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Ihr Leitfaden, wie Sie für Sie wichtige Themen bei Ihrem Chef ansprechen

Sie denken, eine Gehaltserhöhung wäre längst überfällig? Sie sind überlastet oder Sie würden gern an einem bestimmten Seminar teilnehmen? Dieser Leitfaden gibt Ihnen das Rüstzeug, damit Sie Ihre Interessen bei Ihrer Chefin/Ihrem Chef wirkungsvoll vertreten: angemessen im Ton, klar und überzeugend in der Sache.

Wichtige Themen beim Chef ansprechen

Sie sind unsicher, wie Sie bestimmte Themen bei Ihrem Chef ansprechen sollen? Wir geben Ihnen die passenden Ratschläge.

Warum das Gespräch mit dem Chef so schwierig ist

Beispiel:

Svenja will seit einigen Wochen mit ihrem Chef über ihre Arbeitssituation sprechen. Aber irgendwie passt es nie. Er lässt sie immer abblitzen mit „Jetzt nicht“. Sie ist verärgert und fühlt sich nicht ernst genommen. Heute beschließt sie: Es ist soweit. Sie erwischt ihn, als er von einem Meeting zurückkommt. „Herr Mertens“, sagt sie, „das geht so nicht weiter. Ich versuche schon seit einer Ewigkeit, mal zehn Minuten mit Ihnen zu sprechen. Und nie haben Sie Zeit für mich.“ Ihr Chef schaut sie nur kurz an, legt die Stirn in Falten und sagt „Sie sehen doch, was hier jeden Tag los ist. Gerade Sie müssten doch verstehen, dass ich keine Zeit habe. Tse.“ Und zur Krönung schüttelt er noch mit dem Kopf und geht.

Svenja ist damit gleich in mehrere Fallen getappt. 

Diese Fallen lauern beim Chefgespräch in eigener Sache

  • Sie sind emotional und können nicht sachlich argumentieren.
  • Sie greifen Ihren Chef an, weil Sie zu lange mit Ihrem Wunsch hinter dem Berg gehalten haben.
  • Sie sind sachlich, aber Ihnen fehlen die Argumente.
  • Ihr Chef ist rhetorisch so geschult, dass er alle Argumente schnell entkräftet.
  • Ihr Chef ist ungeduldig, steht unter Zeitdruck und hört nicht richtig zu.

Sie sehen, die Herausforderungen sind groß. Und wenn gleich mehrere Faktoren auf einmal auf Ihre Situation zutreffen, wird die Herausforderung umso größer.

Lesen Sie hier: Führungskräfte um Zuarbeit bitten

Es kann auch an Ihrer Einstellung liegen

Suchen Sie nicht nach Erklärungen oder gar Ausreden, weshalb Sie ein Gespräch mit Ihrem Chef nicht führen können. Seien Sie erst einmal ehrlich zu sich selbst. Riskieren Sie einen unverblümten Blick auf sich und fragen Sie sich, ob diese Gedanken Sie möglicherweise beschäftigen:

Denken Sie,

  • dass Ihnen das, was Sie ansprechen möchten, gar nicht zustehe, 
  • dass Sie nicht in der Position seien, Forderungen zu stellen, 
  • Sie sollten lieber darauf hoffen, dass Ihr Chef Ihren Wunsch/Ihre Bedürfnisse/Ihre Forderungen schon von selbst sehe und von allein handeln werde?

Beide Seiten – das Bild, das Sie von Ihrem Chef haben, wie auch Ihre eigenen ausbremsenden Gedanken – bilden eine schlechte Grundlage für ein erfolgreiches Gespräch. Und dann passiert das, was Svenja erlebt hat: Sie wählt den falschen Zeitpunkt, die falsche Strategie, die falschen Worte. Und je mehr Misserfolge dieser Art Sie selbst schon erlebt haben, umso größer wird die Hemmschwelle beim nächsten Mal.

Ändern Sie zunächst die Bilder in Ihrem Kopf

Bevor Sie in ein Verhandlungsgespräch mit Ihrem Chef einsteigen, sollten Sie sich Folgendes klarmachen: 

  • Ihr Chef ist keine uneinnehmbare Festung, wenn Sie die passenden Argumente und eine gute Strategie anbringen.
  • Sie haben das Recht, Wünsche zu kommunizieren. 
  • Es muss nicht immer gleich beim ersten Mal klappen – manche Dinge brauchen Zeit.

