Office Stars

Unsere Office Stars berichten von ihren erfolgreichsten Karrieretipps

Beruflicher Erfolg schreibt sich für jeden Menschen anders: Für den einen bedeutet Erfolg selbstbestimmtes Arbeiten oder Personalverantwortung für den anderen Wertschätzung durch Kolleg*innen oder den bzw. die Vorgesetzte. Andere wiederum empfinden sich als erfolgreich, weil sie besonders viele Zusatzqualifikationen haben oder für ein besonders renommiertes Unternehmen arbeiten.

Wir sprechen über Werdegang und Karriere

working@office hat unzählige Sekretärinnen und Sekretäre getroffen und über ihren ganz persönlichen Werdegang und Karriere gesprochen.

Ihnen allen gemein ist die Leidenschaft fürs Organisieren, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, immer einen Schritt mehr zu gehen als nötig. Außergewöhnliche Frauen im Office-Management und deren Erfolgsrezepte, Interessen und Ansichten lernen Sie bei uns kennen.

„Networking ist Herzarbeit“ – Nadine Götz

Assistentin Nadine Götz sorgt bei der Deutschen Vermögensberatung in Frankfurt mit einem tollen Team für immer neue Events. Dass sie dabei effektive Chefentlastung mit effektivem Networking verbindet, ist für sie längst eine Selbstverständlichkeit – und ein echter Spaßfaktor. Dafür gab es sogar schon Auszeichnungen. Was für sie der eigentliche Wert des Netzwerkens ist und welche Ziele sie hat, lesen Sie hier.

© MARTIN LEISSL

Die Assistentin bei ATLAS/Deutsche Vermögensberatung in Frankfurt ist Netzwerkerin aus Leidenschaft. Warum sie so viel Energie ins Miteinander steckt und welche Erlebnisse sie dabei besonders glücklich machen, erzählt sie hier.

Gut möglich, dass Sie Nadine Götz schon mal begegnet sind. Allein im letzten Jahr, 2025, war sie bei 36 Netzwerkveranstaltungen dabei – „vielleicht waren es sogar ein paar mehr“, lacht die Wahl-Frankfurterin. Ob zuletzt auf der Weihnachtsfeier vom Bundesverband Business Professionals (bSb), beim „Assistants Sundowner“ nach Feierabend oder, hochoffiziell, auf der größten Fachmesse für Office Professionals auf dem Frankfurter Messegelände: Für die 48-Jährige sind Netzwerktermine keine lästige Pflicht, sondern Highlights.

Das Netzwerken ist für Nadine Götz zu einer Passion geworden. Ihren beruflichen Werdegang hat diese Leidenschaft entscheidend geprägt. So kam sie 2012 zu ihrem heutigen Arbeitgeber, der ATLAS Vertriebsservice (eine Servicegesellschaft der DVAG) über eine Empfehlung aus dem damaligen Netzwerk bei dem Finanzdienstleister, „da war jemand aus dem Personalrecruiting dabei“. Weil sowohl die Wellenlänge passte als auch die erforderliche Qualifikation, klappte es mit dem neuen Job in Frankfurt am Main.

Event-Management für das große Team

Gut vierzehn Jahre ist das jetzt her. Nadine Götz arbeitet mittlerweile mit Andreas Feldt zusammen, Direktor Veranstaltungen und Reisen Deutsche Vermögensberatung. „Ich habe im eigentlichen Sinn keinen Alltag“, sagt seine Assistentin, und stimmt damit ein in den Chor der meisten Office-Managerinnen, „jeder Tag ist anders. Und oft verläuft er nicht so, wie geplant.“

Kein Wunder bei der Aufgabe: Rund sechszehn Events stemmt das Team um Andreas Feldt im Jahr, Dauer einen Tag bis eine Woche, und mit Teilnehmerzahlen, die Branchenferne in ungläubiges Staunen versetzen – das fünfzigste Jubiläum im vergangenen Jahr feierte die DVAG mit rund 42.000 Gästen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Das war natürlich eine einzigartige Geschichte, die alles Bisherige in den Schatten gestellt hat“, sagt die Assistentin.

