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Machtspiele haben im Büro nichts zu suchen. Erkennen Sie sich schnell und handeln Sie © Elnur - Shutterstock

Machtspiele im Büro: Erkennen und richtig Handeln

Für jeden Arbeitnehmer sieht der Arbeitsplatz anders aus, auch wenn mehrere Mitarbeiter in ein und demselben Büro arbeiten. Das liegt zum einen an den unterschiedlichen Aufgaben, zum anderen aber am Betriebsklima, das jeder anders wahrnimmt. Die Kommunikation und das Miteinander unter Kollegen beinhalten nicht nur fachliche Gespräche und den privaten Austausch. Sie umfassen häufig auch indirekte Aussagen und Machtspiele. Diese Ebene und Facette des Miteinanders im Büro ist für einige Arbeitnehmer belastend, für andere sogar erfreulich. Was hinter den Machtkämpfen steckt und wie Sie sich im Büroalltag dagegen wehren können, lesen Sie hier.

Machtspiele im Büro: Was steckt dahinter?

In den meisten Büros spielen sich täglich Machtkämpfe ab. In vielen Fällen verlaufen diese nicht auffällig. Zudem erkennen Arbeitnehmer, Kollegen, Assistenten entsprechende Aussagen und Gesten in der Kommunikation nicht sofort als Machtspiel.

Bei genauerer Betrachtung wird jedoch schnell klar: Einige Personen verhalten sich unkollegial und greift ihre Kollegen respektlos an, um zu zeigen, wer das höhere Ansehen oder die größeren Handlungskompetenzen besitzt.

 

Wie sehen Machtspiele am Arbeitsplatz aus?

Da Selbstdarstellung und das Herabsetzen anderer dazu beitragen, dass sich die Arbeitsatmosphäre und Kommunikation im Büro verschlechtert, müssen Betroffene aktiv dagegen vorgehen.

Erkennen von kritischen Situationen im Büro

Der erste Schritt besteht darin, kritische Situationen zunächst einmal als solche wahrzunehmen.


Während einige Handlungen und verbale Angriffe eindeutig als Machtspiel zu erkennen sind, bleiben andere im Verborgenen. Klar ist jedoch, dass jede Art von Machtkampf Auswirkungen auf die Arbeitsatmosphäre hat.

Gruppenbildung ist ein ersten Anzeichen

Ein Aspekt des Machtkampfs ist beispielsweise die Bildung von Gruppen.


Kollegen, die sich zusammentun, haben eine starke Bindung untereinander. Gemeinsam sind sie stärker als eine Einzelperson. Sie können deshalb auch mehr Macht ausüben. In vielen Fällen äußert sich die Problematik darin, dass in diesen Gruppen Gerüchte über Personen entstehen. Meistens über solche Menschen, die eben nicht Teil der Gruppe sind.

Wenn die Gerüchteküche anfängt zu brodeln 

Prinzipiell gilt, dass Gerüchte und unter Umständen auch unwahre Informationen über einzelne ebenfalls eine Form von Machtspielen darstellen.


Indem Informationen über Kollegen verbreitet werden, zeigt sich, wer im Büro ganze vorne mitspielt. Wer Hintergrundinfos hat, steht über Abläufe im Büro in Kenntnis. Viele nutzen diesen Aspekt zur Selbstdarstellung. Getreu dem Motto: „Ich weiß mehr als ihr, ich bin mehr wert.“

Die Quelle: Wie Machtspiele entstehen

An dieser Stelle kommt die Frage auf, wieso sich einige Kollegen selbst präsentieren und vor anderen behaupten wollen. Zum einen ist dies Typsache. Zum anderen kann der Ursprung auch in den Strukturen eines Unternehmens stecken. Besonders hierarchisch organisierte Firmen kennen das Problem der Machtkämpfe.

Einer nach dem Anderen — nicht gut für das Betriebsklima

Feste Rangfolgen im Unternehmen fördern unter anderem den Konkurrenzgedanken unter Kollegen.


Machtverhalten adé

Kollegen spielen häufig dann ihre Macht aus, wenn sie sich anderen bedroht fühlen.


Möchten Personen ihre eigenen Ziele gegen das Interesse anderer durchsetzen, scheinen verbale Angriffe und das Ausspielen des vermeidlichen Rivalen häufig der letzte Weg zu sein.

