Corona-Folgen: Wenn alles anders ist
Gemeinsam durch die Krise: In komplizierten Zeiten ist praktische Intelligenz gefragt.

Corona-Folgen: Wenn alles anders ist

Ausnahmezustand rund um die Welt: Was bedeutet das für den eigenen Job in der Assistenz? Das haben wir bei zwei Office-Managerinnen und einem Office-Manager nachgefragt. Bekommen haben wir ziemlich ehrliche Antworten – und viel Optimismus.

New Work, plötzlich ist sie da: Nicht mehr nur als Worthülse, sondern als dringende Notwendigkeit, damit die Arbeit in den vielen großen und kleinen Büros weitergehen kann. Zahlreiche Firmen in Deutschland halten den Betrieb aufrecht, indem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten und möglichst gar nicht oder nur sehr sporadisch in die Firma kommen müssen – zumindest, solange die namhaften Virologen der Bundesregierung Einschränkungen wie Kontaktvermeidung empfehlen.

Stimmen aus dem Homeoffice

Klappt es mit der Technologie, lassen sich Privat- und Berufsleben gut unter eine Zimmerdecke bringen, ist der Kontakt zu Vorgesetzten und Team einfach herzustellen und: Wie ist die Stimmung? Drei Office-Managerinnen und -Manager haben uns diese Fragen beantwortet und machen Mut – für alle, bei denen es womöglich noch nicht ganz so reibungslos klappt. 

Anja Christin Hadenfeldt, selbstständige Assistentin und Kauffrau: 

Was hat sich mit der Corona-Krise für Ihre persönliche Arbeitssituation geändert?

Während ich für bestimmte Aufträge sonst beim Kunden vor Ort war, arbeite ich nun fast ausschließlich im Homeoffice und bin froh, dass meine Kunden mir das ermöglichen. Gleichzeitig stelle ich fest, dass ich die Abwechslung nicht nur im Hinblick auf mein Aufgabengebiet brauche, sondern auch in Bezug auf den Arbeitsort. 100 Prozent Homeoffice ist nichts für mich, ich bin gern bei den Kunden vor Ort und liebe es, verschiedene Büros und Menschen kennenzulernen. Die Abwechslung im Homeoffice muss man sich selbst schaffen. Und man muss diszipliniert sein und nach einer Zeit konzentrierter Arbeit auch Pausen einlegen, um den Körper nicht zu einseitig zu beanspruchen. Aber das gilt im Grunde nicht nur für das Homeoffice, sondern auch für das Büro beim Kunden.

Wie erleben Sie die Unternehmen um sich herum: Haben Sie das Gefühl, dass die meisten die Situation meistern – mental und auch digital?

Ich bin beeindruckt, wie flexibel die Unternehmen mit dieser Krise umgehen. Der Alltag wird im Moment von Krisensitzungen (online, versteht sich!) bestimmt, es werden Krisenszenarien und mögliche Lösungen skizziert und Notfallpläne festgelegt. Die Situation ist natürlich für die Unternehmen extrem schwierig. Mein Eindruck ist, dass die Unternehmen einerseits versuchen, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten müssen. Die Führungskräfte, für die ich in der Regel arbeite, bleiben besonnen und ruhig und versuchen, ein Fels in der Brandung zu sein. Das ist gut, um die Stimmung in den Unternehmen nicht kippen zu lassen. Außerdem stelle ich fest, dass digitale Umstellungen jetzt auf einmal schnell und unbürokratisch umgesetzt werden. So zum Beispiel die kurzfristige Einführung von MS Teams in einem großen Unternehmen. Die Mitarbeiter ziehen mit und sind froh darüber, denn sonst könnten sie nicht mehr arbeiten. Was früher mehrere Monate, vielleicht sogar Jahre gebraucht hätte, geht jetzt ganz schnell. Ich habe den Eindruck, dass mancher zu seinem „digitalen Glück“ gezwungen wird und entdeckt, dass diese Neuerungen vielleicht doch besser sind als befürchtet.

Dann gibt es auch solche Unternehmen und vor allem andere Solo-Selbstständige, die gerade alle Aufträge verlieren. Diesen Menschen wird gerade die Lebensgrundlage entzogen. Das ist eine Tragödie für viele und nicht mal eben mental zu verarbeiten. Und wer weiß, ob nach der Krise das Geschäft wieder aufgebaut werden kann? Da ist die staatliche Unterstützung zwar gut und notwendig, aber auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eines ist klar: Diese Ausnahmesituation muss schnellstmöglich ein Ende haben.

Nach der Krise ist vor der Krise: Was lernen Sie gerade für die Zukunft?

Ich merke, wie ungemein wichtig es für mich als selbstständige Assistentin und Kauffrau ist, Rücklagen zu haben, auf die ich im Notfall zurückgreifen kann. Ein ganzes Jahr kann ich davon nicht überleben, aber es ist beruhigend zu wissen, dass ich nach einem einmonatigen Arbeitsausfall nicht komplett insolvent bin. Insgesamt glaube ich aber, dass wir erst wirklich abschätzen können, was wichtig ist und was nicht, wenn wir die Krise gemeistert haben. Dann wird Bilanz gezogen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Wichtigste aber aus meiner Sicht: Ruhe bewahren und den Optimismus nicht verlieren! Das gilt für diese und auch alle anderen Krisen. Auch diese Krise werden wir meistern!

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office.