Ambitionen

Ihre Leistung zählt – sorgen Sie dafür, dass sie gesehen wird

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Assistenzkräfte sind leistungsstark, doch oft zurückhaltend in ihrer Selbstbeschreibung und damit auch in der Außenwirkung. Eigene Ziele klar zu reflektieren, zu benennen und dafür einzustehen, sind wichtige Schritte in Richtung Wirksamkeit – nach innen und außen.
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Das Wort „Ambition“ stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und war im politischen Sinn gebräuchlich („ambire“ = herumgehen und um Wähler werben, „ambitio“ = Werben um ein Amt). Heute ist der Begriff in der Bedeutung mit „Streben“ und „Ehrgeiz“ in der deutschen Sprache verankert. Jedoch: „Vielen Assistenzen wird Ambition von vornherein gar nicht zugetraut“, sagt Judith Ahrholdt. Sie spricht aus eigener Erfahrung: Über 20 Jahre lang hat sie als Abteilungsleitung für Assistenzen gearbeitet und hat in dieser Zeit gemerkt, dass sie für die Unterstützung und Förderung ambitionierter Assistenzen brennt.

Sie weiß, was notwendig ist, um Ambitionen im Assistenzberuf zu entwickeln, zu zeigen, diese in die gewünschte Richtung im Unternehmen einzubringen und – last but not least – dafür auch honoriert zu werden.

Widerstände überwinden

Die Entwicklung im Assistenzberuf beschränke sich in den meisten Unternehmen leider auf Tool-Schulungen: noch ein Excel-Kurs, noch mehr One-Note-Tipps, noch ein Training für tolle KI-Prompts. „Wenn Assistenzen aber Lust und Ambitionen haben, ihren Verantwortungsbereich zu erweitern, Führung zu trainieren und in strategische Themen einzusteigen, ernten sie oft nicht nur erstaunte Blicke, sondern sogar Widerstand“, berichtet Judith Ahrholdt aus der Praxis.

Sie ist mittlerweile in ihrem Angestelltenjob kürzer getreten, um sich nebenberuflich im Bereich Coaching, Training und Mentoring von Assistenz- und Führungskräften selbstständig zu machen. Ein mutiger Schritt – und Mut, Durchsetzungskraft und Ambition sind eine gewinnbringende Kombination, wie wir an Judith Ahrholdts Geschichte und Haltung sehen können: „Selbst wenn Umstände und die verantwortlichen Personen alles daran setzen, mich klein zu halten, ist das nur ein Zeichen dafür, dass es Zeit ist, selbst in die Verantwortung für mich zu gehen.“

Typische Muster & Denkbremsen

Judith Ahrholdt hält es für ganz natürlich, dass eine Assistenz, der immer wieder von außen suggeriert wird, nur Hilfskraft zu sein und deren Arbeit nicht in dem Maße honoriert wird wie die anderer Mitarbeitender, irgendwann anfängt an sich zu zweifeln. Das kann viele Gesichter haben: z. B. über Jahre übersehen und nicht gehört zu werden. Oder für hervorragende Arbeit Blumen statt Bonuszahlungen zu bekommen. Wenn Ideen von anderen übernommen und als ihre verkauft werden. Oder wer Jobs erledigen muss, die längst nicht mehr zum eigenen Entwicklungsstand passen.

„Viele fangen an zu glauben, dass das tatsächlich so ist: dass sie nicht gut genug sind. Zudem sind viele so erzogen worden, nicht zu stören und nicht laut zu sein, sich dem Willen und Wünschen anderer unterzuordnen“, so Judith Ahrholdt. Aus diesem Muster auszubrechen, sei ein hartes Stück Arbeit, das sich aber lohne.

Die Karriere in die eigene Hand nehmen

Wer allein mit seinen Ängsten und Bedenken ist, fällt schnell zurück in Selbstzweifel, in Resignation oder sogar Verbitterung. Judith Ahrholdt rät daher allen Assistenzen, sich Unterstützung zu suchen. Das kann im Unternehmen oder im privaten Umfeld sein. Besonders gut gehe das in einem Assistenz-Netzwerk. Dort vernetzen sich aus ihrer Erfahrung ambitionierte Assistenzen.