Alles in allem kommt der Arbeitsatmosphäre eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Machtkämpfen zu.

Diese Faktoren wirken sich negativ auf das Betriebsklima aus

Sind Stress und Konkurrenzim Unternehmen präsent, wirkt sich das auf das Verhalten des Teams aus.


Das Betriebsklima sinkt. Der Teufelskreis schließt sich, wenn Machtspiele unter den Kollegen für weitere Spannungen und Konflikte sorgen.

Welche unterschiedlichen Formen und Arten von Machtkämpfen gibt es?

Je nach Einzelfall variieren die Art und das Ausmaß, in dem Macht gegen Kollegen oder untergeordnete Mitarbeiter ausgespielt wird. Während sich das Machtspiel des Chefs für einige Arbeitnehmer darin äußert, dass dieser seine Angestellten nie ausreden lässt, zeigt es sich bei anderen eher darin, dass ein Kollege Informationen für sich behält und ihnen vorenthält.

Prinzipiell lassen sich zwei übergeordnete Arten unterscheiden: Eine aktive und eine passive Form des Machtspiels. Aktive Machtspiele sind für alle Beteiligten klar erkennbar und werden offen ausgetragen. Vorgesetzte sprechen beispielsweise Drohungen aus oder werden laut.

Generell nutzen besonders Vorgesetzte ihre Position beziehungsweise ihre Rolle aus, um ihrer Macht Ausdruck zu verleihen. Da sie selbst für mehrere Personen verantwortlich und zuständig sind, werden ihnen automatisch mehr Handlungskompetenzen zuteil. Macht lässt sich dann ausspielen, wenn andere dem Handelnden Achtung und Anerkennung entgegenbringen. In vielen Fällen entsteht dieser Respekt gerade für übergeordnete Mitarbeiter.

Trotzdem können auch Kollegen auf gleicher Ebene Machtkämpfe provozieren, beispielsweise, um ihre Karriere voranzutreiben. Neben der aktiven Form des Machtspiels gibt es auch passive Rivalitäten. Arbeitnehmer erkennen diese indirekte Art des Machtkampfs zum Beispiel daran, dass sich Kollegen gegen sie verbünden. Auch eine taktische Benachteiligung zählt dazu. Bestimmte Informationen kommen dann nicht oder nicht vollständig bei Betroffenen an oder werden verändert. Diese Form ist weniger auffällig, hat jedoch ebenso große Folgen.

Welche Auswirkungen haben Machtkämpfen im Büro?

Wie bereits erwähnt, tragen Machtspiele auf Dauer dazu bei, dass sich das Betriebsklima im Büro verändert und gegebenenfalls stark verschlechtert. Durch den anhaltenden Konkurrenzgedanken wird die Kooperation unter Kollegen erschwert. Der Zusammenhalt verschlechtert sich.

Zusätzlich wirkt sich auch die Gruppenbildung negativ aus: Kollegen werden ausgeschlossen und unter Umständen zum negativen Gesprächsthema im Büro gemacht.

Auf diese Weise werden Mitarbeiter zu Opfern von Mobbing und Ausgrenzung. Dabei leidet letztendlich auch das Image einer Firma. Denn eine Atmosphäre, die einen solchen Umgang zulässt, zeichnet keinen guten Arbeitgeber aus. Um eine derartige Entwicklung zu verhindern, ist es wichtig, dass sich Betroffenen zeitnah an eine vertrauensvolle Führungskraft wenden.

Wie kann man sich gegen Machtspiele im Büro wehren? Handlungstipps

Auf der einen Seite ist es Aufgabe der Personalverantwortlichen und Führungskräfte, die Atmosphäre am Arbeitsplatz produktiv und angenehm zu gestalten. Auf der anderen Seite liegt es an jedem einzelnen, die Stimmung im Büro positiv zu beeinflussen. Nur so lässt sich ein ansprechendes Betriebsklima schaffen.

Ein Arbeitsplatz, an dem sich alle mit Respekt begegnen und miteinander statt gegeneinander arbeiten, ist Grundvoraussetzung für gute und nachhaltige Ergebnisse. Das kollegiale Miteinander hat also einen entscheidenden Erfolg auf die Arbeitsatmosphäre.

