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Nudging: Eine spannende Methode der Verhaltenssteuerung

Einen Nobelpreis fürs Anstupsen? Tatsächlich, den gibt es. Die Methode heißt „Nudging“, erforscht hat sie der Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler, und sie funktioniert nicht nur in der Wirtschaft. Was es mit den kleinen Stupsern auf sich hat – und warum sie so menschlich sind.

Nudging

Nudging: Stupsen Sie kluge Entscheidungen einfach an.

Nudging: Ohne jeden Druck das Richtige tun

Weil der Homo Oeconomicus nur in der Theorie rational handelt, der Mensch an sich aber kaum vorhersagbar, macht eine Methode aus der Verhaltensforschung von sich Reden: Nudging. Das englische Wort bedeutet „was uns zum Handeln bewegt“, und zwar nicht nur in der Wirtschaft. Auch so manche Regierung, wie etwa die USA unter Obama, setzt auf diese Methode, sanft bei Entscheidungen zu lenken. Denn Nudging wirkt wie ein Stups in die richtige Richtung.

 

Nobelpreis fürs Nudging

Intensiv erforscht hat das der US-Amerikaner Richard Thaler, der für seine Arbeit zur Verhaltensökonomie kürzlich von der Königlich Schwedischen Akademie den Wirtschaftsnobelpreis erhielt. Ökonomen beschäftigen sich zunehmend mit unserem Verhalten in wirtschaftlichen Situationen, weil wir vom Wesen her wohl doch nicht alle die Nutzenmaximierer sind, wovon die Theorie bislang stereotyp ausging.

„Die Verhaltensökonomie hat die Wirtschaftswissenschaften in den vergangenen Jahren kräftig durcheinandergewirbelt“, schrieb die Die Welt. „Sie stellt das lange in Stein gemeißelte Modell des rein rational handelnden Homo Oeconomicus infrage.“ Traditionell rechnen Wirtschaftswissenschaftler damit, dass der „Homo Oeconomicus“ stets vernünftig Vor- und Nachteile abwägt, umfassend informiert ist, viel Willenskraft besitzt und immer zu seinem Besten handelt, wenn er Entscheidungen trifft. So ein Modelltypus agiert vorhersehbar und lässt sich gut als fixe Größe in Formeln einbinden.

Eher intuitiv statt durchdacht

Dass wir eher selten so durchdacht und rational handeln, wissen vermutlich die meisten von uns aus eigener Erfahrung mit impulsgesteuerten Shoppingtouren, Schnäppchenjagden und Milchmädchenrechnungen. Das hat nicht unbedingt mit Charakterschwäche zu tun. Tatsächlich steckt ein vielschichtiges Wesen in jedem von uns.

Die Verhaltenspsychologie skizziert dafür zwei unterschiedliche Ebenen, auf denen wir Informationen aufnehmen und verarbeiten: zum einen rational, zum anderen aber auch intuitiv. Die rationale Weise, alles abzuwägen, ist anstrengender, braucht Zeit. Deshalb denken wir oft in einfacheren Strategien. Intuitive, spontane Entscheidungen werden schnell gefällt und von Gefühlen und Faustregeln gesteuert. Für die Energiebilanz in unserem Hirn ist das in gewisser Weise ökonomisch.

Und so nehmen Verhaltensökonomen Entscheidungen des Menschen nicht als gegeben, sondern forschen, wie sie zustande kommen. „Die wichtigste Konsequenz aus Thalers Arbeit ist deshalb, dass die Ökonomie in ihren Modellen nicht mehr so tun kann, als seien Menschen vollkommen und rational“, schrieb die Süddeutsche Zeitung.

Nudging: Stupsen Sie kluge Entscheidungen an

Nudging ist nun eine Methode aus der Verhaltensökonomie, bei der es darum geht, das Verhalten von Menschen auf vorhersagbare Weise zu beeinflussen – mit einem Stups in die richtige Richtung, sozusagen. Nudging steht dabei für Anregen, Lenken und Formen. Schon vor Jahren arbeitete Thaler in Chicago eng mit dem Psychologen Daniel Kahneman zusammen, der bereits 2002 einen Wirtschaftsnobelpreis erhielt. Und mit dem Harvard-Jurist Cass Sunstein veröffentlichte er vor knapp zehn Jahren das Buch „Nudge“ mit dem deutschen Untertitel „Wie man kluge Entscheidungen anstößt“. Und das könnte eben mit Nudges funktionieren.

Gemeint sind sanfte Stupser von Regierungen oder Unternehmen, die Menschen dazu bringen, quasi von selbst das Richtige zu tun. Ohne Verbote, ohne erhobenen Zeigefinger und ohne ökonomische Anreize zu verändern. Beim Nudging wird nicht gedrängelt, wie etwa das sogenannten Push-Marketing oft empfunden wird. Dabei „stößt“ (engl. push) der Hersteller sein Produkt mit direkter Ansprache regelrecht in den Markt.

Beim Nudging wird auch nicht mit Rabatten gewedelt oder per Subventions- oder Steuerpolitik eingegriffen, um uns beispielsweise dazu zu bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen oder privat fürs Alter vorzusorgen. Oft geht es bei Nudge-Projekten um Gewohnheiten, die in der Summe kräftig ins Geld gehen können: in Meetingräumen und Kaffeeküche beim Verlassen immer das Licht brennen lassen beispielsweise. Ein netter Sticker auf dem Schalter kann da Experten zufolge kleine Wunder bewirken.

Nudging: Auf einen Blick

Der Begriff Nudging kommt aus dem Englischen und steht für Anregen, Lenken oder Anstupsen. Dabei handelt es sich um eine Methode aus der Verhaltensforschung, mit der Unternehmen oder auch Regierungen versuchen, das Verhalten der Bürger oder Zielgruppen auf eine vorhersehbare Art und Weise zu beeinflussen – ohne Verbote oder Anreize wie Subventionen: zum Beispiel mit Informationen, Widerspruchslösungen, Default-Einstellungen oder einem Rahmen, in dem sich Infos als Entscheidungshilfe einordnen lassen.

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