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Anreden und Anschriften, Regeln nach DIN 5008 und Rechtschreibung sind dringend zu beachten © Oleksiy Mark - Shutterstock

Anreden und Anschriften: Die wichtigsten Duden-, DIN-5008- und Etikette-Regeln

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie Sie Personen in politischen Ämtern richtig anschreiben? Wie formulieren Sie gendergerecht? Und wo müssen Sie Kommas setzen? Dieser Beitrag hilft Ihnen, peinliche Fehler bei der Anschrift und Anrede zu vermeiden. Neben den Antworten auf die wichtigsten Leserfragen finden Sie zudem noch Korrespondenz-Tests, mit denen Sie Ihr Wissen überprüfen können. Als Bonus bekommen Sie außerdem einen Leitfaden mit den wichtigsten Duz-Regeln im Büro an die Hand.

Komma bei Anreden: So lauten die Regeln

Die Anrede ist in der Regel die meistbeachtete Stelle eines Geschäftsbriefs oder einer E-Mail. Umso wichtiger, dass auch das Komma in Ihrer Korrespondenz richtig gesetzt wird. Hier finden Sie die Kommaregeln für die Anrede.

Beispiele: Kein Komma bei einer Reihe von Titeln und Namen

Vorstandsvorsitzender Dr. Karl Eberhard

Verbandsdirektor Professor Dr. Werner Breiholz


Beispiele: Komma nach der Anrede in Briefen und E-Mails

Sehr geehrter Herr Schröder, vielen Dank für Ihre Einladung!

Guten Tag, Frau Weber, endlich finde ich die Zeit, mich für Ihre Glückwünsche zu bedanken.

Hallo, Werner, wie geht es dir?


Beispiele Anrede besteht aus einem Wort — Komma weg

Hallo Werner

Hi Sabine


Beispiele Komma kann stehen bei Namensergänzungen wie „geb.“, „verw.“

Caroline Reger geb. Mewes wird an dem Empfang teilnehmen.

Oder: Caroline Reger, geb. Mewes, wird an dem Empfang teilnehmen.


Abkürzungen am Besten ausschreiben

Idealerweise schreiben Sie:

„verw.“ = verwitwete

„geb.“ = geborene


Anrede, Begrüßung und Verteiler: Auf die richtige Reihenfolge kommt es an

Nicht nur beim Verteiler in einer E-Mail, sondern auch bei der Anrede müssen die ranghöchsten Personen im Unternehmen zuerst genannt und „angesprochen“ werden.

Das gleiche gilt bei der persönlichen Begrüßung. In einer größeren Runde, wie bei einem Kundentreffen oder bei einem Meeting, lauert ebenfalls ein Fettnäpfchen. Die Reihenfolge, in der begrüßt wird, richtet sich auch hier nach dem Rang. So ist der Kunde der Ranghöhere, der Kollege ranggleich oder rangniedriger, der Chef ist ranghöher.

Begrüßt man eine Gruppe von zehn Leuten, beginnt man beim Ranghöchsten. Dann geht man im Uhrzeigersinn weiter, beachtet dann also nicht mehr die Rangfolge. Andernfalls könnte das einen unnötigen Zickzack-Parcours erzeugen.

Berufsbezeichnungen in der Anschrift

Berufsbezeichnungen wie zum Beispiel Direktor oder Rechtsanwalt werden hinter „Herrn“ beziehungsweise „Frau“ geschrieben.

Beispiele für Berufsbezeichnung bei Anreden und Anschriften

Herrn Rechtsanwalt

Dr. Klaus Meyerhoff

 

Herrn Vorstandsvorsitzenden

Rolf Milser

Vorbis AG


Längere Berufsbezeichnungen können Sie auch unterhalb des Namens platzieren. Das wirkt eleganter als die etwas umständlich klingende Formulierung „Vorstandsvorsitzenden“.

Beispiel lange Berufsbezeichnung 

Herrn

Rolf Milser

Vorsitzender des Vorstands


Abkürzung Berufsbezeichnung besser ausschreiben

Sehr häufig sieht man „Rechtsanwalt“ abgekürzt mit „RA“. Schreiben Sie ihn besser aus. Die Abkürzung verschafft Ihnen keinen wirklichen Vorteil, auch wenn Sie ein paar Anschläge einsparen.


2 Regeln: Wann Sie „du“ in der Korrespondenz groß- oder kleinschreiben

In der Praxis sind beide Formen des „Du“ gebräuchlich: Groß- und Kleinschreibung und manchmal sogar ein bunter Mix aus beidem. Wenn Sie für Ihren Chef Briefe an Geschäftspartner schreiben, von denen er einige duzt, andere siezt, richten Sie sich am besten nach folgenden Duden-Vorgaben.

Regel 1: Anredepronomen "du" und "ihr" in der Anrede

Die Anredepronomen „du“ und „ihr“ dürfen Sie mit all ihren Beugungsformen in Ihrer Korrespondenz und sogar in Urkunden kleinschreiben. „Dürfen“ bedeutet, dass Sie sie auch großschreiben können, wenn Sie wollen. Sie haben also die Wahl.

Aber: Ein Mix aus Groß- und Kleinschreibung in einem Dokument ist nicht erlaubt.

Wobei: Ein kleingeschriebenes „Du“ drückt mehr Nähe aus.


Regel 2: Anredepronomen "Sie" in der Anrede

Das Anredepronomen „Sie“ mit all seinen Beugungsformen („Ihr“, „Ihnen“ usw.) müssen Sie nach wie vor immer großschreiben.


Anrede Bürgermeister: So reden und schreiben Sie Politiker korrekt an

Heißt es „Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen“ oder „Nordrheinwestfälische Ministerpräsidentin“? Wie schreiben Sie den Bundesminister für Verkehr korrekt an? Und was ist mit den Ehemaligen, die jetzt vielleicht noch ein Abgeordnetenamt bekleiden? Schreiben Sie dann „a. D.“ oder steht in der Anschrift die neue, eventuell niedrigere Funktion? Hier erfahren Sie, wie Sie peinliche Fehler bei Anschrift und Anrede von Politikern vermeiden.

Allgemeine Empfehlungen, die Sie für Ihre Briefe an Politiker berücksichtigen sollten

Mann und Frau sind gleichberechtigt. Bei Schreiben an Ehepaare werden in der Anschrift daher immer die vollen Namen beider Ehepartner genannt. Damit hört die Gleichberechtigung dann auch schon wieder auf. Denn Ehepartner werden nur mit den Bezeichnungen in der Anschrift und Anrede genannt, die sie selbst führen.

So spricht man Ehepartner von Botschaftenen 

Die Ehepartner der in Deutschland akkreditierten Botschafter oder Botschafterinnen werden nicht mit „Exzellenz“ angeredet.


Diese Abkürzungen können Ihnen in der Korrespondenz mit Politikern unterkommen

Wenn ein Politiker zusätzlich zu seinem Amt noch Mitglied in einem Parlament ist, dann wird eine entsprechende Abkürzung hinter den Nachnamen gesetzt. Auch wenn es generell empfehlenswert ist, auf Abkürzungen zu verzichten, handelt es sich hier um eine Ausnahme.

Abkürzungen in offiziellen Schreiben 

MdA – Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses

MdB – Mitglied des Deutschen Bundestages

MdBB – Mitglied der Bremischen Bürgerschaft

MdEP – Mitglied des Europäischen Parlaments

MdHB – Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

MdL – Mitglied des Landtages


Beispiel Anrede Bundesminister

Bundesminister des/der/für …

Herrn (akadem. Grad) Vorname Name, MdB


Auf Berufs- und Funktionsbezeichnungen (Jurist, Journalist, Politiker etc.) sollten Sie bei der Anschrift an Politiker verzichten.

Anrede Bürgermeister und Anrede Landrat: So machen Sie es richtig!

