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Die 15 spannendsten Fragen an die Redaktion – und unsere Antworten

Regelmäßig erreichen unsere Redaktion interessante Fragen, die Sie sich vielleicht auch schon gestellt haben. Lesen Sie hier die 15 spannendsten Fragen und unsere Antworten.

Fragen an die Redaktion

Fragen über Fragen – hier bekommen Sie Antworten.

Die Antworten auf die 15 spannendsten Fragen, die die Redaktion erhalten hat

Die 10 wichtigsten Korrespondenz-Checklisten erhalten Sie nur hier.

1. „Sind Abkürzungen in Briefen erlaubt?“

Frage: Können Sie mir bitte mitteilen, welche gängigen Abkürzungen man noch in Briefen und E-Mails verwenden darf und welche man vermeiden sollte?

Redaktion: Wir raten, auf Abkürzungen ganz zu verzichten. Es gibt keinen guten Grund, in Briefen und E-Mails Abkürzungen zu verwenden – lediglich viele Gründe, die dagegensprechen. Abkürzungen sind unhöflich, zeigen, dass man sich keine Zeit für den Empfänger nimmt, und führen schlimmstenfalls zu Missverständnissen.

Es gibt allerdings Abkürzungen, die sich so festgesetzt haben, dass das ausgeschriebene Wort schon fremd wirkt. So wird aus dem langen „Lastkraftwagen“ kurz ein „Lkw“ und aus den umständlichen „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ werden ganz einfach die „AGBs“.

Weitere Abkürzungen sind zum Beispiel AG, GmbH, PS oder TH. Eine vollständige Liste solcher Abkürzungen haben wir nicht, weil sie für jede Branche anders aussehen würde. Die folgenden Abkürzungen sehen Sie zwar immer wieder und überall, trotzdem empfehlen wir Ihnen, sie nicht zu verwenden:

Abkürzungheißt ...
Abt.Abteilung
Anm./Anmerk.Anmerkung
BVBauvorhaben
d. J.dieses Jahres
d. M.dieses Monats
dgl.dergleichen
Dtzd.Dutzend
einschl.einschließlich
evtl.eventuell
ggf.gegebenfalls
lfd.laufend/e
lt.laut
MfGMit freundlichen Grüßen
m. E.meines Erachtens
Stck.Stück
o. e.oben erwähnt
o. g.oben genannt
u. a. unter anderem
u. A. w. g.um Antwort wird gebeten
vgl.vergleiche
z. B.zum Beispiel
zz./zzt.zurzeit

 

2. „Wie setze ich den Schrägstrich ‚/‘ in meinen Texten richtig ein?“

Frage: Ein Kollege sagte mir, dass sich die Schreibweise bei der Anwendung des Zeichens „/“ geändert habe. Ich kenne noch die Schreibweise „Wort, Schrägstrich, Leerzeichen, Wort“. Beispiel: heute/ morgen

Redaktion: Die richtige Schreibweise vor und nach einem Schrägstrich ist: heute/morgen. Das Leerzeichen nach dem Schrägstrich wird nach DIN 5008 Punkt 7.7 nicht mehr gesetzt. Manchmal liest man die Schreibweise „heute / morgen“, also mit Leerschritten vor und nach dem Schrägstrich. Lassen Sie besser die Finger davon. Diese Schreibweise entspricht nicht den Empfehlungen der DIN 5008.

3. „Ist die Bezugszeichenzeile auf Geschäftsbriefbögen noch aktuell?“

Frage: Uns beschäftigt zurzeit wieder einmal die Frage, ob auf Briefbögen in der Bezugszeile „Unser Zeichen, Ihr Zeichen“ veraltet oder noch aktuell ist. Ich habe festgestellt, dass diese Angaben auf einigen Geschäftsbriefbögen angegeben sind und auf anderen weggelassen werden.

Redaktion: Bei den Briefbögen ohne Bezugszeichenzeile ist in der Regel ein Infoblock mit allen notwendigen Kontaktdaten aufgedruckt. Für Ihren Briefbogen können Sie beides verwenden: Bezugszeichenzeile oder Infoblock. Die Bezugszeichenzeile gilt jedoch als veraltet, und dem Infoblock soll der Vorzug gegeben werden. Im DIN-Ausschuss wird zurzeit diskutiert, die Bezugszeichenzeile abzuschaffen.

