Resilienzfaktor Schlaf: Wie Schlafhygiene uns belastbar macht
Viele kennen das: Der Arbeitstag ist vorbei, doch innerlich läuft er weiter. Offene To-dos, unbeantwortete Nachrichten und das ständige Mitdenken für andere machen es schwer, tatsächlich runterzufahren. Wir nehmen die Unruhe des Arbeitstags mit in den Abend hinein, also in die wichtige Erholungszeit.
Können Sie abschalten?
Doch die Fähigkeit abzuschalten, ist – laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) – wesentlich, damit wir uns erholen und gut schlafen können. Und mentale Erholung und Schlaf sind unbedingt notwendig, um langfristig gesund sowie leistungsfähig zu bleiben.
Beim Abschalten von der Arbeit spielt nicht nur eine Rolle, dass wir den Arbeitsort (oder unseren Schreibtisch im Homeoffice) verlassen, sondern uns auch innerlich distanzieren, so die BAuA. Rund ein Fünftel der Beschäftigten (18 Prozent) haben Schwierigkeiten, von der Arbeit abzuschalten, so eine Studie der BAuA. Eine mögliche Folge sind Einschlafprobleme. Dabei können Personen ohne Führungsverantwortung etwas besser Abstand von der Arbeit schaffen als Führungskräfte.
Erfolgreiches Abschalten wiederum gehe mit vielen positiven Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden einher: „Personen, die besser nach der Arbeit abschalten können, haben ein geringeres Gefühl von Ermüdung und Erschöpfung, ein höheres Erholungserleben, ein erhöhtes Wohlbefinden und eine höhere Lebenszufriedenheit, weniger körperliche Beschwerden und eine bessere Schlafqualität“, so die BAuA.
Viel mehr als eine Pause
Also ist Schlaf viel mehr als eine Pause. Er ist die Zeit, in der Körper und Gehirn herunterfahren, die Eindrücke eines vollen Tages verarbeiten und in der wir neue Kraft sammeln. Genau deshalb lohnt sich ein differenzierter Blick auf das Thema Schlaf: als Ressource für mentale Gesundheit und Belastbarkeit.
„Während Schlaf lange ausschließlich als Folge von erfolgreichem Abschalten gehandelt wurde, zeigen neuere Ergebnisse, dass Personen mit gutem Schlaf auch das Gefühl haben, mit neuen Arbeitsanforderungen besser umgehen zu können“, so die BAuA. Gerade wer viel Verantwortung für Abläufe, Kommunikation und Stimmungen trägt, immer ansprechbar ist und dauernd Entscheidungen trifft, braucht Erholung nicht erst dann, wenn gar nichts mehr geht. Regelmäßigkeit ist hier der Schlüssel.
Schlaf ist ganz individuell
Wer gut schläft, fühlt sich also am nächsten Tag erholt und bleibt meist auch konzentrierter, ruhiger und belastbarer im Umgang mit den Anforderungen des privaten und beruflichen Alltags. Es geht beim Schlaf um persönliche Gewohnheiten, Routinen, Vorlieben und weitere individuelle Faktoren wie die innere Uhr (den Chronotyp). Denn nicht jeder Mensch startet gleich in den Tag und vor allem nicht um die gleiche Uhrzeit.
Lerchen (Frühtypen) kommen morgens schneller in Schwung, während Eulen (Spättypen) erst später am Tag leistungsfähiger werden. Misch-Chronotypen machen die größte Gruppe der Bevölkerung aus. Laut Apotheken Umschau fühlen sich alle Menschen besser und gesünder, wenn sie gemäß ihrem Schlafrhythmus leben dürfen.
Auch die Energiezyklen sind individuell, das heißt, nicht jede Zeit des Tages eignet sich für dieselbe Art von Aufgabe. Aufmerksamkeit und Energie schwanken im Tagesverlauf, und diese Schwankungen hängen mit Schlaf, innerem Rhythmus und Erholung zusammen.
Wechseljahre & Schlafqualität
Ein wichtiger Faktor beim Thema Schlaf sind auch die Wechseljahre. Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) treten dann vermehrt Schlafstörungen auf. Die Veränderungen bei der Bildung von Geschlechtshormonen wirken sich direkt auf den Schlaf aus und beeinflussen zudem andere wichtige Hormone, erklärt die DGSM.
In den Jahren nach der Menopause werde der Schlaf zunehmend leichter und häufiger unterbrochen. Dies kann zu erhöhter Tagesschläfrigkeit führen.
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