Achtsamer mit sich selbst und der eigenen Zeit umzugehen, kann man lernen.
Achtsamer mit sich selbst und der eigenen Zeit umzugehen, kann man lernen. ©kegfire - stock.adobe

Wie Sie die eigene Widerstandsfähigkeit durch Achtsamkeit steigern

Achtsamkeit kann uns im privaten und beruflichen Alltag unterstützen und die eigene Widerstandsfähigkeit steigern, gerade auch in Krisenzeiten. Die Fähigkeit dazu lässt sich trainieren, sagen Expertinnen und Experten.

Bevor Maren Schneider Expertin für Achtsamkeit und Stressbewältigung wurde, hat sie selbst durch eine Krise konstruktive Hilfe in der Achtsamkeitslehre gefunden. Sie war Artdirektorin in einer Werbeagentur und Leistungssportlerin und erzählt, dass sie mit 31 Jahren einen Burnout erlitten habe. Heute ist sie Autorin von mittlerweile 15 Büchern zum Thema Achtsamkeit. Viele Jahre lang begleitete sie an ihrem Institut in Düsseldorf Menschen mit Stress- und Burnout-Symptomen, chronischen Schmerzen und Erkrankungen.

 

Auch während der Corona-Pandemie konnte sie wieder Kraft aus ihrer langjährigen Übung in Achtsamkeit schöpfen, als sie ihr Institut schließen musste. Stattdessen gründetet sie eine Online-Akademie für Achtsamkeit: „Ich unterrichte Achtsamkeit aus vollem Herzen, weil ich weiß, dass es funktioniert“, sagt die ausgebildete MBSR-Lehrerin. MBSR bedeutet Mindfulness-based Stress Reduction und ist ein achtwöchiges Gruppenprogramm, entwickelt Ende der 1970er-Jahre von Jon Kabat-Zinn, das vielfach wissenschaftlich untersucht wurde und von Krankenkassen bezuschusst wird. Es umfasst Meditationsübungen, achtsame Bewegung sowie psychoedukative Anteile zum Thema Stressbewältigung.

 

Maren Schneider unterstreicht, dass das MBSR-Programm gerade in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie unterstützen kann: „Wie kann ich die Nerven bewahren, wenn ich nichts weiter tun kann? Ich kann mir immer wieder bewusst machen, dass ich zwar einen Plan für morgen machen kann, aber heute lebe ich. MBSR hilft dabei, Stress zu reduzieren und im Jetzt zu bleiben.“

STRESSRESISTENT DURCH ACHTSAMKEIT

Dr. Christian Stock ist Facharzt für Innere und Psychotherapeutische Medizin, Leiter einer psychosomatischen Fachabteilung und arbeitet freiberuflich als Psychotherapeut, Dozent und Coach. Er definiert Achtsamkeit als Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks mit Akzeptanz. Laut Christian Stock lässt sich Resilienz, also die Fähigkeit, mit Widrigkeiten und hohen Belastungen umzugehen, durch Achtsamkeitsübungen erhöhen.

 

Resilienzfaktoren können unter anderem Akzeptanz, Fähigkeiten zum Problemlösen und zur Selbstregulation, Optimismus oder Skills zur Kommunikation und Stressbewältigung sein. Achtsamkeit steigere besonders die Stressresistenz, so Stock. Durch Achtsamkeitsübungen würden Konzentration und Aufmerksamkeit trainiert, um mehr in der Gegenwart zu sein. So können Gedanken um Vergangenes oder Zukünftiges losgelassen werden: „Es geht erst einmal darum, überhaupt zu bemerken, dass mich sogenannte negative Gedanken und Gefühle belasten. Durch Achtsamkeitsübungen kann ich lernen, mich dabei zu ertappen. Später kann ich die Gedanken unterbrechen und sie durch eine optimistischere Sichtweise ersetzen.“

 

In belastenden Zeiten wie der Corona-Pandemie könne Achtsamkeit dabei helfen, die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist und sich nicht zu sehr in Ängsten oder Ärger zu verlieren. Christian Stock betont den mitfühlenden Aspekt von Achtsamkeit: Sich selbst und anderen mit Mitgefühl zu begegnen, unterstützt immer wieder dabei, sich – zum Beispiel trotz Distanz im Homeoffice – verbunden zu fühlen.

 

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office.