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42 typische Schreibfehler – und wie Sie sie vermeiden

Bestimmt kennen auch Sie die Situation, dass Sie einen Brief oder eine E-Mail verfassen und plötzlich über ein Wort stolpern, bei dem Sie sich nicht ganz sicher sind, wie Sie es richtig schreiben. Lesen Sie hier eine Reihe typischer Schreibfehler und wie Sie diese vermeiden.

Kennen Sie die richtige Schreibweise? Lesen Sie hier 42 typische Fehler.

 

42 typische Schreibfehler – und wie Sie sie vermeiden

Groß oder klein? Mit stummem „h“? Mit „ß“ oder „ss“, „i“ oder „ie“? Vor allem seit den Rechtschreibreformen der Jahre 1996, 2004 und 2006 ist die Verwirrung noch größer geworden. Was einmal richtig war, kann inzwischen als Fehler gelten oder auch schon wieder als richtig.

Deshalb haben wir in diesem Beitrag eine Reihe typischer Schreibfehler zusammengestellt, die immer wieder zu sehen sind. Manche sogar so häufig, dass wir die falsche Schreibweise mittlerweile für richtig halten. Verscheuchen Sie den Fehlerteufel aus Ihrer Korrespondenz und überzeugen Sie durch korrekten Sprachgebrauch.

Aufgeklärt: Die 42 häufigsten Zweifelsfälle der deutschen Rechtschreibung

1. Wie die Rechtschreibreform den Familienstand ändert

Füllen Sie auch so ungern Formulare aus? – Erst neulich saß ich wieder lange über einem Formular und grübelte, was ich denn ankreuzen soll. Gefragt war auf dem Formular eine Aussage über meinen Familienstand: „allein stehend“, „verheiratet“, „getrennt lebend“, "verwitwet" oder „geschieden“.

Auch Alleinstehende stehen allein

Ich bin zweifellos verheiratet. Aber ich bin auch allein stehend. Dank eines rundum guten Gesundheitszustands habe ich kein Problem damit. Sobald ich mich erhebe, kann ich allein stehen. Daran hat auch meine Heirat nichts geändert. Und wenn ich dann stehe, bin ich eine allein Stehende. Aber ich bin nicht „alleinstehend“, weil eben verheiratet.

Was sich Singles „gefallen“ lassen müssen

Bis zur Rechtschreibreform 1996 war die richtige Schreibweise für den Begriff, der den Singlezustand beschreibt, „alleinstehend“. Dann wurde die Schreibweise geändert und der Single war ab sofort „allein stehend“.

Mittlerweile wurde die Rechtschreibung wieder reformiert, und seither ist der Single erneut „alleinstehend“. Was zeigt, selbst der überzeugteste Single kann nichts dagegen tun, dass sich an seinem Familienstand etwas ändert, wenn es die Rechtschreibreform so will.

 

2. Die Straße und die Grüße

Oft ist der erste Fehler bei einem (Geschäfts-)Brief schon auf dem Briefkuvert zu finden. Denn manche Menschen scheinen zu glauben, dass das sogenannte „scharfe s“, also das „ß“, den letzten Rechtschreibreformen gänzlich zum Opfer gefallen sei. Und so heißt es im Adressfeld dann „Strasse“ statt „Straße“, und am Ende des Schreibens stehen „Grüsse“ statt „Grüße“ – was nach den in Deutschland geltenden Rechtschreibregeln beides falsch ist.

Nur in der Schweiz wurde und wird das bei uns nach wie vor existente „ß“ konsequent durch „ss“ ersetzt. In Deutschland jedoch wird der stimmlose s-Laut im Allgemeinen nur nach einem kurzen Vokal „ss“ geschrieben. Nach einem langen Vokal bleibt es beim „ß“. So ist die „Straße“ also ein orthografisches Muss – und wer sein Schreiben mit einem „ss“ beenden möchte, sende keinen Gruß, sondern, wenn es passt, einen „Kuss“.

3. Das „ß“ bei Großbuchstaben

Wollen Sie ein Wort, das ein „ß“ enthält, ausschließlich in Großbuchstaben schreiben, wird das „ß“ durch „SS“ ersetzt: Damit wird dann aus einer „Maß“ Bier eine „MASS“ und aus dem „Außendienst“ der „AUSSENDIENST“. Soll die Schreibweise eindeutig bleiben, weil es beispielsweise um einen Eigennamen geht, können Sie laut Duden auch bei der Großschreibung das „ß“ verwenden. Heißen Sie mit Nachnamen beispielsweise „Großmann“, so ist das als „GROßMANN“ auch bei der Großschreibung zu erkennen.

