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Betriebliches Gesundheitsmanagement: Wie Sie für Ihre Firma ein Gesundheitsprogramm organisieren

Bei Unternehmen kleiner und mittlerer Größe liegt die Organisation eines Gesundheitsprogramms oft in den Händen der Sekretärin. Ein Projekt mit vielen Möglichkeiten! Wir zeigen Beispiele – von der rasch umzusetzenden Einzelmaßnahme bis hin zum umfangreichen Corporate Health Management.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Bei Unternehmen kleiner und mittlerer Größe liegt die Organisation eines Gesundheitsprogramms oft in den Händen der Sekretärin. Ein Projekt mit vielen Möglichkeiten!

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Wie Sie für Ihre Firma ein Gesundheitsprogramm organisieren

Konzerne wie BMW, Daimler oder Telekom haben betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) längst auf der Agenda, dort sorgen mehrköpfige Teams für Ideen, Konzepte und Umsetzung. Über solche Kapazitäten verfügen kleinere und mittelgroße Unternehmen (KMU) in der Regel nicht.

Doch auch bei vielen KMU ist das Interesse an Maßnahmen groß. Denn die Kolleginnen und Kollegen in Sachen Fitness und Gesundheit nachhaltig zu unterstützen, schützt nicht nur die Human Resources im eigenen Unternehmen. Auch die Attraktivität als Arbeitgeber profitiert davon: „Die jungen Nachwuchskräfte fragen heute bei Bewerbungen nach derartigen Benefits“, erklärt Oliver Walle. Der Unternehmensberater aus Neunkirchen („Health4Business“) gibt sein Wissen auch als stellvertretender Vorstand des Bundesverbands Betriebliches Gesundheitsmanagement (BBGM) und als Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) in Saarbrücken weiter.

„Sitzen ist das neue Rauchen“

Dieser Slogan sei zurzeit in aller Munde, berichtet Oliver Walle. Und tatsächlich: Faktoren wie langes Sitzen und Bewegungsmangel, die die Digitalisierung noch verstärkt, haben das Rauchen als Risikofaktor für die Gesundheit abgelöst. Wer geht denn heute noch ins Archiv, um Akten zu holen? Dokumente werden längst gescannt und elektronisch abgelegt. Informationen werden gemailt oder über das Intranet zugänglich gemacht. Auch der Drucker steht häufig nicht mehr am Flur, sondern ist in handlichem Format direkt am Schreibtisch platziert.

Wer für ein IT-Startup arbeitet, weiß, dass Pioniergeist und ein hoher zeitlicher Einsatz gefragt sind. Bewegung und regelmäßige Mahlzeiten fallen unter den Tisch, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Gesundheit. Nacken-, Kopf- oder Magenschmerzen, Rückenprobleme und vielleicht auch ein paar Pfunde zu viel, verbunden mit möglichen Spätfolgen wie Herz- und Kreislaufproblemen, lautet die Bilanz leider allzu oft.

Bei einem Startup in Berlin, das Katja Graf („Mehrwert Gesundheit“) kürzlich beriet, zeigten Gruppenfotos aus den drei Jahren seit der Gründung, wie es um die Belegschaft stand: „Als wir die Fotos verglichen, fiel auf, dass einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich rundlicher, andere dagegen richtig schmal geworden waren. Es reagiert eben jeder anders auf Stress“, erzählt die Sportwissenschaftlerin, die hauptsächlich kleinen und mittleren Unternehmen bei der Einführung von Programmen zur Gesundheitsförderung zur Seite steht.

Gesundheitsprogramm: Erste-Hilfe-Maßnahmen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme wurden Süßigkeiten und Softdrinks aus der Küche verbannt. Stattdessen gibt es frisches Obst für alle, Smoothies, Gemüse und Wasser. Und es finden Gruppengespräche statt, wie man zu einer besseren Work-Life-Balance kommen kann. „Ganz wichtig ist, dass sich auch die Chefs an die neuen Vereinbarungen halten“, sagt Katja Graf, die selbst zwölf Jahre lang in leitender Position tätig war und daher weiß, wie schnell man in ungesunde Verhaltensmuster hineinrutscht: „Abends und am Wochenende Mails checken und schreiben oder gar in die Firma gehen. Wer das tut und gleichzeitig seiner Belegschaft Work-Life-Balance predigt, handelt kontraproduktiv.“ Ist der Chef ein „Arbeitstier“, müssen Assistentinnen oft erst einmal Überzeugungsarbeit leisten. Als Motivationsstütze empfiehlt Katja Graf einen Online-Kurs sowie Materialien einer Gesundheitspsychologin: „Führungskräfte, die gut auf sich selbst achten, haben auch Lust, die Mitarbeiter gesundheitsgerecht zu führen.“ *

* Dr. Anne Katrin Matyssek: Bücher „Was Führungskräfte brauchen“ und „Gesund Führen-Toolbox“; Jahreskalender; Online-Kurs „Mehr Erfolg im BGM“; alles auf www.do-care.de

Was die Experten empfehlen

Maßnahmen, die sich leicht umsetzen lassen und sich für möglichst viele Kollegen eignen, sind ein guter Einstieg. Einige Beispiele (Klar, dass Chefin oder Chef mitmachen!):

  1. Das Morgen-Meeting mit Augengymnastik beginnen. Ein oder zwei Übungen können schon genügen. Eine Auflockerung im doppelten Sinne (für die Muskeln wie die Stimmung): drei Minuten Schultergymnastik vor dem Meeting.
  2. Meetings gut strukturieren und öfter mal im Stehen und/oder im Freien abhalten. Das fördert die Konzentration und weitet den Blick, man bewegt sich etwas – und die Meetings werden in aller Regel kürzer!
  3. Eine „Wer läuft die meisten Schritte?“-Challenge ausrufen. Dafür gibt es von einigen Anbietern Apps für das Smartphone.
  4. Wassersprudler aufstellen, die Büros mit Wasserkaraffen mit einer Skala ausstaffieren und eine „Wer trinkt mehr?“-Challenge starten.
  5. Headsets für Kolleginnen anschaffen, die viel telefonieren. Deren Arbeitsplätze unter ergonomischen Gesichtspunkten prüfen lassen (Beleuchtung, Lichteinfall, Spiegelungen am PC, Geräuschpegel) und nötigenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen (Einzelarbeitsplatz/Kabine für Telefonate einrichten).
  6. Eine Laufgruppe gründen oder ein Tischtennisturnier organisieren.
  7. Diensträder zur Verfügung stellen, die auch privat genutzt werden dürfen. Für die Nutzung führen die Kollegen monatlich eine gewisse Rate vom Bruttolohn ab. Eine Win-Win-Situation: Das Nettoeinkommen wird dadurch nur wenig gemindert, die Sozialabgaben der Firma sinken, das Radfahren fördert die Gesundheit.
  8. Vor der Kantine an einer Tafel „Best Practice“-Beispiele aus der Belegschaft zeigen. Dazu eine kleine Prämie ausloben: Wer in der Freizeit mit Kollegen radelt, wandert oder zum Skifahren geht und der Firmen ein Foto davon zur Verfügung stellt, bekommt zehn Euro Zuschuss!
  9. Pausenkultur fördern: Motivieren Sie die Kollegen, den Schreibtisch/Arbeitsplatz für die Mittagspause zu verlassen. Ideal ist, wenn eine leichte, frische Mahlzeit angeboten wird und Kollegen nach dem Mittagessen (miteinander) eine kleine Runde an der frischen Luft drehen.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der working@office-Ausgabe 02 | 2018. Hier geht es zum Gratis-Test ...

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