New Learning: So passt Lernen endlich wieder in den vollen Kalender
In Zukunft lernen wir in kleinen Portionen und das gemeinsam: Einige Minuten pro Thema, die trotz vollem Kalender in den Alltag passen. New Learning bietet neue Formate fĂŒr Unternehmen, sodass sich Lernstrategien auch im Team umsetzen lassen.
Snippets sind Mini-Lernzeiten, die sich an bestehende Routinen andocken lassen, sowohl fĂŒr uns selbst als auch fĂŒr unsere Teams. So erklĂ€rt Learning & Development-Expertin Dr. Cornelia Hattula, was charakteristisch fĂŒr die neue Art zu lernen ist. Das heiĂt zukĂŒnftig: Lernen integriert sich direkt in den Arbeitsflow, gern im Austausch mit einer lebendigen Community â gemeinsam und asynchron.
âLern-Schnipsel passen besser in unseren fragmentierten Alltagâ, erlĂ€utert Dr. Hattula, die im Konzernumfeld LernrĂ€ume gestaltet, die inspirieren und nachhaltig wirken sollen. âDie halben und ganzen Tage haben wir einfach nicht.â In vielen Unternehmen werde jedoch noch gelernt wie in der Schule. âDas klassische Zwei-Tages-Seminar beispielsweise, wo man mit Wissen in Leitz-Ordnern bombardiert wird. Viel kommt im Alltag davon nicht an.â
Smart, digital und kollaborativ
Kurze fokussierte Lerneinheiten hingegen bleiben besser im GedĂ€chtnis, heiĂt es auch bei der Lernplattform Masterplan.com. Wie viele Anbieter im Learning-Segment hat sie sich mit kleinteiligen Formaten lĂ€ngst auf aktuelle Mediengewohnheiten und digitale Möglichkeiten eingestellt. Es gibt flexibel konsumierbare Lernschnipsel, spielerische Elemente wie Quizzes, Punkte können im Austausch mit dem Team gesammelt werden.
âWir sehen, dass Mitarbeitende deutlich motivierter lernen, wenn Inhalte hochwertig und kurzweilig gestaltet sind â so wie sie es von Netflix & Co. kennenâ, sagt Lena Kuschke, Head of Content & Marketing bei Masterplan.com. New Learning heiĂt, Wissen nicht nur in mundgerechten HĂ€ppchen zu servieren und aufzunehmen, sondern das personalisiert und kollaborativ, weil sich Wissen im Austausch festigen und weiterentwickeln kann.
Dr. Hattula, die Team- Learning als Herzensthema betrachtet, rĂ€t beispielsweise, sich einen Lernbuddy zu suchen und einmal im Monat darĂŒber auszutauschen, was in der Zwischenzeit zum gemeinsamen Thema erarbeitet wurde.
New Learning auf drei Ebenen verankern
Dabei geht es nicht allein um die Art, Stoff zu vermitteln und sich anzueignen. New Learning heiĂe, auf drei Ebenen denken, erklĂ€rt Dr. Hattula, auf der individuellen, der teambezogenen und der organisationalen Ebene. Auf der individuellen Ebene heiĂt neues Lernen fĂŒr sie, seine eigene Lern-Charakteristik zu hinterfragen und sich sein eigenes kleines Lern- Universum zu schaffen. New Learning auf Team-Ebene wiederum bedeute, Abstand zu nehmen vom klassischen Lernen. âIch muss mein Team nicht aufs Seminar schicken und die kommen mit Ordnern zurĂŒck, sondern ich mache mir Gedanken ĂŒber die Formateâ, so Dr. Hattula. New Learning auf Teamebene heiĂt auch, weniger vorgeben, die Verantwortung rutscht ein gutes StĂŒck ins Team. In Bezug auf die Organisation bedeutet neues Lernen fĂŒr die Expertin, dass sich die Corporate-Learning-Abteilungen weniger als Katalogzusammensteller verstehen, sondern mehr als Sparring-Partner fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte und fĂŒrs Management. Es geht darum, sich Gedanken zu machen, was fĂŒr das Business relevant ist: Welche Skills brauchen wir wirklich? Was ist elementar? Und in welchen Formaten brauchen unsere Lernenden das? Daraus leiten sich Lernstrategie und individuelle Lernpfade ab.
Neues Lernen im Unternehmen praktisch umsetzen
Das Unternehmen sollte ĂŒberlegen, welche Strukturen es fĂŒr die spezifischen Skills braucht und in welchen New-Learning-Formaten es seinen Teams die Themen anbietet, beschreibt Dr. Hattula die praktische Umsetzung der New-Learning-Denke: Learning Circles zum Beispiel â ein Lernkreis Ă€hnlich wie ein Buchclub. Oder im Newsletter-Lernformat ĂŒber mehrere Tage kleine Lernimpulse versenden.
Generell mĂŒsse die Managementebene den groĂen Schritt machen, die Ausrichtung, wo es hingehen soll, welche Skills es dafĂŒr braucht, skizziert Dr. Hattula. Die Personalebene liege auf die Zielebenen: Wer muss was wissen? Im dritten Schritt wird personalisiert. KĂŒnstliche Intelligenz sei eine riesengroĂe Hilfe, so Dr. Hattula. âFĂŒr KI ist es ein Leichtes, Lerninhalte und Themen in Snippets zu unterteilen, sie nimmt uns da viel Arbeit ab.â
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