 

4. „Wo kommt das Komma bei Daten und Uhrzeiten hin?“

Frage 1: Wenn ich Datum und Uhrzeit schreibe, zum Beispiel „Der nächste Jour fixe findet am Donnerstag, 15.03.2017, um 13:30 Uhr, statt“, ist dann meine Kommasetzung richtig?

Redaktion: Richtig heißt es: „Der nächste Jour fixe findet am Donnerstag, 15.03.2017, um 13:30 Uhr statt.“ Das Datum ist hier als Apposition (Beifügung) benutzt worden, die immer mit Kommas abgesetzt wird. Nach der Uhrzeit macht ein Komma keinen Sinn.

Frage 2: Für eine Einladung habe ich folgenden Satz formuliert: „Unser Seniorchef und Vorsitzender des Aufsichtsrates Herr Werner Klein erhält am Montag, 29. März 2013 um 18:30 Uhr den Mittelstandspreis der Stadt Bremen.“ Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob vor und nach dem Namen ein Komma gemacht wird oder nicht.

Redaktion: Es gibt hierzu eine Regel: Eine Apposition (Beifügung, in diesem Fall der Name) wird links und rechts durch ein Komma vom übrigen Text abgetrennt. Der Satz muss also heißen: des Aufsichtsrates, Herr Werner Klein, erhält am …

 

5. „Vorname in Geschäftsbriefen: Ist das ein Muss?“

Frage: Mein Chef verlangt von meiner Kollegin, dass sie in Geschäftsbriefen ihren Vornamen nennt, obwohl sie es nicht möchte. Ist das okay?

Redaktion: Ja, denn in Geschäftsbriefen ist es völlig normal, den Vornamen mit anzugeben. Und höflicher ist es auch, denn wenn Sie etwa mit N. Meier unterschreiben, weiß der Empfänger nicht, ob er es mit einer Frau oder einem Mann zu tun hat. Das belegt auch ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein.

Der Fall: Eine Sachbearbeiterin weigerte sich, ihren Vornamen in der Geschäftskorrespondenz zu nennen. Ihr Verhalten begründete sie damit, dass sie ihre Privatsphäre schützen wolle. Sie bezog sich auf ihr Persönlichkeitsrecht und verlangte von ihrem Chef, ihren Vornamen nicht nennen zu müssen, obwohl er eine entsprechende Anweisung erteilt hatte. Der Chef lehnte diese Ausnahme mit einem Verweis auf sein Arbeitgeber-Direktionsrecht ab.

Das Urteil: Der Streit ging vor Gericht, und der Arbeitgeber bekam Recht (Landesarbeitsgericht Schleswig- Holstein, vom 23.01.2008, Az. 3 Sa 305/07). Die Anweisung, den Vornamen in Geschäftsbriefen zu nennen, fällt unter sein Direktionsrecht. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass Vorgaben für die einheitliche Gestaltung von Geschäftsbriefen zwingend sind und der Vorname einer Person grundsätzlich nicht geheim ist. Außerdem konnte die Mitarbeiterin nicht beweisen, dass die Anweisung ihre Privatsphäre gefährdet.

 

6. „Wie gehen wir mit persönlichen Briefen um, wenn der Mitarbeiter ausgeschieden ist?“

Frage: In unserem Unternehmen bin ich für den Posteingang verantwortlich. Dass ich alle Briefe, auf denen nicht „persönlich“ oder „vertraulich“ steht, öffnen und abstempeln darf, ist so weit klar. Was aber mache ich mit Briefen, auf denen „persönlich“ oder „vertraulich“ steht und die an Personen gerichtet sind, die nicht mehr in unserem Unternehmen arbeiten? Darf ich die öffnen? Benötige ich hierfür eine schriftliche Anweisung oder Ähnliches?

Redaktion: Streng genommen dürfen Sie diese Briefe nicht öffnen. Das Landesarbeitsgericht Hamm hat mit Urteil vom 19.02.2003 (Az. 14 Sa 1972/02) entschieden, wie mit Posteingängen zu verfahren ist: Sofern die Adresszeile keinen Vermerk „persönlich“ oder „vertraulich“ enthält, darf das Sekretariat oder die Posteingangsstelle des Unternehmens an Mitarbeiter adressierte Post öffnen. Ist der Brief als „vertraulich/persönlich“ gekennzeichnet, wäre eine Öffnung der Post ein Verstoß gegen das Briefgeheimnis – mit der Folge, dass sogar strafrechtliche Sanktionen (§ 202 StGB) möglich sind.