Wie schreibe ich Botschafter korrekt an?

Botschafter werden in der Anschrift grundsätzlich mit „Seine Exzellenz“ oder „Ihre Exzellenz“ tituliert. Diese Zusätze können im diplomatischen Schriftverkehr auch abgekürzt werden.

  1. E. = Seine Exzellenz (Botschafter)
  2. E. = Ihre Exzellenz (Botschafterin)
  3. I. E. E. = Ihre Exzellenzen (Botschafter-Ehepaar)

Beispiel Anschrift Botschafter

E. dem Botschafter der Republik Musterland

Herrn Joseph Bonda


So schreiben Sie ausländische Könige an

Es kommt sicher eher selten vor, dass Sie an den König von Belgien oder die Königin der Niederlande schreiben. Doch wenn, dann sollten Sie wissen, dass Sie die königlichen Hoheiten in deutscher Sprache anschreiben.

Beispiel Anschreiben Könige im Ausland

Schreiben Sie nicht: Aan Zijne Majesteit De Koning der Belgen

Sondern schreiben Sie: Seine Majestät Den König der Belgier


Schreibt man in der Anrede noch „Königliche Hoheit“?

Für deutsche Politiker und Adelige ist diese Anrede unpassend. Denn: Es gibt keine regierenden Häuser mehr in Deutschland. Mit Ausnahme von Ernst August von Hannover, der in der Liste der Thronfolger des britischen Königshauses steht. Also: Nur Mitglieder eines regierenden Hauses müssen Sie mit „Königliche Hoheit“ ansprechen.

Wie spricht man Mitglieder aus ausländischen Königshaus an? 

Mitglieder regierender ausländischer Königshäuserwerden im Brief ebenfalls mit „Königliche Hoheit“ angesprochen. Auch einen Scheich eines regierenden Hauses würden Sie so anreden.


Geläufige Abkürzungen in der Korrespondenz mit ausländischen Königen

  1. M. = Ihre Majestät
  2. M. = Seine Majestät
  3. I. M. M. = Ihre Majestäten (Majestäten-Ehepaar)
  4. K. H. = Ihre Königliche Hoheit
  5. K. H. = Seine Königliche Hoheit
  6. I. K. K. H. H. = Ihre Königlichen Hoheiten (königliches Ehepaar)


Gendergerechte Sprache - das ist zu beachten

Wenn sich alle Menschen gleichermaßen angesprochen fühlen sollen, wird es oft schwierig, passende Formulierungen zu finden. Was sprachberatende Institutionen empfehlen und wie Unternehmen ihre Kommunikation regeln.

Diese Kürzel – m/w/d – finden sich seit kurzem hinter fast jeder Stellenanzeige: m für männlich, w für weiblich – und d für divers. So wollen Arbeitgeber auch Interessierte ansprechen, die sich nicht einer der beiden Geschlechteridentitäten männlich oder weiblich zugehörig fühlen.

Das Bemühen um eine gendersensible Sprache geht auf das Gesetz zur „Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben“ zurück, das im Dezember 2018 verabschiedet wurde. Darin wird festgelegt, dass es im Geburtenregister neben männlich und weiblich noch eine dritte Option für die Geschlechtsangabe geben muss. Was bedeutet das für die Unternehmenskommunikation: Wie sieht eine korrekte Ansprache aus? Welche Formulierungen passen für alle?

Die aktuelle Diskussion greift jedoch nur einen Aspekt des gesamten Themas gendergerechte Kommunikation auf. Der englische Begriff Gender bedeutet übersetzt soziales Geschlecht und bisher lag der Fokus auf der sprachlichen Gleichstellung von Männern und Frauen.

Verständlich und vorlesbar - Ansprache des dritten Geschlechts

„Während jetzt über die korrekte Ansprache eines dritten Geschlechts debattiert wird, ist die sprachliche Sichtbarkeit von Frauen, immerhin die Hälfte der Menschheit, längst noch nicht gegeben“, sagt Tinka Beller, Gender- und Diversity-Expertin sowie Projektleiterin der Personalentwicklungsagentur Kontor5.

Wie sehr die Sprache unser Denken und damit unsere Wahrnehmung prägt, zeigt ein einfacher Test: Wird gefragt, welche bekannten deutschen Wimbledon-Sieger es gibt, lautet die Antwort meist Boris Becker und Michael Stich. Bei der Frage nach bekannten Siegern und Siegerinnen wird auch Steffi Graf sofort genannt, die bei der Anzahl der Siege ihre männlichen Pendants um mehr als das Doppelte übertrifft.

Tinka Beller empfiehlt Unternehmen, einen verbindlichen Leitfaden für die interne und externe Kommunikation zu erarbeiten. Hilfestellung dabei gibt beispielsweise der Rat für deutsche Rechtschreibung. Die AG „Geschlechtergerechte Schreibung“ des Rates hat Beurteilungskriterien entwickelt. So sollte die gewählte Form sachlich korrekt, verständlich und lesbar sein. Sie darf nicht von den wesentlichen Inhalten des Textes ablenken. Auch die Rechtssicherheit und Eindeutigkeit, beispielsweise bei Verträgen, ist wichtig.

Hinzu kommt ein weiteres Kriterium, das sich nicht sofort aufdrängt, aber immer größere Bedeutung erlangt: Die Vorlesbarkeit. Sie darf in Zeiten von Alexa, Siri und Co. und als Hilfestellung für ältere Menschen ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Unter www.rechtschreibrat.com kann man die Vorschläge des Rates für deutsche Rechtschreibung zur geschlechtergerechten Schreibung nachlesen.

Gendersternchen & Co.

Es gibt verschiedene Formen von Schreibweisen, die das dritte Geschlecht mit einbeziehen. Mit Gender Gap wird der Unterstrich zwischen der maskulinen Form und der femininen Endung eines Wortes bezeichnet. Das sieht dann beispielweise so aus: Liebe Mitarbeiter_innen. Eine weitere Option ist der Asterisk, besser bekannt als Gendersternchen. Geschrieben wird diese Form Liebe Mitarbeiter*innen. Eine dritte Möglichkeit ist die X-Form, die häufig im universitären Umfeld angewandt wird. Im Singular steht hier am Wortende ein x, im Plural xs. Bei unserem Beispiel wäre das: Liebe Mitarbeitxs.

Diese drei Formen spiegeln zwar das Konzept einer Geschlechteridentität als Kontinuum wider, stellen also eine ganze Bandbreite von möglichen Geschlechtsausprägungen dar. Es ergeben sich aber Probleme bei der Verständlichkeit, der Eindeutigkeit und der Vorlesbarkeit. Hörbar werden Gender Gap und Gendersternchen beim Sprechen zwar durch eine kurze Pause, die zwischen dem Wortstamm und dem Wortende eingelegt wird. Für viele ist dies jedoch ungewohnt.

Neue Sprachgewohnheiten brauchen Jahre

Hinzu kommt: Alle drei Formen sind nach den derzeitig gültigen Normen der deutschen Rechtschreibung nicht korrekt. „Bislang gibt es noch keine verbindliche Regelung, wie ein drittes Geschlecht in die Ansprache mit einbezogen werden kann. Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht sinnvoll, denn noch hat sich im allgemeinen Sprach- und Schreibgebrauch keine Formulierung durchgesetzt, und es gibt auch noch keinen gesellschaftlichen Konsens“, erklärt Dr. Sabine Krome, Geschäftsstelle des Rats für deutsche Rechtschreibung und verantwortlich für die AG „Geschlechtergerechte Schreibung“.

„Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand und der Beobachtung der Schreibentwicklung gibt es eine leichte Tendenz hin zum Gendersternchen.“ Heute lässt sich aber noch nicht sagen, welche Form in Zukunft am häufigsten verwendet werden wird, da neue Sprachgewohnheiten mehrere Jahre, mitunter noch länger benötigen, um sich zu etablieren.

