Working Out Loud: In nur 12 Wochen zur Zielerreichung
Als Working Out Loud wird eine von John Stepper entwickelte Selbstlern-Methode bezeichnet, die Menschen dazu motivieren soll, Wissen und Kompetenzen zu teilen und selbst gesteckte Ziele zu erreichen. © Julien Eichinger - Adobe Stock

Working Out Loud: In nur 12 Wochen zur Zielerreichung

Diese Lernmethode verspricht Zielerreichung in nur 12 Wochen. Den Zielen sind dabei kaum Grenzen gesetzt. working@office sprach mit Lisa-Katherina Schutter, (zertifizierter) WOL Mentor (by Kluge und Konsorten), darüber, wie die Methode funktioniert und wie insbesondere Office-Professionals sie nutzen können.

Working@Office im Interview mit Lisa-Katherina Schutter:

w@o: Was ist Working Out Loud?

Lisa-Katherina Schutter: Working Out Loud oder kurz WOL ist eine Lernmethode, die von John Stepper entwickelt wurde, um sich in einem Peer Group Setup von 5 Personen weiterzuentwickeln und in 12 Wochen gemeinsam selbst gesteckte Ziele zu erreichen. Jede Woche wird von Circle Guides begleitet, die aus ungefähr 32 Reflexionsübungen bestehen. Jede Woche erarbeitet sich die Gruppe durch Übungen Ergebnisse und tauscht sich dann über diese aus. Das Ziel von WOL ist, dass Menschen motiviert und befähigt werden, Wissen und Kompetenzen proaktiv zu teilen, um Wissenssilos abzubauen. Dieser menschenzentrierte und wertschätzende Ansatz gefällt mir sehr. 

w@o: Wie entstehen Wissenssilos denn überhaupt?

Lisa-Katherina Schutter: Mit Silos meine ich Abteilungsgrenzen. Wir sind alle Menschen und machen Fehler, aber der Kollege aus der anderen Abteilung muss ja den gleichen Fehler nicht noch einmal machen. Die Frage lautet also: Wie kann ich innerhalb einer Organisation operativ und strukturiert Wissen teilen, mich vernetzen und nicht mehr in Abteilungen denken?

w@o: Was sind die 5 WOL-Prinzipien?

Lisa-Katherina Schutter: Die 5 Prinzipien bedingen sich gegenseitig: Das Prinzip der Großzügigkeit (Generosity) meint, dass ich mein Wissen proaktiv teile. Das zweite Prinzip, Visible Work, soll meine Arbeit und mein Wissen sichtbar machen und Wissenszufälle generieren. Man nennt das Serendipity. Das dritte Prinzip, Purposeful discovery, setzt zielgerichtetes Verhalten voraus. Wenn ich mein Netzwerk aufbaue und pflege, sollte ich mich nach diesem Prinzip immer fragen: Wer kann mir bei Themen helfen und wem kann ich bei seinem beziehungsweise ihrem Thema helfen? Prinzip vier nennt sich Growth Mindset. Ich brauche eine lernende Haltung, ich muss von dem Standpunkt know-it-all zu learn-it-all kommen. Ich kann es heute zwar noch nicht, aber ich traue es mir zu. Das fünfte Prinzip nennt sich Relationship: Beziehungen schaden nur denen, die sie nicht haben. Eine Beziehung beruht aber immer auf Gegenseitigkeit, also auf der Pflege von Beziehungen und strukturiertem Netzwerken.

w@o: Wie fange ich konkret mit Working Out Loud an?

Lisa-Katherina Schutter: Auf der WOL-Webseite www.workingoutloud.com kann man sich registrieren und bekommt pro Woche eine E-Mail mit den Circle Guides. Darüber kann man sich einen Circle suchen. Seit Anfang 2022 gibt es eine eigene WOL App, die man sich idealerweise gleich aufs Handy zieht, weiter ist WOL auf Mighty Networks vertreten.

w@o: Ist es vorteilhafter, sich innerhalb eines Unternehmens einen Circle zu suchen oder außerhalb, mit unbekannten Menschen?

Lisa-Katherina Schutter: Beides hat Vorteile. In einem Unternehmen kann man sich noch spezifischer austauschen, weil man die Prozesse kennt. Firmenübergreifend kann man sich anders inspirieren lassen. Gerade wenn Assistentinnen zusammen circlen, ist der Austausch sehr gewinnbringend. Es kommt natürlich auch auf die Ziele an, die ich mir zu Beginn selbst setze.

w@o: Welche Art von Zielen setzt man sich am besten?

Lisa-Katherina Schutter: Als WOL-Mentor würde ich sagen, die Ziele sollten smart, also messbar, sein und in 12 Wochen umsetzbar. Grundsätzlich können es aber Ziele aus jedem Lebensbereich sein, beruflich oder privat. Das Vertrauen, das man beim Zirkeln zu fremden Personen aufbaut, ist sehr groß. Das kann man sich tatsächlich gar nicht vorstellen, wenn man noch keinen Circle durchlaufen hat, das muss man selbst erleben. Die Spiegelung, die man erfährt, ist immens und teilweise kann es auch tatsächlich sein, dass man innerhalb eines Circles erkennt, dass man sich gar nicht das richtige Ziel gesetzt hat und dass man eigentlich etwas anderes verfolgt.

w@o: Wie viel Zeit muss ich in diesen 12 Wochen investieren?

Lisa-Katherina Schutter: Ich würde sagen zwei bis zweieinhalb Stunden pro Woche. Eigentlich ist in den Grundsätzen von Working Out Loud beschrieben, dass der Zeitaufwand bei einer Stunde pro Woche liegt, das ist aber die reine Circle-Zeit, also der Austausch mit der Gruppe. Aus meiner Sicht sollte man eher mit zwei Stunden planen, sofern man die Aufgaben, denen man sich pro Woche stellt, vorbereitet und außerhalb der eigentlichen Circle-Zeit bearbeitet. Das empfinde ich als sehr sinnvoll, weil man sich innerhalb des Austausches dann den reinen Ergebnissen widmen kann. Wenn man nach dem Circle noch 30 Minuten zur Nachbereitung einplant, sind wir schon schnell bei zweieinhalb Stunden.

 

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