

Dass sie im Zweifel sogar noch einmal wechseln würde, wenn sie es nicht so gut getroffen hätte, glaubt man ihr gern. Ruhig, aber sehr sicher formuliert sie, was sie braucht, um sich wohlzufühlen im Job – eine Aufgabe, die sie fordert, die sie spannend findet, die Raum für Entwicklung gibt. Ein Wechsel steht deshalb auch gar nicht zur Debatte, sie fühlt sich richtig in ihrem Aufgabenbereich, den thematisch der Chef vorgibt. Er ist Bereichsleiter „Marketing/Vertrieb klinische Diagnostik“, tauscht sich regelmäßig mit seiner Mitarbeiterin aus, fördert sie, hat ein Ohr für ihre Vorschläge.

Mit ihrem Alter hat Petra Schorr kein Problem, generell würde sie sich für die Arbeitswelt gut gemischte Teams wünschen, „ich hatte letztes Jahr hier eine Praktikantin Anfang 20, wir haben uns gegenseitig sehr inspiriert, das hat mir gut gefallen“. Fazit für die 56-Jährige, die eigentlich mal Sport und Geografie studiert hat: „Man kann alles lernen, in jedem Alter, wenn man gewillt ist und offen bleibt.“ Sie wird es mit Sicherheit die verbleibenden zehn Jahre im Job so halten: „Die Zeit möchte ich unbedingt nutzen, um mich noch tiefer in den Innendienst Vertrieb einzuarbeiten.“ Ein großer Wunsch dabei ist, eine Trennung von der heutigen Sachbearbeitung und der ursprünglichen Assistenztätigkeit auch in der Aufgabenbezeichnung zu erreichen: „Darüber bin ich mit meinem Chef im Gespräch.“

Wichtig: ein zeitgemäßer Auftritt für Frauen 50 plus

Was rät nun Assistenz-Coach Marit Zenk Frauen 50 plus, die gerne noch weiterkommen oder wechseln möchten? Wie können sie ihren (potenziellen) Arbeitgebern deutlich machen, dass Engagement, Ehrgeiz und Tatkraft längst noch nicht am Ende sind? „Bewerberinnen mache ich klar, wie wichtig es ist, unbedingt alles an die Neuzeit anzupassen. Das gilt für den Aufbau des Lebenslaufes, für die Art des Fotos, die Abgabeform der Bewerbungsunterlagen und auch für das Wording. Greifen Sie die Worte des suchenden Unternehmens auf und formulieren Sie ein mutiges Anschreiben.“ 

Wer im Unternehmen bleiben möchte, ohne allmählich an den Rand gedrückt zu werden, sorge nach wie vor mit dem bewährten Prinzip „Aufgeschlossenheit und Weiterbildung“ für eine stabile Position: „Egal, auf welcher Ebene Sie arbeiten, ruhen Sie sich dort bitte nicht aus, sondern bilden Sie sich immer weiter fort. Befassen Sie sich mit der neuesten Technik, besuchen Sie Seminare, nehmen Sie an Webinaren teil oder buchen Sie einen Coach, der Sie für den Alltag fit macht beziehungsweise fit hält. Bleiben Sie neugierig und hinterfragen Sie auch immer mal wieder alte Arbeitsabläufe. Sprechen Sie offen über Ihre Wünsche und mögliche Perspektiven.“

Und sie schließt auch gleich noch einen Appell an, der für generationenübergreifendes Verständnis sorgen soll: „Lernen Sie, wie die Jüngeren ticken, und akzeptieren Sie die Andersartigkeit der Generation. Mehr noch: Sehen Sie das Positive, lassen Sie auch mal deren Meinungen gelten und entdecken Sie Synergien, die sie zusammen erfolgreich machen. Seien Sie den Jüngeren ein Vorbild und zeigen Sie, dass vom ‚alten Eisen‘ noch keine Rede sein kann.“ 

Im reiferen Alter nur nicht unter Wert verkaufen

Trotzdem bleibt die 50 plus offenbar in vielen Unternehmen eine Art Abwehrgraben vor dem Fort der Karrieristen. Immer noch gehen viele Personaler davon aus, dass ältere Mitarbeiterinnen – und Mitarbeiter – weniger produktiv sind. Aber sind sie das wirklich, fragt sich zum Beispiel Thomas Bayer, Gründer und CEO der Bayerplus Consulting, Küsnacht, in einem Pressebeitrag, der ernüchtert, aber auch munter macht: „Aus wirtschaftlicher Sicht sitzen Frauen und Männer im selben Boot, wenn es um das Thema 50 plus geht. Bei der Bewerbung haben beide kaum eine Chance, auch wenn sich die Bedingungen für ältere Bewerber aufgrund des demografischen Wandels verbessert haben und wohl weiter verbessern werden.“