Oder anders ausgedrückt: Ihr Chef ist nicht so unüberwindbar, wie er auf Sie wirken mag. Und Sie selbst können mehr erreichen, als Sie glauben.

Vermeiden Sie diese Fettnäpfe im Gespräch

Damit Sie Ihre Wünsche professionell und erfolgreich an den Mann oder die Frau bringen können, sollten Sie die fünf typischen Fettnäpfe vermeiden:

Fettnapf 1: Gespräche zwischen Tür und Angel

Ihr Anliegen ist Ihnen wichtig. Dann dürfen Sie es nicht überfallartig zwischen Tür und Angel oder zwischen zwei Terminen an Ihren Chef herantragen. Denn das hat garantiert einen negativen Effekt auf Ihren Verhandlungserfolg.

Im Zweifelsfall erwischen Sie Ihren Chef „auf dem falschen Fuß“. Oder Sie vergessen in der Eile Ihre geplante Strategie. Oder Sie verfallen in Gesprächsmuster, die einen Erfolg verhindern, etwa in das von Fettnapf 2.

Fettnapf 2: Nicht klar formulieren

Vor allem Männer schalten sofort auf Durchzug, wenn ihr Gegenüber nicht klar sagt, was es möchte. Verweichlichende, unpräzise Formulierungen kommen bei Ihrem Gegenüber nicht gut an.

Vermeiden Sie Sätze wie:

  • „Ich würde ja schon ganz gerne mal ein Seminar besuchen.“

Unsere Meinung: Zu viele Füllwörter, zu weich formuliert. Ob das ein wirklicher Wunsch ist, wird nicht klar.

  • „Eigentlich bräuchte ich jemanden, der mir ein bisschen unter die Arme greift.“

Unsere Meinung: Mit „eigentlich“ erreichen Sie gar nichts. Und: Verharmlosen Sie Ihre Wünsche nicht. „Ein bisschen“ erweckt den Eindruck, als sei das Problem kein Problem.

Für Ihren Chef klingt das alles nicht nach einem dringenden Wunsch, sondern mehr nach einem harmlosen, nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag, den man getrost zur Seite schieben kann.

Fettnapf 3: Vorwürfe machen

Besonders allergisch könnte Ihr Chef reagieren, wenn Sie vorwurfsvoll formulieren oder gar trotzig. Wenn Sie solche Formulierungen verwenden, ernten Sie spontan Ablehnung:

  • „Sie müssen doch selbst sehen, was ich hier leiste!“ 
  • „Wieso immer nur die anderen und ich nicht?“
  • „Was kann ich denn dafür, wenn hier immer nur alle aufs Budget schauen?“

Sie wollen sich nicht anhören wie ein quengelndes Kind.

Fettnapf 4: Vergleiche mit anderen

Vermeiden Sie es, sich mit anderen zu vergleichen. Ein Satz wie „Die Frau Schmidt hat aber auch …“ stößt sofort auf taube Ohren – diese Strategie, die man bei Kindern häufig beobachten kann, ist so gut wie nie erfolgreich.

Schieben Sie die Schuld nicht auf andere. Auch das stellt Sie bei Ihrem Chef in ein schlechtes Licht und schwächt Ihre Argumente.

Fettnapf 5: Verlust der Augenhöhe

Wenn Ihr Gespräch erfolgreich verlaufen soll, dann ist die professionelle Augenhöhe das einzig sinnvolle Maß für Sie:

  • Vermeiden Sie übertriebenen Respekt vor Ihrem Chef, denn damit machen Sie sich selbst in dessen Augen kleiner. 
  • Achten Sie gleichzeitig darauf, die professionelle Distanz zu wahren. Ihr Chef ist nicht Ihr Freund. Selbst wenn Sie sich sehr gut verstehen, formulieren Sie sorgsam und nicht plump. 
  • Zeigen Sie nicht verbal mit dem Finger auf Ihren Chef: „Sie haben mir doch versprochen …“ Damit drängen Sie ihn automatisch in eine Verteidigungshaltung, und das verhindert Ihren Verhandlungserfolg. 
  • Geben Sie keine ungebetenen Erklärungen ab, denn das kann von Ihrem Chef als Bevormundung verstanden werden. 
  • Dazu gehört auch, dass Sie das Gesagte nicht noch mehrfach wiederholen. Ihr Chef hat beim ersten Ansatz schon verstanden, und Wiederholungen machen Ihr Gegenüber unwillig. 