Was tun bei unbekanntem Personenkreis

Grundsätzlich ist entscheidend, an wen sich ein Text oder eine Anrede richtet. „Sind Name und Geschlecht bekannt, sollte immer eine persönliche Ansprache erfolgen“, rät Tinka Beller. Sie lautet also beispielsweise Sehr geehrte Frau Müller. Ist die vom Adressaten gewünschte Anrede als Herr oder Frau unklar, kann sie wegfallen und durch den Vornamen ersetzt werden. Guten Tag Christiane Müller oder Hallo Peter Meier sind elegante Varianten, die das Problem lösen.

Wenn bei einer Gruppe die Geschlechterzugehörigkeit aller bekannt ist, sollten Sie immer die passende Anrede wählen. Begrüßen Sie also ein rein weibliches Team mit Liebe Kolleginnen. Schwieriger wird es, wenn ein großer, weitgehend unbekannter Personenkreis angesprochen wird. Oft wird bei der Duden-Sprachberatung nachgefragt, wie solche Fälle gehandhabt werden. „Da die meisten Menschen sich als Frauen oder Männer verstehen, also von einer binären Geschlechteridentität ausgehen, wird das herkömmliche Sehr geehrte Damen und Herren auf absehbare Zeit der Standard bleiben“, erläutert Dudenredakteurin Melanie Kunkel.

Zu den klassischen Varianten, die Männer und Frauen gleichermaßen ansprechen, zählen auch Doppelnennungen wie Kunden und Kundinnen und Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

Attraktive Alternativen in der Ansprache - Geschlechterneutral

Doch Lösungen für eine gendergerechte Sprache, die sich bei der Anrede noch einfach gestalten, machen einen längeren Text schnell sperrig. „Das muss jedoch keineswegs so sein. Es gibt in der deutschen Sprache vielfältige Möglichkeiten, alle Geschlechter miteinzubeziehen, ohne dass die Textqualität darunter leidet“, erklärt Melanie Kunkel. Einfach gelingt dies, wenn der Plural von substantivierten Partizipien oder Adjektiven verwendet wird. Begriffe wie Arbeitende, Beschäftigte, Auszubildende und Studierende umfassen alle Geschlechter.

Auch geschlechtsneutrale Bezeichnungen wie Person, Mitglied und Mensch sind eine gute Alternative zur rein maskulinen Form. Oft lassen sich Personenbezeichnungen durch Endungen wie -ung oder -schaft zu abstrakteren Begriffen verändern, sodass sie Menschen jeden Geschlechts mit einbeziehen. Aus dem Geschäftsführer wird so die Geschäftsführung und es gibt nicht den Sachbearbeiter, sondern die Sachbearbeitung.

Synonyme ermöglichen es ebenfalls, auf maskuline Formen zu verzichten. Ein Vorgesetzter ist dann eine Führungskraft. Hierbei ist natürlich darauf zu achten, dass es keine für den Kontext relevanten Bedeutungsunterschiede gibt. Als hilfreich erweisen sich auch gebräuchliche Kurzwörter wie Azubi oder Hiwi.

Bei Unsicherheiten sich Umschreibungen zu Nutze machen

Zusätzlich gibt es noch die Option, Begriffe zu umschreiben. Das gelingt zum Beispiel mittels Relativsätzen und Passivkonstruktionen.

  • Die Person, die das Projekt leitet kann den Projektleiter ersetzen.
  • Das Briefing soll von allen gelesen werden steht für Alle Mitarbeiter sollen das Briefing lesen.

Ob diese Umschreibungen stilistisch passen und auch nicht zu unpersönlich wirken, muss im Einzelfall entschieden werden.


Wer all diese Möglichkeiten ausschöpft, wird seltener das generische Maskulinum verwenden. Worum handelt es sich dabei und warum sollten wir es vermeiden? Für viele Personengruppen, Amts- oder Berufsbezeichnungen gibt es im Singular eine männliche und eine weibliche Form. Aus dem Jobumfeld sind das Begriffe wie Aktionär und Aktionärin, Vertragspartner und Vertragspartnerin. Im Plural wird aber nur noch die männliche Form verwandt. Dies gilt für Pluralbildungen bei Gruppen, die aus Männern und Frauen bestehen. Ebenso wird das generische Maskulinum genommen, wenn die Gesamtheit einer Gruppe, beispielsweise eines Berufsstandes, gemeint ist.

Die folgenden Beispiele verdeutlichen dies: Die neuen Lehrer kommen bei den Schülern gut an. Es gibt nicht genug Ärzte. Dieser Sprachgebrauch führt dazu, dass Frauen weniger präsent sind. „Sie werden zwar mitgemeint. Doch wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass dies keineswegs auch so verstanden wird“, weiß Melanie Kunkel.

Sprachliche Sensibilität schärfen - nicht nur in Anreden und Anschriften

Insgesamt ist wichtig, die sprachliche Sensibilität zu schärfen. Viele Unternehmen, wie beispielsweise Audi, Bertelsmann, die Commerzbank und Thyssenkrupp, sind sich dieser Aufgabe bewusst und bemühen sich um eine gendergerechte Kommunikation. Einige arbeiten derzeit Empfehlungen für ihre Belegschaft aus. Beim Handelskonzern Otto beispielsweise beteiligen sich die Abteilungen der Bereiche Unternehmensstrategie, Personal, Kommunikation, Marketing und Diversity an einem entsprechenden Workshop. Beim Versicherungskonzern Axa testet die Kommunikationsabteilung in einem ersten Schritt gendergerechte Formulierungen auf ihre Praxistauglichkeit.

Vorgaben allein führen aber nicht zum Ziel. „Um eine gendersensible Sprache im Unternehmen umzusetzen, muss zuerst ein Umdenken in den Köpfen stattfinden“, erklärt Tinka Beller. Sie rät, Mitarbeitende in Seminaren zu schulen. Denn Wissen wirkt. Mit dem Bewusstsein für die Bedeutung des Themas und ausgestattet mit praktischen Tipps zur Umsetzung gelingt die gendergerechte Kommunikation im Arbeitsalltag.

Zum Weiterlesen

"Gendern – ganz einfach!" von Gabriele Diewald und Anja Steinhauer, Duden Verlag Berlin, März 2019, 96 Seiten, 8 Euro

"30 Minuten Gendergerechte Sprache" von Tinka Beller, Gabal Verlag, März 2019, 96 Seiten, 8,90 Euro


Englische Korrespondenz: Die Anrede

Vielleicht ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass in der englischen Brief-Korrespondenz die Anrede „Mrs“ mal mit Abkürzungspunkt und mal ohne geschrieben wird. Auch wird in einigen Briefen das Anredekürzel „Ms.“ verwendet.

Die unterschiedlichen Schreibweisen erklären sich aus den verschiedenen Schreibgewohnheiten im amerikanischen und britischen Sprachraum. Während im britischen Englisch die Abkürzungspunkte meist weggelassen werden, werden sie im amerikanischen Englisch immer verwendet.

Das Kürzel „Ms.“ stammt aus dem amerikanischen Sprachgebrauch. Es hat dieselbe Bedeutung wie „Mrs.“ (also nicht „Miss“!), soll eine neutrale Anrede für Frauen sein, egal, ob verheiratet oder nicht. Der Gebrauch ist außerhalb der USA aber eher unüblich.

Die aktuellen Duz- und Siez-Regeln fürs Büro – auch für schwierige Situationen

Heute duzt doch jeder jeden. Oder etwa nicht? Manche Situationen sorgen für Unsicherheit – wann etwa darf die Kollegin oder der Kollege geduzt werden? Lesen Sie hier alles rund ums Duzen und Siezen – damit Sie Fettnäpfchen vermeiden und immer alles richtig machen.

