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Ihre Kollegen haben lästige Angewohnheiten? So sprechen Sie sie geschickt darauf an

Kollegen können manchmal ganz schön nerven. Es stört einfach, wenn einer immerzu an seinem Smartphone herumspielt oder laut telefonierend durch das Großraumbüro läuft. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie mit nervigen Gewohnheiten der Kollegen umgehen und diese vielleicht sogar abstellen können.

Haben Sie eine Kollegin oder einen Kollegen mit nervigen Angewohnheiten? Lesen Sie in unseren Fallbeispielen, wie Sie sie oder ihn darauf ansprechen können.

9 Fallbeispiele für den Umgang mit nervigen Kollegen

Weitere hilfreiche Tipps für anspruchsvolle Assistenzkräfte finden Sie hier ...

1.  Kollege spielt während des Gesprächs an seinem Smartphone herum

Beispiel:

Jennifers Kollege Ole hat bei jeder Gelegenheit sein Smartphone in den Fingern. Jennifer geht in sein Büro, um ihm eine Frage zu stellen, und „erwischt“ ihn mit seinem Smartphone. Dass er in seinem Büro damit spielt, ist ihr egal. Es stört sie jedoch, dass er es während des Gesprächs nicht aus der Hand legt.

Unangemessene, spontane Kritik hört sich so anSachliche, überlegte Kritik klingt so

 „Ole, könntest du bitte einmal dieses verdammte Ding aus der Hand legen?“

 „Ole, ich benötige deine ganze Aufmerksamkeit. Sei doch so freundlich, für einen Augenblick das Smartphone beiseite zu legen.“

So formuliert, können Sie auch Kollegen ansprechen, die Sie siezen und zu denen Sie nicht so ein enges Verhältnis haben.

2. Kollegin erhält viele SMS/WhatsApp-Nachrichten

Beispiel:

Janas Kollegin Sonja hat seit Kurzem ein iPhone. Jetzt erhält sie alle naselang SMS-Nachrichten, die sich mit einem Ton ankündigen. Manchmal stellt Sonja den Ton aus, und dann brummt das Handy kurz, wenn es auf dem Tisch liegt. Jana ist kurz davor, zu platzen. Sonja scheint vor lauter Euphorie über das neue Handy nicht bewusst zu sein, dass sie damit andere stört. Jana muss sie dringend darauf ansprechen.

Unangemessene, spontane Kritik hört sich so anSachliche, überlegte Kritik klingt so

 „Sonja, muss das sein, dass dein iPhone alle naselang Geräusche macht? Du bekommst ständig SMS, und ich werde jedes Mal aus der Konzentration gerissen.“

 „Sonja, ich habe eine Bitte an dich. Ich verstehe deine Begeisterung über dein neues iPhone. Bist du trotzdem so lieb und schaltest den Ton für die SMS und WhatsApp-Nachrichten aus? Und selbst wenn der aus ist und das Handy brummt, wenn es auf dem Tisch liegt, reißt es mich aus der Konzentration. Am liebsten wäre mir, es wäre in deiner Tasche. Kannst du das für mich tun?“

3. Lästern über Kollegen

Rebecca versteht sich eigentlich ganz gut mit ihrer Kollegin Elke. Doch manchmal wird ihr das Lästern über Kollegen zu viel. Elke lässt keine Gelegenheit aus, Dinge zu sagen wie:

  • „Hast du die Schmidt gesehen? Mann, hat die ’nen dicken Hintern in der roten Hose.“
  • „Was sagst du eigentlich zu Bernd? Der hat es auch nicht nötig anzuklopfen.“
  • „Ich habe heute die Meier mit dem Thorsten in der Kantine gesehen. Die waren ganz schön vertraut miteinander. Läuft da was?“

Rebecca mag das Getratsche nicht und hat auch zu viel zu tun, als dass sie sich um den Hintern ihrer Kollegin kümmern könnte. Außerdem findet sie Rebeccas Aussagen respektlos.

Unangemessene, spontane Kritik hört sich so an Sachliche, überlegte Kritik klingt so

 „Elke, ich habe echt keinen Bock mehr, mir dein Geläster anzuhören. Sei doch einfach mal ruhig und kümmere dich um deine eigenen Sachen und deinen eigenen Hintern.“

 „Elke, es kommt schon mal vor, dass du dich mit mir über das Aussehen von Kollegen unterhalten möchtest. Zum Beispiel gestern über den Hintern von Ulli Schmidt. Sei mir nicht böse, aber ich möchte solche Gespräche nicht führen. Ich finde das gegenüber den Kollegen unfair. Bitte halte mich da raus. Bist du so nett?“ Wenn Elke wieder einmal über Kollegen lästert, muss Rebecca sofort sagen: „Elke, ich hatte dich gebeten, mich nicht in solche Gespräche zu verwickeln.“

4. Kollegen, die so tun, als hätten sie viel zu tun, und gar nichts machen

Beispiel:

Herr Kleinschmidt betont ständig, dass er „furchtbar viel Arbeit“ habe. Tatsächlich weiß niemand so richtig, womit er seine Zeit verbringt. Wenn es neue Aufgaben zu verteilen gibt, lehnt er immer ab.