Diese 3 praxiserprobten Strategien helfen Ihnen, besser zu argumentieren

Überlassen Sie Ihre wichtigen Anliegen nicht dem Zufall. Wenn Sie bei Ihrem Chef einen Wunsch vorbringen oder einen Vorschlag machen, dem er zustimmen soll, dann gönnen Sie diesem Gespräch Raum, Zeit und die nötige Aufmerksamkeit.

Die folgenden Strategien helfen Ihnen dabei:

Strategie 1: Bereiten Sie sich systematisch vor

Was auch immer Ihr Anliegen ist: Rechnen Sie mit Gegenargumenten! Viele davon können Sie vorhersagen. Denn beinahe immer, wenn Sie mehr Zeit, Geld, Unterstützung oder Ressourcen einfordern, wird Ihr Chef Gründe dagegen finden. Finden Sie diese Gründe vor Ihrem Chef!

Listen Sie die wichtigsten Gegenargumente auf und überlegen Sie sich, wie Sie diese entkräften können oder ob es Aspekte gibt, die seine Argumente aufwiegen.

Zur Vorbereitung Ihres Gesprächs gehört auch, dass Sie den richtigen Zeitpunkt wählen. Kann Ihr Chef im Moment überhaupt zuhören? Oder muss das Gespräch auf einen anderen Zeitpunkt verschoben werden? Bereiten Sie Ihren Chef auf Ihr Gespräch vor, indem Sie ihm einen passenden Termin anbieten.

Damit Ihr Chef dem Gespräch nicht von vornherein ausweicht, stellen Sie schon in diesem Moment die Vorteile für ihn in den Vordergrund, ohne ihn zu bevormunden:

  • „Ich habe eine Idee entwickelt, die ich Ihnen vorstellen möchte. Sollen wir nach dem Meeting darüber sprechen, oder ist es Ihnen jetzt lieber?“
  • „Mir liegen ein paar strategische Veränderungen am Herzen, mit denen wir ein paar wesentliche Besserungen herbeiführen können. Ich möchte das gerne nach Ihrem Telefonat absprechen. Passt es Ihnen dann?“

Unser Tipp: Überlegen Sie sich gut, in welchem Rahmen das Gespräch die bessere Wirkung hat. Manches geht offiziell im Meeting oder unter Zeugen, vieles nur unter vier Augen.

Strategie 2: Lassen Sie Ihren Chef gut dastehen

Machen Sie sich klar: Beide Seiten haben Recht – zumindest aus der eigenen Sicht heraus. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Wünsche und Perspektiven Ihres Chefs respektieren.

Ihr Chef kann Ihnen nur nachgeben, auf Kompromisse eingehen oder einlenken, wenn Sie sich ernsthaft mit seinen Bedürfnissen auseinandersetzen. Ihr Chef ist nicht grundsätzlich gegen Sie, sondern in seiner eigenen Welt unterwegs, in der möglicherweise andere Gesetze herrschen als in Ihrer.

Gehen Sie daher auf seine Argumente ein. Zeigen Sie Verständnis für seine Perspektive und Denkweise.

Vermeiden Sie bei Gegenargumenten Ihres Chefs das ausbremsende „Ja, aber“. Damit setzen Sie seine Argumente herab, signalisieren, dass Sie die nicht ernstnehmen.

Zeigen Sie stattdessen, bis wohin Sie seinen Argumenten folgen können, dann erst nennen Sie Ihre Bedenken oder Gegenargumente. So vermeiden Sie „ja, aber“:

  • „Ja, das Thema Budget steht natürlich im Vordergrund, das verstehe ich. Neben dem Geld gibt es für mich noch weitere wichtige Aspekte, dazu gehört beispielsweise …“ 
  • „Das sehe ich auch so, dass wir chronisch unterbesetzt sind. Umso wichtiger ist es, dass die wenigen entsprechend qualifiziert arbeiten können …“

Lassen Sie sich von einem „Nein“ nicht abschrecken. Hören Sie genau hin: Entwickeln Sie ein Ohr für ein eingeschränktes Nein. Wenn er „Heute nicht“ sagt, dann können Sie nachhaken: „Wann dann?“

Geben Sie Ihrem Chef Zeit nachzudenken

Es klingt wie ein Klischee und ist leider wahr: Männer nicken tendenziell nicht gleich ab, wenn eine Frau einen Vorschlag macht. Geben Sie Ihrem Chef Zeit und bleiben Sie an ihm und dem Thema dran – diplomatisch, ohne ihm damit auf die Nerven zu gehen.

