Gesund kommunizieren: Female Leadership in Unternehmen
Warum hinterlassen Pseudo-Entschuldigungen einen unguten Nachgeschmack? Und was passiert, wenn wir im Meeting übersehen werden? Kommunikation kann uns stärken und schwächen, behindern und beflügeln. Fachleute erklären ungesunde Muster und wie Female Leadership das verändern kann.
Worte können verbinden und spalten, ärgern und versöhnen, berühren oder uns kalt lassen. Sie sind die Basis für den Austausch von Gedanken, Fakten und komplexen Inhalten, doch sie sind eben nicht nur ein Mittel zur Informationsübermittlung. „Worte sind mehr als Sprache“, sagt Kommunikationsexpertin Lisa Holtmeier. „Sie können eine tiefgreifende Wirkung auf unsere Emotionen, unser Wohlbefinden und sogar auf unsere körperliche Gesundheit haben.“
Deshalb geht es in ihrem Kommunikationskonzept „Wortmedizin“ darum, ungesunde Muster in unserem privaten und beruflichen Alltag zu erkennen und durch gesunde zu ersetzen. Auch Balian Buschbaum und Katharina Pommer gehen nicht gelingender Kommunikation auf den Grund: Sie plädieren für eine Arbeitswelt, in der Worte verbinden, anstatt zu dominieren und verknüpfen dies mit dem Thema Female Leadership. Die beiden Coaches möchten zeigen, dass Kommunikation Unternehmen nicht lähmen muss, sondern beflügeln kann, denn: „Kommunikation entscheidet, ob wir uns verstehen oder aneinander vorbeireden. Sie bestimmt, ob Konflikte verhärten oder zu Lösungen führen, ob Verhandlungen scheitern oder neue Möglichkeiten eröffnen.“
Wenn Worte schmerzen
In ihrem Buch „Wortmedizin“ identifiziert Lisa Holtmeier die zwanzig häufigsten schädlichen Kommunikationsmuster, denen wir täglich ausgesetzt sind. Denn negative oder verletzende Kommunikation kann ähnliche Hirnareale wie physischer Schmerz aktivieren, erklärt die Autorin. Und das führt zu Stress. Umso wichtiger sei es, diese Muster zu durchbrechen und bewusst zu verändern, um die mentale Gesundheit zu stärken. Denn wertschätzende Kommunikation und ein respektvoller Umgangston fördern nicht nur die emotionale Bindung und das Vertrauen, sondern tragen auch zur individuellen Stressresistenz bei.
Eine Entschuldigung ohne Wirkung
Ein Beispiel für ungute Kommunikation ist laut Holtmeier die Nonpology (Nicht-Entschuldigung). Das können Sätze sein wie „Es tut mir leid, wenn du dich verletzt fühlst“ oder „Sorry, aber ich kann auch nichts dafür, wenn du so empfindlich bist“. Bei einer Nonpology werde oft eine Entschuldigung formuliert, die die Verantwortung für das entstandene Missverständnis oder die Verletzung auf die betroffene Person abwälzt, anstatt sie selbst zu übernehmen.
Eine Entschuldigung sollte jedoch klar und aufrichtig sein und echtes Bedauern zeigen. Lisa Holtmeier schlägt als Alternative vor: „Es tut mir leid, dass meine Worte dich verletzt haben. Das war nicht meine Absicht.“ Das signalisiert, dass die Person Verantwortung übernimmt. Wer mit einer Nonpology konfrontiert werde, solle die eigenen Gefühle klar benennen und das Gespräch suchen, rät die Kommunikationsexpertin. Indem beide Parteien ihre Perspektive teilen und gemeinsam nach einer Lösung suchen, kann eine gesündere und respektvollere Kommunikationsbasis geschaffen werden. Das vermeidet zukünftige Missverständnisse und vertieft das gegenseitige Verständnis.
Wenn Abstimmung nicht gelingt
In unserer schnellen, digitalen Arbeitswelt mit unzähligen Kommunikationskanälen sei es unverzichtbar, klar zu sprechen, achtsam zuzuhören und respektvoll miteinander umzugehen, sagen die Coaches Katharina Pommer und Balian Buschbaum. Denn der Grund für viele alltägliche Probleme in Unternehmen sei eine nicht gelingende Abstimmung. Die beiden Fachleute zeigen in ihrem Buch „Die Zukunft der Kommunikation ist weiblich“, wie Sprache und Verhalten wirken und wollen ein tiefes Verständnis von Beziehung – gerade auch im Arbeitskontext – anregen.
„Weiblich“ hat hier nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern beschreibt Qualitäten wie Zuhören, Kooperation, Empathie, Intuition und emotionale Intelligenz. Weibliche Kommunikation verstehen die Coaches als eine Haltung, die Zwischentöne wahrnimmt, Fragen zulässt und Beziehung stiftet. Sie begreifen dies nicht nur als eine private Fähigkeit, sondern als ein (zukünftiges) gesellschaftliches Fundament.
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