Wie wir mit innerer Führung andere besser führen können
Assistenzkräfte führen oft ohne formale Führungsrolle – durch Organisation, Haltung und Kommunikation. Inner Leadership hilft, diese Stärke bewusst zu nutzen: Wer sich selbst führt, kann andere führen. Eine Expertin erklärt, wie innere Führung entsteht und wie sie unseren Arbeitsalltag verändert.
Julia Ritter erlebte 2017 eine schwere persönliche Krise. In kurzer Zeit verlor sie alles, was ihr zuvor Sicherheit gab: ihren Job, ihr Zuhause und ihre Beziehung. „Ich war innerlich gebrochen, fragte mich nach dem Sinn von allem und meine Lebensfreude war weg“, berichtet sie. Es war ein persönlicher Tiefpunkt, der für sie zum Wendepunkt wurde: „Ich habe dadurch gelernt, mich von innen wieder aufzubauen“, sagt die heute erfolgreiche Unternehmerin, die als Female Empowerment Mentorin, Leadership Coach und Keynote Speakerin andere ermutigt, ihren eigenen Weg zu gehen.
Was innere Führung bedeutet
Durch die Brüche in ihrem Leben kam Julia Ritter zu der Einsicht, nicht alles im Außen kontrollieren zu können. „Das Thema Inner Leadership hat eigentlich mich gefunden, nicht umgekehrt“, sagt sie. Sie sei immer ein positiver, lösungsorientierter Mensch gewesen – vieles lief gut in ihrem Leben, vielleicht zu gut, sagt sie rückblickend, sie sei erfolgsverwöhnt gewesen.
Für sie persönlich bedeutet Inner Leadership, in Verbindung mit sich selbst zu bleiben – mit Herz, Verstand und Intuition. Aus ihrer Krise heraus entwickelte sie diese Fähigkeit durch viel Selbstreflexion und auch professionelle Begleitung. „Früher habe ich oft nur funktioniert, Erwartungen erfüllt und reagiert. Heute übernehme ich Verantwortung und entscheide bewusst, wie ich mit Situationen umgehe.“
Innere Führung ist also keine Technik, sondern eine Lebenshaltung. Es geht darum, in schwierigen Situationen nicht sofort in Aktionismus zu verfallen oder sich von Emotionen leiten zu lassen, sondern zu reflektieren: Was passiert hier gerade? Was brauche ich? Welche Haltung möchte ich einnehmen? Innere Führung brauche Authentizität, Selbstbewusstsein und Reflexionsfähigkeit. Sie wächst, wenn wir uns unserer Stärken und Grenzen bewusst sind und lernen, beides anzunehmen.
Wie Inner Leadership die Arbeitswelt leitet
Führung wird oft mit Macht, Hierarchie oder einer bestimmten Position gleichgesetzt. Inner Leadership dagegen beginnt bei der Selbstführung. „Wer sich selbst führt, inspiriert automatisch andere und wird ganz natürlich zum Vorbild – unabhängig von der Rolle“, sagt Julia Ritter. Es gehe dabei um innere Klarheit: Wie behandle ich mich selbst? Wie spreche ich innerlich mit mir? Wie gehe ich mit Fehlern, Kritik oder Rückschlägen um? Erst wenn uns diese Fragen bewusst sind, können wir authentisch und souverän handeln.
Das ist auch im Arbeitskontext enorm relevant. In ihrer Arbeit – vor allem mit weiblichen Klientinnen – arbeitet die Coachin mit Reflexionsfragen: Was ist mir heute wirklich wichtig? Wie möchte ich in diesem Meeting wirken? Das schärft die Selbstwahrnehmung und stärkt die innere Haltung.
Warum Assistenzkräfte von innen wirken
Gerade für Assistenzkräfte, die in vielen Unternehmen das Rückgrat der Organisation sind, findet Julia Ritter Inner Leadership besonders wertvoll: Assistenzkräfte halten Abläufe am Laufen, vermitteln zwischen Teams und Führungskräften und tragen enorme Verantwortung – oft ohne formale Führungsrolle. Innere Führung bedeutet, aus sich selbst heraus zu handeln, statt nur auf äußere Anforderungen zu reagieren. Das kann sich in kleinen Momenten zeigen: ruhig Grenzen zu setzen, freundlich aber bestimmt Nein zu sagen oder im Meeting klar die eigene Position zu vertreten.
„Assistenzkräfte führen häufig ‚unsichtbar‘ – durch Struktur, Energie und Haltung“, sagt Julia Ritter. Wer innerlich stabil ist, wirkt automatisch auch im Außen stabil. Und das ist spürbar für das gesamte Team. Innere Führung hilft außerdem, die Freude am Job zu bewahren. Statt sich vom Stress mitreißen zu lassen, können wir lernen, innezuhalten, zu atmen, Prioritäten zu setzen – und uns selbst nicht zu verlieren. Inner Leadership ist nicht erlernbar. Es ist ein Prozess, sich selbst kennenzulernen, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Stärke zu kultivieren. Für Assistenzkräfte heißt das: Wirksamkeit beginnt nicht unbedingt mit einem Titel, sondern mit der inneren Haltung.
5 Coachingfragen, um Ihre Inner Leadership zu aktivieren
Mit diesen 5 Selbstcoachingfragen können Sie mit Klarheit, Fokus und Selbstmitgefühl in ein neues Jahr starten:
- Was gibt mir Energie und was raubt sie mir im Alltag?
- Wo reagiere ich nur, statt bewusst zu handeln?
- Welche Stimme in mir darf leiser, welche lauter werden?
- Was möchte ich 2026 fühlen, wenn ich auf mein Jahr zurückblicke?
- Welche Entscheidung wartet schon lange auf mein mutiges Ja?
Julia Ritter ist Business Mentorin, Leadership Coach, Autorin und Keynote Speakerin. Als Expertin für innere Klarheit, die Macht der Worte und äußere Wirksamkeit verbindet sie moderne Selbstführung mit dem japanischen Lebenskonzept IKIGAI. Es geht dabei um eine der zentralen Fragen des Lebens: Wofür stehe ich morgens auf? Nach 20 Jahren in der B2B-Welt – als Führungskraft und heute als Unternehmerin – begleitet sie Unternehmerinnen, Selbstständige, Frauen sowie ganze Teams, ihre innere Stärke zu aktivieren, aus Klarheit heraus mit Freude zu wirken – und ihre ganz eigene Art von Leadership zu leben. In den letzten Jahren hat sie über 100 Frauen im 1:1-Coaching und in zahlreichen Workshops und Empowerment-Formaten begleitet, ihre Führung von innen heraus neu zu definieren und ihren ganz eigenen Weg authentisch zu gehen. Ihr Motto: Innen klar. Außen wirksam.
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