Für Frauen wünscht er sich offenbar eine Art Überholspur, denn: „Sie sind in der Regel extrovertierter, durchsetzungsfähiger und können deutlicher kommunizieren. Studien zeigen außerdem, dass Frauen besser darin sind, Ziele festzulegen, sie durchzusetzen und das Erreichte zu kontrollieren.“ Sein Tipp an die weibliche 50-plus-Generation lautet deshalb, sich nicht unter Wert zu verkaufen, sondern die andere, weibliche Perspektive deutlicher ins Spiel bringen, indem sie darlegen, „dass daraus innovative und vielleicht ungewöhnliche Strategien entstehen können. Gerade weil Frauen anders sind und anders denken und führen, sind sie so wichtig für die Wirtschaft.“

Mit über 50 quer wechseln, wenn’s nicht höher geht

Zum Glück wird das immer mehr Frauen bewusst und sie bleiben am Ball, checken Perspektiven. Wie Petra Hintereck, die gerade ihren 50. Geburtstag gefeiert hat und seit 1984 bei dem Versicherungsunternehmen HDI Global SE arbeitet, in unterschiedlichen Positionen und an verschiedenen Standorten. Seit 2006 ist sie Assistentin der Geschäftsführung bei der Niederlassung München. Die Zusammenarbeit mit ihrem Chef läuft noch auf der eher klassischen Assistenz-Schiene, man schätzt sich sehr, Weiterbildung ist eine Selbstverständlichkeit, „er fördert mich“, sagt Petra Hintereck.

Waren es früher eher fachliche Kurse – EDV, Excel, PowerPoint, Word, Outlook, Serienbriefe – hat sie heute mehr Interesse an Seminaren im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Das macht ihr erst seit zwei, drei Jahren so richtig Spaß, erst kürzlich habe ihr ein Anti-Stress-Workshop bei Coach und Trainerin Carsta Stromberg so richtig gut getan – „solche Themen interessieren mich mittlerweile viel mehr.“ Auf ihrem jetzigen Posten fühlt sie sich wohl. Dennoch gibt es ab und zu Karriereträume in eine andere Richtung.

In ihrem Aufgabenbereich habe sie so ziemlich alles erreicht, Weiterentwicklungsmöglichkeiten sieht sie da eher nicht. Außerdem sei das klassische Sekretariat doch wohl eher ein Auslaufmodell: „Solche Aufgaben werden immer mehr vom Management selbst übernommen.“ Eine Karriere-Option für sie im eigenen Unternehmen wäre zum Beispiel ein Wechsel in den Vertriebsbereich. Sie lässt sich das immer wieder mal durch den Kopf gehen und ist ich sicher, dass ihr Chef das unterstützen würde. „Obwohl er für sich persönlich bestimmt froh wäre, wenn wir die restlichen drei Jahre bis zu seiner Rente noch als Team zusammenbleiben.“ Ob sie tatsächlich den Mut hat, noch einmal etwas zu verändern, darüber ist sie sich noch nicht ganz im Klaren. Die Zeit drängt, allerdings weniger aus der Perspektive Lebensalter, sondern eher mit Blick auf die Arbeitsmarktentwicklung: „Ich bin nicht sicher, ob es die Tandems ‚Chef – Assistentin‘ in unserer jetzigen Konstellation noch lange geben wird.“

Als Pluspunkte eines Vertriebs-Jobs mit Verantwortung nennt sie einerseits mehr Kontakt zur Außenwelt und eine individuellere Arbeitszeit, „nicht mehr nine-to-five, sondern selbstorganisierter, das reizt mich. Außerdem macht mir das Thema Vertrieb/Verkauf grundsätzlich viel Spaß.“ Andererseits sei sie ein „Sicherheitsmensch“, sie brauche nun einmal Gewissheit, weshalb ein Wechsel für sie nur im eigenen Unternehmen infrage kommt. Dennoch mache ihr die frische Fünf vor ihrem Lebensalter keine Angst, auch nicht beruflich: „Mit 50 weiß man, was man will und was man nicht will. Und man ist heute definitiv jünger als die 50-jährigen Frauen noch vor 20 Jahren.“ Außerdem werde sie in der Firma weiterhin gefördert, wenn sie einen Bedarf für sich sieht, „das empfinde ich als großzügige und motivierende Geste meines Arbeitgebers.“

