Komma setzen, Komma weglassen, wo gehört das Komma hin
Wo gehört denn nun das Komma hin? Fragen beantwortet das Team von workingoffice © TungCheung - Shutterstock

Komma bei „wie bereits besprochen“? Regeln der Rechtschreibung und Kommasetzung

Komma ja, Komma nein, Komma hier oder Komma da? Ständige Veränderungen der Rechtschreibreform lassen diese Situationen nicht leicht beantworten. Wir haben die häufigsten Fehlerquellen für Sie zusammengefasst.

Haben Sie sich auch schon gefragt, ob nach Sätzen wie „wie bereits besprochen“ ein Komma gesetzt wird? Die Antwort lautet: Bei "wie besprochen" geht es mit oder ohne Komma.

Die Regel: Laut § 76 der amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung können Sie bei formelhaften (verkürzten) Nebensätzen das Komma weglassen.

Beispiele - Kommasetzung im Satz möglich

Wie bereits gesagt(,) verhält sich die Sache anders.

Ich sende dir(,) wenn nötig(,) noch den Teilzeitantrag zu.

Er ging(,) wie immer(,) nach dem Essen spazieren.

Wir wollen die Angelegenheit(,) wenn möglich(,) heute noch erledigen.

Erläuterung: Der formelhaft (verkürzte) Nebensatz wäre im ersten Beispiel etwa: „wie bereits gesagt“. Daher können Sie hier das Komma weglassen - ebenso bei "wie besprochen".


Bitte beachten Sie folgende Regel für Satzteile:

Bei einem eingeschobenen Satz (Einschübe) müssen zwei Kommas zur Abtrennung vom Hauptsatz verwendet werden, sofern Sie sich für die Kommasetzung entscheiden.

Gegenbeispiel: Verpflichtende Kommasetzung (zwei Kommas für Einschübe) zur Abtrennung vom Hauptsatz

Wir wollen die Angelegenheit, wenn es möglich ist, heute noch erledigen.

Wie ich dir bereits gesagt habe, verhält sich die Sache anders.

Weitere Kommaregeln und Grammatikfragen, die für Assistenzkräfte besonders wichtig sind

Wenn Sie sich in Ihrer Korrespondenz an die folgenden Regeln halten, sind Ihre Briefe und E-Mails frei von den häufigsten peinlichen Komma- und Grammatikfehlern. 

Welchen Einfluss hat „zu“ auf zusammengesetzte Verben?

Wie ist dieser Satz richtig?

„Wir freuen uns, Sie am 23. Juni kennenzulernen.“

oder

„Wir freuen uns, Sie am 23. Juni kennen zu lernen.“

Zusammen oder getrennt?

Beide Schreibweisen sind möglich. Wie beim zusammengesetzten Verb sind auch in Verbindung mit „zu“ sowohl die Zusammenschreibung als auch die getrennte Schreibweise richtig.

Wir empfehlen bezüglich der Rechtschreibung die zusammengeschriebene Variante.


Komma bei Anreden: So lauten die Regeln

Die Anrede ist in der Regel die meistbeachtete Stelle eines Briefs oder einer E-Mail. Umso wichtiger, dass auch das Komma richtig gesetzt wird.

Hier finden Sie die Kommaregeln für die Anrede.

 

Beispiele an zwei Titeln: Setzen Sie kein Komma bei einer Reihe von Titeln und Namen

1. Vorstandsvorsitzender Dr. Karl Eberhard

2. Verbandsdirektor Professor Dr. Werner Breiholz

 

Beispiele an Komma setzten nach der Anrede: Setzen Sie ein Komma nach der Anrede in Briefen und E-Mails

1. Sehr geehrter Herr Schröder, vielen Dank für Ihre Einladung!

2. Guten Tag, Herr Weber, endlich finde ich die Zeit, mich für Ihre Glückwünsche zu bedanken.

3. Hallo, Werner, ich sende dir viele Grüße.

 

Beispiele an der Anrede ohne Komma: Besonders wenn die Anrede aus nur einem Wort besteht, kann sie in Briefen und E-Mails auch ohne ein Komma stehen:

1. Hallo Werner

2. Hi Sabine

 

Beispiele an Namensergänzungen: Ein Komma kann stehen bei Namensergänzungen wie „geb.“, „verw.“

1. Caroline Reger geb. Mewes wird an dem Empfang teilnehmen.

2. Oder: Caroline Reger, geb. Mewes, wird an dem Empfang teilnehmen.

Ausschreiben von Abkürzungen ist besser als abkürzen

Idealerweise schreiben Sie die Wörter „verw.“ und „geb.“ aus: verwitwete; geborene


So geht die Kommasetzung bei Ausrufen

Ausrufe werden in der Regel durch Komma abgetrennt.

  • Herrje, wie schrecklich!

 

Das Komma entfällt jedoch, wenn keine Hervorhebung gewollt ist.

  • Ach das ist aber schade.