Wie kann ich unkollegialem Verhalten begegnen?

Um auch als Einzelperson mit Machtspielen zurechtzukommen beziehungsweise, um sich gegen Machtspiele anderer zu wehren, können Mitarbeiter einige Taktiken anwenden. In jedem Fall ist es zunächst sinnvoll, seinem Gegenüber selbst mit Respekt und Ruhe zu begegnen.

Bleiben Sie ruhig und respektvoll

  • Bleiben Sie bei einem respektvollen Umgang und halten Sie sich an Höflichkeitskonventionen, beispielsweise den Gruß am Morgen.
  • Kommt es zu Konfliktsituationen, ist es sinnvoll, ruhig zu bleiben.
  • Versuchen Sie, Angriffe schlagfertig abzuwehren. Bereiten Sie sich auf mögliche Konfliktsituationen vor. Legen Sie sich einen sachlichen Allround-Satz zu. Zum Beispiel: „Ich sehe gerade keinen Grund, so harsch zu diskutieren. Oder könntest du mir erklären, wieso du das tust?“
  • Geben Sie nicht nach und bestehen Sie weiterhin auf Ihre eigenen Rechte und Anliegen.


Dem Machtspiel auf den Grund gehen

Wenn ein Kollege rücksichtslos handelt, sollten Sie anfangs herausfinden, was hinter dem Verhalten steckt. Im Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten oder einem Kollegen ist es hilfreich zu verstehen, welches Ziel das Gegenüber verfolgt.

Merken Sie, dass die Handlung eines Kollegen lediglich ein Ausrutscher war, können Sie unter Umständen sogar über die Aktion hinwegsehen.

Wie kann ich meine Kommunikation verbessern?

Anders verhält es sich mit Selbstdarstellungen und Benehmen, das verletzt und eine Respektlosigkeit darstellt. Sobald Sie sich angegriffen fühlen, sollten Sie sich wehren. Ihre Kollegen sollten nicht den Eindruck erhalten, dass Sie sich alles gefallen lassen. Überlegen Sie sich aus diesem Grund, wie Sie in Situationen in der Vergangenheit reagiert haben und wie Sie Ihre Kommunikation verbessern können.

Bereiten Sie für potenzielle Machtspiele Argumente vor, die schlagfertig und zugleich respektvoll sind. So erhalten Sie Ihr Ansehen als loyaler Kollege aufrecht. Dabei beweisen Sie Ihre Überlegenheit, ohne andere zu verletzten.

Als Arbeitnehmer hat jeder Anspruch auf bestimmte Rechte. Diese dürfen verteidigt werden und sollten keinem Machtkampf zum Opfer fallen. Dabei bewirkt besonders das richtige Maß an Standhaftigkeit viel gegenüber Führungskräften und Kollegen.

 

Grenzen setzen: Wie Sie Macht zeigen und Machtspiele für sich nutzen

Machtkämpfe am Arbeitsplatz haben negative Folgen für das Miteinander unter Kollegen und auch für die Beziehung zu Vorgesetzten. Machtspiele lassen sich aber auch umkehren. Das bietet sich dann an, wenn ein respektvoller Umgang nicht das richtige Mittel ist, um sich gegen Rivalität am Arbeitsplatz zur Wehr zu setzen.

Sollte Sie zum Beispiel ein Kollege absichtlich regelmäßig stören und in Ihrer Arbeit unterbrechen, können Sie Taktiken des Machtspiels für sich nutzen. In dieser Lage können Sie die Person beispielsweise ignorieren oder sie Ihrerseits unterbrechen und zurechtweisen. Damit zeigen Sie, dass Sie sich abgrenzen, und üben ebenfalls Macht auf das Gegenüber aus.

Auch in der Beziehung zu Ihrem Chef können Sie zum Beispiel durch fachliche Kompetenz überzeugen und so Eindruck bei Ihrem Vorgesetzten hinterlassen. Fachwissen und Know-how können auch auf Führungskräfte einschüchternd wirken.

