Täglicher Arbeitsweg

Suse

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 4584
Hilfreich: 2

Würdet Ihr mir verraten, wie lange Ihr täglich zu Eurer Arbeit unterwegs seid?
Ich habe das Gefühl, einen Weg von unter 30 Minuten für eine Strecke zu haben, scheint immer seltener zu werden.
Ich brauche zwischen 20 und 30 Minuten.
Das Gros meiner Kolleginnen fährt zwischen 30 und 45 Minuten eine Strecke.
Am kürzesten sind die Chefs unterwegs.

Eine Bewerberin wollte jetzt täglich über 75 Minuten einfache Fahrt auf sich nehmen. Sie sagt, sie stört das nicht, das ist dann ihre Zeit.

Ich denke da jetzt die ganze Zeit schon drüber nach. Ihre Entscheidung nötigt mir Respekt ab. Aber würde ich das tun wollen? Bis man dann zu Hause ist, wenn man lange arbeiten muß. Jeden Tag diese Strecke..

Ich muß glücklicherweise nichts entscheiden in dieser Hinsicht, mich würde nur einfach mal interessieren, wie die Realität in dieser Hinsicht in anderen Unternehmen und Gegenden so aussieht.

Falls also jemanden antworten mag - ich würde mich freuen

Sonnige Grüße zum bevorstehenden Wochenende,

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Zauberfee

Mitglied seit
24.06.2014
Beiträge: 26
Hilfreich: 0

Hallo Suse,

mein Arbeitsweg beträgt 30 Minuten einfache Strecke. Das ist für mich noch in Ordnung, viel länger sollte der Weg jedoch nicht sein. Schließlich ist es meine Freizeit. Die Autofahrt betrachte ich als kleine Auszeit, in der ich Radio höre und gedanklich den Tag plane. Allerdings gibt es auch Tage, an denen ich besonders am späteren Abend keine Recht Lust habe, noch zu fahren. Im Winter bei Glatteis und Schnee ist die Fahrt absolut kein Vergnügen. Ein Fußweg von wenigen Minuten zur Arbeit wäre ideal.

Ob deine Bewerberin mit 75 Minuten einfache Strecke sich wirklich überlegt hat, was da auf sie zukommt? Das ist sehr viel Zeit, die ihr an anderer Stelle fehlt, vor allem nach einem langen Arbeitstag. Außerdem wird es mit jedem Kilometer Entfernung teurer. Bei manchen Stellen muss man sich wirklich überlegen, ob sich die Fahrtkosten überhaupt rechnen.

Liebe Grüße

Zauberfee

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Melsi

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1225
Hilfreich: 1

Moin Suse,

in den 90er Jahren hatte ich eine Fahrstrecke von 45 km (einfach) und stand jeden Morgen in Frankfurt im Berufsverkehr. Gebraucht habe ich für die einfache Fahrstrecke ca. 1 Stunde - hin und zurück waren das gute 2 Stunden täglich. Zuzüglich gute 10 Stunden Arbeitszeit pro Tag. Da machst Du abends nicht mehr wirklich viel.

Seit Januar 2014 habe ich nur noch 16 km einfach zu fahren und benötige dafür ca. eine viertel Stunde. Das ist absoluter Luxus, den ich auch wirklich sehr zu schätzen weiß.

Ich habe einen Kollegen, der seit 11 Jahren bei uns arbeitet. Er hat eine einfache Fahrstrecke von 120 km zurück zu legen. Das wäre für mich die Hölle! Allerdings wohnt er mit seiner Familie in einer Ecke in Rheinland-Pfalz, wo es für seine Berufsgruppe schwierig ist einen Job zu finden. Deswegen muss er pendeln.

Viele Menschen legen auch Wert darauf nicht im Ballungsgebiet zu leben, sondern eher ländlich. Da musst du durchaus eine längere Anfahrt in Kauf nehmen. Einen Tod muss man sterben

Leute, die täglich so viel Fahrzeit auf sich nehmen müssen, sind wirklich nicht zu beneiden. Ich habe auch oft ein schlechtes Gewissen, wenn mich über zu wenig Freizeit beschwere ... allerdings arbeite ich teilweise auch viel länger, als meine Kollegen, die von weiter weg kommen. Bei denen sind die Arbeitszeiten mit 8 Stunden am Tag geregelt. In meiner Position geht das leider nicht. Aber gut, dafür müssen die länger im Auto sitzen

Liebe Grüße und einen guten Wochenstart, Melsi

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Suse

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 4584
Hilfreich: 2

Hatte vorhin gar nicht gesehen, dass ich ja auch Antworten habe Danke euch dafür.