4. Sind Rechtschreibfehler nur eine „Lapalie“?

Angenommen, Sie verfassen eine E-Mail, und just in dem Moment, in dem Sie auf „senden“ drücken, entdecken Sie noch einen Rechtschreibfehler: Ist das für Sie eine „Lapalie“? Ich bin mir ziemlich sicher, Ihre Antwort lautet „Nein“ – und das aus zwei Gründen:

Zum einen legen Sie als Assistentin gewiss ebenso großen Wert auf einen guten Sprach- und Schreibstil wie auf korrekte Umgangsformen im persönlichen Miteinander.

Zum anderen gibt es das Wort „Lapalie“ für eine „unbedeutende Sache“ oder „Belanglosigkeit“ in dieser Form überhaupt nicht. Richtig geschrieben heißt es nämlich „Lappalie“. Aber ist Ihnen dieser Schreibfehler sofort aufgefallen?

Woher kommt die Lappalie?

Im 17. Jahrhundert haben die Studenten, um auszudrücken, dass etwas unwichtig ist, den Lappen scherzhaft lateinisiert. Und so entstanden die „Lappalien“ in Anlehnung an Wörter wie „Personalien“, „Naturalien“ und „Fressalien“. Und während das Wort zunächst nur in der Pluralform existierte, gibt es mittlerweile auch die einzelne „Lappalie“. Es gibt noch etliche weitere Wörter und Formulierungen, die auf den ersten Blick korrekt aussehen und doch anders im Duden stehen. Hier eine Vielzahl von Beispielen, bei denen die falsche Schreibweise oft erst beim genauen Hinsehen bemerkt wird. Testen Sie Ihre Rechtschreibsicherheit:

5. Was ist richtig: „Amalgan“ oder „Amalgam“?

Heute ist dieses Material für Zahnfüllungen verpönt. Verpönt ist aber auch die falsche Schreibweise, denn korrekt heißt es „Amalgam“.

6. „Armaturenbrett“ oder „Amaturenbrett“?

Ob sich das Brett in einem Kleinwagen oder in einem Omnibus befindet, tut nichts zur Sache: Das Wort kommt immer vom lateinischen „armatura“ für „Ausrüstung“, was „Bewaffnung“ bedeutet. Entsprechend ist die richtige Schreibweise „Armaturenbrett“. Auch am Waschbecken befindet sich eine Armatur, die dem Nutzer Wasser spendet.

7. „Billiard“ oder „Billard“?

Ganz gleich ob Sie dieses Spiel beherrschen oder nicht: Wenn Sie die richtige Schreibweise beherrschen, schreiben Sie „Billard“.

8. „bis ins Kleinste“ oder „bis ins kleinste“?

Wenn Sie es bei einer Sache sehr genau nehmen, achten Sie gewiss darauf, dass auch bei der Schreibweise „bis ins Kleinste“ alles stimmt.

9. „blutdürstig“ oder „blutdurstig“?

Auch wenn Sie nicht an Vampire glauben: Sie können sicher sein, dass sie im Fall der Fälle „blutdürstig“ sind.

10. „ebendieser“ oder „eben dieser“?

Sie berichten von einem Vorfall, der noch weitere Folgen nach sich zog: Dann war „ebendieser“ folgenreich.

11. „E-Mailadresse“ oder „E-Mail-Adresse“?

Richtig ist die Schreibweise „E-Mail-Adresse“, weil sich das „E“ für „elektronisch“ nur auf die „Mail“ und nicht auch auf „Adresse“ bezieht.

12. „Gaderobe“ oder „Garderobe“?

Das Wort kommt aus dem Französischen von „garde“ für „Wache“ und „robe“ für „Kleid“. Entsprechend ist die korrekte Schreibweise „Garderobe“.

13. „gang und gebe“ oder „gang und gäbe“?

Wenn etwas gängig ist, dann ist es „gang und gäbe“, korrekterweise werden beide Wörter kleingeschrieben.

14. „Häkchen“ oder „Häckchen“?

Der Haken (an der Wand) hat nichts mit dem Hacken am Schuh zu tun – demzufolge heißt es „Häkchen“ und nicht „Häckchen“.

15. „Hobbys“ oder „Hobbies“?

Schön, wenn es mehrere Aktivitäten gibt, die Sie in Ihrer Freizeit gerne ausüben. Noch schöner, wenn Sie die richtige Schreibweise wählen, um über Ihre „Hobbys“ zu berichten.

16. „Industriealisierung“ oder „Industrialisierung“?