Empfehlung: Sie schicken den Brief zurück an den Absender mit dem Vermerk, dass der angeschriebene Mitarbeiter nicht mehr im Unternehmen beschäftigt ist. Der Absender kann dann entscheiden, ob er den Brief ohne eine „vertraulich/persönlich“-Kennzeichnung noch einmal schickt.

Alternativ: Wenn Sie den Absender kennen, können Sie auch anrufen, damit dieser den Brief schnell noch einmal schickt, faxt oder per E-Mail sendet.

Achtung: Sie dürfen dem Absender nicht die neue Adresse des ehemaligen Mitarbeiters mitteilen, es sei denn, er hat das schriftlich genehmigt.

 

7. „Heißt es ‚Entsprechend Ihrem Angebot‘ oder ‚Ihres Angebots‘?“

Frage: Immer wieder stolpere ich über dieses Problem: Heißt es „entsprechend Ihrem Angebot bestellen wir“ oder „entsprechend Ihres Angebots“? Was ist richtig?

Redaktion: Die richtige Antwort lautet: „entsprechend Ihrem Angebot“ oder „Ihrem Angebot entsprechend“. Es steht also der Dativ und nicht der Genitiv.

Empfehlung: Die Formulierung ist stilistisch nicht sehr gelungen. Im Betreff steht in einem solchen Brief zum Beispiel „Ihr Angebot vom“. Im Text könnte es dann heißen: „Ich bestelle wie angeboten.“ Das würde reichen und ist nicht unhöflich oder zu kurz angebunden. Oder, falls das Angebot nicht im Betreff steht, schreiben Sie: „Wie (am ...) angeboten, bestelle ich …“ Am besten wäre diese Formulierung: „Danke für Ihr Angebot vom ... Ich bestelle ...“

 

8. „Was ist korrekt: ‚laut Ihren Wünschen‘ oder ‚laut Ihrer Wünsche‘?“

Frage: Immer wieder habe ich Schwierigkeiten mit dem Wörtchen „laut“, also „laut“ wie „gemäß“. Ich weiß nie, ob ich es richtig schreibe. Mal schreibe ich „laut Ihren Wünschen“ oder „laut allgemeinen Bestimmungen“ und mal schreibe ich „laut allgemeiner Bestimmungen“. Für mich hört sich beides gleich richtig an. Ist denn beides korrekt?

Redaktion: Es geht hier um die Frage, ob Wörter wie „laut“ oder „gemäß“ Präpositionen sind, die mit dem Genitiv oder mit dem Dativ gebildet werden. Präpositionen wie einschließlich, mittels, statt, trotz, während, wegen werden mit dem Genitiv gebildet.

Es heißt also korrekt:

  • einschließlich der Kostenmittels
  • eines Kredits
  • statt der Zusage
  • trotz des Einspruchs
  • während der Sendung
  • wegen eines Unfalls

 

Einige wenige Präpositionen stehen jedoch mit dem Dativ: entgegen, samt, gemäß.

So heißt es korrekt – mit dem Dativ gebildet:

  • entgegen Ihren Wünschen
  • samt allem Inventar
  • gemäß internationalem Recht

 

Falsch:

  • entgegen Ihrer Wünsche
  • samt allen Inventars
  • gemäß internationalen Rechts

 

Bei „laut“ haben Sie die Wahl zwischen Genitiv und Dativ

Demnach sind „laut Ihren Wünschen“ und „laut Ihrer Wünsche“ gleichermaßen korrekt. Die meisten Präpositionen stehen mit dem Genitiv. Nur „entgegen“, „gemäß“ und „samt“ beharren auf der Bildung mit dem Dativ.