Wie Melsi so schön schrieb, "einen Tod muß man sterben". Das scheint mir auch so. Wenn man es besser trifft und die eigenen Bedingungen erfüllen sich entsprechend, hat man Glück.

Meine auswärtigen Kollegen wollen lieber ihre Ruhe auf dem Land als dann auch noch hier in der Stadt zu wohnen und pendeln dafür gerne. Je nach Absprache gibt es auch Fahrtkostenzuschuss vom Chef, trotzdem - ich für mich sehe auch mehr den Zeitfaktor im Vordergrund.

Die Bewerberin mit der langen Fahrtzeit hat das bisher auch schon gemacht, sie würde es nicht anders kennen. Ich weiß nicht, wozu mich "die Not" treiben würde, aber ich hoffe, ich komme nicht in diese Lage.

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Melsi

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1225
Hilfreich: 1

Hi Suse,

es ist wirklich auch immer von Fall zu Fall zu sehen. Viele Menschen sind es gewohnt, tagtäglich laaaaaaange Strecken mit dem Auto (oder der Bahn) zu fahren. Ich habe es insgesamt 10 Jahre lang gemacht und brauche es heute nicht mehr Auch würde ich versuchen, mir immer einen Job in unmittelbarer Wohnortnähe zu finden und lieber weniger Gehalt monatlich zu verdienen. Würde ich in der Nähe nichts finden, dann wäre ein Job mit mehr Gehalt definitiv von Nöten (quasi als finanzieller Ausgleich für die entgangene Freizeit).

Mir ist das Leben auf dem Land jedenfalls sehr sehr wichtig. Ich bin schon immer ein Landei und genieße die Abende ohne Verkehrslärm und schlechte Luft wirklich sehr. Ich habe mal ein paar Jahre in der Stadt gelebt - nie mehr wieder!

Dann doch lieber eine längere Anfahrt

Man muss es für sich abwägen, was einem persönlich wichtiger ist. Viele Menschen pendeln jeden Tag stundenlang. Ich hatte auch mal einen externen Kollegen, der ist täglich mit dem ICE zwischen Köln und Frankfurt gependelt, und zwar über viele Jahre. Wäre mein Ding auch nicht!

Deswegen sollte man es wirklich genießen, wenn man eine kurze Anfahrzeit/-strecke hat ... das ist heutzutage Luxus pur.

LG, Melsi

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Chess

Mitglied seit
25.04.2013
Beiträge: 37
Hilfreich: 0

Hallo Suse,

mein einfacher Arbeitsweg beträgt 50 km, dafür brauche ich morgens ca. 45 - 50 min., abends nach Hause 1 Std./1 Std. 15 min, je nach Verkehrslage. Das ist der Normalfall. Kommen Unfälle, Mäharbeiten, Straßenausbesserungs-arbeiten oder sonstige Sperrungen/Umleitungen/Verengungen dazu wird es die Hölle. Ich wohne nördlich von Stuttgart, muss zur Arbeit südlich von Stuttgart, also mitten durch die Stadt - zum Glück nur 2 x, manchmal 3 x wöchentlich.
Ich bin's nicht anders gewöhnt, beklage mich auch nicht (meistens jedenfalls....). Ist ja frei gewählt so.
S-Bahn ist keine wirkliche und verlässliche Alternative, da der Weg zur Arbeit noch länger dauert als sonst schon: zu Fuß, S-Bahn, umsteigen in andere S-Bahn, dann wieder zu Fuß.

Umziehen kommt für uns nicht in Frage, wir haben eigenes Haus, Kind, sind sozial verwurzelt, da wo wir wohnen etc.
Einen neuen Job, so wie ich ihn möchte - hmmm - ist schwierig mit 49 Jahren genau das so zu finden - und dann noch in der Nähe.

Also bin ich zufrieden und arrangiere mich mit dem was ist und was ich habe. Alles andere wäre für mich persönlich Jammern auf hohem Niveau.

Einen schönen Tag noch wünscht Euch

Chess

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Zausel

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 249
Hilfreich: 0

Hallo zusammen,

habe heute seit langem mal wieder rein geschaut.