Duzen – was „früher“ undenkbar war

Heutzutage gibt es Unternehmen, in denen alle Mitarbeiter den Vorstandsvorsitzenden duzen. Das wäre vor zehn Jahren in einem deutschen Unternehmen undenkbar gewesen. Aber: Die Globalisierung macht es möglich.

Ist das schlimm? Das sieht jeder anders. Einige empfinden es als positiv, andere tun sich schwer damit, dass Hierarchien nicht mehr durch Siezen gekennzeichnet sind.

Allerdings: Das Wegfallen der klassischen Umgangsformen durch globalisierte Unternehmen macht die Empfehlungen für das Duzen und Siezen nicht einfacher.

Hier bekommen Sie trotzdem einen Leitfaden an die Hand, an dem Sie sich im Duz-Dschungel orientieren können.

Die aktuellen Empfehlungen zum Duzen und Siezen im Büro

Für den geschäftlichen Umgangston in Korrespondenz gilt die Anrede mit „Sie“ und dem Nachnamen und Titel, soweit vorhanden.

Wer bietet wem das "DU" an? 

  1. Der Ranghöhere bietet zuerst das Du an. Also müsste Ihr Chef Ihnen das Du anbieten und nicht umgedreht – auch nicht, wenn Sie älter sind als Ihr Chef.
  2. Im Privatleben bietet der Ältere dem Jüngeren das Du an. Sie können also Ihrer älteren Nachbarin nicht einfach das Du anbieten. Darauf müsste die alte Dame schon von allein kommen.
  3. Es ist heute egal, ob die Frau oder der Mann den Wunsch, zu duzen, zuerst äußert. Das macht es etwas einfacher. Sie müssen nicht mehr überlegen, ob die jüngere Frau dem älteren Mann im Privaten das Du anbieten darf. Das darf Sie nämlich streng genommen nicht. Denn es gilt: Der Ältere bietet dem Jüngeren das Du an.


Führt Duzen zu Respektlosigkeit?

Weit verbreitet ist die Ansicht, dass, sobald man einander duzt, Hemmungen rasch verloren gingen – nach dem Motto: „Du Blödmann“ ist schneller gesagt als „Sie Blödmann“.

Doch stimmt das wirklich? Wenn Sie eine Kollegin, Ihren Chef oder einen Mitarbeiter duzen, muss dies keine negativen Auswirkungen haben. Nicht zwangsläufig sinken die Hemmschwellen. Nicht zwangsläufig beschimpft man einander schneller, nur weil man sich duzt. Genauso wenig führt das Duzen automatisch zu Vertrautheit, Vertrauen und Sympathie. Nur weil Sie sich mit jemandem duzen, sind Sie noch lange nicht miteinander befreundet.

Entscheiden Sie, mit wem Sie sich duzen

Nicht jeder Mensch versteht, dass Duzen nicht mit mangelndem Respekt gleichzusetzen ist. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Gesprächspartner sich Ihnen gegenüber auch dann respektvoll verhalten kann, wenn er Sie duzt, können Sie ein Duz-Angebot getrost annehmen oder ihm selbst das Du anbieten.

Wenn Sie den Menschen so einschätzen, dass für ihn das Duzen mit Respektverlust und geringer Wertschätzung einhergeht, lassen Sie es lieber.

Wann ist es sinnvoll, das Du anzubieten?

Es ist ganz allein Ihre persönliche Entscheidung, ob und wann Sie jemandem das Du anbieten. Es gibt keine allgemeinen Empfehlungen dazu. Möglicherweise helfen Ihnen die folgenden Überlegungen:

  • Es ist Ihnen und Ihrem Gesprächspartner schon öfter passiert, dass Ihnen beiden das Du herausgerutscht ist? Offensichtlich verspüren Sie so viel Nähe zueinander, dass das Du längst überfällig ist.
  • Sie haben sich mit einem Kollegen oder einer Kollegin schon häufiger privat getroffen, zum Beispiel auf einen Kaffee nach der Arbeit? Das Siezen erscheint Ihnen dann vielleicht etwas künstlich.


Du anbieten - aber mit Bedacht

  • Warum möchte ich diesen Kollegen, diese Kollegin duzen?
  • Wäre auch die Zwischenlösung mit Vornamen und "Sie" denkbar?
  • Wird sich das Arbeitsklima hierdurch voraussichtlich verbessern oder im Falle einer Ablehnung verschlechtern?
  • Hat dieser Kollege nach meiner bisherigen Einschätzung eine ähnliche Einstellung wie ich zum Duzen? Oder muss ich unangenehme „Nebenwirkungen“ wie zum Beispiel plumpe Vertraulichkeit von seiner Seite befürchten?
  • Bringe ich den Kollegen damit vielleicht in eine unangenehme Situation? Vielleicht schätzt er das Siezen für meine Beziehung zu ihm.


Wie Sie das Du anbieten, ohne den anderen zu überrumpeln

Auch wenn Sie sich sicher sind, eine Person duzen zu wollen, muss diese das nicht genauso sehen. Sie sollten also immer damit rechnen, dass Ihr Gegenüber Ihr Angebot ablehnt. Und vor allem sollten Sie Ihr Angebot so formulieren, dass die Person ablehnen kann.

So nicht: „Also ich finde, wir kennen uns jetzt lange genug, dass wir uns duzen können. Ich bin die Meike.“

Das ist überrumpelnd und nicht wertschätzend. Der andere hat kaum eine Chance abzulehnen. Es klingt auch nicht wie ein Angebot, sondern wie ein Beschluss. So sollten Sie nicht über andere verfügen.

So formulieren Sie ein echtes Duz-Angebot

„Wir kennen uns jetzt schon längere Zeit und verstehen uns gut. Ich fände es schön, wenn wir uns duzen würden.

Wenn Sie lieber beim Sie bleiben möchten, verstehe ich das und respektiere Ihre Einstellung. An unserem guten Verhältnis wird sich dadurch nichts ändern.“


So machen Sie es Ihrem Gegenüber leicht, eine aufrichtige Entscheidung zu treffen.

2 heikle Duz-Angebote und wie Sie stilsicher reagieren

Angebot 1: „Überfall“ am ersten Arbeitstag

Es ist Ihr erster Tag in der neuen Firma. Sie werden begrüßt mit: „Hallo, ich bin die Britta, wir sitzen uns gegenüber. Ich zeig dir erst mal alles.“

Fühlen Sie sich durch eine solche Begrüßung überrumpelt? Vielleicht. Und Sie halten es für ungeschickt, gleich am ersten Tag zu sagen, dass Sie nicht geduzt werden möchten? Verständlich. Aber wie geht es jetzt weiter?

Unabhängig davon, ob Sie ein Freund des Duzens sind oder nicht – Sie mögen sich durch diese Begrüßung „überfallen“ fühlen. Aber wehren Sie sich nicht, denn schließlich ist es Ihr erster Arbeitstag. Und Sie möchten es sich nicht sofort mit den anderen verderben. 

Finden Sie heraus, ob sich im Unternehmen alle duzen

Fragen Sie einfach danach: „Duzen sich hier alle?“ Wenn die Antwort Ja lautet, haben Sie keine Chance auszuscheren. Ja, Sie könnten auf die Sie-Ansprache pochen, doch damit würden Sie sich ins Aus bugsieren.

Wenn sich nicht alle duzen, sollten Sie die Kollegen innerhalb der ersten Tage darauf ansprechen, dass Sie lieber beim Sie bleiben möchten. Vorausgesetzt, das ist wirklich Ihr Wunsch.