Der Genitiv steht in folgenden Fällen

  • angesichts der zahlreichen Anfragen
  • statt der von Ihnen bestellten Waren
  • während des Aufenthalts in Mailand

 

Der Genitiv ist kompromissbereit und gibt bei Sonderfällen nach

  • einschließlich des Mobiliars (Genitiv)
  • einschließlich Mobiliar (Dativ; „Mobiliars“ ist hier auch möglich)
  • trotz dieses Anrufs
  • trotz Anruf („Anrufs“ ist auch möglich)
  • wegen des Umbaus
  • wegen Umbau („Umbaus“ ist auch möglich)

 

Regel: Folgt auf infolge, wegen, trotz, einschließlich ein Substantiv ohne Artikel, dann ist auch der Dativ möglich!

Der Genitiv stiftet auch im Hinblick auf den Apostroph Verwirrung:

Genitiv-Apostroph

Auch diesen Apostroph gibt es im Deutschen nicht. Viele setzen aber trotzdem einen Apostroph ein, weil es im Englischen korrekt ist:

Beispiel: Peter’s car.

FalschRichtig
Rosi's BlumenlädchenRosis Blumenlädchen
Peter's PlattenladenPeters Plattenladen
Berlin's schönste StraßeBerlins schönste Straße
Marions' AutoMarions Auto

 

Aber man kann ein Apostroph setzen, um die Grundform des Namens zu verdeutlichen: Andrea's Boutique (zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas), Carlo's Taverne etc.

 

9. „Wo unterschreibt der Verfasser eines Briefes?“

Frage: Unsere Führungskräfte sind sich nicht einig, wer wo einen Brief unterschreibt. Unser Chef möchte immer links stehen, und der Vertreter soll immer rechts unterschreiben. Das ist so weit klar. Aber wie sieht es aus, wenn ein Vorgesetzter mit dem Unterschriftenkürzel „i. V.“ einen Brief verfasst? Unterschreibt dann der Prokurist (ppa.) rechts oder auch wieder links?

Redaktion: Der Name der höherrangigen Person steht im Brief grundsätzlich links. Dabei ist es völlig unwichtig, wer den Brief verfasst hat. Sind beide Unterzeichner gleichrangig, können Sie frei entscheiden, wer links und wer rechts unterschreibt. Sie sollten im Brief erwähnen, wer der Ansprechpartner ist. Das können Sie so formulieren: Wenn Sie Fragen oder Wünsche haben, bin ich, Ralf Meier, gern behilflich.

Praxis-Tipp: Wer zum Beispiel mit „ppa.“ oder „i. A.“ unterzeichnet, sollte das ebenfalls mit der Hand vor die Unterschrift setzen.

 

10. „Wie lautet es richtig: ‚Am Sonntag, dem/den‘? Mit Komma, ohne Komma?“

Frage: Wenn ich eine Einladung formuliere, bin ich mir jedes Mal unsicher, wie ich das Datum richtig schreibe. Muss es heißen „... laden Sie für Montag, dem 12. Januar 20..“ oder „den 12. Januar“ ein? Außerdem bin ich mir auch nicht sicher, wann ein Komma gesetzt wird.

Redaktion: Korrekt ist etwa: Der Muttertag wird am Sonntag, dem 14. Mai 20..(,) gefeiert. Hier ist der Monatstag ein Beisatz. Das abschließende Komma können Sie, müssen Sie aber nicht setzen. Aber auch der Anschluss mit „den“ ist korrekt – allerdings nur dann, wenn nach dem Monatstag kein Komma steht: Am Sonntag, den 14. Mai 20.. feiern wir Muttertag.

Erklärung: Der Monatstag ist hier eine selbstständige Zeitangabe im Akkusativ. Es handelt sich um eine Aufzählung, deshalb dürfen Sie kein abschließendes Komma setzen. Zwar wird die Variante mit „am ..., dem ...“ häufig als stilistisch schöner empfunden, der Anschluss mit „den“ ist aber ebenso korrekt.

Bei Einladungsbriefen steht das Datum häufig dreigliedrig: Die Ehrung findet am Freitag, dem 19. Januar 20.., um 14 Uhr(,) statt.

Das erste und das zweite Komma müssen in diesem Fall gesetzt werden, das schließende Komma ist freigestellt. Anders beim Datum mit „den“: Wir laden Sie zu unserem Fest am Donnerstag, den 18. Januar(,) um 19 Uhr ein. Verpflichtend ist hier nur das erste Komma.