Strategie 3: Argumentieren Sie mit Zahlen und Fakten

Gehen Sie auf die Ziele Ihres Chefs ein, erwähnen Sie seine direkten Anliegen. Ihre Argumente sollten daher immer beinhalten,

  • was Ihr Chef konkret von Ihrem Vorschlag mit Blick auf seine eigenen Ziele hat und
  • welche Vorteile ihm durch Ihren Vorschlag entstehen.

Frauen tendieren dazu, auf emotionalem Niveau zu argumentieren – „Wir würden uns hier besser fühlen, wenn …“. Nicht jeder Mann hört auf diesem emotionalen Ohr gut. Daher begründen Sie Ihre Argumente immer mit konkreten Zahlen und stichhaltigen Fakten. Wichtige Argumente für Ihren Chef sind: 

  • Welches Potenzial (für das Unternehmen, Kollegen, Geschäftsentwicklung …) hat Ihre Idee?
  • Welcher Nutzen ergibt sich daraus? 
  •  Was sind die genauen Inhalte? 
  • Welchen Eigenanteil muss er dazu liefern?
  • Welchen Eigenanteil liefern Sie? 
  • Wie hoch ist der zeitliche Aufwand?
  • Wie viel kostet es?

Bei einer professionellen Gesprächsführung sollten Sie nicht einfach nur bitten, sondern konkret sagen, was Sie möchten.

Zeigen Sie, dass Sie zu Ihrem Vorschlag stehen und davon selbst absolut überzeugt sind. Dazu hilft es, wenn Sie ganz bewusst mit ruhiger, etwas tieferer Stimme als sonst sprechen, um eine souveräne Wirkung zu erzeugen.

Klären Sie vor jedem Gespräch Ihre eigene Position

Bevor Sie mit Ihrem Wunsch an Ihren Chef herantreten, sollten Sie sich die folgenden Fragen selbst beantworten – und zwar so eindeutig wie möglich: 

  • Was will ich überhaupt (für mich) erreichen? 
  • Was ist mein konkretes Verhandlungsziel? 
  • Wenn ich dieses Ziel nicht erreichen kann: Auf welchen Kompromiss lasse ich mich ein? 
  • Welche Lösung kommt für mich überhaupt nicht infrage? 
  • Was mache ich, wenn ich mein Ziel nicht erreiche?

Je weniger Sie wissen, was Sie wollen, umso geringer sind Ihre Chancen auf einen Erfolg. Je genauer Sie wissen, wohin die Reise gehen soll, umso besser können Sie sich auf die zu erwartenden Gegenargumente vorbereiten.

So argumentieren Sie, wenn Sie Unterstützung im Sekretariat benötigen

Ihre Arbeit wächst Ihnen über den Kopf, und allein ist der Berg nicht mehr zu bewältigen? Das spricht für eine weitere Assistentin, eine Aushilfe oder einen Praktikanten, um zeitraubende Arbeiten abgeben zu können.

Die möglichen Gegenargumente Ihres ChefsIhre besten Argumente

„Es gibt kein Budget für eine weitere Stelle.“ 

„Wenn ich wegen Überarbeitung ausfalle, bezahlt das Unternehmen für Arbeit, die gar nicht geleistet wird. Die andere Lösung kommt auf Dauer auf jeden Fall billiger!“ Oder: „ Ein Praktikant/eine studentische Hilfskraft ist billiger als meine Überstunden, und ich bleibe glücklich, leistungsfähig und ausgeglichen.“ 

„Mit Praktikanten hat man nur schlechte Erfahrungen gemacht.“ 

„Ich kann Praktikanten an der Uni suchen; dort finden sich bestimmt die passenden Interessenten.“ 

„Aushilfen sind doch nur eine vorübergehende Lösung, dann kann es gleich ohne gehen.“