Beispiel: Du ablehnen

„Ich freue mich sehr über den herzlichen Empfang, den Sie mir bereitet haben. Ich komme nur nicht so gut damit klar, dass wir uns schon duzen. Ich würde sehr gern noch beim Sie bleiben und später schauen, ob wir uns duzen. Das hat nichts mit Ihnen zu tun. Ich bin da einfach etwas altmodisch.“

Oder:

„Das finde ich aber sehr nett von Ihnen, dass Sie mir das Du anbieten. Lassen Sie mir doch noch ein bisschen Zeit, mich einzugewöhnen. Ich kenne das aus meiner alten Firma nicht, dass man sich beim Vornamen nennt. Ist das erst mal okay?“


Beispiel: Duz-Falle Firmenfeste

Tina geht nicht gern zu Betriebsfesten oder Weihnachtsfeiern. In der Regel trinken die Kollegen reichlich Alkohol und werden schon mal zu vertraulich. In diesem Jahr ist es Holger Hubschmidt, Bereichsleiter Technik, der ihr an der Sektbar das Du anbietet. Es ist mehr ein Aufzwingen als ein Angebot. Tina hat nicht das Gefühl, dass sie eine Wahl hat. Jetzt graut es ihr davor, Herrn Hubschmidt – besser gesagt: Holger – auf dem Flur zu treffen. Er ist so gar nicht der Typ, den sie gern duzen würde. Tina beschließt, „Holger“ erst einmal aus dem Weg zu gehen.


Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, erst gar nicht zur Weihnachtsfeier zu gehen, damit Ihnen dort keiner das Du anbieten kann? Klar ist: Durch Alkoholgenuss sinkt die Hemmschwelle – der Umgangston wird zwangloser als gewöhnlich. Das Du kommt einem sehr leicht und teilweise wahl- und gedankenlos über die Lippen. Firmenfeste sind also die reinste Duz-Falle.

Gleichzeitig bietet sich jedoch die Chance, das Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen zu verbessern. Vielleicht wäre Ihnen das Duzen mit der einen oder anderen Kollegin ja ganz angenehm. Es gilt: Sie entscheiden!

So verhalten Sie sich, wenn Sie lieber beim Sie bleiben möchten

  • Auch wenn Sie auf der Weihnachtsfeier oder dem Betriebsfest von Kolleginnen und Kollegen infolge des schon geflossenen Alkohols geduzt werden, bleiben Sie beim Sie.
  • Wenn Sie am nächsten Arbeitstag noch geduzt werden, siezen Sie einfach zurück. Notfalls müssen Sie Ihren Gesprächspartner darauf aufmerksam machen, dass das Betriebsfest eine Ausnahme war und Sie lieber beim Sie bleiben.


So verhindern Sie als „Sie-Anhänger“ unerwünschte Duz-Angebote

Wenn Sie ein „Sie-Fan“ sind, können Sie eindeutige Signale an Ihre Umwelt aussenden, sodass Ihre Mitmenschen nicht so schnell auf die Idee kommen, Ihnen das Du anzubieten.

So funktioniert’s: Leben Sie Ihren Kollegen korrekte Umgangsformen vor. Verwenden Sie daher keine Spitznamen oder Verniedlichungen wie zum Beispiel „die Schneiderin“ für Ihre Kollegin Frau Schneider. Nicht anwesende Dritte bezeichnen Sie nicht mit „der Schröder“, sondern mit „Herr Schröder“.

Können Sie ein „Duz-Verhältnis“ beenden?

Grundsätzlich ist dies natürlich möglich, allerdings sollten die Gründe für die Beendigung schon wirklich gravierend sein. Denn eines ist klar: Wenn Sie jemandem sagen, dass Sie sich nicht länger mit ihm duzen möchten, wird sich das Verhältnis zwischen Ihnen beiden erheblich abkühlen. Überlegen Sie sich gut, ob Sie das „Duz-Verhältnis“ beenden möchten. Oder ob es noch einen anderen Ausweg gibt, um die Situation zu lösen.

Beispiel „Duz-Verhältnis“ beenden

„Klaus, ich würde gern kurz etwas mit dir besprechen. Wir duzen uns jetzt seit ein paar Monaten, und ich finde, dass sich unser Umgang miteinander dadurch nicht verbessert hat. Ganz im Gegenteil. Ich finde, dass das Siezen für uns besser war; wir waren respektvoller zueinander. Ich möchte, dass wir uns wieder siezen.“


Kein Du in offiziellen Schreiben

Das kommt immer wieder vor. Sie verstehen sich mit einem Geschäftspartner oder einem Kollegen sehr gut; irgendwann haben Sie angefangen, einander zu duzen. Nun wird es offiziell. Sie verschicken eine Rechnung, ein Angebot, eine Ausschreibung oder Ähnliches.

Siezen Sie Ihren Ansprechpartner in offiziellen Schreiben

Denn dieses wird abgelegt, weitergeleitet, was auch immer. Ein Du macht sich in diesem Fall nicht gut. Einige Menschen werden beim Du immer sehr hellhörig und könnten vermuten, dass Geschäfte nur wegen der sehr guten Beziehungen zueinander abgeschlossen werden. Lassen Sie deshalb die Finger vom schriftlichen Du bei offiziellen Schreiben.


Haftzettel mit persönlichen Worten an offiziellen Schreiben anbringen

Um beim Empfänger des Briefs nicht für Unmut zu sorgen oder um die durch das Siezen entstandene Distanz abzubauen, kleben Sie doch einen Haftzettel mit ein paar persönlichen Worten auf den offiziellen Brief: Hallo Mark, ich hoffe es geht dir gut. Gruß Sabine


In Gratulationen und Einladungen ist das Du erlaubt

Etwas anders liegt die Sache bei „halb offiziellen“ Schreiben wie Gratulationen oder Einladungen. Duzen Sie dann die Personen, die Sie ansonsten auch duzen.


Einer siezt, der andere duzt den Ansprechpartner – was tun?

Angenommen, Sie müssen einen Brief formulieren, in dem zwei Vorgesetzte einer dritten Person zum Geburtstag gratulieren. Der eine Chef siezt das Geburtstagskind, der andere duzt es.

Beispiel:

Sehr geehrter Herr Mertens, lieber Dirk, …

Die weitere Ansprache im Brief bleibt allerdings beim Sie.

Beachten Sie:

In einer solchen Situation ist es nicht erforderlich, so zu tun, als sieze man sich. Auch wenn der Brief von anderen gelesen würde, wäre das Duzen nicht kompromittierend – für niemanden.


Leserfrage: „Muss es ‚Herr‘ oder ‚Herrn‘ heißen?“

Schreibt man in der Anschrift „Herrn Klaus Müller“ oder reicht „Herr Klaus Müller“?

Richtig ist „Herrn“. Das „n“ ist obligatorisch. Es handelt sich um einen Akkusativ (an wen schicke ich?), deshalb muss das „n“ angehängt werden.

„Herrn“ oder „Frau“ ist kein Muss!

Denkbar ist auch, dass Sie auf „Herrn“ oder „Frau“ in der Anschrift verzichten. Aus den meisten Vornamen ist schließlich zu erkennen, ob es sich um einen Herrn oder eine Dame handelt. Um sicherzugehen, dass Sie niemandem auf die Füße treten, empfehlen wir dennoch, nicht auf „Frau“ oder „Herrn“ zu verzichten.

Ausnahme: Sie kommunizieren mit einer jungen, aufgeschlossenen Zielgruppe.

Leserfrage: „Titel in Anreden und Anschriften: Wie gehe ich damit um?“

Wie schreibe ich Kunden mit Titeln korrekt an?

Generell gilt: Gebrauchen Sie sowohl in der mündlichen als auch in der schriftlichen Anrede den Titel Ihres Ansprechpartners. Es sei denn, er oder sie äußert von sich aus den Wunsch, dass sie auf die Nennung des Titels verzichten.

Inhaber akademischer Grade werden sowohl schriftlich als auch mündlich mit ihren Titeln angesprochen. Und entgegen früheren Meinungen sind auch akademische Grade in die weibliche Form umsetzbar. Bei der Anrede einer Frau haben Sie heute die Wahl zwischen „Frau Professor“ und „Frau Professorin“. Der Dr. wird immer abgekürzt – der Professor hingegen nie, auch nicht in der Anschrift.

