Nicht nur für andere netzwerken: Jetzt sind Sie dran
Jobcrafting bedeutet, die eigene Arbeit aktiv mitzugestalten. Neben Aufgaben und Denkweisen gehören dazu auch Beziehungen: Es gilt, sie bewusst aufzubauen, zu vertiefen oder neu auszurichten. Gerade für Assistenzen ist das besonders relevant, denn ihre Wirksamkeit hängt stark von Kommunikation, Vertrauen und Zusammenarbeit ab.
Beziehungs-Crafting: der unterschätzte Hebel
Viele Office-Professionals investieren täglich Energie in die Beziehungen rund um ihre Führungskraft: Sie koordinieren Termine, vermitteln zwischen Abteilungen und sorgen dafür, dass Informationen fließen. Doch häufig bleibt wenig Raum, um die eigenen beruflichen Beziehungen strategisch zu gestalten. Dabei kann genau das die Freude an der Arbeit, die wahrgenommene Sinnhaftigkeit und langfristig auch die Karrierechancen erheblich verbessern.
Assistenzen bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Führung, Fachbereichen und externen Kontakten. Sie haben Einblicke in viele Themen, verfügen über wertvolle Informationen und beeinflussen Zusammenarbeit oft stärker, als ihnen bewusst ist. Dadurch unterscheiden sie sich in einem wichtigen Punkt von vielen anderen Berufsgruppen: Ihr Erfolg hängt selten nur von fachlicher Leistung ab, sondern maßgeblich von der Qualität ihrer Beziehungen.
Eine gute Beziehung zur direkten Führungskraft schafft zunächst Vertrauen und dadurch Handlungsspielräume. Gleichzeitig sind Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen anderer Bereiche entscheidend, um Prozesse zu beschleunigen, Unterstützung zu erhalten und Veränderungen erfolgreich umzusetzen. Auch externe Kontakte – Dienstleister, Kundschaft oder Netzwerkpartner – können die eigene Rolle stärken und neue Perspektiven eröffnen.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Beziehungs-Crafting beginnt häufig bei der Zusammenarbeit mit der direkten Führungskraft. Statt sich lediglich anzupassen, sollte die Zusammenarbeit bewusst auf Augenhöhe gestaltet werden.
Hilfreiche Fragen sind:
- Welche Informationen braucht die Führungskraft wirklich?
- Wie können Sie Inhalte gezielt verdichten und Entscheidungsgrundlagen statt Datenmengen liefern?
- Wie kann Kommunikation effizienter werden?
- Welche Routinen, Prioritäten und Eskalationswege sind sinnvoll?
- Wo können Sie mehr Verantwortung übernehmen?
Wer regelmäßig Erwartungen klärt und Verbesserungsideen einbringt, entwickelt sich von der ausführenden Rolle hin zu einer geschätzten Sparringsperson.
Netzwerken: erst geben, dann nehmen
Ebenso wichtig ist das interne Netzwerk. Viele Herausforderungen lassen sich schneller lösen, wenn bereits vertrauensvolle Kontakte bestehen. Dazu gehört, Menschen außerhalb des eigenen Teams kennenzulernen und zu verstehen.
5 konkrete Impulse für Assistenzen
1. Einmal pro Woche bewusst mit einer Person außerhalb des eigenen Bereichs sprechen.
2. In Meetings mindestens einen neuen Kontakt aktiv ansprechen.
3. Eigene Erfolge und Projekte auf LinkedIn oder intern sichtbar machen.
4. Eine Fachveranstaltung oder ein Netzwerk-Event pro Quartal besuchen.
5. Mit der Führungskraft regelmäßig besprechen, wie die Zusammenarbeit weiter verbessert werden kann.
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