„Für die Arbeit, die eine Aushilfe leisten kann, ist meine Qualifikation Verschwendung. Ich kann mich in der Zeit auf die wichtigen Aufgaben konzentrieren, die ich für Sie erledige – vor allem in Stoßzeiten.“ 

 Beispiel-Gespräch über eine Unterstützung für Sie

Assistentin:

„Chef, mir liegt viel daran, dass Sie immer bestens gerüstet in Ihre Meetings gehen können.“

Chef:

„Mir auch, das können Sie mir glauben!“ 

Assistentin:

 „Das denke ich mir. Ich musste nur in letzter Zeit feststellen, dass das kaum noch zu bewerkstelligen ist.“ 

Chef:

„Na ja, bis jetzt ist doch alles gut.“

Assistentin:

 „Bei Ihren Meetingunterlagen ja, doch mittlerweile fehlt die Zeit für x, y und z. Das hat mir schon heftige Diskussionen mit der anderen Abteilung eingebracht. Aber mir ist eine gute Idee gekommen, damit Sie auch in Zukunft perfekt von mir unterstützt werden können. So, wie ich Ihre rechte Hand bin, kann ein Praktikant meine rechte Hand werden. Das gibt mir Zeit für Wesentliches. Ich habe mich schon mal an der Uni umgeschaut und einen Aushang mitgebracht …“ 

So argumentieren Sie, wenn Sie eine Urlaubsvertretung brauchen

Immer wenn Sie aus dem Urlaub kommen, hat sich niemand um Ihre Arbeit gekümmert, und Sie müssen alles nacharbeiten? Das nächste Mal sollte eine eingearbeitete Urlaubsvertretung das vermeiden.

Die möglichen Gegenargumente Ihres ChefsIhre besten Argumente

„Für eine Einarbeitung ist keine Zeit.“ 

„Ich bin so organsiert, dass die Einarbeitung einfach und schnell erledigt ist.“ 

„Es hat niemand anders Zeit für eine Vertretung.“

„Der Aufwand ist gering, da es sich vor allem nur um die Aufgabe xy handelt. Das ist pro Tag maximal eine halbe Stunde. Für mich ist es nach dem Urlaub fast ein ganzer Arbeitstag am Stück, der mir und uns fehlt.“ 

Beispiel-Gespräch über eine Urlaubsvertretung

Assistentin:

 „Chef, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, werde ich erst einmal ein, zwei Tage brauchen, um die ganzen liegen gebliebenen Dinge zu erledigen. Dann kann ich Ihnen bei der Vorbereitung von xy erst ab Mittwoch helfen.“ 

Chef:

„Aber ich brauche die Unterlagen doch schon Donnerstag!“ 

Assistentin:

„Das ist mir bewusst, und ich würde gern beides hinbekommen. Das schaffe ich allerdings nicht. Da ich beides für wichtig halte, brauche ich Unterstützung. Was halten Sie davon, wenn mich in meiner Abwesenheit jemand vertritt?“ 

Chef:

„Und wer soll das sein?“

Assistentin:

 „Sabine Meyer zum Beispiel. Vielleicht haben Sie ja noch eine Idee.“ 

Chef:

„Frau Meyer hat doch selbst genug zu tun.“

Assistentin:

 „Ich weiß. Sicher ist nur, ich brauche eine Vertretung. Wer fällt Ihnen denn ein?“ 

Chef:

„Ich denke mal darüber nach.“ 

Unser Tipp: Geben Sie Ihrem Chef die Bedenkzeit. Er will sich gedanklich nicht hetzen und sich nicht überrumpeln lassen. Haken Sie am nächsten Tag nach und bleiben Sie bei Ihrer Forderung.

Idealerweise können Sie bei Kolleginnen schon einmal vorfühlen, ob eine gegenseitige Vertretung machbar ist – dann könnten Sie das Ihrem Chef gleich sagen:

„Frau Meyer hat viel zu tun – und wenn ich sie in ihrem Urlaub vertrete, dann ist sie auch bereit, das für mich zu tun.“

So argumentieren Sie, wenn Sie ein morgendliches Abstimmungsgespräch brauchen

Der tägliche organisatorische Ablauf setzt Sie unter Stress, weil sich Prioritäten kurzfristig ohne vorherige Absprachen ändern? Ab sofort sollte täglich ein morgendliches Abstimmungsgespräch mit Ihrem Chef stattfinden.