Zwei Jahre lang hat die Organisation des Mega-Events in Anspruch genommen, von der ersten Ideensammlung über die Suche nach geeigneten Locations, das Beauftragen der Gewerke für Bühne, Raumgestaltung und anderes, bis hin zum Teilnahme-Management – „wir haben eng mit unserer Marketing-Abteilung und auch mit vielen anderen Ansprechpartnern im Haus zusammengearbeitet. Das letzte halbe Jahr war für uns alle die heiße Phase.“

Parallel waren noch die vielen anderen Veranstaltungen zu organisieren, Vertriebskonferenzen, Incentives, Ehrungsfeiern – und jede Veranstaltung soll irgendwie einzigartig sein. „Wir sind wie eine Inhouse Event- und Reiseagentur“, erklärt Nadine Götz. Dafür steht ein Team von insgesamt 40 Kolleginnen und Kollegen bereit, mit zwei Abteilungsleitern, zwei Senior Experten, einem Büroleiter, dem Direktor und Nadine Götz. Mit letzterem arbeitet sie in erster Linie – „er hat Prio 1“ – aber es kommen auch die anderen Teamkolleginnen und -kollegen auf sie zu. „Ich gehe auch mal mit in die Telefon- Hotline, schließlich bin ich Teil des Teams. Wir sind gegenseitig füreinander da, und das wissen wir alle sehr zu schätzen.“

Schnelle Entscheidungen gefragt

Wer jemals im Veranstaltungsmanagement gearbeitet hat, weiß, dass Planung zwar das A & O ist, andererseits immer wieder mit Überraschungen zu rechnen ist. „Als wir uns gemeinsam über die Struktur unserer Zusammenarbeit Gedanken gemacht haben, haben wir uns bewusst gegen einen regelmäßigen jour fixe entschieden“, sagt Nadine Götz, die seit 2016 mit ihrem heutigen Chef zusammenarbeitet.

„Haben Sie mal ein Ohr?“ frage der Chef dann beispielsweise, und schon ist man im Gespräch miteinander: „Wir können nicht lange abwarten bis zum nächsten jour fixe, wir wollen die Dinge möglichst gleich klären und auf den Weg bringen“. Urlaubszeiten von Chef oder Assistentin überbrückt man mit einer Todo-App und mit einem gründlichen Catchup-Termin nach der Auszeit – „dann habe ich alle Themen in einem Ordner gesammelt und bestmöglich vorbereitet. Das funktioniert hervorragend.“  

Kommunikatives Talent

Nadine Götz liebt den Bereich, in dem sie tätig ist. „Unterwegs sein, Organisieren, das war eigentlich schon immer meins“, sagt sie. Nach der Schule träumte sie davon, Automobilkauffrau zu werden, doch die Ausbildung gab es zu ihrer Zeit noch nicht. Sie entschied sich für eine Ausbildung zur Bürokauffrau in einem Autohaus, blieb dort nach erfolgreichem Abschluss zwei weitere Jahre und wechselte dann zu Avis, einem der weltweit größten Mietwagenunternehmen. „Ich war Teil des Teams Reisebüro, wir beschäftigten uns mit Destinationen in Kombination mit den Mietwagen.“

Damit war die Richtung gesetzt. Die Stellenanzeige hatte ein Bekannter in der Zeitung entdeckt, ein Glücksfall, sagt sie – elf Jahre blieb sie bei dem amerikanischen Autovermieter. Dass sie ein kommunikatives Talent habe, habe sich früh gezeigt, „es war für mich nie schwierig, mit Menschen ins Gespräch zu kommen.“ Der Jobwechsel von der Autovermietung in den Reise- und Veranstaltungsbereich für den Finanzdienstleister DVAG war ein erster klarer Netzwerkerfolg, „man spürte einfach, man braucht andere Menschen, um die immer komplexer werdenden Aufgaben zu erfüllen.“ Und so habe das Netzwerken einfach immer mehr Platz eingenommen in ihrem Berufsleben, „es war die Zeit dafür.“