Wann Sie bei Infinitivgruppen ein Komma setzen müssen

Kommaregeln können öfter mal für Verwirrung sorgen. Hier erfahren Sie in aller Kürze, wann Sie ein Komma bei Wortgruppen wie Infinitivgruppen setzen.

Infinitivgruppen können Sie durch ein Komma abtrennen. Die Trennung durch ein Komma ist dringend zu empfehlen, wenn sonst Missverständnisse entstehen können.

a) Wir empfehlen, ihm zu folgen.

b) Wir empfehlen ihm, zu folgen.

Infinitivgruppen werden durch ein Komma abgetrennt, wenn sie mit „ohne“, „um“, „als“, anstatt“, „außer“, „statt“ eingeleitet werden.

c) Er antwortete, ohne sich für das Versehen zu entschuldigen.

Infinitivgruppen werden durch ein Komma abgetrennt, wenn sie von einem Substantiv abhängen.

d) Unser Angebot, in Raten zu zahlen, bleibt weiterhin bestehen.

Infinitivgruppen werden durch ein Komma abgetrennt, wenn sie von einem hinweisenden Wort abhängen. Beispiele für hinweisende Wörter sind „dazu“, „dafür“, „dagegen“ und „daneben“.

e) Die Automatisierung führt dazu, effizienter zu arbeiten und Arbeitskräfte einzusparen.

Achtung: Bildet der Infinitiv mit zu mit einem übergeordneten Verb ein komplexes Prädikat, wird kein Komma gesetzt.

Kommaregeln für die vergleichenden Konjunktionen als und wie

  • Wenn diese Konjunktionen nur Wörter oder Wortgruppen (ohne Verb) einleiten, setzt man kein Komma. (Wir haben mehr Tische als nötig.)
  • Wenn diese Konjunktionen einen Nebensatz (mit Verb) einleiten, steht ein Komma. (Die Wunde heilte besser, als wir erwartet hatten.)

An(’)s, durch(’)s, für(’)s: Schreiben Sie’s mit oder ohne Apostroph?

Bei Ihrer offiziellen Geschäftskorrespondenz verwenden Sie immer die korrekte Schriftsprache. Aber im Kontakt mit Kollegen oder Geschäftspartnern, mit denen Sie eine fast freundschaftliche Kommunikation pflegen, fließt die Umgangssprache vielleicht auch zwischendurch beim Schreiben der E-Mails oder einer Notiz mit ein.

Das liest sich dann vielleicht so:

… die passenden Schuhe für(’)s kleine Schwarze oder

… die Notiz an(’)s Schwarze Brett.

Und immer wieder stellt sich von Neuem die Frage: Welche Form von „an(’)s“, „durch(’)s“ und „für(’)s“ ist in der Rechtschreibung eigentlich die richtige? Die mit oder die ohne Apostroph?

Die Regel für das Apostroph

Wenn Sie den bestimmten Artikel das mit einer vorangestellten Präposition (um, an, durch, für, auf, hinter, vor, über) zusammenziehen, ergibt sich daraus ein Wort. Der Apostroph ist somit überflüssig und wird weggelassen.


Beispiele für Präpositionen in Verbindung mit das

an das Wasser = ans Wasser

in das Heu = ins Heu

vor das Auto = vors Auto

hinter das Haus = hinters Haus

über das Meer = übers Meer

durch das Holz = durchs Holz

unter das Bett = unters Bett

Dieselbe Regel gilt auch für die Kombination von dem (Dativ des sächlichen oder männlichen Artikels) und einer Präposition: Hier steht kein Apostroph. Ebenso wie die Verschmelzung von das und Präposition tritt auch diese Kombination nahezu ausschließlich in der Umgangssprache auf. 

Beispiele für Präpositionen und in Verbindung mit dem

unter dem Keller = unterm Keller

hinter dem Briefkasten = hinterm Briefkasten

vor dem Haus = vorm Haus

über dem Stadion = überm Stadion

Ansonsten gilt: In den meisten anderen Fällen können Sie selbst entscheiden, ob Sie einen Apostroph setzen oder nicht. Bei umgangssprachlichen Verbindungen eines Verbs oder einer Konjunktion mit dem Pronomen es zum Beispiel ist der Apostroph entbehrlich, wird jedoch häufig verwendet.

  • Wie gehts (geht’s) dir?
  • Nimms (Nimm’s) nicht so schwer.
  • Wenns (Wenn’s) weiter nichts ist ...

Sie können einen Apostroph auch setzen, wenn Wörter bei Auslassungen sonst schwer lesbar werden:

  • Wie du’s lieber hast.
  • Da läuft sich’s schlecht.
  • So ’n Ärger!

Grammatikfrage: Welche Formulierung ist richtig?

Was ist richtig?

„Ich weise jedoch darauf hin, dass ich mir trotz des Termins vorbehalte, bei weiterem pflichtwidrigen/m Verhalten Ihrer Mandantin die außerordentliche Kündigung in die Wege zu leiten.“

Die richtige Antwort auf die Grammatikfrage ist: … bei weiterem pflichtwidrigen Verhalten …

Das Signal für Dativ (neutrum, singular) ist „m“. Es wird immer nur einmal benötigt.

