Assistentin von der Seite zu sehen auf ergonomischem Stuhl im Office

Ergonomie im Assistenzalltag: Ihr Arbeitsplatz entscheidet mit über Ihre Leistungsfähigkeit

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Wer unter Hochdruck arbeitet, braucht eine gut eingerichtete Arbeitsumgebung. Ergonomie ist kein Luxus, sondern grundlegend für Energie, Konzentration und unsere Gesundheit. Zudem sind Routinen entscheidend – gerade im Assistenzberuf.
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Mehr als die Hälfte der Büroangestellten in Deutschland beendet ihren Arbeitstag mit Schmerzen oder Beschwerden, das ergab eine Umfrage von Logitech. Zwar sind viele Büroarbeitsplätze bereits ergonomisch ausgestattet, doch oft besteht noch Luft nach oben. Dass Ergonomie eine wesentliche Voraussetzung für Leistungsfähigkeit ist, kennen gerade Assistenzkräfte aus Erfahrung. „Der Arbeitsplatz einer Assistenz gehört zu den am vielseitigsten genutzten im Unternehmen“, weiß Martin Henschel, Category Product Manager Ergonomic Seating beim schwedischen Büromöbelexperten Kinnarps. „Korrespondenz, Terminkoordination, Reiseplanung, Telefonate, die Vorbereitung von Besprechungen, kurzfristige Sonderaufgaben – und vieles davon spielt sich am Bildschirm ab, oft in schneller Taktung und über parallele Kommunikationskanäle.

Viel Wechsel, viel Bewegung

Für die Ergonomie bedeutet das zweierlei. „Zum einen summieren sich die Bildschirmzeiten über den Tag erheblich, auch wenn die einzelnen Aufgaben kurz sind“, erklärt Henschel. Zum anderen müsse der Arbeitsplatz auf häufige Wechsel reagieren können, etwa zwischen konzentriertem Schreiben, Telefonaten und kurzen Gesprächen mit dem Team.

„Ein gut eingerichteter Arbeitsplatz unterstützt genau diesen Wechsel und sorgt dafür, dass Haltung, Sicht und Akustik auch nach mehreren Stunden noch stimmen“, erklärt der Experte von Kinnarps. Mit Büromöbeln wie höhenverstellbaren Schreibtischen oder individuell justierbaren Stühlen sowie mit der richtigen Beleuchtung, Lärmschutzelementen oder ergonomischer Tastatur und Maus.

Doch welche ergonomischen Kriterien sind am Schreibtisch besonders wichtig? „Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Komponenten und die individuelle Einstellung“, sagt Henschel (siehe Tipps im Kasten). Das wichtigste Kriterium aber lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Der Stuhl muss Bewegung zulassen.“

Der unterschätzte Faktor

Als der am häufigsten unterschätzte ergonomische Faktor gilt der fehlende Bewegungsreiz im Arbeitsalltag. „In vielen Büros ist der Arbeitsplatz so optimiert, dass möglichst alles im Sitzen und ohne Unterbrechung erledigt werden kann“, heißt es beim Büromöbelhersteller Aeris, Anbieter ergonomischer Büromöbel. „Bewegung wird systematisch vermieden.“ Das Problem: Der menschliche Körper sei auf regelmäßige Belastungswechsel angewiesen. Statische Haltungen lassen die Muskulatur verkümmern, bremsen den Stoffwechsel und schlagen sich spürbar auf die Konzentration nieder, bestätigt auch Henschel: „Eine bewegungsfördernde Einrichtung ist deshalb kein Wellness-Thema, sondern die Voraussetzung dafür, dass Menschen ihre Arbeit über den Tag hinweg auf hohem Niveau erledigen können“, so Henschel.

Aktive Bürostühle für bewegtes Sitzen

Mit der neuen Bürostuhl-Generation Capella X hat Kinnarps beispielsweise eine Lösung entwickelt, die mit ihrer FreeMotion-Mechanik natürliche Bewegungen während des Arbeitsalltags fördert. Aeris wiederum hat sich besonders mit Aktiv-Bürostühlen einen Namen gemacht. Die Modelle Aeris Swopper und Aeris Numo Task etwa halten mit ihrem 3D-Bewegungsspiel den Körper in Mikrobewegungen, was wie „leichtes Gehen im Sitzen“ wirken soll. Ebenfalls im Portfolio von Aeris: Aktiv-Konferenzstühle wie der neue Meeting-Stuhl Numo Comfort oder Muvmann, ein dynamischer Stehsitz. Dauphin reagiert mit der neuen cosy-Variante des Bürodrehstuhls Sequel mit stoffbezogenem Rücken und ergonomischer Funktionalität auf den wachsenden Wunsch nach wohnlich gestalteten Arbeitsplätzen.

Korrekte Einstellungen für ergonomisches Sitzen

  • Die Sitzhöhe stimmt, wenn die Füße flach auf dem Boden stehen.
  • Bei der Sitztiefe sollten zwischen Sitzkante und Kniekehle zwei bis drei Fingerbreit Platz bleiben.
  • Armlehnen und Tischhöhe so justieren, dass die Ellbogen einen Winkel von 90 bis 100 Grad bilden.
  • Der Monitor sollte 50 bis 80 Zentimeter vom Kopf entfernt stehen, die Oberkante auf Augenhöhe.
  • Ein verstellbarer Monitorarm ist sehr hilfreich, gerade wenn mehrere Personen den Arbeitsplatz nutzen.

Quelle: Kinnarps

Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Komponenten, Maus und Tastatur inklusive.
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Zuschüsse für einen ergonomischen Arbeitsplatz

Zuschüsse sind in der Regel für alle da, insofern sie die Voraussetzungen des jeweiligen Trägers erfüllen, etwa eine Notwendigkeit aus medizinischer Sicht. Anlaufstellen für Zuschüsse sind die Krankenkassen, die Deutsche Rentenversicherung (DRV), die Agentur für Arbeit, Berufsgenossenschaften, Integrationsämter oder Landeswohlfahrtsverbände.

Antragsprozess Schritt für Schritt

  • Ärztliches Attest einfordern, warum ein ergonomischer Arbeitsplatz erforderlich ist.
  • Kostenvoranschlag für ergonomisches Büromöbel einholen, da die meisten Anlaufstellen ihn verlangen.
  • Antrag stellen: möglichst gut begründen, z. B. berufliche Tätigkeit und Einschränkungen oder Beschwerden schildern; Möbel detailliert beschreiben und Vorteile aufzählen.
  • Wichtig: Büromöbel erst nach Genehmigung kaufen!
  • Kostenerstattung: Rechnung einreichen bei der Stelle, die Antrag auf Bezuschussung genehmigt hat.

Quelle: Ratgeber der Schultz Möbelproduktion

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