Wie schreibt man mehrere akademische Titel in der Anrede?

Trägt eine Person mehrere akademische Titel, so tauchen sie in der Anschrift noch auf:

Herrn

Professor Dr. Ralf Mertens

Mehrere akademische Titel in der Briefanrede

 

In der Briefanrede verwenden Sie hingegen nur den höchsten Titel:

„Sehr geehrter Herr Professor Mertens, ..."


Hierfür müssen Sie sich nicht entschuldigen

Titelträger stellen sich meist ohne Nennung ihres Titels vor. Stellt sich Ihnen beispielsweise eine Dame mit dem Namen „Reichert“ vor. Und Sie erfahren erst später, dass es sich um „Frau Professor Dr. Reichert“ handelt, müssen Sie sich nicht entschuldigen, wenn Sie sie lediglich mit „Frau Reichert“ angesprochen haben. Sie wussten es schließlich nicht besser.


Nennung des Titels in der Anrede nach dem Erfahren

Gehen Sie einfach zur Nennung des Titels über, sobald Sie davon erfahren haben. Wenn Sie aber bereits zum Zeitpunkt der gegenseitigen Vorstellung wussten, dass es sich bei „Frau Reichert“ um „Frau Professor Dr. Reichert“ handelt, so reden Sie sie gleich mit „Frau Professor Reichert“ an.


Leserfrage: „Wie schreibe ich die weibliche und männliche Form zusammen richtig?“

Wir legen in unserem Unternehmen in der Korrespondenz großen Wert auf die Nennung der weiblichen und männlichen Form. Also, zum Beispiel Bewerberin und Bewerber. Ich finde das gut, aber manchmal finde ich es umständlich und es ist mir zu lang. Ich hätte gern eine Alternative. Kann ich den folgenden Satz so schreiben?

Bei Fragen wenden Sie sich am besten direkt an Ihre/n zuständige/n Personalsachbearbeiter/in. Er/Sie ist Ihnen gerne behilflich.

Stilistisch ist das nicht besonders gelungen. Abgesehen davon fehlen überall die Bindestriche. Damit sähe es dann so aus:

… an Ihre/-n zuständige/-n Personalsachbearbeiter/-in. Er/Sie …

Was noch nicht korrekt ist, ist das Durcheinander der männlichen und weiblichen Form: Die Reihenfolge stimmt also nicht. Laut Duden sollte man in so einem Fall nicht auf die Doppelnennung verzichten. Also schreiben Sie:

… an Ihre zuständige Personalsachbearbeiterin/Ihren zuständigen Personalsachbearbeiter. Er oder sie …

Kurzformen im Singular sollten Sie laut Duden grundsätzlich vermeiden.

Leserfrage: „Wie lautet die korrekte Anschrift und Anrede in einem Kondolenzschreiben?“

Der Ehemann und Vater ist verstorben. Mit der Mutter ist mein Chef per Du. Die Kinder sind erwachsen, mein Chef kennt sie nur vom Sehen.

Anschrift (Kondolenzanschrift der Ehefrau angegeben): Was ist aktuell und richtig?

1) Familie

    Elisabeth Mustermann? 

oder

2) Frau Elisabeth Mustermann – 

    Oliver und Thomas Mustermann?

Anrede: Was ist richtig?

1)  Liebe Elisabeth,

     sehr geehrter Oliver, sehr geehrter Thomas?

oder

2) lieber Oliver und Thomas?

Und: Mein Chef möchte, dass ich schreibe: „Ich drücke Ihnen auf diesem Wege mein Beileid aus.“ Ist das okay?

Inge F. aus Erlangen

Gleichberechtigte Anrede bei einem Trauerschreiben

Schreiben Sie die Frau und die Kinder gleichberechtigt an. Bei „Familie Elisabeth Mustermann“ werden die erwachsenen Kinder nicht genannt. Die Familie wurde gerade „auseinandergerissen“. Das könnte den Schmerz eher verstärken.

Die Anschrift lautet deshalb:

Frau Elisabeth Mustermann

Herrn Oliver Mustermann

Herrn Thomas Mustermann


In der deutschen Korrespondenz nennen Sie die Damen in der Anschrift zuerst. Und hier sowieso, da Elisabeth ihren Mann verloren hat.

Schreiben Sie bei der Anrede statt „Sehr geehrte/geehrter“ eher „Liebe“ und „Lieber“; unabhängig davon, ob man sich duzt oder siezt. Ihr Chef duzt die Ehefrau, dann kann er die Söhne auch mit „Lieber“ anschreiben. Und da Ihr Chef die Kinder zu siezen scheint, würde ich die Anrede mit dem Vor- und Zunamen kombinieren.

Liebe Elisabeth, lieber Oliver Mustermann, lieber Thomas Mustermann,

Formulierungstipp für ein Beileidsschreiben

Schreiben Sie nicht „auf diesem Wege“; das ist überflüssig, altmodisch und wirkt etwas schwer. „Mein herzliches Beileid“ oder „ich drücke Ihnen mein herzliches Beileid aus“ sind durchaus ausreichende Formulierungen.


Korrespondenz-Test: Mit welcher Anrede beginnen Sie eine E-Mail oder einen Brief?

Prüfen Sie heute mit diesem kleinen Test Ihr Korrespondenzwissen. Welche Anrede am Briefanfang passt zu welchem Anlass?

1. Ein Kunde hat Ihren Chef sehr gastfreundlich empfangen, betreut und bewirtet. Sie setzen eine kurze Dankes-E-Mail an den Geschäftspartner, der Geschäftsführer ist, und an die Bereichsleiterin auf, die ebenfalls an dem Gespräch teilgenommen hat. Wie beginnen Sie die E-Mail?

a. Sehr geehrte Frau Helling, sehr geehrter Herr Bals, …

b. Sehr geehrter Herr Bals, sehr geehrte Frau Helling, …

c. Sie schreiben zwei Mails.

d. Sehr geehrter Herr Bals, …   


2. Welche Anredeformen sind heutzutage für den Einstieg geeignet?

a. Sehr geehrte Frau Meyer, …

b. Guten Tag, sehr geehrte Frau Meyer, …

c. Liebe Frau Meyer, …

d. Guten Tag, Frau Meyer, …


3. Ihr Unternehmen lädt zu einer Kundenveranstaltung ein.

Der Geschäftspartner, Rainer Schmitt, mit dem Ihr Chef sich duzt, wird auch eingeladen. Ihr Chef unterschreibt alle Einladungen selbst. Wie sieht die korrekte Anrede für Rainer Schmitt aus?

a. Sie schreiben in die Einladung „Lieber Rainer“.

b. Sie schreiben in die Einladung „Sehr geehrter Herr Schmitt, lieber Rainer“.

c. Sie schreiben „Sehr geehrter Herr Schmitt“.

d. Sie schreiben „Sehr geehrter Herr Schmitt“ und kleben einen kleinen Notizzettel mit einem handschriftlichen Vermerk Ihres Chefs auf das Angebot: „Lieber Rainer, ich würde mich freuen, wenn du kommen könntest. Gruß Markus Herzig“.


Richtig sind die Antworten: 

1b, 1c

2a, 2b, 2c, 2d

3a, 3c, oder 3d


1b und 1c: Die Hierarchie entscheidet bei der Anrede

In der Geschäftskorrespondenz entscheidet die Hierarchie, wer zuerst genannt wird. Es ist also korrekt, den Ranghöchsten zuerst zu nennen. Hat sich Frau Helling besonders um das Wohl Ihres Chefs bemüht, sollten Sie besser zwei Mails formulieren: einen an den Geschäftsführer und einen an sie.