Hier noch einmal alle erlaubten Schreibweisen in der Übersicht

  • Der Muttertag wird am Sonntag, dem 14. Mai 20..(,) gefeiert.
  • Der Muttertag wird am Sonntag, den 14. Mai 20.. gefeiert.
  • Am Sonntag, den 14. Mai 20.. feiern wir Muttertag.
  • Die Ehrung findet am Freitag, dem 19. Januar 20.., um 14 Uhr(,) statt.
  • Wir laden Sie zu unserem Fest am Donnerstag, den 18. Januar(,) um 19 Uhr ein.

 

11. „Muss es ‚Herr‘ oder ‚Herrn‘ heißen?“

Frage: Schreibt man in der Anschrift „Herrn Klaus Müller“ oder reicht „Herr Klaus Müller“?

Redaktion: Richtig ist „Herrn“. Das „n“ ist obligatorisch. Es handelt sich um einen Akkusativ (an wen schicke ich?), deshalb muss das „n“ angehängt werden.

„Herrn“ oder „Frau“ ist kein Muss!

Denkbar ist auch, dass Sie auf „Herrn“ oder „Frau“ in der Anschrift verzichten. Aus den meisten Vornamen ist schließlich zu erkennen, ob es sich um einen Herrn oder eine Dame handelt. Um sicherzugehen, dass Sie niemandem auf die Füße treten, empfehlen wir dennoch, nicht auf „Frau“ oder „Herrn“ zu verzichten.

Ausnahme: Sie kommunizieren mit einer jungen, aufgeschlossenen Zielgruppe.

 

12. „Was ist richtig: ‚P.S.‘, ‚PS.‘ oder ‚PS‘?“

Frage: Welche Schreibweise ist für das Postskriptum richtig?

1. P.S.:

2. PS.:

3. PS:

Und wo wird dieser Zusatz nach der DIN-Vorschrift korrekt platziert?

Redaktion: Die korrekte Schreibweise für das Postskriptum (von lat. post scriptum = nach dem Geschriebenen) ist einzig und allein „PS:“. Über Platzierung und Schreibweise schweigt sich die DIN-Vorschrift aus – vielleicht deshalb, weil dieser nachträgliche Zusatz im Zeitalter EDV-geschriebener Briefe nicht mehr zwingend nötig erscheint. Schließlich kann man heute Vergessenes in ein fertig getipptes Schreiben einfügen, ohne dass die nachträgliche Änderung auffällt. Dennoch ist ein PS auch heute noch aktuell: Es ist erwiesen, dass die meisten Briefempfänger das PS zuerst lesen – der perfekte Blickfang für Ihren Brief! Nutzen Sie diese Chance und machen Sie im Postskriptum auf besonders wichtige oder interessante Dinge aufmerksam.

Hier einige Vorschläge:

  • PS: Achtung! Der neue Termin für die nächste Beiratssitzung steht fest: 17. August 2018.
  • PS: Kennen Sie unser aktuelles Angebot? Bis zum 15. August 2017 erhalten Sie all unsere Produkte frei Haus – ohne Mindestbestellwert!
  • PS: Wir wollen nicht nur verkaufen – nur wenn Sie zufrieden sind, waren wir erfolgreich!

 

PS in der vierten Zeile nach dem Gruß platzieren 

Falls Sie ein PS verwenden wollen, verzichten Sie auf einen Anlage- oder Verteilervermerk. Setzen Sie das PS an dessen Stelle. Das heißt: Unter dem Gruß oder der Firmenbezeichnung bleiben mindestens drei Leerzeilen für die Unterschrift frei, dann kommt das PS.

 

13. „Wie heißt es korrekt: ‚selbst‘ oder ‚selber‘?“

Frage: Wann schreibe ich „selbst“ und wann „selber“? Mir war bislang kein Unterscheid bekannt, bis mich eine Kollegin darauf hinwies.

Redaktion: Gehören Sie zu den Glücklichen, die von vorn bis hinten bedient werden? – Nein? Wenn nicht, dann müssen Sie eben alles „selber“ machen. Oder doch lieber „selbst“?

