Aelbstbewusste Assistentin, Anfang 50 mit Brille, Symbolbild fĂŒr Strategische Assistenz

Strategische Assistenz: So richten Sie Ihre Karriere neu aus

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Inhaltsverzeichnis

Viele Assistenzen ĂŒbernehmen heute schon strategische Aufgaben und Projektverantwortung. Dennoch bleibt ihre Rolle hĂ€ufig unscharf. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Ihre strategischen Aufgaben erkennen, Ihre Zielrolle definieren und daraus eine ĂŒberzeugende Karriereperspektive entwickeln.

In vielen Unternehmen hat sich die Arbeit von Assistenzen in den vergangenen Jahren deutlich verĂ€ndert. Neben klassischen administrativen Aufgaben ĂŒbernehmen sie zunehmend koordinierende und strategische Funktionen. Diese Entwicklung wird von Studien bestĂ€tigt. Laut einer Untersuchung der International Association of Administrative Professionals (IAAP) verschiebt sich das Berufsbild der Assistenz international zunehmend in Richtung strategischer Partnerschaft. Administrative Aufgaben bleiben zwar Teil der Rolle, gleichzeitig steigt der Anteil an koordinierenden, analytischen und beratenden TĂ€tigkeiten.

Und das ist wichtig fĂŒr die ZukunftsfĂ€higkeit des Berufs: „Wir haben aktuell aufgrund wirtschaftlicher SchwĂ€che einen Arbeitgebermarkt, genauer genommen einen Klarheitsmarkt, einen Markt, der sortiert,“ sagt Kathrin Wood, die als Executive Assistant Recruiterin SchlĂŒsselpositionen im Leadership Support besetzt. „Klassische 1:1-Assistenzmodelle werden deutlich weniger, auch generalistische Profile. Gefragt hingegen sind Strategische Leadership-Support-Rollen mit fachlicher Tiefe. Also: Klare Wirkungsfelder statt breiter Aufgabenlisten.“

Dabei sieht die RealitĂ€t vieler Assistenzen jedoch so aus: WĂ€hrend ihre Aufgaben komplexer wurden und lĂ€ngst strategische Verantwortung hinzukam, bleibt die Rollenbeschreibung hĂ€ufig unverĂ€ndert. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen gewachsener Verantwortung und fehlender Klarheit. Der erste Schritt aus dieser Situation ist ĂŒberraschend einfach: die eigene Rolle bewusst analysieren.

Schritt 1: Die eigene Arbeit systematisch analysieren

Viele Assistenzen spĂŒren intuitiv, dass ihre Arbeit strategischer geworden ist. FĂŒr ein klares Karrierekonzept reicht dieses BauchgefĂŒhl jedoch nicht aus. Hilfreich ist eine einfache Selbstanalyse.

Selbstcheck: Wie strategisch ist Ihre Arbeit heute schon?

Dokumentieren Sie zwei bis drei Wochen lang Ihre Aufgaben und ordnen Sie sie anschließend zwei Kategorien zu:

Administrative TĂ€tigkeiten, etwa

Strategische TĂ€tigkeiten, zum Beispiel

  • Projektkoordination
  • Vorbereitung von Entscheidungsgrundlagen
  • Stakeholder-Abstimmung
  • Schnittstellenkommunikation
  • Prozessoptimierung
  • Informationsfilterung fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte

ZĂ€hlen Sie anschließend die Anteile. Viele Assistenzen stellen fest, dass ihr strategischer Anteil bereits deutlich grĂ¶ĂŸer ist als gedacht.

Der Managementexperte Peter F. Drucker formulierte bereits frĂŒh ein Prinzip, das auch fĂŒr Assistenzen gilt: „Was gemessen wird, wird verbessert.“

Die systematische Analyse schafft eine Grundlage fĂŒr die nĂ€chste Frage: Welche Rolle möchten Sie kĂŒnftig bewusst einnehmen?

GesprĂ€chsstruktur fĂŒr Ihre RollenklĂ€rung

Ein klar aufgebautes GesprÀch erhöht die Erfolgschancen erheblich.

1. Einstieg: „Meine Aufgaben haben sich in den letzten Monaten stark verĂ€ndert 
“ FĂŒhren Sie aus, wie Ihr operativer Alltag sich verĂ€ndert hat.

2. Analyse: „Ein wachsender Teil meiner Arbeit liegt im Bereich Projektkoordination
“ Geben Sie wichtige Beispiele zu strategischen Projekten.

3. Perspektive: „Diese Rolle wĂŒrde ich gern bewusst weiterentwickeln.“ Sagen Sie, was es dem Unternehmen nutzt, wenn Sie hier weitere Schwerpunkte setzen.

4. Nutzen: „Das wĂŒrde Prozesse strukturieren und Sie im operativen GeschĂ€ft entlasten.“ Geben Sie einen Ausblick auf konkrete Entlastungen.

5. NĂ€chste Schritte: Weiterbildung, klar definierte Verantwortungsbereiche oder Pilotprojekte.

GeschĂ€ftsleute auf dem Weg zu einem Ziel als Symbol fĂŒr strategische Ausrichtung der Karriere
© nadzeya26/AdobeStock

Schritt 2: Die eigene Zielrolle definieren

Nicht jede Assistenz möchte dieselbe Entwicklung nehmen. Manche sehen ihre Zukunft als Executive Management Support, andere im Projektmanagement bei Change und New Work Projekten.

Wichtig ist deshalb eine persönliche Standortbestimmung:

  • Welche Aufgaben geben Ihnen Energie?
  • Wo liegen Ihre grĂ¶ĂŸten StĂ€rken?
  • Welche Themen interessieren Sie langfristig?
  • Welche Rolle passt zu Ihrer aktuellen Lebensphase?

5 Fragen zur persönlichen Zielrolle

Diese Fragen können Ihnen helfen, Ihre zukĂŒnftige Rolle klarer zu definieren:

1. Welche Aufgaben geben mir besonders viel Energie?

2. In welchen Situationen werde ich hÀufig um Rat gefragt?

3. Welche Verantwortung ĂŒbernehme ich bereits informell?

4. Welche Kompetenzen möchte ich in den nÀchsten drei Jahren ausbauen?

5. Welche Rolle passt langfristig zu meinen StÀrken?

Karriere bedeutet nicht zwangslĂ€ufig mehr Hierarchie oder FĂŒhrungsverantwortung. In modernen Organisationen entstehen zunehmend Expertinnen- und Expertenrollen, in denen Fachkompetenz und organisatorisches Know-how im Mittelpunkt stehen. „Wir sehen aktuell sehr gute Profile,“, sagt Kathrin Wood. „Trotzdem erzeugen sie keine Resonanz. Nicht weil etwas fehlt, sondern weil zu viel und nicht das Relevante drinsteht. Also: Wo erzeuge ich Wirkung?“

Das World Economic Forum betont in seinem Bericht Future of Jobs, dass kĂŒnftig vor allem FĂ€higkeiten wie Problemlösung, Koordination, Kommunikation und analytisches Denken an Bedeutung gewinnen – genau jene Kompetenzen, die viele Assistenzen bereits tĂ€glich einsetzen.

Den vollstÀndigen Artikel lesen Sie in working@office.