Bei der Bezeichnung für die Ansiedelung von Industrie verliert diese ihr „e“ und wird in der korrekten Schreibweise zur „Industrialisierung“.

17. „in Kürze“ oder „in kürze“?

Um es kurz zu machen: Richtig ist „in Kürze“, denn nach der Präposition „in“ folgt das Substantiv „die Kürze“ – wie auch bei „in der Kürze liegt die Würze“ „die Kürze der Rocklänge“ oder „in der Kürze der Zeit“.

18. „Kreißsaal“ oder „Kreissaal“?

Hier geht es nicht um einen kreisrunden Saal. Vielmehr kommt dieser Saal vom veralteten Wort für „kreischen“, das „kreißen“ lautet. So ist also der „Kreißsaal“ richtig.

19. „Kurztripp“ oder „Kurztrip“?

Vor der Rechtschreibreform hieß es „Stop“, heute heißt es „Stopp“. Früher waren Sie dankbar für einen guten „Tip“, heute hilft Ihnen ein guter „Tipp“. Doch wenn Sie sich auf eine kurze Reise begeben, ist das nach wie vor ein „Kurztrip“.

20. „Ferse“ oder „Verse“? – Körperteil oder Gedicht

Vor ein paar Jahren habe ich versehentlich in einem Artikel aus einem Körperteil ein Gedicht gemacht: Aufgrund eines Vertippers entstanden nämlich aus der „Ferse des Achilles“ die „Verse des Achilles“. – Einige Leser haben sich darüber ganz schön aufgeregt: Als Redakteurin dürfe mir so etwas nicht passieren! Das käme ja in etwa dem gleich, als würde ich die Venster schließen und die Fögel vüttern.

Ich denke, jeder kann sich mal verschreiben. Und wer über einen Rechtschreibfehler stolpert, sollte dem Verfasser nicht gleich Unwissenheit unterstellen. Manchmal wird ein Rechtschreibfehler trotz automatischer Rechtschreibprüfung und sorgfältigen Korrekturlesens einfach übersehen. Und warum pikiert die Nase rümpfen, wenn sich über so manchen Rechtschreibfehler mit etwas Humor auch schmunzeln lässt?

21. „Leib Brot“ oder „Laib Brot“?

Seit dem 17. Jahrhundert wird zwischen „Leib“ und „Laib“ unterschieden: Der „Leib“ bezeichnet den Körper, der „Laib“ die Maßeinheit beispielsweise für Brot oder Käse.

22. „Menue“ oder „Menü“?

Die Bezeichnung für ein mehrgängiges Essen kommt aus dem Französischen, wo es „menu“ heißt. Um die Aussprache zu imitieren, bekommt das Wort im Deutschen ein „ü“ und schreibt sich folglich „Menü“.

23. „mittlerweile“ oder „mittlerweilen“?

Das ist inzwischen nicht anders als vor der letzten Rechtschreibreform: Korrekt ist „mittlerweile“.

24. „Mund-zu-Mund-Propaganda“ oder „Mundpropaganda“?

Beatmet wird von „Mund zu Mund“. Doch das verbale Verbreiten von Tipps und Empfehlungen erfolgt mit dem Mund, ist also „Mundpropaganda“.

25. „narzisstisch“ oder „narzistisch“?

Namensgeber der Bezeichnung für „selbstverliebt“ war der schöne Jüngling Narziss. Entsprechend wird das Wort auch „narzisstisch“ geschrieben.

26. „nichtsdestotrotz“ oder „nichts desto trotz“?

Auch wenn es vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aussieht: Die richtige Schreibweise ist „nichtsdestotrotz“.

27. „Obolus“ oder „Obulus“?

Wenn Sie einen kleinen Geldbetrag dazugeben oder spenden, dann ist es auch orthografisch erwünscht, wenn Sie einen „Obolus“ entrichten.

28. „ohneeinander“ oder „ohne einander“?

Sie haben es sicher schon oft gehört: Miteinander fällt vieles leichter. Die logische Schlussfolgerung ist dann, dass es „ohneeinander“ schwieriger ist. In jedem Fall aber ist die Zusammenschreibung bei „miteinander“ wie „ohneeinander“ die korrekte Form.

29. „Pepperoni“ oder „Peperoni“?

Sie kann ganz schön scharf sein: so scharf wie eine Pfefferschote. Das ist sie auch, die italienische Peperone – und wie diese schreibt sie sich auch nur mit einem „p“, es heißt also „Peperoni“.

30. „Preis geben“ oder „preisgeben“?