Der Unterschied: Die Form „selbst“ trifft man eher in der Standardsprache, die Form „selber“ dagegen in der Umgangssprache an. Das bedeutet: In der schriftlichen Sprache sollten Sie auf jeden Fall das Wort „selbst“ benutzen. In der mündlichen haben Sie die Wahl zwischen „selber“ (Umgangssprache) und „selbst“ (gehobene Standardsprache).

Zum Gebrauch: Beide Formen werden nicht gebeugt (bleiben also im Wer-, Wes-, Wem- und Wen-Fall immer gleich). Sie drücken aus, dass kein anderes Wesen oder Ding gemeint ist als das, worauf Sie sich beziehen. Sie stehen immer hinter dem Bezugswort: „Fritz selbst/selber hat das gesagt“ oder „Fritz hat das selbst/selber gesagt“. Wenn kein bestimmtes Wesen oder Ding gemeint ist, kann das Bezugswort auch fehlen: „Selber essen macht fett“ (Sprichwort).

 

14. „Titel in Anreden und Anschriften: Wie gehe ich damit um?“

Frage: Wie schreibe ich Kunden mit Titeln korrekt an?

Redaktion: Generell gilt: Gebrauchen Sie sowohl in der mündlichen als auch in der schriftlichen Anrede den Titel Ihres Ansprechpartners – es sei denn, er oder sie äußert von sich aus den Wunsch, dass sie auf die Nennung des Titels verzichten. Titelträger stellen sich meist ohne Nennung ihres Titels vor.

Stellt sich Ihnen beispielsweise eine Dame mit dem Namen „Reichert“ vor und Sie erfahren erst später, dass es sich um „Frau Professor Dr. Reichert“ handelt, müssen Sie sich nicht entschuldigen, wenn Sie sie lediglich mit „Frau Reichert“ angesprochen haben. Sie wussten es schließlich nicht besser.

Gehen Sie einfach zur Nennung des Titels über, sobald Sie davon erfahren haben. Wenn Sie aber bereits zum Zeitpunkt der gegenseitigen Vorstellung wussten, dass es sich bei „Frau Reichert“ um „Frau Professor Dr. Reichert“ handelt, so reden Sie sie gleich mit „Frau Professor Reichert“ an.

„Dr.“ und „Professor“

Inhaber akademischer Grade werden sowohl schriftlich als auch mündlich mit ihren Titeln angesprochen. Und entgegen früheren Meinungen sind auch akademische Grade in die weibliche Form umsetzbar. Bei der Anrede einer Frau haben Sie heute die Wahl zwischen „Frau Professor“ und „Frau Professorin“.

Der Dr. wird immer abgekürzt – der Professor hingegen nie, auch nicht in der Anschrift. Trägt eine Person mehrere akademische Titel, so tauchen sie in der Anschrift noch auf:

Herrn

Professor Dr. Ralf Mertens

In der Briefanrede verwenden Sie hingegen nur den höchsten Titel:

„Sehr geehrter Herr Professor Mertens, ..."

 

15. „Wie schreibe ich die weibliche und männliche Form zusammen richtig?“

Frage: Wir legen in unserem Unternehmen in der Korrespondenz großen Wert auf die Nennung der weiblichen und männlichen Form. Also, zum Beispiel Bewerberin und Bewerber. Ich finde das gut, aber manchmal finde ich es umständlich und es ist mir zu lang. Ich hätte gern eine Alternative. Kann ich den folgenden Satz so schreiben?

Bei Fragen wenden Sie sich am besten direkt an Ihre/n zuständige/n Personalsachbearbeiter/in. Er/Sie ist Ihnen gerne behilflich.

Redaktion: Stilistisch ist das nicht besonders gelungen. Abgesehen davon fehlen überall die Bindestriche. Damit sähe es dann so aus:… an Ihre/-n zuständige/-n Personalsachbearbeiter/-in. Er/Sie …

Was noch nicht korrekt ist, ist das Durcheinander der männlichen und weiblichen Form:

… an Ihre/-n zuständige/-n Personalsachbearbeiter/-in. Die Reihenfolge stimmt also nicht.

Laut Duden sollte man in so einem Fall nicht auf die Doppelnennung verzichten.

Also schreiben Sie: … an Ihre zuständige Personalsachbearbeiterin/Ihren zuständigen Personalsachbearbeiter. Er oder sie …

Kurzformen im Singular sollten Sie laut Duden grundsätzlich vermeiden.

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