Die möglichen Gegenargumente Ihres ChefsIhre besten Argumente

„Dafür ist morgens keine Zeit.“ 

„Morgens ist schon viel los, ich weiß. Aber erfahrungsgemäß ist es ruhiger als im Laufe des restlichen Tages. Wenn wir das machen, halte ich morgens für eine gute Zeit.“ 

„Es ist nicht nötig, jeden Tag alles Mögliche abzustimmen.“ 

„Wenn wir uns nicht täglich abstimmen, was halten Sie von jedem zweiten Tag? Ich bin sicher, dass Sie davon profitieren werden und ich Sie noch besser unterstützen kann.“

Beispiel-Gespräch über eine morgendliche Abstimmung

Assistentin:

 „Ich würde mich gern mit Ihnen täglich morgens für zehn Minuten abstimmen. Den Tag durchsprechen, Prioritäten klären. Was halten Sie davon?“ 

Chef:

„Wie stellen Sie sich das vor? Sie sehen doch, was hier morgens schon los ist.“ 

Assistentin:

 „Ja, ich weiß. Hier ist morgens schon viel los. Und im Laufe des Tages wird es immer mehr. Wenn wir uns zusammensetzen wollen, halte ich morgens für die beste Zeit.“ 

Chef:

„Und wie soll das bitte aussehen?“ 

Assistentin:

„Wir stecken morgens für etwa zehn Minuten die Köpfe zusammen, klären den Tagesablauf, was steht an, wo könnte es Schwierigkeiten geben, klären die Prioritäten. Ich möchte sicherstellen, dass ich Sie bestmöglich unterstütze und entlaste, und dafür ist es wichtig, dass wir am selben Strang in die gleiche Richtung ziehen. Dass wir beide die Prioritäten kennen.“ 

Chef:

„Ich weiß nicht.“

Assistentin:

 „Was halten Sie von einem zweiwöchigen Testlauf? Wenn es uns etwas bringt, super. Wenn nicht, dann lassen wir es wieder und überlegen uns etwas anderes.“

So argumentieren Sie, wenn Sie an einem Seminar teilnehmen möchten

Sie möchten bestimmte Kenntnisse vertiefen, auffrischen, etwas dazulernen? Eine Fortbildung kann helfen.

Die möglichen Gegenargumente Ihres ChefsIhre besten Argumente

„Sie waren doch gerade erst in einem Seminar.“ 

„Ja, das stimmt. Hier geht es um ein anderes Thema, nämlich xy. Da würde ich mich gern verbessern.“ 

„So ein Soft-Skill-Thema brauchen Sie nicht.“ 

„Mir ist in meinem Job auch wichtig, dass ich Sie und das Unternehmen optimal präsentiere. Und gleichzeitig möchte ich in schwierigen Situationen gelassen und diplomatisch sein. Und genau da würde mir das Training helfen.“ 

Beispiel-Gespräch über Ihren Seminarwunsch

Assistentin:

 „Ich möchte gern ein Seminar besuchen, in dem es um Kommunikation geht. Ich habe Ihnen mal den Prospekt mitgebracht.“ 

Chef:

„Sie können doch reden wie ein Wasserfall – was wollen Sie denn da?"

Assistentin:

 „Danke für das Kompliment. Viel muss ja noch lange nicht gut sein. Ich würde gern in schwierigen Situationen besser, diplomatischer reagieren können. Und ich möchte mehr auf den Punkt kommunizieren. Sie sagen ja selbst, ich rede wie ein Wasserfall.“

So argumentieren Sie, wenn Sie mehr verdienen möchten

Schleichend sind über die Jahre neue Aufgaben für Sie dazugekommen, aber das Gehalt ist weiterhin dasselbe? Jetzt ist endlich mehr Geld fällig!

