Corporate Influencing: Wie Ihnen der Einstieg gelingt

Corporate Influencing: Wie Ihnen der Einstieg gelingt

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Gerade die Assistenzrolle bietet enormes Potenzial, authentisch über die eigene Arbeit und das Unternehmen öffentlich zu sprechen. working@office zeigt, wie ein Einstieg ins Corporate Influencing gelingt. Inklusive Checkliste und Tipps einer Expertin.

Corporate Influencing ist aktuell in aller Munde und längst kein reines Kommunikationsthema mehr. Doch während Programme häufig in Marketing oder People & Culture starten, stellen sich die Fragen: Welche Potenziale bleiben unentdeckt? Und welche Rollen im Unternehmen könnten für Corporate Influencing besonders spannend sein, auch jenseits der klassischen Kommunikationsabteilungen? Laut Sophie Rickmann, Beraterin und Expertin für Corporate Influencing, findet die Assistenzrolle in diesem Zusammenhang bislang viel zu wenig Beachtung. Denn Assistenzen sind nicht nur hervorragend vernetzt, sondern bringen tiefe Einblicke in Prozesse, Menschen und Unternehmenskultur mit. Damit könnten sie eine zentrale Funktion für Corporate Influencing übernehmen.

Was ist ein Corporate Influencer?

Mitarbeitende, die authentisch über ihr Unternehmen, ihre Arbeit oder beruflichen Erfahrungen sprechen – auf LinkedIn, in einem Podcast oder bei Events – sind Corporate Influencer. Entscheidend dabei ist: Sie sind nicht der verlängerte Arm der PR-Abteilung, sondern bringen ihre eigene Sichtweise ein, authentisch und aus ihrer Erfahrung heraus.

Sophie Rickmann bringt es auf den Punkt: „Sichtbar wirst du nicht mit Hashtags, sondern mit deiner eigenen Expertise und Perspektive.“

Das Potenzial der Assistenz

Assistenzen sind in vielen Unternehmen der Dreh- und Angelpunkt: Sie sind nah dran an der Führungskraft, kennen Prozesse, Menschen und Kultur. Diese besondere Kombination, die Nähe zur Unternehmensspitze und zugleich tiefe Einblicke in die operative Arbeit, ermöglichen es, dass sie wertvolle Brücken bauen. Ihre kommunikative Kompetenz und ihr feines Gespür für Dynamiken und Zwischentöne prädestiniert sie zudem als ideale Corporate Influencer.

Dafür sind weder eine perfekte Kamera-Performance noch Redaktionspläne notwendig: Es braucht vor allem Mut und die Entscheidung, sichtbar zu werden.

7 Impulse für erste Posts

„Was soll ich denn posten?“, ist eine Frage, die Sophie Rickmann in jedem Workshop hört. Ihre Antwort: Es geht nicht darum, etwas völlig Neues zu erfinden – die eigene Perspektive macht den Unterschied.

  1. Ein Projekt, das Sie begleitet haben und was Sie daraus gelernt haben.
  2. Ein Tool, das Ihren Alltag erleichtert.
  3. Ein Erfolg, auf den Sie stolz sind.
  4. Eine Frage, die Sie immer wieder beantworten.
  5. Ein Tipp für andere Assistenzen.
  6. Ein Blick hinter die Kulissen Ihres Jobs.
  7. Ein Thema über das Sie ad hoc 30 Minuten sprechen können.

Dos and Don‘ts …

Dos:

  • Jeden Post mit einem klaren Aufhänger starten: Die ersten zwei bis drei Zeilen entscheiden, ob jemand Ihren Beitrag relevant findet. Formulieren Sie gleich zu Beginn eine Beobachtung oder Frage aus Ihrem Alltag (z. B. „Was macht man, wenn die Geschäftsführung kurzfristig drei Termine gleichzeitig will?“).
  • Verständlich schreiben: Vermeiden Sie Fachsprache. Einfache Formulierungen sorgen dafür, dass Ihre Botschaft klar ankommt. Das macht Beiträge zugänglicher, leichter teilbar und erhöht die Chance, dass mehr Menschen reagieren oder ins Gespräch gehen.
  • Die eigene Rolle konkret zeigen: Teilen Sie Einblicke, die nur Sie geben können, z. B. wie Sie Prozesse steuern, Entscheidungen übersetzen oder Ihr Team entlasten.
  • Zeitnah reagieren: Antworten Sie auf Kommentare, bedanken Sie sich, fragen Sie nach. Sichtbarkeit entsteht auch in den Diskussionen unter den Beiträgen.
  • Sichtbarkeit entsteht durch Kontinuität: Ein bis zwei Beiträge pro Monat und drei bis vier durchdachte Kommentare pro Woche. Das hält Sie sichtbar, baut Beziehungen auf und wirkt nachhaltiger als sporadische Aktivität.

Don’ts:

  • Keine PR-Phrasen: Formulierungen wie „Wir sind ein innovatives Unternehmen“ wirken austauschbar. Erzählen Sie stattdessen, was Sie erlebt oder beobachtet haben.
  • Nicht unterschätzen, wie mächtig Kommentare sind: Wer nicht kommentiert, verschenkt Sichtbarkeit, Netzwerkaufbau und Relevanz. Also: Raus aus dem eigenen Feed, rein in die Communities.
  • Nicht in der Vergleichsfalle hängenbleiben: Vergleichen Sie sich nicht mit Creator/-innen oder Kommunikationsprofis. Ihre Sichtbarkeit hat eine andere Aufgabe: Einblicke geben, Orientierung bieten, Verbindung schaffen.
  • Nicht erst anfangen, wenn „alles vorbereitet“ ist: Warten Sie nicht auf die perfekte Bio, die perfekte Posting-Serie oder die perfekte Content-Strategie. Starten Sie mit kleinen Schritten, testen Sie, was funktioniert, und entwickeln Sie Ihren Stil unterwegs.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office.