Mit diesen Tipps kommen Sie gestärkt durch die Krise
Selbstmitgefühl hilft, uns innerlich Mut zu machen, Neues zu wagen und auszuprobieren.

Mit diesen Tipps kommen Sie gestärkt durch die Krise

Dass im Leben weder privat noch beruflich immer alles nach Plan läuft, erleben wir momentan besonders eindringlich. Krisenfest nicht nur in Zeiten von Covid-19: Tipps und Tools für mehr Mut und Achtsamkeit.

Angesichts der Ausnahmesituation, in der viele von uns mit ständigen Veränderungen konfrontiert sind, kann Verunsicherung zu einer dauerhaften Begleiterscheinung werden. Autorin und Fachärztin Dr. Tatjana Reichhart hat das erhöhte Stresslevel in der Pandemie an ihren Klienten, Kollegen und im privaten Umfeld beobachtet. Sie arbeitet im Bereich Prävention psychischer Erkrankungen als Trainerin und Coach zu den Themen Resilienz, Selbstfürsorge, Burnout-Prophylaxe, psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und gesunde Führung.

„Die Pandemie zeigt, dass wir nicht die Kontrolle über unser Leben haben. Das hatten wir vorher zwar auch nie, aber nun spüren wir es stärker.“ Angst sei ein natürlicher und hilfreicher Mechanismus des Körpers zur Mobilisierung bei Gefahr. Sie könne auch eine Richtschnur sein, gemäß dem psychotherapeutischen Motto: Wo die Angst ist, geht’s lang. Dabei gibt es viele Wege, mit Stress- und Angsterleben konstruktiv umzugehen.

ÄNGSTE WAHRNEHMEN

Es sei wichtig, sagt die Psychotherapeutin und Bloggerin Dr. Janine Selle, sich Sorgen und Ängste zu erlauben. „In schwierigen Situationen kommen schwierige Gefühle auf. Das Wegdrücken erfordert oft viel Energie, die man gerade gut gebrauchen kann.“ Trete Angst jedoch zu häufig oder zu stark auf, kann sie unsere Motivation und unser Handeln blockieren. „Die Grenze ist fließend. Es lohnt sich daher, die Angstgefühle bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren.“ Hier helfen Fragen wie: Kann ich mir meine Gefühle erklären? Was möchte die Angst mir sagen? Ist sie sinnvoll? Muss ich ihr gehorchen oder kann ich sie bewältigen?

Tatjana Reichhart rät zu radikaler Akzeptanz der Situation: Was kann ich verändern und was nicht? Danach ist es leichter zu entscheiden und die eigenen Optionen zu prüfen. Selbstfürsorgliches Handeln schließt ausreichend Bewegung und Entspannung, soziale Kontakte und gesunde Ernährung ein. Es kann genauso bedeuten, sich professionelle Unterstützung zu suchen, sollte eine Symptomatik über zwei Wochen bestehen, nicht mehr selbst steuerbar sein und den Alltag beeinflussen. In ihrem Buch „Das Prinzip Selbstfürsorge“ stellt Tatjana Reichhart viele selbstfürsorgliche Strategien vor, aus denen sich jeder die passenden auswählen kann. Janine Selle hat mit „moodify“ ein praktisches Tagebuch entwickelt, damit das Dabeibleiben leichter fällt.

SELBSTMITGEFÜHL ÜBEN

„Diese Krise zwingt viele dazu, sich selbst besser kennenzulernen“, sagt die Psychotherapeutin und Dozentin Christine Brähler. Selbstmitgefühl beschreibt eine wohlwollende Haltung uns selbst gegenüber, wenn wir emotional belastet sind. Die Freundlichkeit sich selbst gegenüber und das Gefühl von Verbundenheit könne die Angst beruhigen. Übungen zum Selbstmitgefühl, wie aus Christine Brählers Audio-Kurs „Glaub an dich“, helfen auch dabei, sich freundlich zu motivieren und perfektionistische Ansprüche an sich selbst zu regulieren, um flexibler mit den unvorhersehbaren Umständen umzugehen.

Wer seine Stärken und Schwächen gut kenne, sei weniger abhängig von der Anerkennung anderer und anpassungsfähiger und flexibler während einer Krisenzeit wie dieser. „Um nicht aus Angst zu erstarren, sondern gelassen aktiv und kreativ zu werden, benötigen wir ein gesundes Selbstvertrauen.“ Dabei könne Selbstmitgefühl helfen, uns innerlich Mut zu machen, Neues zu wagen und auszuprobieren.

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