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Wirtschaft: Zoff im Welthandel

Wenn Märkte sich gegenseitig mit Strafzöllen belegen, dann fordern sie gewissermaßen Revanche in einem Handelsstreit, der einer Seite Überschüsse einbringt, der anderen aber Defizite. Die World Trade Organization WTO ist dann als Schlichter gefragt.

Handelsstreit

Seit vielen Monaten berichten die Medien fast täglich von Strafzöllen oder neuen Ankündigungen im Handelskonflikt. Was aber steckt hinter Begriffen wie Handelskrieg, Handelsstatistik & Co.?

Deutsche Firmen ziehen sich aus dem Iran zurück, die USA drohen der EU mit Sanktionen und haben bereits eine weitere Runde in ihrem Handelsstreit mit Peking eingeläutet. Als Grund gilt die Schieflage in der Handelsstatistik.

Seit vielen Monaten berichten die Medien fast täglich von Strafzöllen oder neuen Ankündigungen im Handelskonflikt. Und wo sich Regierungschefs um Stahl, Whisky, Motorräder und Erdnussbutter streiten, wird das, was sonst der Stoff von Volkswirten ist, zum Tagesthema für alle.

 

 

Was aber steckt hinter Begriffen wie Handelskrieg, Handelsstatistik & Co.? Eine Handelsbilanz ist eine bilaterale Perspektive. Sie stellt Im- und Exporte zwischen zwei Ländern oder Märkten oder auch zwischen einem Land wie den USA und dem Rest der Welt gegenüber. Das liest sich dann beispielsweise so: Die USA haben 2017 ohne Dienstleistungen ein Defizit im Warenhandel von insgesamt 566 Milliarden Dollar eingefahren, so das Manager Magazin. „Der Großteil ging davon mit 375 Milliarden Dollar auf Chinas Konto.“ China verkauft also 375 Milliarden Dollar mehr in die USA also sie von dort importieren. Die EU erzielt gegenüber den USA demnach einen Überschuss von 151 Milliarden Dollar.

Handelsüberschüsse: Kapital exportieren

Ein Handelsdefizit entsteht immer dann, wenn ein Land unterm Strich mehr importiert als exportiert, also mehr einkauft als verkauft. So ein Handelsbilanzdefizit muss finanziert werden, und zwar mit Kapital aus dem Ausland. „Die US-Wirtschaft ist also darauf angewiesen, in hohem Maß Geld aus dem Ausland anzuziehen“, skizzierte die Süddeutsche Zeitung das amerikanische Problem.

„Anders sieht es bei Ländern mit Handelsüberschüssen aus: Sie haben quasi mehr Geld zur Verfügung, als in der eigenen Volkswirtschaft gebraucht wird. Das Land exportiert dann Kapital.“ Unternehmen richten sich internationaler aus, investieren in ausländische Märkte. Tatsächlich lässt sich ein Defizit in einzelnen Waren- und Güterkategorien kaum vermeiden. So wachsen manche landwirtschaftlichen Produkte schlicht nicht überall, auch Rohstoffe sind nicht gleichmäßig über den Globus verteilt. Manche Länder haben diese spezielle Technologie und damit Know-how gefördert, andere jene. Die internationale Arbeitsteilung macht es möglich, diese Grundregel („komparativer Kostenvorteil“) haben schon vor langer Zeit Ökonomen wie Adam Smith erklärt.

Handelsdefizit: rote Zahlen in der Bilanz

Allerdings gleicht sich das alles nicht unbedingt aus. Der eine bekommt deshalb weniger, der andere mehr vom großen globalen Kuchen. Deutschland als langjähriger Exportweltmeister etwa erzielt große Überschüsse, 2016 waren das insgesamt 252 Milliarden Euro plus. Allein die USA hatten für knapp 115 Milliarden Dollar Waren in Deutschland bezogen, aber lediglich für rund 49 Milliarden Dollar nach Deutschland exportiert, rechnet die Süddeutsche Zeitung beispielhaft vor.

Strafzölle können das verändern. Mit diesen Extra-Gebühren versuchen Staaten, Einfuhren aus dem Ausland zu drosseln. Etwa dann, wenn sie aus ihrer Sicht auf einem unfairen Handel beruhen. Häufig geht es dabei um Dumping-Vorwürfe. So hatte zum Beispiel Brüssel vor einigen Jahren Extrazölle von bis zu 47,6 Prozent auf chinesische Solarmodule verhängt und wollte damit eine Überflutung des europäischen Marktes eindämmen und so den fairen Wettbewerb wiederherstellen, wie seinerzeit Handelskommissar Karel De Gucht den Schritt begründete.

Inzwischen wurde hier mit einer Obergrenze für Importe in die EU ein Kompromiss gefunden. Auch der Import von Turnschuhen aus Asien wurde mit der Dumping-Begründung seinerzeit verteuert. Strafzölle sind also wie andere Handelshemmnisse Instrumente, um etwa heimische Produzenten zu schützen oder auch den Warenaustausch einzelner Produkte oder Warengruppen gezielt zu steuern. Protektionismus heißt das auch, wenn es zur Abschottungspolitik des eigenen Marktes dient, es ist das Gegenstück zum Freihandel mit offenen Grenzen.

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