  • Bei richtigem Verhalten.
  • Bei diesem richtigen Verhalten.
  • Bei pflichtwidrigem Verhalten.
  • Bei weiterem pflichtwidrigen Verhalten.

Verbindungen aus einem Substantiv und einem Verb schreiben Sie meistens getrennt

In der Schule haben viele noch gelernt, dass Verbindungen aus einem Substantiv und einem Verb mal getrennt- und mal zusammengeschrieben wurden. Es gab sowohl die Schreibweise „Auto fahren“ als auch „radfahren“. Heute werden die meisten Verbindungen eines Substantivs mit einem Verb getrenntgeschrieben.

  • Rad fahren statt radfahren
  • Maß halten statt maßhalten

In diesen drei Fällen sind zwei Schreibungen zulässig:

  • achtgeben/Acht geben
  • achthaben/Acht haben
  • haltmachen/Halt machen

Umstellprobe schützt vor Fehlern

Bleiben Sie bei diesen Ausnahmen ebenfalls bei der Getrenntschreibung, das ist weniger verwirrend und Sie müssen sich ein paar Ausnahmen weniger merken.

Machen Sie die Umstellprobe, um sicher zu sein

Bei manchen Zusammensetzungen aus Substantiv und Verb hilft die Umstellprobe bei der Entscheidung weiter, ob Sie zusammen- oder getrenntschreiben.

„Ich fahre Rad“ oder „ich war Rad fahren“. Die Umstellprobe funktioniert und Sie schreiben getrennt.

 


Ausnahmen der Umstellprobe

Bei „bergsteigen“, „bruchrechnen“ und einigen anderen funktioniert die Umstellprobe nicht. Sie sagen ja nicht: „Ich stieg Berg“ oder „Ich rechnete Bruch“ – also schreiben Sie in diesen Fällen, wie Sie es in der Schule gelernt haben, nach wie vor zusammen.

Beispiele, bei denen die Umstellprobe nicht funktioniert: brandmarken, bergsteigen, bruchrechnen, eislaufen, handhaben, lobpreisen, maßregeln, nachtwandeln, schlussfolgern, sandstrahlen, segelfliegen.

Achtung bei Verbindungen

Verbindungen mit dem Hilfsverb „sein“ schreiben Sie grundsätzlich getrennt (an sein, auf sein, da sein, fertig sein, sicher sein, zusammen sein)

Verbindungen mit einem adjektivisch gebrauchten Partizip (Verlaufsform des Verbs in Gegenwart oder Vergangenheit) als zweitem Bestandteil können Sie jetzt getrennt- oder zusammenschreiben.

Beispiele:

  • Aufsicht führend/aufsichtführend
  • Erdöl exportierend/erdölexportierend
  • Gewinn bringend/gewinnbringend
  • allein erziehende/alleinerziehende Mutter
  • die allein Erziehenden/die Alleinerziehenden
  • gut bezahlte/gutbezahlte Fachkräfte
  • im klein Gedruckten/im Kleingedruckten

Empfehlung: Entscheiden Sie sich dafür, auch diese Wörter immer getrennt zu schreiben.

„Helfen“ und „lernen“: Diese Verb-Fallen sollten Sie kennen 

„Helfen“ mit oder ohne „zu“: Es ist eine alltägliche Situation, dass eine Kollegin oder ein Kollege Sie um Mithilfe bittet.

Nehmen wir an, Sie werden zweimal mit folgenden Worten aufgefordert:

  1. „Hilf mir bitte ausladen!“
  2. „Hilf mir bitte auszuladen!“

Sie sind ja grundsätzlich hilfsbereit, aber auf die zweite Bitte brauchen Sie – wörtlich genommen – nicht zu reagieren. Die ist grammatikalisch falsch formuliert. Ein erweiterter Infinitiv mit „zu“ kommt immer dann in Frage, wenn es auch eine Erweiterung/einen Zusatz gibt.

Eine korrekte Alternative wäre: „Hilf mir bitte beim Ausladen!“ oder „Hilf mir bitte, diese Sendung auszuladen!“

Hier dürfen Sie helfen. Wenn das auf „helfen“ folgende Verb ergänzt wird (hier durch: „diese Sendung“), dann dürfen Sie „zu“ hinzufügen.

  • „Hilf mir einpacken!“ (richtig)
  • „Hilf mir beim Einpacken!“ (richtig)
  • „Hilf mir, die Geschenke einzupacken!“ (richtig)
  • „Hilf mir einzupacken!“ (falsch)

„Lernen“ mit oder ohne „zu“

Das Verb „lernen“ birgt ebenso manche Tücken. Wissen Sie, wie es im Folgenden richtig heißt?

„Die Sekretärin lernt organisieren.“

„Die Sekretärin lernt, alle Abläufe systematisch zu organisieren.“

Auch hier gilt die Regel: „Zu“ kann hinzukommen, wenn das darauffolgende Verb („organisieren“) ergänzt wird (hier durch: „alle Abläufe“).

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