Zusammen schreiben, getrennt schreiben, Zusammenschreibung, Getrenntschreibung
Zusammen oder getrennt - Rechtschreibregeln rauben einer Sekretärin den letzten Nerv © Adagio - Shutterstock

„Instand setzen“ und Co.: Für die Getrennt- und Zusammenschreibung gelten viele Regeln

„Instandsetzen“, „instand setzen“ oder „in Stand setzen“: Die deutsche Rechtschreibung steckt voller Tücken. Wer im Büro arbeitet und mit der täglichen Korrespondenz beschäftigt ist, kann davon ein Lied singen. Neben der komplexen Grammatik beinhaltet die deutsche Sprache viele Wörter, deren korrekte Schreibweise sich auf den ersten Blick nicht erschließt.

Wenn ein Wort einer Fremdsprache entnommen ist, weiß man häufig nicht, wie die korrekte Schreibweise im Deutschen ist - wie zum Beispiel die Begriffe Akkordeon oder Cineast, die beide aus dem Französischen stammen.

Manchmal ist es auch nicht mehr ohne weiteres möglich, die Wortherkunft zu deuten: Woher stammen eigentlich die Begriffe Koryphäe oder Kreißsaal? In solchen Fällen empfiehlt sich im Grunde schieres Auswendiglernen. 

 

Aber nicht nur Wörter, die aus anderen Sprachen entlehnt sind, können uns Probleme bereiten. Auch das Deutsche hat genug Ausdrücke zu bieten, die schnell falsch geschrieben werden.

So verhält es sich beispielsweise mit der Schreibweise von "instandgesetzt", die häufig Probleme bereitet.

Wichtig: Sicherer Umgang im Büroalltag

Bei der Getrennt- und Zusammenschreibung ist reines Büffeln aufgrund der Vielzahl der existierenden Wortverbindungen kaum möglich. Doch gerade dieser Bereich innerhalb der deutschen Grammatik ist für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln.

Aber es hilft nichts: Für den Büroalltag ist der sichere Umgang mit den Rechtschreibregeln und der Grammatik ein Muss und von großer Bedeutung für Sekretärinnen und Assistenten. Das ist kein Wunder, denn die deutsche Grammatik ist hier überaus erfinderisch. Nicht immer ist klar, welche Regeln anzuwenden sind.

Die neuen Regeln, die die deutsche Grammatik eigentlich vereinfachen sollen, erweisen sich häufig nicht wirklich als glückliche Fügung: Nach Einführung der Rechtschreibreform hat die Verunsicherung zugenommen, so dass auch passionierte Sprachpfleger manchmal ins Stolpern geraten.

Auch Groß- und Kleinschreibung beachten

Zunächst ein Blick auf die Groß- und Kleinschreibung: Lautet die richtige Schreibweise "instandgesetzt" oder "instand gesetzt"? Am Beispiel „dableiben“ und „Dableiben“ lässt sich vielleicht etwas Licht ins Dunkel bringen, wann groß und zusammen, wann klein und auseinander geschrieben wird.

Im Prinzip ist die Regel eindeutig: Bei „Dableiben“ handelt es sich um ein Substantiv, für das natürlich Großschreibung gilt. Im Fall von „da bleiben“ liegt eine adverbiale Bestimmung vor, bei der Kleinschreibung die Regel ist. 

Welche Begriffe sind noch Fallstricke?

Schauen Sie sich die Tabelle mit den wichtigsten Begriffen der Getrennt- und Zusammenschreibung an.

„Instand setzen“: Viele Varianten

Ein Adverb steht stets in Bezug zu einer anderen Wortart und kennzeichnet die näheren Umstände einer Tätigkeit, eines Zustandes/Vorgangs. Diese Wörter werden auch Umstandswörter genannt. Innerhalb der deutschen Sprache gibt es unzählige dieser Wortverbindungen.

Sehr häufig existieren zum Beispiel beim Wort  „instand setzen“ Unsicherheiten. Wie lautet hier eigentlich die richtige Schreibweise?

Im Büroalltag stehen die unterschiedlichsten Varianten zur Diskussion. Viele Angestellte setzen bei der geschäftlichen Korrespondenz auf Zusammenschreibung („instandsetzen“), ein Großteil entscheidet sich für Getrenntschreibung („instand setzen“) und manchmal wird auch „In Stand setzen“ (mit Präposition) gebraucht. Offenbar sind sich auch bekannte Nachschlagewerke nicht einig darüber, was nun richtig ist und was falsch. 

Verbindung zwischen Adverb und Verb

Zunächst einmal: „Instand setzen“ wird - außer am Satzbeginn - klein- und getrenntgeschrieben. Wer sich an diese Regel hält, ist auf der sicheren Seite. (Quelle: Wörterbuch der neuen Rechtschreibung) Bei diesem Begriff handelt es sich um eine Wortverbindung, ein sogenanntes Kompositum, wiederum bestehend aus einem Adverb („instand“) und dem Infinitiv eines Verbs („setzen“). Die Verbindung aus Verben und Adverbien kommt sehr häufig vor.  Die Kombination aus diesen beiden Wortarten wird normalerweise getrennt geschrieben.

