Mit Humor Stress reduzieren: 5 Tipps für mehr Resilienz
Stress gehört für viele Assistenzkräfte, Office Professionals und Sekretärinnen zum Arbeitsalltag. Umso wichtiger ist es, bewusste Wege zu finden, um gegenzusteuern und das eigene Wohlfühlen im Job zu stärken. Humor kann dabei ein erstaunlich wirksamer Hebel sein: Er entlastet, verbindet Menschen und hilft dabei, besser mit Belastungen umzugehen. Gerade wenn es um Emotionen im Job, Resilienz und einen gesunden Umgang mit Herausforderungen geht, kann Lachen neue Perspektiven eröffnen. Wer lernt, mit mehr Leichtigkeit durch den Tag zu gehen, fördert nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern kann auch Gesund kommunizieren und die eigene Selbstwirksamkeit im Job stärken.
1. Humor beschleunigt Heilungsprozesse und macht belastbarer
Lachen wirkt wie Aspirin, nur doppelt so schnell.
(Groucho Marx von den Marx Brothers)
Dieses Zitat wird gerne von Experten genutzt, um die Wirkung des Humors zu beschreiben. Mediziner und Therapeuten sind sich einig, dass Humor Heilungsprozesse beschleunigt und physisch wie psychisch stabilisiert.
Dr. med. Roman F. Szeliga bezeichnet Humor in seinem Bestseller „Erst der Spaß, dann das Vergnügen“ als „legales Doping für die Seele“. Er behauptet:
Humorvolle Menschen sind leistungsfähiger, flexibler, kontaktfreudiger, erfolgreicher und gesünder. In Stresssituationen erweisen sie sich als deutlich belastbarer.
2. Die Evolution zeigt: Wer lacht, lebt länger
Lachen macht stark: Diese Maxime gilt auch und gerade für Gruppen. Wenn gemeinsam gelacht wird, sinkt der Stresspegel. Es wird vermutet, dass die Evolution die positive Wirkung des Lachens sehr bewusst hervorgebracht hat. Dem Lachen wird eine wichtige soziale Funktion zugeschrieben: Wenn wir lachen, beruhigen wir uns und unsere Mitmenschen. Nicht nur der individuelle, auch der sprichwörtliche kollektive Blutdruck sinkt.
Lachen ist ein Signal für Kooperation und gute Absichten – beides Eigenschaften, die in der stark vernetzten Arbeitswelt immer wichtiger werden.
3. Lachen produziert Glückshormone
Die positive Wirkung des Humors auf den Gesundheitszustand haben wir vor allem den Hormonen zu verdanken:
Wenn wir lachen, produziert unser Körper Glückshormone, beispielsweise Endorphine. Gleichzeitig werden Stresshormone reduziert und unser Immunsystem gestärkt.
Mit einem herzhaften Lachen bauen Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen also nicht nur Stress ab und stärken so Ihr Immunsystem. Sie erhalten gleichzeitig einen zusätzlichen Leistungsschub.
4. Lachen steckt an
Wenn wir in Gemeinschaft lachen, werden die sozialen Beziehungen in der Gruppe intensiver. Wir lachen häufiger in der Gruppe als allein und können ein Lachen schon von Weitem als solches erkennen. Das Lachen stabilisiert also das gesamte soziale Gefüge innerhalb Ihres Teams und lässt das Verbundenheitsgefühl innerhalb der Gruppe steigen.
Die Erfolgsautorin Jumi Vogler („Erfolg lacht! Humor als Erfolgsstrategie“) ist davon überzeugt:
Humor schafft emotionale Bindung. Wer gemeinsam lachen kann, ist auch in der Lage, gemeinsam anspruchsvolle Ziele zu erreichen.
– Jumi Vogler
5. Humor macht sympathisch
Wie haben Sie es lieber: nüchtern oder heiter? Mit wem würden Sie lieber einen Abend bei einem Geschäftsessen verbringen?
Mit einem nüchtern-sachlichen Faktenmenschen oder mit einem Gesprächspartner, der Sie mit heiteren Geschichten und guter Laune durch den Abend begleitet?
Lachen wirkt auch ohne Grund
Dass sich diese Wirkung auch künstlich herbeiführen lässt, behaupten Lachyoga-Trainer. Das Lachyoga wurde 1995 von Dr. Madan Kataria, einem Arzt aus Mumbai (Bombay) in Indien, erfunden. Nach intensiver Recherche erkannte Dr. Kataria:
Die menschliche Psyche kann nicht zwischen unechtem und echtem Lachen unterscheiden. Die Stoffe, die den Menschen dazu bringen, sich glücklich zu fühlen, werden so oder so ausgeschüttet.
– Dr. Madan Kataria
Schon war die Idee geboren: „Lachen ohne Grund.“ Gemeinsam mit seiner Frau Madhuri, Yogalehrerin, entwickelte er die neuen Lachyoga-Übungen: eine Mischung aus Yoga-Atemübungen (Pranayama), Stretching und pantomimischen Lachübungen.
Schaffen Sie sich ein Gute-Laune-Umfeld
Nicht jeder Mensch ist jeden Tag gleich gut gelaunt. Und an manchen Tagen hat man auch wirklich nicht viel zu lachen. Doch wie sagt der Volksmund so schön: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“
Diesem Prinzip können Sie sich annähern, indem Sie in Ihrem Arbeitsbereich Akzente setzen, die Ihnen helfen, Ihren Humor nicht zu verlieren, beispielsweise:
– Hängen Sie Bilder auf, die Sie in gute Laune versetzen und zum Schmunzeln bringen.
– Suchen Sie die Nähe von Kolleginnen und Kollegen, von denen Sie wissen, dass sie Sie aufheitern können.
– Nehmen Sie sich bewusste Auszeiten vom Büroalltag und verbringen Sie Ihre Mittagspausen, wenn möglich, in einem entspannten Umfeld.
– Lächeln Sie auf der Toilette bewusst Ihr Spiegelbild an.
– Statt zu verzweifeln oder unausstehlich zu werden, machen Sie sich ruhig einmal über die Aufgabe lustig, die Ihnen jede Freude raubt. Auch Ironie kann dabei helfen.
Fazit
Humor ist weit mehr als nur eine angenehme Begleiterscheinung im Berufsalltag: Er kann helfen, Stress abzubauen, Beziehungen zu stärken und die eigene Widerstandskraft zu fördern. Wer sich erlaubt, auch in herausfordernden Situationen zu lachen oder bewusst heitere Momente zu schaffen, tut aktiv etwas für das persönliche Wohlfühlen und einen gesünderen Umgang mit Emotionen im Job. Gleichzeitig unterstützt Humor dabei, Gesund kommunizieren im Team leichter umzusetzen und schwierige Situationen souveräner zu meistern. So wird auch die Selbstwirksamkeit gestärkt – und genau das ist ein wichtiger Schlüssel für mehr Resilienz im Berufsleben.