Karriere 50 plus: Selber kümmern macht stark

Über eine solche „Geste“ freut sich auch Martina Brunnenmayer, 51 Jahre, seit 1983 im Beruf. Heute arbeitet sie als „Assistant Human Resources“ bei der Zeppelin Rental GmbH in Garching bei München, einem Vermiet- und Baulogistikdienstleister und Teil des Zeppelin-Konzerns. Auf die 15 Jahre Familienpause blickt sie mit gemischten Gefühlen zurück: „Ich bin froh ins Mutterdasein gestartet, habe dann aber irgendwann gemerkt, dass das nicht ausfüllt.“

Sie suchte sich in ihrem Umfeld Aufgaben, zum Beispiel an den Schulen der Kinder, die klassischen Ersatzhandlungen eben – und stieg mit knapp 40 bei der Lufthansa wieder ins Berufsleben ein. Die Teamassistenz im Bereich Personal macht sie gern, die zusätzlichen Aufgabenbereiche, die sie selbstständig bearbeitet, sind ihr wichtig, alle zusammen halte sie aber ganz schön auf Trab. Und wie so viele ihrer Berufskolleginnen, die über die Jahre immer mehr inhaltliche Aufgaben übernehmen, gerät auch sie oft genug in die Zwickmühle zwischen ständiger Dienstleistungsbereitschaft und eigenverantwortlichem Arbeiten – „Fremdaufträge wirbeln meinen Zeitplan öfter durcheinander.“ Aber sie sei jemand, die alles immer gern „im Fluss“ habe, sprich, die einfach anpackt, wenn sich irgendwo ein Bedarf zeigt. Auch das ist sicher typisch für diesen Beruf, der Service-Auftrag ist häufig so sehr verinnerlicht, dass ein Abgrenzen zum Problem werden kann, auch wenn der Wunsch nach Selbstbestimmtheit irgendwann wächst.

Seit einiger Zeit schon absolviert sie deshalb eine Weiterbildung zur Personalfachkauffrau, eine lernintensive Angelegenheit mit zwei Lehrabenden in der Woche und gelegentlichen Präsenz-Wochenenden, finanziert von der Firma. Sie verzichtet auf viel freie Zeit, noch bis zum Abschluss im Juni 2018 – und dann? Dann werde sie sich nach Aussichten in ihrer Firma umschauen und sich mit ihrer Chefin nochmals über den bereits angesprochenen Veränderungswunsch austauschen, „das gehe ich proaktiv an“.

Im Unternehmen will sie auf jeden Fall bleiben, sie fühlt sich dort gut unterstützt. Außerdem glaubt sie noch nicht so recht an die große Karriere-Freiheit jenseits der 50: „Ein Wechsel wird in meinem Alter nicht mehr klappen. Ich sehe noch nicht, dass die Unternehmen generell schon so weit sind.“ Letztlich bestimmten in vielen Firmen mittlerweile die jungen, hochmotivierten BWLer das Aufstiegsklima.

Martina Brunnenmayer ist Jahrgang 1966, ihr Rentenanspruch beginnt regulär im Jahr 2033. Das ist noch eine Weile hin, Sorgen bereitet ihr das nicht: „Ich verspüre keine Ermüdungserscheinungen, im Gegenteil. Ich freue mich darauf, mich weiterzuentwickeln.“ Den Berufskolleginnen macht sie Mut: „Frauen, traut euch was, auch in reiferem Alter! Wenn man ein bisschen rüttelt, dann geht auch was!“

Weitere Artikel aus der Kategorie "Office"

career@office

Die Messe mit Kongress für Sekretärinnen und Assistentinnen

 

 

Ihre career@office 2019

07.05.2019: Frankfurt, Kap Europa

05.09.2019: Köln, Congress-Centrum Nord

Weiterbildung

Seminare für Office-Professionals

Starten Sie durch in Richtung Erfolg! Seminare, Kongresse und Fernlehrgänge von A wie Ablage bis Z wie Zeitmanagement.

OFFICE SEMINARE hat garantiert das richtige Weiterbildungskonzept für Ihre Bedürfnisse. www.office-seminare.de