Es gibt im Büro hin und wieder Angestellte, die zu wenig Arbeit haben und/oder dauerhaft gelangweilt sind. Kaum ein Betroffener wird dies freiwillig zugeben. Geben Sie diesen Menschen immer wieder einen Schubser. Wenn Sie ihnen zeigen, dass sie im Team wichtig sind, werden sie sich wieder mehr einbringen.

So motivieren Sie Drückeberger:

  • Loben Sie, bedanken Sie sich: „Herr Kleinschmidt, Ihr Bericht in der Teamsitzung war sehr informativ. Sie haben viel gesagt, was mir weiterhilft. Vielen Dank!“
  • Fragen Sie um Rat: „Herr Kleinschmidt, ich habe ein Problem mit einem Diagramm in Excel. Können Sie sich das mal ansehen?“
  • Verteilen Sie Arbeiten: Wenn Aufgaben zu verteilen sind, sprechen Sie den Drückeberger konkret an: „Herr Kleinschmidt, haben Sie da schon Ideen?“ Oder: „Herr Kleinschmidt, könnten Sie das übernehmen?“

Was aber, wenn Ihre Bemühungen vergeblich bleiben? Dann hilft nur eines: Machen Sie Ihren Chef auf die „Arbeitsverweigerung“ aufmerksam. Er wird Ihnen sicher dankbar für den Hinweis sein.

Das können Sie zu Ihrem Chef sagen:

„Chef, Herr Kleinschmidt hat bei der Teamsitzung zur Bauma erneut betont, dass er keine Zeit hätte, Arbeiten anzunehmen. Ich weiß nicht, woran Herr Kleinschmidt gerade arbeitet … Könnten Sie bitte noch einmal mit ihm sprechen? Das würde dem Messeteam sehr helfen.“

Mit dieser Formulierung bitten Sie um Hilfe – und sind keine „Petze“. Wenn der Chef selbst den Drückeberger bittet, seine To-do-Liste auf den Tisch zu legen, wird Herr Kleinschmidt sofort merken, dass er so nicht weitermachen kann.

5. Schmutzige Kaffeetassen nicht in die Spülmaschine räumen, sondern einfach auf der Spüle abstellen

Beispiel:

„Immer ich“, denkt sich Anja und seufzt. Sie ist morgens in die Kaffeeküche gegangen und hat einen Berg schmutzige Tassen vorgefunden. Wieder ist sie es, die die Spülmaschine einräumt.

Vielen Assistentinnen geht es so wie Anja. Machen Sie sich klar: Für die Sauberkeit in der Küche sind alle im Büro gemeinsam zuständig. Wenn Sie nicht aktiv werden, ändert sich nichts. Als erste Maßnahme hängen Sie ein Schild auf:

„Bitte Tassen in die Spülmaschine räumen, danke!“

Oder – noch deutlicher, aber mit Humor:

„Bitte nicht lesen – Betriebsgeheimnis! Wenn jeder seine schmutzige Tasse selbst in die Spülmaschine räumt, ist die Küche stets vorzeigbar.“

Leider genügt so ein Schild allein meistens nicht. Die Kollegen haben sich schon zu sehr an den „Service“ der Assistentin gewöhnt. Also: Machen Sie ab sofort nicht mehr Küchendienst für alle. Räumen Sie in Zukunft nur Ihre eigene Tasse in die Spülmaschine. Sie brauchen dabei kein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn Sie im Urlaub oder krank sind, muss es ja auch irgendwie funktionieren – oder?

Falls jemand Sie direkt fragen sollte „Warum räumst du nicht mehr die Küche auf?“, antworten Sie: „Wir sind für die Sauberkeit in der Küche alle gemeinsam zuständig.“

Trotzdem gibt es Büros, in denen die Arbeitsteilung in der Küche nur funktioniert, wenn ein Küchendienst besteht: Jeden Tag ist ein anderer Kollege dran. Wenn Sie einen Küchendienst einrichten wollen, sprechen Sie zunächst mit Ihrem Chef darüber. Nur dann wird er Ihnen den Rücken stärken.

So überzeugen Sie Ihren Chef vom Küchendienst:

„Chef, ich habe mal aufgelistet, wie viel Zeit ich nur damit verbringe, die Küche aufzuräumen. Das Ergebnis spricht für sich: jeden Tag fast eine Stunde. Die Arbeitszeit fehlt in Ihrem Sekretariat. Leider fühlt sich außer mir niemand zuständig. Ich würde gern einen Küchendienst einführen und benötige dafür Ihre Unterstützung.“

6. Ständiges Meckern an allem

Beispiel:

Mareikes Kollegin Birgit hat immer etwas zu meckern. Von früh bis spät schimpft sie über ihren Computer, Kollegen, lästige Anrufer oder Ärger aus dem Privatleben. Sabine hat schon keine Lust mehr, ihr gegenüberzusitzen.