Fazit: Machtspiele haben Sprengkraft

In jeder Hinsicht sind Machtspiele am Arbeitsplatz nicht zu unterschätzen. Während sie in einigen Fällen versteckt ablaufen und unerkannt bleiben, werden sie in anderen Situationen offen ausgetragen. Fakt ist, dass Rivalität in jedem Kontext und in jedem Unternehmen Auswirkungen auf die Zusammenarbeit der Angestellten hat. Das beeinflusst auch die Arbeitsabläufe.

Führungskräfte und Personalverantwortliche stehen vor der Aufgabe, Machtkämpfe zu kontrollieren und einzudämmen, bevor sie Schaden anrichten können. Wer als Arbeitnehmer von Machtspielen im Büro betroffen ist, sollte zunächst versuchen, sich adäquat zu wehren.

Beweisen Sie Größe

Indem Sie sachlich reagieren, strahlen Sie Ruhe und Selbstsicherheit aus. Gerade das ist es, was Ihr Gegenüber aber eindämmen will. Offen ausgetragene Rivalitäten sollen verletzen. Sobald sie das aber nicht tun, geht ein großer Teil der Wirkkraft verloren.


Generationenkonflikte: Oft kracht es zwischen Jung und Alt

In der Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen hakt es nicht selten an den Altersfragen. „Alter vor Schönheit“ ist nur eines der vielen Klischees, die ihre polarisierende Wirkung auch im Joballtag entfalten. Das lässt sich zum Teil dadurch erklären, dass die Generationen anders aufgewachsen sind, andere Schwerpunkte und Vorstellungen von der Welt haben. Bedenken Sie das, wenn es mal wieder dicke Luft im Büro gibt.

Von B bis Z: Die Generationen im Überblick

  • Veteranen: Etwa zwischen 1928 bis 1945 geboren, hat diese Generation nicht nur einen Weltkrieg überlebt, sondern auch den Umbau der Weltordnung begleitet. Als Kollegen sind sie meist im Ruhestand, aber als Firmeninhaber, Aufsichtsrat, Politiker & Co. mischen die Veteranen oft noch kräftig mit.
  • Babyboomer: Die geburtenstarken Jahrgänge von 1946 bis 1964 werden oft beschrieben als eine Generation, die von den Eindrücken des Wirtschaftswunders und der Studentenbewegung geprägt ist. Gleichzeitig gelten Babyboomer als leistungs- und karriereorientiert. Eine Generation, die lebt, um zu arbeiten.
  • Generation X: Die etwa zwischen 1965 und 1978 Geborenen haben globale Einschnitte wie Tschernobyl und Ölkrise erlebt, viele haben die zunehmende Umweltverschmutzung als Lebensthema für sich entdeckt. Sie gelten als individueller, wenn es um die eigenen Lebenspläne geht, auch als leistungsorientiert, dabei aber eher auf den eigenen Vorteil bedacht. Das Motto kehrt sich um in „Arbeiten, um zu leben“.
  • Generation Y: Hineingeboren in eine relative Sicherheit, erfuhren die 1979er bis ungefähr 2000er, wie schnell sich die Welt verändert: 9/11, die rasante Entwicklung des Internets, neue Kommunikationstechnologien, das Smartphone, Finanz- und Wirtschaftskrise, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Diese Generation sucht nach Sinn und Selbstverwirklichung. Arbeit soll Spaß machen und sich mit dem Privatleben vertragen. Sie sind gut ausgebildet, technikaffin, suchen nach frischen Lösungen, fordern flexiblere Arbeitsbedingungen und gerne auch Homeoffice. Manche nennen sie bereits die Millennials.
  • Generation Z oder Millennials: Die Jahrgänge seit der Jahrtausendwende sind mit mobilen Endgeräten großgeworden und bewegen sich als Digital Natives in der realen ebenso wie in der virtuellen Welt. Vermutlich deshalb mögen die Youngsters auch wieder Arbeit und Privates klar trennen. Die Generation Z geht intuitiv mit neuen Technologien um und probiert gerne einfach aus, wo ältere Semester sich erstmal durch Bedienungsanleitungen quälen.


Dennoch gilt: Ausgrenzungen, Verletzungen oder im schlimmsten Fall Mobbing sind ein No-Go am Arbeitsplatz. Vertrauen Sie sich Ihrem Vorgesetzten oder einer anderen Führungskraft an, um schwerwiegende Folgen für Ihre eigene Person zu vermeiden.

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