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Feminin und fair

Trotz wachsender Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern: Beim Verfassen von geschlechtergerechten Texten geraten wir manchmal an die Grenzen unserer Formulierungskunst. Mit diesen Tipps schärfen Sie Ihr Sprachbewusstsein.

Wenn in einem Rundschreiben oder in einer Werbe-Mail von "Mitarbeitern", "Kunden" oder "Dienstleistern" die Rede ist, wen haben Sie dann vor Augen?

 

 

 

 

 

Generisches Maskulinum

Sehr wahrscheinlich eher Männer als Frauen – obwohl die meisten Unternehmen auch Kundinnen haben, in aller Regel nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Mitarbeiterinnen beschäftigen – und der Dienstleistungssektor bekanntermaßen ohnehin eine weibliche Domäne ist. Schuld an diesem verzerrten Bild, das so gar nicht unserer Gesellschaft und Berufswelt entspricht, ist das "generische Maskulinum", also die Verwendung von ausschließlich männlichen Personenbezeichnungen.

 

Unbewusste Entscheidungsprozesse

Das ist ärgerlich, denn es hat weitreichende Folgen. Nicht zuletzt der "Equal Pay Day" am 26. März dieses Jahres zeigt, dass die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen noch immer nicht auf allen Ebenen erreicht ist – zum Beispiel nicht bei der durchaus existenziellen Frage gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit. Aber auch in puncto Berufswahl – und damit Karriere-Perspektiven – kann die Formulierung, womöglich unbewusst, den Entscheidungsprozess mit steuern: Wenn immer nur vom "Ingenieur" die Rede ist, jedoch nicht von der "Ingenieurin", dann kommt diese Berufswahl für viele Mädchen eben entsprechend selten infrage.

 

Gendergerecht formulieren

Es gibt also genügend gute Gründe, "gendergerecht" zu formulieren, das heißt unter Berücksichtigung des sozialen Geschlechts (= "gender", aus dem Englischen). Wer die vorhandenen Möglichkeiten kreativ einsetzt, verfasst im Übrigen nicht nur verständliche und gut lesbare Texte, sondern sammelt in aller Regel auch noch Sympathiepunkte. Denn Fairness kommt immer gut an, bei Leserinnen und Lesern.

 

Einfach, aber platzraubend: Die Doppelnennung

Sie sollte längst selbstverständlich sein, doch in der Geschäftskorrespondenz einiger Unternehmen wird sie immer noch nicht durchgängig verwendet: Die Doppelnennung der weiblichen und männlichen Form in der Anrede. Dabei ist sie dort am einfachsten umzusetzen, weil in der Regel genügend Platz vorhanden ist. Wird also nicht explizit eine Geschlechtergruppe angesprochen – zum Beispiel ein Männergesangsverein – sollten grundsätzlich beide Personengruppen angesprochen werden:


  • Sehr geehrte Kundin, sehr geehrte Kunde, ...

  • Liebe Mitarbeiterinnen, liebe Mitarbeiter, ...

  • Verehrte Geschäftspartnerinnen, verehrte Geschäftspartner, ...

  • Geschätzte Leserin, geschätzter Leser ...

Selbstverständlich gilt das Gebot der Doppelnennung nicht nur für die Anrede, sondern auch innerhalb eines Textes. Wenn Sie in einer Werbe-Mail schreiben, dass die Expertinnen und Experten Ihres Unternehmens am Telefon Kundenfragen beantworten, dann verbergen Sie nicht länger Ihre weiblichen exzellenten Mitarbeiterinnen. 

 

Alternative bei Platzmangel: Die neutrale Form

Gute Alternativen und darüberhinaus platzsparend ist diese Ersatzform:


  • Kundschaft, Leserschaft, Lehrkraft

  • Lehrperson, Kollegium, Studierende

  • Fachpersonal

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Welche Möglichkeiten es außerdem noch gibt, um Männer und Frauen in der Korresspondenz gleichermaßen anzusprechen, beschreibt Kirsten Wolf mit vielen Beispielen in der aktuellen Ausgabe von working@office. 

 

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