Strategische Assistenz: So richten Sie Ihre Karriere neu aus
Viele Assistenzen ĂŒbernehmen heute schon strategische Aufgaben und Projektverantwortung. Dennoch bleibt ihre Rolle hĂ€ufig unscharf. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Ihre strategischen Aufgaben erkennen, Ihre Zielrolle definieren und daraus eine ĂŒberzeugende Karriereperspektive entwickeln.
In vielen Unternehmen hat sich die Arbeit von Assistenzen in den vergangenen Jahren deutlich verĂ€ndert. Neben klassischen administrativen Aufgaben ĂŒbernehmen sie zunehmend koordinierende und strategische Funktionen. Diese Entwicklung wird von Studien bestĂ€tigt. Laut einer Untersuchung der International Association of Administrative Professionals (IAAP) verschiebt sich das Berufsbild der Assistenz international zunehmend in Richtung strategischer Partnerschaft. Administrative Aufgaben bleiben zwar Teil der Rolle, gleichzeitig steigt der Anteil an koordinierenden, analytischen und beratenden TĂ€tigkeiten.
Und das ist wichtig fĂŒr die ZukunftsfĂ€higkeit des Berufs: âWir haben aktuell aufgrund wirtschaftlicher SchwĂ€che einen Arbeitgebermarkt, genauer genommen einen Klarheitsmarkt, einen Markt, der sortiert,â sagt Kathrin Wood, die als Executive Assistant Recruiterin SchlĂŒsselpositionen im Leadership Support besetzt. âKlassische 1:1-Assistenzmodelle werden deutlich weniger, auch generalistische Profile. Gefragt hingegen sind Strategische Leadership-Support-Rollen mit fachlicher Tiefe. Also: Klare Wirkungsfelder statt breiter Aufgabenlisten.â
Dabei sieht die RealitĂ€t vieler Assistenzen jedoch so aus: WĂ€hrend ihre Aufgaben komplexer wurden und lĂ€ngst strategische Verantwortung hinzukam, bleibt die Rollenbeschreibung hĂ€ufig unverĂ€ndert. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen gewachsener Verantwortung und fehlender Klarheit. Der erste Schritt aus dieser Situation ist ĂŒberraschend einfach: die eigene Rolle bewusst analysieren.
Schritt 1: Die eigene Arbeit systematisch analysieren
Viele Assistenzen spĂŒren intuitiv, dass ihre Arbeit strategischer geworden ist. FĂŒr ein klares Karrierekonzept reicht dieses BauchgefĂŒhl jedoch nicht aus. Hilfreich ist eine einfache Selbstanalyse.
Der Managementexperte Peter F. Drucker formulierte bereits frĂŒh ein Prinzip, das auch fĂŒr Assistenzen gilt: âWas gemessen wird, wird verbessert.â
Die systematische Analyse schafft eine Grundlage fĂŒr die nĂ€chste Frage: Welche Rolle möchten Sie kĂŒnftig bewusst einnehmen?

Schritt 2: Die eigene Zielrolle definieren
Nicht jede Assistenz möchte dieselbe Entwicklung nehmen. Manche sehen ihre Zukunft als Executive Management Support, andere im Projektmanagement bei Change und New Work Projekten.
Wichtig ist deshalb eine persönliche Standortbestimmung:
- Welche Aufgaben geben Ihnen Energie?
- Wo liegen Ihre gröĂten StĂ€rken?
- Welche Themen interessieren Sie langfristig?
- Welche Rolle passt zu Ihrer aktuellen Lebensphase?
Karriere bedeutet nicht zwangslĂ€ufig mehr Hierarchie oder FĂŒhrungsverantwortung. In modernen Organisationen entstehen zunehmend Expertinnen- und Expertenrollen, in denen Fachkompetenz und organisatorisches Know-how im Mittelpunkt stehen. âWir sehen aktuell sehr gute Profile,â, sagt Kathrin Wood. âTrotzdem erzeugen sie keine Resonanz. Nicht weil etwas fehlt, sondern weil zu viel und nicht das Relevante drinsteht. Also: Wo erzeuge ich Wirkung?â
Das World Economic Forum betont in seinem Bericht Future of Jobs, dass kĂŒnftig vor allem FĂ€higkeiten wie Problemlösung, Koordination, Kommunikation und analytisches Denken an Bedeutung gewinnen â genau jene Kompetenzen, die viele Assistenzen bereits tĂ€glich einsetzen.
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