Ich fahre mit den Öffis - 2 x täglich ca. 1,5 Std. Wohne auch nördlich von Stuttgart und arbeite kurz vorm Flughafen/Messe. Bei mir war es auch der tolle Job, der gezogen hat. Da ich diese Arbeit gerne mache war das bislang eher kein Problem. Mittlerweile bin ich aber immer mehr genervt. Die Bahnen verspätet und voll, überheizt oder tiefgekühlt, die Leute gestresst und rücksichtslos. Und es tritt der Gedanke immer mehr in den Vordergrund, dass hier im wahrsten Sinne des Wortes 3 Stunden täglich AUF DER STRECKE BLEIBEN. Jobwechsel kommt für mich nicht mehr in Frage, bin "zu alt". Mache mich gerade mit dem Gedanken vertraut evtl. Ende nächsten Jahres die Rente zu beantragen und dann irgendwas ehrenamtliches oder so in meiner Stadt zu machen.

Grüße
Zausel

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Michelle

Mitglied seit
20.11.2008
Beiträge: 128
Hilfreich: 0

Ich fahre zum Glück nur noch 10 min zur Arbeit, seit seinem Umzug. Wobei ich hauptsächlich der Liebe wegen umgezogen bin.

Früher hatte ich auch eine Fahrt von 45 min. Abends auch mal länger, wenn mehr auf den Straßen los war. Das war die reinste Katastrophe. Rücksichtslose Raser auf der Autobahn, LKWs auf der Landstraße... Ich bin immer total gestresst und genervt im Büro angekommen. Abends wollte ich nur noch ins Bett.

Für mich ist das kein Leben. Damals war es OK, es ging nicht anders. Ein zweites Mal würde ich so einen weiten Weg nicht in Kauf nehmen.

LG Michelle

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Katrin

Mitglied seit
27.08.2015
Beiträge: 105
Hilfreich: 0

Hallo Suse,

ich habe ca. 17 km Arbeitsweg (eine Strecke) und brauche dafür im Idealfall 15 - 20 Minuten über Autobahn und ein wenig Landstraße im Süden von Berlin bzw. in Brandenburg.

Der kurze schnelle Arbeitsweg war damals bei der Jobsuche ein wichtiges Kriterium, weil meine Tochter da noch klein war und ich feste Kitazeiten hatte. Heute (nach fast 14 Jahren in dem Unternehmen) kann ich mir auch keinen längeren Weg vorstellen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln würde ich übrigens etwa die doppelte Zeit brauchen, wegen langer Fußwege, Umsteigen, schlechte Verbindung etc., daher bin ich leider auf das Auto angewiesen. Fahrrad geht leider auch nicht, da im Büro keine Dusche vorhanden ist .

Liebe Grüße
Katrin

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Angie2106

Mitglied seit
18.03.2014
Beiträge: 7
Hilfreich: 0

Hallo zusammen,

ich arbeite seit 4 Jahren bei einem Unternehmen, dass 45 km von meinem Wohnort entfernt ist. Am Anfang hat mich die tägliche Pendelei mit dem Auto nicht so viel ausgemacht, aber inzwischen merke ich schon, dass es an die Substanz geht. Ich fahre täglich von einer mittelgroßen Stadt hinaus aufs Land ohne geeignete öffentliche Verkehrsanbindung. Morgens geht es immer noch mit dem Verkehr auf der Autobahn, aber am Abend bin ich für die Strecke auch locker mal 1,5 Stunden unterwegs, weil eigentlich jeden Tag Stau ist. Gerade an langen Arbeitstagen ist man abends total ko und geschafft. Morgens um 07.00 Uhr aus dem Haus und abends nicht vor 18:30/19:00 Uhr zu Hause, das ist auf Dauer echt keine Lösung. Freizeit bleibt auf der Strecke, ebenso Treffen mit Freunden. Sicherlich geht es oft nicht anders und man muss heute flexibel sein was die Annahme von Jobs angeht, aber meiner Meinung nach ist das alles nur eine gewisse Zeit zu stemmen. Wenn ich lese, dass einige von Euch 1 Stunde und länger täglich einfach unterwegs sind, dann muss ich wirklich sagen "Respekt". Da für mich ein Umzug nicht zur Option stand, denn wer will schon von der Stadt hinaus aufs Land ziehen, habe ich mir inzwischen einen neuen Job gesucht. Ok hatte auch was mit der aktuellen Entwicklung bei meinem aktuellen Arbeitgeber zu tun, aber meine neue Arbeitsstelle ist jetzt nur noch 12 km entfernt. So spare ich mir täglich mindestens 1 Stunde Fahrzeit. Und ich sage ich euch, darauf freue ich mich .

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.
Hinweis: Sie müssen sich einloggen um antworten zu können. Noch kein Login? Hier registrieren.