Die Hierarchieregel gilt selbstverständlich auch für das Anschriftenfeld

Herrn Bernd Bals

Frau Frauke Helling

Henning AG


2a bis 2d: Sie entscheiden, welche Anrede passend ist

Die Anredeform „Sehr geehrte Frau Meyer“ ist der Standard, sie ist förmlich und korrekt. „Guten Tag, sehr geehrte Frau Meyer“ ist die individuellere Variante der ersten Anredeform. Auch diese Anrede ist geeignet für Personen, mit denen Sie nicht so gut bekannt sind. Verstehen Sie sich mit einer Person besonders gut, könnten diese Formulierungen zu steif erscheinen. Sie bauen damit eine unnötige Distanz auf. Die persönlicheren Anreden sind „Guten Tag, …“ und „Liebe …“. Vorausgesetzt, Sie mögen sie und Sie finden, sie passt zu Ihnen, Ihrem Chef oder Ihrem Unternehmen.

Schreiben Sie nicht „Guten Abend“ oder „Guten Morgen“. Das ist eher für eine E-Mail geeignet, wenn Sie davon ausgehen können, dass der Empfänger Ihre Nachricht zeitnah liest.

Orientierung nach der Hierarchie

Orientieren Sie sich an Ihrem Korrespondenzpartner.


Wenn Ihr Korrespondenzpartner zu „Liebe Frau xy“ oder „Hallo, Frau xy“, was ja bevorzugt in E-Mails schnell passiert, übergeht, sollten Sie das ebenfalls tun. Bleiben Sie in diesem Fall beim distanzierten „Sehr geehrter …“, wirkt Ihre Anrede so, als wollten Sie den persönlicheren Kontakt nicht. Oder als hätten Sie irgendwelche Vorbehalte gegenüber dem Ansprechpartner.

Dies gilt vor allem bei englischsprachigen Geschäftspartnern. Denn bei ihnen ist damit zu rechnen, dass Sie oft schon beim ersten Schreiben mit Vornamen angesprochen werden. Lassen Sie sich bei Ihrer Antwort unbedingt darauf ein. Eine Reaktion auf „Dear Britta“ mit „Dear Mr Evans“ könnte als abweisend empfunden werden.

3a, c, oder d: Sie haben die Wahl!

Nur die Variante 3b ist absolut nicht zu empfehlen. Entscheiden Sie sich bitte, ob der Geschäftsfreund geduzt oder gesiezt wird. Die Anrede „Sehr geehrter Herr Schmitt“ ist für ein rein geschäftliches Schreiben die empfehlenswerte Formulierung. Da es sich hier um eine Einladung handelt, ist die Anrede „Lieber Rainer“ die bessere.

Sie wirkt persönlicher und verbindlicher. Auch eine gute Möglichkeit ist die Idee mit dem Klebezettel. Der Vorteil: Der Geschäftspartner kann den Klebezettel entfernen, bevor er die Einladung anderen zeigt. Den Zettel sollte dann aber unbedingt Ihr Chef selbst mit der Hand schreiben. Denn schließlich ist er es ja, der den Geschäftspartner duzt.

DIN-5008-Quiz: Wie fit sind Sie in der DIN 5008?

Die DIN 5008 ist DAS Regelwerk für formal korrekte E-Mails und Briefe. Wir haben einige knifflige Fragen zum Thema „Anschrift & Co.“ für Sie herausgesucht und liefern Ihnen die Antworten gleich mit – damit Sie jederzeit die richtige Antwort parat haben. Mit unserem Quiz können Sie Ihr DIN-Wissen testen und festigen. Oder Sie nutzen es als spielerischen Test für Ihre Kolleginnen und Kollegen.

DIN-5008-Quiz: So funktioniert es

Lesen Sie beziehungsweise Ihre Kolleginnen und Kollegen die 20 Fragen und beantworten Sie sie zuerst, ohne die Antworten nachzuschlagen. Dabei können mehrere Antworten (oder auch keine) richtig sein. Anschließend lesen beziehungsweise diskutieren Sie die Antworten und Erläuterungen weiter unten. Lernen Sie dabei neue Dinge dazu, erinnern Sie sich an wichtige Details oder freuen Sie sich einfach über Ihr Korrespondenzwissen!

Fragen zur Anschrift

1. Was ist kein Versendungsvermerk?

a) Persönlich

b) Nicht nachsenden

c) Vorab per Fax

2. Was müssen Sie bei Versendungsvermerken beachten?

a) Sie werden mit einer Leerzeile zur Anschrift positioniert.

b) Sie werden in Großbuchstaben geschrieben.

c) Sie werden fett gedruckt oder unterstrichen, um sie hervorzuheben.

d) Sie werden gar nicht hervorgehoben und stehen ohne Leerzeile zur Anschrift.

3. Welche dieser Regelungen für die Rücksendeangabe (die Absenderadresse oberhalb des Anschriftfeldes) sind korrekt?

a) Die Rücksendeangabe darf sich über zwei Zeilen erstrecken.

b) Die Rücksendeangabe ist einzeilig zu schreiben.

c) Die vorgegebene Schriftgröße ist 8 bis 6 Punkt.

d) Die vorgegebene Schriftgröße ist 10 bis 8 Punkt.

4. Berufs- und Amtsbezeichnungen wie Direktor oder Rechtsanwalt werden …

a) hinter „Herrn“ oder „Frau“ geschrieben,

b) laut DIN gar nicht mehr geschrieben,

c) laut DIN unterhalb des Namens geschrieben.

5. Der Professor wird in der Anschrift …

a) gar nicht genannt,

b) abgekürzt,

c) ausgeschrieben.

6. Bei Untermietern muss der Name des Wohnungsinhabers …

a) an erster Stelle stehen,

b) unter den Namen des Empfängers geschrieben werden,

c) gar nicht genannt werden.

7. Ortsteilnamen stehen …

a) hinter dem Hauptort und werden mit Bindestrich abgetrennt,

b) in der Zeile vor der Straße,

c) in der letzten Zeile der Anschrift als Zusatzzeile.

8. Welche dieser Anschriften ist korrekt?

a)

Herrn Rechtsanwalt

Dr. Rolf Schwertfeger

Gärtnergasse 12

54337 Köln

b)

Firma Rüter GmbH

Bolker Weg 12

22314 Hamburg

c)

Herrn

Bernd Meyer B. A.

Klosterstraße 12

40473 Düsseldorf

d)

Persönlich

Frau Sabine Geiger

Geiger GmbH

Mertensstraße 2

63422 Frankfurt a. M.

e)

Vorab per Fax

Herrn Claus Schröder

Schröder GmbH

Bertramweg 67

13211 Berlin

f)

An den Landesbeauftragen

für Datenschutz

Brandenburg

Langensdorfer Damm 12

14332 Kleinmachnow

g)

Finanzamt Düsseldorf-Nord

Herrn Claus Meyer

Roßstraße 56

40433 Düsseldorf

h)

Signor

Antonio Rosati

33, Via Bellissima

32454 VENEDIG

ITALIEN

Fragen zum Informationsblock

9. Welche dieser Aussagen sind korrekt?

a) Der Informationsblock ist zeitgemäßer als die Bezugszeichenzeile.

b) Einzelne Angaben wie die E-Mail-Adresse dürfen bei Bedarf kleiner geschrieben werden, mindestens jedoch 8 Punkt groß.

c) Der Informationsblock ist ausschließlich zur Verwendung in geschäftlicher Korrespondenz vorgesehen.

10. Nach DIN 5008 …

a) können Sie in Briefen einen Betreff angeben, müssen es aber nicht,

b) müssen Sie den Betreff durch Fettschrift hervorheben,

c) müssen Sie nur in E-Mails einen Betreff verwenden, in Briefen nicht.

11. Der Betreff …

a) wird ohne Schlusspunkt geschrieben,

b) kann mit Schlusspunkt geschrieben werden,

c) steht mit zwei Leerzeilen Abstand zum Anschriftenfeld.