Wer strukturiert und professionell an die eigene Karriere-Entwicklung herangehen will und im Unternehmen wenig Unterstützung erfährt, dem kann ein professionelles Karriere-Coaching oder Mentoring helfen. Das Wichtigste ist, an der Einstellung zu sich selbst und zum Job zu arbeiten sowie an einer souveränen Positionierung: das Auftreten prüfen, verbessern und üben, die eigene Position im Unternehmen zu vertreten.

„Das darf auch Spaß machen“, findet Judith Ahrholdt. „Viele ambitionierte Assistenzen wurden so lange übergangen und kleingehalten, dass sie ganz vergessen haben, was für einen tollen und einflussreichen Job sie eigentlich haben und wie viel Freude dieser Job machen kann – und sollte.“

Was Unternehmen tun können

Was viele Unternehmen und Führungskräfte unterschätzen: Ambitionierte Assistenzen, die in ihrer Karriere angemessene Unterstützung erfahren, sind anschließend umso wertvoller. Auch wenn Aufgaben auf andere Köpfe verteilt werden müssen, sei der Gewinn an strategischer Übersicht und Unterstützung viel größer.

Der erste Schritt ist laut Judith Ahrholdt in vielen Unternehmen relativ einfach: die Assistenzen genauso ernst zu nehmen wie alle anderen Mitarbeitenden und einen Karriereweg für sie aufzusetzen. Eine Sonderbehandlung sei gar nicht nötig, Gleichberechtigung reiche schon. „Erschreckend viele Assistenzen berichten mir, dass sie keine Entwicklungsgespräche mit ihren Führungskräften führen, selbst wenn das im Unternehmen mit allen anderen Mitarbeitenden Standard ist.“

Es sei unglaublich wichtig, schon auf den Einstiegspositionen mit der Unterstützung anzufangen. „Ich habe schon wahre Wunder erlebt in der Zusammenarbeit mit unglücklichen und dadurch schlecht arbeitenden und missmutigen Assistenzen“, sagt die Assistenz- Expertin. Ein bisschen Stärkenorientierung, langsam wachsende Entscheidungsfreiheiten und etwas mehr Begleitung – auf einmal blüht jemand auf und leistet einen großartigen Beitrag für das Unternehmen.

3 Schritte Ambitions-Selbstcheck

Es hilft, Ambitionen nicht zu relativieren, sondern bewusst zu formulieren. Dafür ist Selbstreflexion notwendig, eine Standortbestimmung und das Einschätzen der eigenen Vorlieben und Fähigkeiten. „Das Ziel von Karriere sollte immer sein, dass man so viel wie möglich in seinem Traumjob arbeitet“, findet Judith Ahrholdt. „Und dieser Traumjob ist vollkommen individuell.“ Sie bietet Karriere- Coaching für ambitionierte Assistenzen und Führungskräfte an, Weiterbildungen für Kleingruppen sowie Workshops, Trainings und Impulsvorträge.

  1. Den eigenen Standort bestimmen: Ein Blick auf die Global Skills Matrix hilft, um sich erst einmal selbst „einzusortieren“ und den eigenen Karrierestandort zu erkennen.
  2. Stärken & Vorlieben kennen: Als nächstes sollten Sie Ihre Stärken und vor allen Dingen Ihre Vorlieben ansehen. Erst dann ist es sinnvoll zu gucken, wohin die Reise gehen könnte.
  3. Kleine oder große Ziele setzen: Einige haben sofort ein großes Ziel vor Augen – das ist natürlich toll: Damit lässt es sich wunderbar arbeiten und die Ausrichtung schärfen. Es ist aber genauso gut, sich die nächsten Ziele erst einmal in kleineren Schritten zu stecken und nach und nach herauszufinden, in welche Richtung es gehen sollte.