Active Sourcing: So werden Sie von Unternehmen gefunden
Immer häufiger sind es nicht mehr Bewerbende, die aktiv auf Unternehmen zugehen, sondern Unternehmen, die gezielt potenzielle Arbeitnehmende ansprechen. Dieses Vorgehen nennt sich Active Sourcing. Inklusive 9 Profi-Tipps zur Sichtbarkeit.
Beim Active Sourcing wird gezielt auf Business-Netzwerken wie LinkedIn oder Xing nach Profilen gesucht, die zu den Anforderungen der jeweiligen Stelle passen. Für viele Office Professionals ist das noch ungewohnt: Statt selbst auf Stellensuche zu gehen, werden sie plötzlich angesprochen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter Filter- und Suchstrategien.
Wer beim Active Sourcing gefunden werden möchte, braucht Sichtbarkeit. Denn nur wer in den Suchergebnissen erscheint, hat die Chance, entdeckt zu werden.
Wie Active Sourcing funktioniert
Active Sourcing lässt sich gut mit einer Hotelsuche vergleichen: Wenn Sie ein Hotel über Google oder ein Buchungsportal suchen, beginnen Sie meist mit einem engen Radius – Ort, Zeitraum, Preisrahmen, vielleicht ein paar Filter für Ausstattung oder Bewertung. Finden Sie kein passendes Angebot, weiten Sie die Suche schrittweise aus: ein größerer Umkreis, andere Kategorien, neue Schlagworte.
Genauso gehen Recruiterinnen und Recruiter vor. Sie starten mit konkreten Begriffen (z. B. „Assistenz der Geschäftsführung“, „München“, „Office Management“). Wenn sie nicht genügend Treffer erhalten, passen sie die Suchparameter an – fachlich (Kenntnisse), regional oder nach Erfahrungsstufe. Das bedeutet: Wer im Active Sourcing gefunden werden möchte, sollte sein Profil so gestalten, dass es bei passenden Suchen erscheint – mit klaren Begriffen, aktuellen Angaben und relevanten Schlagworten.
Die eigene Sichtbarkeit erhöhen
Die gute Nachricht: Sichtbarkeit lässt sich gezielt aufbauen. Ein gepflegtes Profil, passende Keywords und kontinuierliche Aktivität sind die besten Grundlagen, um für Recruiterinnen und Recruiter sichtbar zu sein.
Kein Zufall, sondern Logik
Active Sourcing ist kein Zufallsprinzip, sondern Suchlogik: Recruiterinnen und Recruiter beginnen mit engen Filtern und erweitern schrittweise ihren Radius. Wer dabei sichtbar werden möchte, braucht ein Profil, das überzeugt – aktuell, klar und authentisch. Mit einem gepflegten Auftritt, relevanten Schlagworten und einem aktiven Netzwerk stellen Sie sicher, dass Sie gefunden werden – und mit einer kurzen Antwort signalisieren Sie Professionalität. So bleiben Sie präsent, auch wenn Sie nicht aktiv suchen.
9 Profi-Tipps: So werden Sie gefunden
- Profil regelmäßig aktualisieren
Ein aktuelles Profil zeigt Professionalität. Prüfen Sie halbjährlich Ihre Position, Aufgaben, Projekte und den Standort. Ergänzen Sie neue Verantwortungsbereiche oder Weiterbildungen. Tipp: Verwenden Sie Begriffe wie „Office Managerin“, „Assistenz der Geschäftsführung“ oder „Recruiting Support“, um in Suchfiltern zu erscheinen. - Aussagekräftige Überschrift formulieren
Die Überschrift ist Ihr digitaler Türöffner. Vermeiden Sie allgemeine Begriffe wie „Motivierte Mitarbeiterin“. Formulieren Sie konkret: „Assistenz der Geschäftsführung | Organisation & Kommunikationsstärke“ oder „Executive Assistant | Schnittstelle zwischen Management & HR“ - Info-Bereich gestalten
Zeigen Sie, wer Sie sind und was Sie auszeichnet: Starten Sie mit zwei bis drei Sätzen zur aktuellen Rolle. Ergänzen Sie drei bis fünf Kernkompetenzen. Schließen Sie mit einem Satz zur beruflichen Offenheit. Achtung: Bedenken Sie, dass nur die ersten zwei Zeilen angezeigt werden, danach muss der Infobereich aktiv geöffnet werden. Beispiel: „Ich arbeite strukturiert, vorausschauend und mit Freude an klaren Prozessen. Als Assistenz unterstütze ich Teams und Führungskräfte in Organisation, Kommunikation und Bewerbermanagement. Ich freue mich über Kontaktaufnahmen zu verantwortungsvollen Assistenz- und Office-Rollen.“ - „Ich suche / Ich biete“ gezielt nutzen
Diese Felder sind für Recruiter besonders sichtbar. Ich biete: Ihre fachlichen Stärken, Tools, Soft Skills (z. B. Bewerbermanagement, SAP, Teamorganisation). Ich suche: Signalisieren Sie Offenheit, z. B. „Neue Aufgaben in der Assistenz“, „Verantwortungsvolle Rolle im Office Management“. - Keywords strategisch einsetzen
Recruiterinnen und Recruiter suchen nach Schlagworten. Integrieren Sie Begriffe wie „Kalendermanagement“, „Onboarding“, „Travel Management“, „Bewerberkommunikation“. Nutzen Sie deutsche und englische Varianten, falls Sie international tätig sind. Platzieren Sie Keywords im Fließtext, bei Ihrer beruflichen Erfahrung und nicht nur in der Skill-Liste. - Profilbild und Medien ergänzen
Ein sympathisches, professionelles Foto ist Pflicht. Ergänzen Sie Ihr Profil um Zertifikate, Projekte oder Veröffentlichungen. Medien schaffen Vertrauen und zeigen Engagement. - Aktivität zeigen
Aktive Profile erscheinen häufiger in den Suchergebnissen. Kommentieren Sie Fachbeiträge, teilen Sie Inhalte oder liken Sie relevante Posts. Vernetzen Sie sich mit Branchenkontakten oder früheren Kolleginnen. Wichtig: Recruiterinnen und Recruiter können nur Profile finden, die bis zum 3. Grad mit ihnen vernetzt sind. Je größer Ihr Netzwerk, desto größer Ihre Sichtbarkeit. Sichtbarkeit entsteht durch Bewegung – und durch Beziehungen. - Privatsphäre-Einstellungen prüfen
Wenn Sie offen für neue Herausforderungen sind, aktivieren Sie die entsprechende Option – idealerweise so, dass nur Recruiterinnen und Recruiter dies sehen. - Netzwerk pflegen – und immer antworten
Netzwerk ist alles. Jede Nachricht ist eine Chance – selbst wenn Sie aktuell nicht wechseln möchten. Antworten Sie stets kurz und wertschätzend: „Vielen Dank für Ihre Nachricht. Zurzeit bin ich nicht wechselbereit, freue mich aber über den Kontakt.“ So bleiben Sie positiv in Erinnerung – und öffnen langfristig Türen.