Die möglichen Gegenargumente Ihres ChefsIhre besten Argumente

„Die Stelle ist gehaltsmäßig so festgelegt.“ 

„Meine tatsächlichen Aufgaben entsprechen schon lange nicht mehr der ursprünglichen Stellenbeschreibung, sondern gehen weit darüber hinaus. Ich halte mein Gehalt nicht mehr für angemessen.“ 

„Sobald Sie mehr Gehalt bekommen, stehen bestimmt gleich die nächsten Kollegen auf der Matte.“

„Ich möchte mich nicht mit anderen vergleichen, sondern mit Ihnen auf meine Leistungen schauen.“ 

Beispiel-Gespräch über eine Gehaltserhöhung

Assistentin:

„Herr Meier, ich möchte mit Ihnen über mein Gehalt sprechen.“

Chef:

„Da bin ich ja mal gespannt.“

Assistentin:

 „Ich arbeite seit drei Jahren für Sie, und in den drei Jahren haben meine Aufgaben sich stark verändert. Ich habe xy übernommen, ich bearbeite jetzt auch xx und ich bin verantwortlich für yy. Das bedeutet mehr Arbeit und mehr Verantwortung.“

Chef:

„Freuen Sie sich doch, dass Ihre Arbeit so abwechslungsreich ist und ich Ihnen das zutraue.“ 

Assistentin:

„Ja, das tue ich. Ich bin jeden Tag froh, dass Sie mir so vertrauen. Und für die sehr gute Leistung, die ich bringe, möchte ich gerne angemessen bezahlt werden. Ich hätte gern eine Gehaltserhöhung von 500 Euro.“ 

Chef:

„Sie gehen aber ran. Ich weiß nicht, ob ich das durchbekomme.“ 

Assistentin:

 „Das müssen Sie nicht von jetzt auf gleich entscheiden. Wenn Sie das für mich klären würden, wäre das super, und wir sprechen nächste Woche noch mal. Nur, dass Sie jetzt schon mal wissen, dass mir das wichtig ist.“ 

Beachten Sie:  Wer mehr Geld verlangt, muss mehr Leistung zeigen oder schon gezeigt haben. Was ist Ihre Mehrleistung? Diese sollten Sie differenziert aufweisen und beziffern können.

Machen Sie sich daher täglich Notizen, was Sie geleistet haben. Führen Sie Tagebuch über Ihre Leistungen und nicht zuletzt über Ihre konkreten Erfolge. All das ist Argumentationsmaterial für Ihre nächste Gehaltsverhandlung!

Unser Tipp: Bereiten Sie alternative Vorschläge vor, die Sie statt einer Gehaltserhöhung akzeptieren. Es gibt viele Leistungen, die den Arbeitgeber billiger kommen als eine Gehaltserhöhung, bei Ihnen aber dasselbe unterm Strich bringen können: Ob das Fahrgeld, ein Jobticket oder etwas anderes ist – Geld, das Sie nicht mehr ausgeben müssen ist Geld, das Sie mehr bekommen. 

Ihre Checkliste für Ihre nächste Gesprächsführung

Sagen Sie nie „Ja, aber“. 

  • Egal, welches Argument Ihr Chef bringt, Sie sagen nie „Ja, aber“. Schließen Sie Ihre Argumente mit „Ja, und“ an. 

Sagen Sie sofort, worum es geht.

  • Kommunizieren Sie nicht durch die Blume. Sie möchten eine Gehaltserhöhung? Dann starten Sie damit und fragen Sie nicht, wie zufrieden Ihr Chef mit Ihnen ist. 

Seien Sie auf seine Gegenargumente vorbereitet.

  • Überlegen Sie sich vor allem gute Gegenargumente für das zu erwartende Hauptargument, das sich wie ein Mühlrad im Kopf Ihres Chefs drehen wird.
  • Formulieren Sie die Gegenargumente gleich selbst; das nimmt Ihrem Chef den Wind aus den Segeln. Entkräften Sie diese Argumente.

Bereiten Sie Ihre eigenen Argumente gut vor. 

  •  Bereiten Sie Beispiele vor, damit er Ihre Argumente besser nachvollziehen kann. 

Bieten Sie eine Testphase an.

  • Menschen scheuen Veränderungen. Auch wenn die bekannten Rituale nicht hilfreich sind, behält man sie gern aus Gewohnheit bei. Erleichtern Sie Ihrem Chef die Veränderung, indem Sie eine Testphase anbieten. Das gibt Sicherheit. Er weiß, er kann zu seinem bewährten Ritual zurückkehren, wenn er möchte. 
Bleiben Sie dran! 
  • Gehen Sie nicht zu selbstkritisch heran, sondern schauen Sie vorrangig auf Ihre Stärken!  
  • Haken Sie nach und kündigen Sie das auch an: „Ich spreche Sie nächste Woche noch einmal darauf an. Ist das okay für Sie?“ 
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