Sie sollten bei einer Siegerehrung richtigerweise erst den Namen des Siegers „preisgeben“ – also „verkünden“ oder „bekannt machen“ –, bevor Sie ihm seinen „Preis geben“.

31. „Preis-Leistungsverhältnis“ oder „Preis-Leistungs-Verhältnis“?

Das „Verhältnis“ bezieht sich nicht nur auf die Leistung, sondern bezeichnet auch die Relation zwischen Preis und Leistung. Deshalb werden alle Wörter mit einem Bindestrich gleichwertig aneinandergefügt, und es heißt korrekt „Preis-Leistungs-Verhältnis“.

32. „Psychatrie“ oder „Psychiatrie“?

Bei dieser Wissenschaft geht es um die „Psyche“. Allerdings kommt bei der Schreibweise noch ein „i“ dazu, und sie heißt damit „Psychiatrie“. Und der entsprechende Wissenschaftler ist der „Psychiater“.

33. „Reverenz erweisen“ oder „Referenz erweisen“?

Eine Referenz ist eine Empfehlung und hat nichts mit der Ehrerbietung zu tun, die hier gemeint ist. Also heißt es richtigerweise „Reverenz erweisen“.

34. „selig“ oder „seelig“?

Das Wort hat nichts mit der Seele zu tun und heißt deshalb auch nur „selig“.

35. „Triologie“ oder „Trilogie“?

Auch wenn sie drei Teile hat, hat sie nichts mit einem „Trio“ zu tun und schreibt sich daher „Trilogie“.

36. „unentgeltlich“ oder „unentgeldlich“?

Sie sparen zwar Geld, das ändert aber nichts daran, dass das Wort mit „t“, also „unentgeltlich“, geschrieben wird.

37. „Unwegbarkeiten“ oder „Unwägbarkeiten“?

Sie mögen den Weg zwar unbequem und schwierig machen, aber das Wort kommt dennoch von „abwägen“ und somit heißt es „Unwägbarkeiten“.

38. „Verwandtschaft“ oder „Verwandschaft“?

Die Meinungen darüber, wie eng die Beziehung zu Onkeln, Tanten, Cousinen und anderen Familienmitgliedern sein sollte, mögen unterschiedlich sein. Bei der richtigen Schreibweise gibt es jedoch keine Diskussion: Alle zusammen sind die „Verwandtschaft“.

39. „von 9 bis 17 Uhr“ oder „von 9–17 Uhr“?

Heißt es „von“, wird auch das „bis“ ausgeschrieben, also „von 9 bis 17 Uhr“. Komplett verkürzt, wird auch das „von“ weggelassen, und es heißt beispielsweise: „Bürozeiten: 9–17 Uhr“.

40. „wohlgesinnt“ oder „wohlgesonnen“?

Auch wenn Sie es noch so gut mit einem anderen Menschen meinen: Sie können ihm nicht wohlgesonnen sein, denn korrekt ist „wohlgesinnt“.

41. „Ying und Yang“ oder „Yin und Yang“?

Sie stellen Gegensätze dar, die sich ergänzen – und der Unterschied ist schon an der Schreibweise zu erkennen, denn das „Yin“ muss ohne das „g“ auskommen.

42. Wörter, die Ihnen die Wahl lassen

Nicht immer lässt sich eindeutig beantworten, welche Schreibweise die richtige ist. Vielmehr sind seit der letzten Rechtschreibreform bei etlichen Begriffen und Formulierungen mehrere Möglichkeiten erlaubt. Der Duden gibt allerdings Empfehlungen, welche Schreibweise jeweils bevorzugt werden sollte – diese Empfehlungen sind in der folgenden Auflistung kursiv dargestellt. Richtig ist sowohl …

  • Alptraum als auch Albtraum
  • aufwändig als auch aufwendig
  • bis auf weiteres als auch bis auf Weiteres
  • binnen kurzem als auch binnen Kurzem
  • flachdrücken als auch flach drücken
  • funkensprühend als auch Funken sprühend
  • hoch gelobt als auch hochgelobt
  • kennen lernen als auch kennenlernen
  • kurzgefasst als auch kurz gefasst
  • mit Hilfe als auch mithilfe
  • nummerisch als auch numerisch
  • Phantasie als auch Fantasie
  • Potential als auch Potenzial
  • Recht haben als auch recht haben
  • schlechtberaten als auch schlecht beraten
  • seit langem als auch seit Langem
  • selbständig als auch selbstständig
  • so dass als auch sodass
  • so genannt als auch sogenannt
  • von nahem als auch von Nahem
  • von weitem als auch von Weitem
  • von neuem als auch von Neuem
  • vor kurzem als auch vor Kurzem
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