New Learning: So passt Lernen endlich wieder in den vollen Kalender

New Learning: So passt Lernen endlich wieder in den vollen Kalender

© wenich/AdobeStock
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In Zukunft lernen wir in kleinen Portionen und das gemeinsam: Einige Minuten pro Thema, die trotz vollem Kalender in den Alltag passen. New Learning bietet neue Formate für Unternehmen, sodass sich Lernstrategien auch im Team umsetzen lassen.

Snippets sind Mini-Lernzeiten, die sich an bestehende Routinen andocken lassen, sowohl für uns selbst als auch für unsere Teams. So erklärt Learning & Development-Expertin Dr. Cornelia Hattula, was charakteristisch für die neue Art zu lernen ist. Das heißt zukünftig: Lernen integriert sich direkt in den Arbeitsflow, gern im Austausch mit einer lebendigen Community – gemeinsam und asynchron.

„Lern-Schnipsel passen besser in unseren fragmentierten Alltag“, erläutert Dr. Hattula, die im Konzernumfeld Lernräume gestaltet, die inspirieren und nachhaltig wirken sollen. „Die halben und ganzen Tage haben wir einfach nicht.“ In vielen Unternehmen werde jedoch noch gelernt wie in der Schule. „Das klassische Zwei-Tages-Seminar beispielsweise, wo man mit Wissen in Leitz-Ordnern bombardiert wird. Viel kommt im Alltag davon nicht an.“

Smart, digital und kollaborativ

Kurze fokussierte Lerneinheiten hingegen bleiben besser im Gedächtnis, heißt es auch bei der Lernplattform Masterplan.com. Wie viele Anbieter im Learning-Segment hat sie sich mit kleinteiligen Formaten längst auf aktuelle Mediengewohnheiten und digitale Möglichkeiten eingestellt. Es gibt flexibel konsumierbare Lernschnipsel, spielerische Elemente wie Quizzes, Punkte können im Austausch mit dem Team gesammelt werden.

„Wir sehen, dass Mitarbeitende deutlich motivierter lernen, wenn Inhalte hochwertig und kurzweilig gestaltet sind – so wie sie es von Netflix & Co. kennen“, sagt Lena Kuschke, Head of Content & Marketing bei Masterplan.com. New Learning heißt, Wissen nicht nur in mundgerechten Häppchen zu servieren und aufzunehmen, sondern das personalisiert und kollaborativ, weil sich Wissen im Austausch festigen und weiterentwickeln kann.

Dr. Hattula, die Team- Learning als Herzensthema betrachtet, rät beispielsweise, sich einen Lernbuddy zu suchen und einmal im Monat darüber auszutauschen, was in der Zwischenzeit zum gemeinsamen Thema erarbeitet wurde.

Ein weiterer Tipp:

Learning-Coworking als eine Art fester gemeinsamer „Bibliothekstermin“ fürs Lernen. „Die Idee: Alle sind im selben Raum – physisch oder digital – und beschäftigen sich 60 Minuten mit ihren jeweiligen Lernthemen“, erklärt New-Learning-Expertin Dr. Hattula. Jeder lernt an seinem Thema, aber man ist trotzdem zusammen. „Das Setting wirkt Wunder für die Lernmotivation und das Dranbleiben.“

Nur ein paar Ideen von vielen neuen, mit denen Lernen heute Spaß machen darf.

New Learning auf drei Ebenen verankern

Dabei geht es nicht allein um die Art, Stoff zu vermitteln und sich anzueignen. New Learning heiße, auf drei Ebenen denken, erklärt Dr. Hattula, auf der individuellen, der teambezogenen und der organisationalen Ebene. Auf der individuellen Ebene heißt neues Lernen für sie, seine eigene Lern-Charakteristik zu hinterfragen und sich sein eigenes kleines Lern- Universum zu schaffen. New Learning auf Team-Ebene wiederum bedeute, Abstand zu nehmen vom klassischen Lernen. „Ich muss mein Team nicht aufs Seminar schicken und die kommen mit Ordnern zurück, sondern ich mache mir Gedanken über die Formate“, so Dr. Hattula. New Learning auf Teamebene heißt auch, weniger vorgeben, die Verantwortung rutscht ein gutes Stück ins Team. In Bezug auf die Organisation bedeutet neues Lernen für die Expertin, dass sich die Corporate-Learning-Abteilungen weniger als Katalogzusammensteller verstehen, sondern mehr als Sparring-Partner für Führungskräfte und fürs Management. Es geht darum, sich Gedanken zu machen, was für das Business relevant ist: Welche Skills brauchen wir wirklich? Was ist elementar? Und in welchen Formaten brauchen unsere Lernenden das? Daraus leiten sich Lernstrategie und individuelle Lernpfade ab.

Neues Lernen im Unternehmen praktisch umsetzen

Das Unternehmen sollte überlegen, welche Strukturen es für die spezifischen Skills braucht und in welchen New-Learning-Formaten es seinen Teams die Themen anbietet, beschreibt Dr. Hattula die praktische Umsetzung der New-Learning-Denke: Learning Circles zum Beispiel – ein Lernkreis ähnlich wie ein Buchclub. Oder im Newsletter-Lernformat über mehrere Tage kleine Lernimpulse versenden.

Generell müsse die Managementebene den großen Schritt machen, die Ausrichtung, wo es hingehen soll, welche Skills es dafür braucht, skizziert Dr. Hattula. Die Personalebene liege auf die Zielebenen: Wer muss was wissen? Im dritten Schritt wird personalisiert. Künstliche Intelligenz sei eine riesengroße Hilfe, so Dr. Hattula. „Für KI ist es ein Leichtes, Lerninhalte und Themen in Snippets zu unterteilen, sie nimmt uns da viel Arbeit ab.“

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