Fragen zur Schreibweise von Zahlen

12. Wie ist die korrekte Schreibweise für eine IBAN?

a) DE89 3704 0044 0532 0130 00

Von links nach rechts beginnend fünfmal Vierergruppe, einmal Zweiergruppe.

b) DE 89370400440532013000

Das Länderkennzeichen wird mit einem Leerschritt zur eigentlichen IBAN abgesetzt.

c) IBAN DE 89 37 04 00 44 05 32 01 30 00

Von links beginnend in Zweiergruppen.

13. Wie werden Postfachnummern korrekt geschrieben?

a) 1234 – ohne Leerschritte.

b) 1 23 – von rechts beginnend zweistellig gegliedert.

c) 12 3 – von links beginnend zweistellig gegliedert.

14. Wie ist die korrekte Schreibweise für nationale Telefonnummern?

a) 030/234567-123

b) 030 23457-123

c) (030) 23 45 67-123

15. Wie ist die korrekte Schreibweise für Telefonnummern im Schriftverkehr mit dem Ausland?

a) +49 (0) 30 234567-123

b) 0049 (0) 30 234567-123

c) +49 30 234567-123

d) 0049 (030) 234567-123

16. Welche der folgenden Uhrzeiten sind korrekt geschrieben?

a) 6 Uhr

b) 6.00 Uhr

c) 06:00 Uhr

d) 6:30 Uhr

e) 12 Uhr

17. Welche Schreibweisen für das Datum sind korrekt?

a) 23. Juni 2017

b) 2017-06-23

c) 15.08.2017

d) 01. März 2017

Fragen zur Schreibweise von Hausnummern

18. Der zu einer Hausnummer gehörige Buchstabe …

a) muss kleingeschrieben werden.

b) muss großgeschrieben werden.

c) kann groß- oder kleingeschrieben werden.

19. Welche dieser Hausnummern sind korrekt geschrieben?

a) Friedrichstraße 12a

b) Friedrichstraße 12 a

c) Friedrichstraße 12A

d) Friedrichstraße 12 A

20. Welche dieser Schreibweisen sind korrekt?

a) Hansaallee 12 – 14

b) Hansaallee 12/14

c) Hansaallee 12–14

d) Hansaallee 12 / 14

DIN-5008-Quiz: 20 Antworten für Wissensdurstige

1. Was ist kein Versendungsvermerk?

Sie durften nichts ankreuzen, denn a), b) und c) sind alles Versendungsvermerke. Selbst „Vorab per Fax“ ist nach DIN 5008 ein Versendungsvermerk und steht im Adressfeld direkt oberhalb der Anschrift.

2. Was müssen Sie bei Versendungsvermerken beachten?

Nur Antwort d) ist korrekt. Alle anderen Antworten sind „Wahrheiten“ aus der guten alten Zeit, als wir noch mit der Schreibmaschine geschrieben haben, oder aus veralteten DIN-5008-Versionen.

3. Welche dieser Regelungen für die Rücksendeangabe (die Absenderadresse oberhalb des Anschriftfeldes) sind korrekt?

Die Antworten b) und c) sind korrekt.

4. Berufs- und Amtsbezeichnungen wie Direktor oder Rechtsanwalt werden …

Antwort a) ist korrekt.

So sähe eine Anschrift mit Berufsbezeichnung korrekt geschrieben aus:

Herrn Rechtsanwalt

Dr. Peter Müller

Welche Berufsbezeichnungen Sie in der Anschrift aufführen sollten, dazu sagt die DIN 5008 nichts.

5. Der Professor wird in der Anschrift …

Antwort b) ist nach DIN 5008 korrekt. Allerdings sagt die DIN 5008 das nicht explizit. Sie finden nur Beispiele für abgekürzte Professorentitel, was aber nicht heißt, dass Sie den Professor nicht auch ausschreiben dürfen.

Anschrift und Anrede in der Korrespondenz

Da die Beispiele in der DIN keine Regeln darstellen, dürfen Sie den Professor auch ausschreiben, wenn Sie ausreichend Platz im Anschriftfeld haben. In der Anrede wird er in jedem Fall ausgeschrieben: „Sehr geehrter Herr Professor Meier“.


6. Bei Untermietern muss der Name des Wohnungsinhabers …

Antwort b) ist korrekt.

So sähe eine Anschrift aus, wenn Jasmin Wagner zur Untermiete bei Ulf Gärtner wohnt:

Frau

Jasmin Wagner

bei Ulf Gärtner

Hofweg 8

53423 Köln

7. Ortsteilnamen stehen …

Antwort b) ist richtig. Auch wenn es außergewöhnlich erscheint, möchte die DIN 5008, dass die Anschrift so aussieht, wenn Ratheim der Ortsteil ist:

Frau

Marie Schuster

Ratheim

Lange Reihe 98

41836 Hückelhoven

8. Welche dieser Anschriften sind korrekt?

Diese Anschriften sind korrekt: a), c), d), e), g).

b) ist nicht korrekt, weil aus dem Firmennamen eindeutig hervorgeht, dass es eine Firma ist (GmbH). Deshalb darf „Firma“ nicht in der Anschrift stehen.

f ) ist nicht korrekt, weil „An den“ veraltet ist. Korrekt müsste es heißen:

Landesbeauftragten für Datenschutz

Brandenburg

Und h) ist falsch, weil Venedig in der Landessprache, also Venezia, geschrieben werden müsste.

9. Welche dieser Aussagen sind korrekt?

Die Antworten a) und b) sind korrekt. Sie dürfen den Informationsblock auch in privater Korrespondenz verwenden.

10. Nach DIN 5008 …

Die Antworten a) und c) sind korrekt. Die Angabe des Betreffs ist nur für E-Mails verbindlich. Wenn Sie im Brief einen Betreff angeben, haben Sie die Wahl, ob Sie den Betreff optisch hervorheben: entweder durch Fettschrift oder durch Farbe.

11. Der Betreff …

Antwort a) ist korrekt. Sie dürfen keinen Punkt setzen. Und: Der Betreff steht mit zwei Leerzeilen Abstand zum Informationsblock oder der Bezugszeichenzeile.

12. Wie ist die korrekte Schreibweise für eine IBAN?

Antwort a) ist korrekt.

13. Wie werden Postfachnummern korrekt geschrieben?

Antwort b) ist korrekt.

14. Wie ist die korrekte Schreibweise für nationale Telefonnummern?

Antwort b) ist korrekt.

15. Wie ist die korrekte Schreibweise für Telefonnummern im Schriftverkehr mit dem Ausland?

Antwort c) ist korrekt. Alle anderen Schreibweisen sind falsch und führen teilweise auch zu Verwirrung.

16. Welche der folgenden Uhrzeiten sind korrekt geschrieben?

Die Antworten a), c) und e) sind korrekt.

17. Welche Schreibweisen für das Datum sind korrekt?

Die Antworten a), b) und c) sind korrekt. Auch wenn b) aus meiner Sicht nicht empfehlenswert ist, gibt die DIN 5008 dieser Schreibweise den Vorrang. Ausnahme: Für die Vergabe von Dateinamen ist diese Schreibweise geeignet.

18. Der zu einer Hausnummer gehörige Buchstabe …

Antwort c) ist korrekt. Sie haben die Wahl.

19. Welche dieser Hausnummern sind korrekt geschrieben?

Die Antworten b) und d) sind korrekt. Der Buchstabe steht mit einem Leerschritt zur Ziffer.

20. Welche dieser Schreibweisen sind korrekt?

Die Antworten a) und b) sind korrekt. Vor und hinter dem „Bis“-Zeichen muss jeweils ein Leerzeichen stehen. Und: Vor und hinter dem Schrägstrich darf kein Leerzeichen stehen.

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