Lassen Sie sich nicht von Nörglern anstecken! Bisher hat Mareike versucht, Birgits Meckern zu ignorieren. Doch statt mit dem Schimpfen aufzuhören, weil sie keine Reaktion erhält, macht diese einfach weiter. Es ist Zeit, dass Mareike ihre Taktik ändert. Sie wendet den „Was kann ich konkret für dich tun?“-Trick an: „Birgit, gibt es irgendetwas, was ich für dich tun kann?“

Mareike macht eine Pause und gibt ihrer Kollegin Zeit zu antworten. Die Reaktion: „Nein, nichts. Danke.“ Dann kann Mareike fortfahren: „Mich zieht das runter, wenn du dich laut ärgerst.“

Es gibt keine Garantie dafür, dass Birgit mit dem Meckern aufhört. Möglicherweise muss Mareike ihren Wunsch, dass die Kollegin damit aufhört, erneuern oder öfter fragen: „Kann ich etwas für dich tun?“ So schnell ändern Kollegen ihre Gewohnheiten nicht.

7. Kollegen, die beim Telefonat neben einem stehen bleiben

Beispiel:

Thorsten hat es immer ganz besonders eilig. Wenn er eine Arbeit an die Teamassistentin Dorothee delegieren will und diese gerade telefoniert, bleibt er so lange penetrant neben ihr stehen, bis sie den Hörer auflegt. Dorothee kann sich kaum auf das Telefonat konzentrieren.

Es gibt zwei Lösungen, die aufeinander aufbauen:

Sie sprechen das Thema an

Wenn Sie auch einen Thorsten in Ihrer Abteilung haben, reden Sie mit ihm:

„Thorsten, es kommt schon einmal vor, dass ich telefoniere und du gleichzeitig einen Wunsch an mich hast. Ich möchte nicht, dass du während des Telefonats neben mir stehen bleibst. Bitte sei so gut und leg mir entweder einen Zettel hin, auf dem steht, was du möchtest, oder ich rufe dich nach meinem Telefonat an.“

Möglichweise müssen Sie diese Bitte nach einer oder zwei Wochen wiederholen, weil Thorsten in seine alte Routine zurückfällt. 

8. Laute Geräusche beim Essen

Beispiel:

Carolin hat einen Kollegen, Thomas, der beim Essen immer laut schmatzt. Mittags im Aufenthaltsraum, wo er sich sein Essen warm macht, mag sich schon keiner mehr dazusetzen. Was kann Carolin tun?

Sehr heikle Sache! Bei Tischmanieren handelt es sich um etwas Grundlegendes. Wer dazu etwas sagt, greift die Familie und das Umfeld des Betroffenen mit an.

Auf keinen Fall sollten Sie so kritisieren:

„Du, Thomas, hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt, dass du beim Essen immer schmatzt? Das musst du abstellen. Das ist unappetitlich!“ Versetzen Sie sich in die Rolle des Kritisierten. Besonders das „Hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt …?“ wirkt verletzend und anmaßend.

Unser Tipp: Ein Mensch, der mit dem Betroffenen sehr gut auskommt, sollte das Problem zur Sprache bringen. Bitten Sie einen Kollegen darum, der das Vertrauen des „Schmatzers“ genießt.

Wenn Sie selbst eine Person sind, der der Betroffene vertraut, können Sie Folgendes sagen:

„Ich freue mich für dich über die Begeisterung, mit der du isst. Du lässt mich geräuschtechnisch nur sehr stark daran teilhaben.“

So gehen Sie freundschaftlich vor, sogar mit einer kleinen Prise Humor. Sollte Ihr Kollege das nicht verstehen, wird er nachfragen, was Sie denn meinen. Dann können Sie immer noch sagen: „Du schmatzt.“ Möglich ist dennoch, dass der Kollege eine Zeit lang beleidigt ist. In diesem Fall sollten Sie die Sache auf sich beruhen lassen und abwarten. Wenn sich nichts ändert, können Sie sich immer noch an einen anderen Tisch setzen.

9. Kollegin denkt immer laut nach, vor allem am PC

Beispiel:

Susanne führt die ganze Zeit Selbstgespräche, vor allem, wenn sie im PC Unterlagen sucht. Petra sitzt ihr gegenüber und kann sich nicht konzentrieren.

Schritt 1: Weisen Sie in so einem Fall Ihre Kollegin mit einem Lächeln in der Stimme darauf hin, dass sie laut nachdenkt: „Susanne, du redest gerade vor dich hin … Ich denke da immer, du hast eine Frage an mich, und kann mich nicht konzentrieren. Wahrscheinlich merkst du das selbst gar nicht.“

Schritt 2: Schlagen Sie eine Lösung vor, wie Susanne sich die Selbstgespräche abgewöhnen kann: „Es gibt einen Trick, wie man Angewohnheiten schneller loswird: Kleb dir einen farbigen Zettel an den Bildschirm und schreib darauf ,Schweigen‘. Das hilft sofort, denn du hast den Zettel immer im Blick, wenn du am PC arbeitest.“ Jetzt brauchen Sie nur noch ein wenig Geduld. Es dauert eine Weile, bis eingefahrene Gewohnheiten verschwinden.

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