Wertschätzung für die Netzwerk-Arbeit

Von ihrem Arbeitgeber und von ihrem Chef Andreas Feldt bekommt Nadine Götz viel Unterstützung für ihr Netzwerk-Engagement. „Als die DVAG 2017 in das große neue Gebäude am Frankfurter Hauptbahnhof umzog, kam von der Personalabteilung die Ansage ‚vernetzt euch, tauscht euch aus, lernt voneinander‘ – das ist mittlerweile ein großes Thema bei uns.“ Fortbildungswünsche werden gewährt, die Netzwerktreffen werden gefördert, vor allem mit Arbeitszeit – und es gibt echte Wertschätzung.

„Der aktuelle Personalvorstand hat unsere Netzwerkaktivitäten gelobt, das war eine große Anerkennung für unsere Arbeit.“ Anerkennung kommt auch von außen. Nadine Götz wird von anderen Netzwerken angefragt, sie engagiert sich beim Netzwerk ANiD, beim bSb, ist zu Gast in Podcasts – und betont immer wieder, dass Netzwerken Teamwork sei, bei allem persönlichen Engagement. Deshalb hat sie sich riesig darüber gefreut, als das DVAG-Assistenznetzwerk 2023 mit dem „Office Award by working@office“ ausgezeichnet wurde (siehe Ausgabe April 2024).

Digitalisierung eröffnet Freiräume

Nadine Götz gehört zum neunköpfigen Kernteam des Assistenznetzwerks „Officials Professionals Deutsche Vermögensberatung“, 69 Assistenzen gibt es insgesamt – „und keine muss, aber jede darf sich engagieren.“ Es gibt einen jährlichen Assistenztag, und wer neu anfängt im Assistenzbereich, wird nach einer Woche mit einer Begrüßungs-Mail auf das Netzwerk aufmerksam gemacht und in den Teams-Kanal zum regen Austausch eingeladen.

„Für mich ist das Netzwerken keine Arbeit. Ich mag es einfach und integriere es in meine tägliche Arbeit“, sagt Nadine Götz. Das geht vor allem auch deshalb, weil sie die Digitalisierung ihres Berufs proaktiv annimmt – mit Neugier und ständiger Weiterbildung, „das geht ja heute auch schon in kleinen Einheiten. Ich halte mich so auf dem Laufenden.“ Für den Newsletter, den sie monatlich schreibt, habe sie früher durchaus schon mal eine Woche Zeit gebraucht – „heute gelingt das mit KI oftmals in wenigen Stunden.“ Sie stellt ihn ins Intranet, wo ihn nicht nur die Assistenzen, sondern alle Kolleginnen und Kollegen lesen können, mehr als hundert Abonnements gibt es bereits.

Worauf es wirklich ankommt

Der nächste Schritt ist für die Netzwerkerin einer nach außen – „ich finde es wichtig, auch mit Assistenznetzwerken anderer Unternehmen im Austausch zu sein. Wir können so viel voneinander lernen.“ Ihre größte Freude aber ist, wenn es gelingt, Menschen zusammenzubringen, Verbindungen zu vermitteln – „daraus sind sogar schon richtige Freundschaften entstanden. Das macht mich glücklich.“ Es gehe eben nicht nur um Erfolg und Effizienz beim Netzwerken, betont sie: „Es geht uns vielmehr darum, die Menschen so wahrzunehmen und anzuerkennen, wie sie sind und ihre Stärken in den Fokus zu nehmen. Mit ihnen ihre Erfolge feiern und auch für sie da zu sein, wenn es mal nicht so gut läuft.“

KIRSTEN WOLF, JOURNALISTIN