Gehalt in Assistenz & Office: Wer mehr verdient und warum
Auch wenn die Nachrichtenlage gefühlt manchmal anders scheint: „Qualifizierte Mitarbeiter im Office Support sind weiterhin gefragt, sowohl für Festanstellungen als auch in der Zeitarbeit“, zeigt die Auswertung der aktuellen Gehaltsanalyse für Assistenzkräfte von Michael Page.
Allerdings: „Aktuell sehen wir keine einheitliche Gehaltsentwicklung für Assistenzkräfte, sondern eine deutlich stärkere Differenzierung innerhalb des Berufsbilds“, berichtet Kathrin Schmitz, Managing Director bei Michael Page.
Aber nicht jede Veränderung innerhalb des Berufsfelds führe automatisch zu einem deutlichen Gehaltssprung, ergänzt Schmitz.
Gleichzeitig entwickeln sich bestimmte Rollen aber dynamischer als andere. Vor allem bei strategischeren Positionen zeigt sich eine steigende Vergütung: Das durchschnittliche Bruttogehalt für Executive Assistants liegt aktuell bei rund 5.400 Euro monatlich.
Klassische Assistenzrollen bewegen sich demnach weiterhin im mittleren Gehaltssegment.
Verantwortung zahlt sich aus
Die Gehaltsschere spreizt sich von 42.000 Euro, dem Durchschnittsgehalt einer Empfangs- oder Teamassistenz, bis zu 66.500 Euro, die die Assistenz einer Geschäftsleitung durchschnittlich pro Jahr verdient, wie der Gehaltsreport 2025/2026 von Michael Page ausweist.
Die Entwicklung dahinter:
Assistenzkräfte arbeiten immer häufiger koordinierend, projektbezogen und auch analytischer. Mit dieser erweiterten Verantwortungsbreite steigt auch ihr Wert für das Unternehmen – und damit oft die Vergütung.
(Kathrin Schmitz)
Das spiegelt sich auch in den Jobchancen wider: „Gerade qualifizierte Profile, die sich in diese Richtung entwickeln, sind stark gefragt.“
trukturelle Einflussfaktoren
Und welche Einflussfaktoren spielen noch eine Rolle? „Entscheidend für die Gehaltsentwicklung ist vor allem das Anforderungsniveau der Tätigkeit“, sagt Anna Wittich, Arbeitsmarktforscherin bei Stepstone.
Auch regionale Unterschiede zeigen sich weiterhin in der Gehaltsstruktur der Assistenzberufe:
| Fachkräfte in Assistenzberufen verdienen | Spezialistinnen verdienen | Assistenzkräfte mit Helfertätigkeiten verdienen am wenigsten in Schleswig-Holstein |
| ca. 42.750 Euro in Thüringen | ca. 48.500 Euro in Sachsen-Anhalt | ca. 39.750 Euro |
| ca. 51.500 Euro in Hamburg | ca. 62.500 Euro in Hamburg |
Branchen honorieren unterschiedlich
Wie stark sich Branchen auf das Gehaltsniveau auswirken, zeigt die jährliche Erhebung von „Plu – Tuning für den Chef“:
- Office Managerinnen in Marketing, Werbung und PR: ca. 42.000 Euro
- Banken und Versicherungen: ca. 60.000 Euro
- Chemie- und Pharmaindustrie: ca. 70.000 Euro
Die Chemie- und Pharmaindustrie ist damit Spitzenreiter beim Gehalt.

Gehaltssteigernde Qualifikationen
Die entscheidenden Hebel für mehr Gehalt liegen im individuellen Anforderungsniveau sowie in den persönlichen Fähigkeiten und im Know-how.
„Ein klarer Hebel für höhere Gehälter ist die Qualifikation“, sagt Anna Wittich.
Weitere wichtige Faktoren:
- Fremdsprachenkenntnisse
- Berufs- und Branchenerfahrung
Darüber hinaus zahlen sich Weiterbildungen aus, die über klassische Büroorganisation hinausgehen, etwa:
- Projektmanagement
- Prozesssteuerung
- betriebswirtschaftliche Themen
„Wer sich von einer rein ausführenden Tätigkeit hin zu einer koordinierenden oder strategisch unterstützenden Rolle entwickelt, kann sein Gehalt deutlich steigern“, so Wittich.
Auch laut Martin Schröder, Head of Delivery Center bei Robert Half, sind folgende Qualifikationen besonders relevant:
- kaufmännische Ausbildung mit IHK-Abschluss
- Geprüfte Fachwirtin (IHK)
- kaufmännische Zertifikate von Bildungsträgern