Working Out Loud: Ein Netzwerk, das begeistert und trägt

Working Out Loud: Ein Netzwerk, das begeistert und trägt

© joef/AdobeStock
Inhaltsverzeichnis

Eine Kleingruppe trifft sich jede Woche für eine Stunde, teilt Ziele, Ideen, Kontakte und feiert Fortschritte – und das zwölf Wochen lang. Durch Working-Out-Loud-Circles entstehen kraftvolle Netzwerke, die weit über die gemeinsame Zeit hinaus wirken.

Der Begriff Working Out Loud wurde 2010 von Bryce Williams geprägt. International bekannt wurde die Methode 2015 durch John Stepper, der ein einfaches, aber kraftvolles Lernformat aus dieser Idee entwickelte: die WOL-Circle-Methode. Sein Ansatz: Menschen lernen am besten gemeinsam, in kleinen Schritten und durch echte Beziehungen.

Grundlagen der WOL-Circle-Methode

Ein Circle besteht aus drei bis fünf Personen, die sich über zwölf Wochen hinweg regelmäßig für eine Stunde pro Woche treffen. Jeder der Teilnehmenden bringt ein eigenes Ziel mit – beruflich oder persönlich – und arbeitet Schritt für Schritt an dessen Erreichung. Zu diesem Zweck wird ein Netzwerk an Expertinnen und Experten aufgebaut, die mit dem Ziel zu tun haben.

Gemeinsam werden jede Woche Übungen aus den sogenannten Circle Guides umgesetzt, die zeigen, wie Beziehungen zu Fachleuten aufgebaut werden und wie man über Sichtbarkeit und Vernetzung das eigene Ziel erreichen kann.

Das Schöne an WOL-Circles ist: Sie sind einfach, klar strukturiert – und gleichzeitig unglaublich wirkungsvoll. Keine trockenen PowerPoint-Schlachten, sondern echte Begegnungen. Jede Woche wird inhaltlich strukturiert durch die Circle Guides, das digitale Arbeitsbuch mit der Agenda und Übungen, die alleine oder gemeinsam gemacht werden. Man lacht, teilt, reflektiert, unterstützt sich – und merkt nach kurzer Zeit: Da passiert etwas. Beziehungen entstehen, Routinen verändern sich und neue Türen gehen auf.

Das Herzstück der Circle-Methode sind diese fünf Prinzipien:

1. Beziehungen: Nachhaltige, unterstützende Verbindungen aufbauen.

2. Sichtbare Arbeit: Wissen und Erfahrungen transparent teilen.

3. Großzügigkeit: Geben, ohne sofort etwas zurückzuerwarten.

4. Wachstumsorientiertes Denken: Neugierig bleiben und lernen.

5. Zielgerichtetes Entdecken: Bewusst kleine Schritte in Richtung des eigenen Ziels gehen. WOL ist damit viel mehr als ein Training – es ist eine Fähigkeit und eine Haltung: kooperativ, großzügig und selbstbestimmt.

Relevanz in der sich verändernden Arbeitswelt

Warum ist WOL heute aktueller denn je? Weil die Arbeitswelt sich in rasantem Tempo verändert:

  • Transformation & New Work: Wir brauchen Menschen, die eigenverantwortlich lernen und sich über Silos hinweg vernetzen.
  • Hybride Zusammenarbeit: Vertrauen und Verbundenheit entstehen nicht mehr automatisch – sie müssen bewusst gestaltet werden.
  • Future Skills: Vernetzungs- und Selbstorganisationskompetenz gehören laut World Economic Forum zu den Schlüsselqualifikationen der Zukunft.

Wissenschaftlich belegt ist das inzwischen auch: Eine Interventionsstudie mit über 500 Teilnehmenden zeigt, dass WOL das Verhalten im Arbeitskontext verändert und psychologische Empowerment-Erlebnisse fördert, auch noch sechs Monate nach Abschluss des Circles.

Kurz gesagt: WOL macht fit für eine Welt, in der Lernen und Beziehungskompetenz entscheidende Erfolgsfaktoren sind.

Mit WOL ein eigenes Ziel erreichen

Ziele sind leichter erreichbar, wenn wir sie nicht alleine verfolgen, sondern unser Netzwerk aktiv einbeziehen. Mit der WOL-Map visualisieren Sie Ihr Ziel, Ihre Kontakte und die ersten kleinen Schritte dorthin.

1. Definieren Sie Ihr Ziel

Schreiben Sie ein persönliches oder berufliches Ziel in den Kreis in der Mitte. Es sollte realistisch und innerhalb von drei Monaten erreichbar sein.

Mögliche Ziele:

„Ich möchte KI mehr in meinem Alltag einsetzen.“

„Ich möchte das Event ABC organisieren.“

„Ich möchte mit meinem Herzensthema XY sichtbarer werden.“

2. Skizzieren Sie Ihr Netzwerk

Tragen Sie in die fünf äußeren Kreise fünf Menschen ein, die Sie unterstützen könnten – Kolleginnen, Freunde, Role Models oder Kontakte aus Social Media.

3. Ergänzen Sie Ihren Wertbeitrag

Überlegen Sie bei jeder Person: Was kann ich ihr geben, damit die Beziehung wächst? (z. B. Feedback, eine Empfehlung, ein offenes Ohr, Wertschätzung).

4. Planen Sie den ersten Schritt

Wählen Sie eine Person aus und setzen Sie diese Woche einen Wertbeitrag für Ihre Beziehung, etwa eine kleine Geste: ein Dankeschön, ein kurzer Austausch, eine Einladung ins Netzwerk oder ein Kommentar auf LinkedIn.

Person: ________

Wertbeitrag: _________

5. Reflexion

Notieren Sie am Ende der Woche: Was ist passiert? Wie hat es sich angefühlt? Welche Energie ist dadurch entstanden?

Tipp: Wenn Ihnen die Übung gefallen hat, wiederholen Sie sie – oder suchen Sie sich gleich drei neue Menschen für Ihre WOL-Map. So wächst Schritt für Schritt ein Netzwerk, das Sie trägt.

Mehr zu WOL unter: Working Out Loud Programme https://www.connecting-humans.net/working-out-loud

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office.

KATHARINA KRENTZ, EXPERTIN FUR NEW WORK