Deutliche Satz-Beispiele 

„Damit wir mit dem Stoff vorwärts kommen, müssen Sie sich besser konzentrieren.“ 

„Dieses Schreiben sollten Sie sich genau anschauen.“ 

 

Folglich heißt es im Fall von „instand setzen“: „Der Wagen wurde wieder instand gesetzt.“ Eine Zusammenschreibung der beiden Wortarten Adverb und Verb ist nur dann die Regel, wenn der erste Bestandteil des Begriffs stärker betont wird („hineingreifen“, „auseinandersetzen“). In der Vergangenheitsform, im Präteritum und im Perfekt (Partizip II) also, wird der Begriff „instand gesetzt“ ebenfalls auseinandergeschrieben.

Deutliche Satz-Beispiele

„Im Januarsetzte man defekten Firmenwagen wieder instand und konnte die Fahrzeugflotte auf diese Weise erweitern.“ (Präteritum)

„Es gab Gelegenheiten genug, das gerade instand gesetzte Warenregal mit  der Lieferung zu befüllen.“ (Perfekt)

Achtung bei den Verbindungen

Adverbien in Verbindung mit Verben werden jedoch dann zusammengeschrieben, wenn das Adverb betont wird. („Du sollst dableiben“, „mir ist etwas dazwischengekommen“). Sind beide Wortarten gleich betont, gilt Getrenntschreibung. 


Andere Regeln bei Adjektiven

Etwas anderes ist es, wenn anstelle des Adverbs ein Adjektiv dem Verb vorangestellt ist, wie es zum Beispiel bei „langsam gehen“ oder „gesund werden“ der Fall ist. Meistens gilt hier die Getrenntschreibung. Aber es gibt auch Ausnahmen. Nämlich dann, wenn der Begriff eine übertragene Bedeutung innehat.

Ein Beispiel dafür ist das Wort schiefgehen (misslingen) oder auch blaumachen (für schwänzen). Gleichrangige Adjektive, die gemeinsam einen Begriff bilden, werden hingegen immer zusammengeschrieben. Beispiele dafür sind etwa „süßsauer“ oder „nasskalt“.

Dasselbe gilt, wenn eines der Worte das andere in seiner Bedeutung verstärkt oder abschwächt („supergut“, extrabreit“). 

Kurzgefasst an dieser Stelle eine Übersicht der neuen Regeln (nach der Rechtschreibreform):

  • Wortgefüge, die mit dem Hilfsverb „sein“ in Verbindung stehen, werden getrennt geschrieben. Beispiele: Beisammen sein, fertig sein, glücklich sein.
  • Die Verbindung aus einem Nomen und einem Verb werden normalerweise zusammengeschrieben. Beispiele: Rad fahren, Gitarre spielen, Ausnahme: Untrennbare Zusammensetzungen wie etwa nachtwandeln oder teilnehmen (wenn bei den Beugungen die Reihenfolge erhalten bleibt).
  • Infinitiv und Verb werden getrenntgeschrieben. Beispiele: Lesen lernen, baden gehen, Ausnahme: Bei „bleiben“ und „lassen“ im übertragenen Sinn sind beide Schreibweisen möglich (sitzenbleiben, sitzen bleiben).
  • Verbindungen von Adjektiv und Verb, wenn eine neue Gesamtbedeutung entsteht, werden zusammen geschrieben. Beispiele: den Gegner kaltstellen, den Beschuldigten freisprechen.
  • Verbindungen von Adjektiv und Verb, bei denen das Ergebnis eines Vorgangs beschrieben wird („Teller leer essen“/“leeressen“), können getrennt oder zusammengeschrieben werden.
  • In allen anderen Fällen der Verbindung von Adjektiv und Verb gilt Getrenntschreibung („auswendig lernen“)
  • Wortverbindungen mit einem Partizip II können getrennt- oder zusammengeschrieben werden. Beispiele: „Aufsicht führend“ „aufsichtführend“), „Palmöl exportierend“ (palmölexportierend“)
  • Begriffe, die aus einem einfachen und ungebeugtem Adjektiv bestehen können sowohl getrennt- als auch zusammengeschrieben werden. Beispiele: „schwer verdaulich“/“schwerverdaulich“, „allgemein gültig“/“allgemeingültig“
  • Für feste Verbindungen aus Nomen und Präpositionen gelten ebenfalls beide Schreibweisen. Beispiele: „In Frage kommen“/“infrage kommen“, „zu Gunsten“/“zu Gunsten“

(verwendete Quelle: Wörterbuch der neuen Rechtschreibung)

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